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Auszug - Biodiversität im Herner Buchenwald  

des Landschaftsbeirates
TOP: Ö 3
Gremium: Landschaftsbeirat Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 25.09.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:00 Anlass: Sitzung
Raum: Besprechungsraum Nr. 429
Ort: Rathaus Herne
2012/0533 Biodiversität im Herner Buchenwald
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Pawlicki, Martin
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Reinholz, Rolf
 
Wortprotokoll
Beschluss

Herr Pawlicki teilt mit, dass in einem Feldversuch auf zwei Versuchsflächen erprobt werden solle, im Herner Buchenwald eine reich blühende Krautschicht (mit u. a. Sauerklee, Busch-Windröschen, Salomonssiegel, Gold-Nessel und Wald-Veilchen) wieder anzusiedeln.

 

In weiten Teilen des Herner Stadtwaldes fehlten alle diese Arten aufgrund der lang anhaltenden Immissionsbelastung des Ruhrgebiets. Die Vermehrung sei schwierig, weil die Böden noch immer belastet seien. Ursprünglich wäre es vorgesehen gewesen, die Böden mittels punktueller Komposteingabe zu sanieren (in verschiedenen Bundesländern wurde dies bereits mit Erfolg durchgeführt). Gegen den Komposteintrag erhebe der Landesbetrieb Wald und Forst Bedenken bzw. verlange Nachweise über die Unbedenklichkeit des Kompostes.

 

Hintergrund seein Befürchtungen über einen ungewollten Eintrag unerwünschter Pflanzenarten. Da jedoch bereits Pflanzenmaterial der o. g. Arten über den Botanischen Garten in Münster herangezogen worden seien und die Finanzierung der umfangreich geforderten Untersuchungen noch nicht endgültig geklärt sei, werde zunächst  ein „abgespeckter“ Versuch durchgeführt. Exemplare der oben genannten Arten würden im Gysenberger Wald auf zwei Versuchsflächen in einer Größenordnung von rd. 2500 m² ausgepflanzt. Da das Auspflanzen mit kleinen Wurzelballen erfolge, werde auf diese Weise ein geringer Prozentsatz unbelasteter Erde eingebracht, sodass erwartet werde, dass von hier aus eine Regeneration der Böden ausgehen könne.

 

Prof. Dr. Rüdiger Wittig vom Goethe Universität Frankfurt und dem angeschlossenen „Institut für Ökologie, Evolution und Diversität“ habe im Laufe des Jahres dafür gesorgt, dass aus dem Wuchsgebiet „Westfälische Bucht“, zu dem auch der Herner Gysenberg gehört, Pflanzenmaterial zur Verfügung stehe. Er wird diesen Versuch ab Mitte September fachlich begleiten.

 

Eine der Versuchsflächen bleibe unverändert, auf der anderen werde die noch immer stark mit Schwermetallen und Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen belastete Streuschicht vor dem Auspflanzen der Arten abgetragen.

 

Weitergehende Maßnahmen sollten zunächst nicht ergriffen werden. Falls es sich im Laufe des Projektes zeige, dass die Entfernung der Streuschicht förderlich sei, könne man entsprechende Maßnahmen in den angrenzenden Flächen durchführen, so dass sich die Arten in diese hinein ausbreiten könnten.

 

Herr Schulte-Göcking hält aufgrund der Erfahrungen mit seinem eigenem Wald die Einbringung von Kompost nicht für erforderlich, vielmehr reiche es aus einige Altbäume zu entfernen, um durch die Verbesserung der Lichtverhältnisse die Wachstumsbedingungen zu unterstützen.

 

Herr Gausmann weist auf die unterschiedlichen Bodenverhältnisse in den Herner Wäldern hin (Düngelbruch = Emschermergel mit gutem ph-Wert, Gysenberg = versauerter Lössboden).

 

 


Beschluss: