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Auszug - Schulstatistik 2013/21014; Klassengrößen - Anfrage des Stadtverordneten Heidinger vom 28.11.2013 -  

des Rates der Stadt
TOP: Ö 39.2
Gremium: Rat der Stadt Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 10.12.2013 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:28 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2013/0825 Schulstatistik 2013/21014; Klassengrößen
- Anfrage des Stadtverordneten Heidinger vom 28.11.2013 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage AL
Verfasser:SVO Heidinger, Ingo
Federführend:FB 11 - Rat und Bezirksvertretungen Bearbeiter/-in: Gresch, Norbert
 
Beschluss


Aus der kürzlich herausgegebenen Schulstatistik ist zwar ablesbar, dass die vom Land neu festgelegte kommunale Klassenrichtzahl von 23 Schüler/innen pro Grundschul-Eingangsklasse eingehalten wird, trotzdem liegen 12 Grundschulen (= 48 %) zum Teil deutlich über diesem Richtwert. Dies könnte den Schluss zulassen, dass die erlaubte Bandbreite von 15-29 eher zum oberen statt zum unteren Wert hin ausgeschöpft wird. Auffällig sind dabei insbesondere die Schulen, die die auslaufenden Grundschulen Overwegstraße und Görresschule ersetzen müssen.

 

Vor diesem Hintergrund bittet die AL Herne die folgenden Fragen von der Verwaltung beantworten zu lassen:

 

  1. Gibt es in den Herner Grundschulen Klassen mit 29 und mehr Kindern und wenn ja, wie viele?
  2. Auch in den Klassen 2-4 sind teilweise deutliche Überschreitungen der zugelassenen Bandbreite feststellbar, hier seien beispielhaft die Schillerschule und die GS Vellwigstraße genannt. Das solche Klassengrößen pädagogisch nicht sinnvoll sind, steht außer Frage. Welche schulorganisatorischen Maßnahmen werden ergriffen, damit auch in den Klassen 2-4 Klassengrößen von unter 26 Kindern gewährleistet werden können?
  3. Ähnliche Überschreitungen finden sich auch in der Sekundarstufe I. Beispiele: RS  an der Burg, GY Wanne, GY Otto-Hahn.
  4. Wie verträgt sich das insgesamt mit dem „Leitbild Bildung“?
  5. Sind die Überschreitungen der oberen Schulaufsicht angezeigt worden und liegt dort eine Stellungnahme vor?

 

 

Frau Stadträtin Thierhoff antwortet wie folgt:

 

Seit dem Schuljahr 2013/2014 (nach Inkrafttreten des 8. Schulrechtsänderungsgesetzes) entscheidet der Schulträger unter Beachtung der kommunalen Klassenrichtzahl (Gesamtschülerzahl für den kommenden Jahrgang 1 geteilt durch 23 = Kommunale Klassenrichtzahl) über die Zahl und die Verteilung der zu bildenden Eingangsklassen auf die Grundschulen. Eingangsklassen sind innerhalb der vorgesehenen Bandbreite von 15 (Mindestschülerzahl) bis 29 zu bilden.*

Der Schulträger kann unter Beachtung des kommunalen Klassenrichtwertes die Zahl der in die Eingangsklassen aufzunehmenden Schülerinnen und Schüler einer Grundschule oder mehrerer Grundschulen begrenzen, wenn dies für eine ausgewogene Klassenbildung innerhalb einer Gemeinde erforderlich ist oder besondere Lernbedingungen oder bauliche Gegebenheiten berücksichtigt werden sollen. Hierfür war in Herne bisher kein Spielraum..

Die Schulleitung einer Grundschule entscheidet über die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die zu bildenden Klassen.

 

*Anmerkung

Hierbei sind folgende Höchstzahlen zu beachten:

 

Zu bildende Klassen

Schülerzahl

1 Klasse

Bis 29

2 Klassen

Bis 28

3 Klassen

Bis 27

4 Klassen

Bis 26

Ab 5 Klassen

Bis 25


 

 

1)      Gibt es in den Herner Grundschulen Klassen mit 29  und mehr Kindern und wenn ja wie viele?

 

Im Jahrgang 1 gibt es keine Klasse mit 29 und mehr Kindern.

In den Jahrgängen 2 bis 4 werden an 3 Grundschulen in 5 Klassen 29 und mehr Kinder beschult und zwar wie folgt:


GS Berliner Platz: Im Jg. 3 eine Klasse mit 29 und eine Klasse mit 30 Kindern

GS James-Krüss: In den Jg. 2 und Jg. 4 je eine Klasse mit 30 Kindern (Die Schule ist in diesen Jahrgängen einzügig)

GS Vellwigschule: Im Jg. 4 eine Klasse mit 29 Kindern (insgesamt 90 Kinder im Jg. 4, davon jedoch 6 in der Vorbereitungsklasse)

 

2)      Auch in den Klassen 2-4 sind teilweise deutliche Überschreitungen der zugelassenen Bandbreite feststellbar, hier seien beispielhaft die Schillerschule und die GS Vellwigstraße genannt. Daß solche Klassengrößen pädagogisch nicht sinnvoll sind, steht außer Frage. Welche schulorganisatorischen Maßnahmen werden ergriffen, damit auch in den Klassen 2-4 Klassengrößen von unter 26 Kindern gewährleistet werden können.
 

 

Für Eingangsklassen gilt die Bandbreite 15 bis 29.
Gebildete Klassen (Jahrgänge 2 bis 4) werden grundsätzlich unabhängig von später eintretenden Schülerzahlveränderungen (z. B. durch Zuzug oder Klassenwiederholung) fortgeführt. Nur in besonderen Ausnahmefällen ist mit Zustimmung der Schulaufsicht eine Klassenteilung oder Zusammenlegung möglich.

 

Die durchschnittliche Klassengröße beträgt 2013/2014 in den Herner Grundschulen:

Im JG 1 23,5, im JG 2 23,6, im JG 3 24,2 und  im JG 4 je 23,3 Schülerinnen und Schüler.

 

 

3)      Ähnliche Überschreitungen finden sich auch in der Sekundarstufe I. Beispiele RS an der Burg, Gy Wann, Gy Otto-Hahn.

 

Die Bandbreite für die Sekundarstufe I beträgt 26-30 SchülerInnen.
Bei 3 Parallelklassen pro Jahrgang kann die Bandbreite um 5 überschritten werden (= 35 SchülerInnen).

In den 5. Klassen darf die Bandbreite in der Regel nur um 1 -2 überschritten werden (=31-32 SchülerInnen)

Bei 4 Parallelklassen an einer Realschule oder einem Gymnasium kann die Bandbreite um 1 überschritten werden (= 31 SchülerInnen).

Ausnahme: Bei Einrichtung einer integrativen Lerngruppe beträgt die Bandbreite 23-25 SchülerInnen.

Diese Klassenbildungswerte wurden von der Schulen der Sekundarstufe I eingehalten.

 

 

4)      Wie verträgt sich das insgesamt mit dem „Leitbild Bildung“?

 

Um das Leitziel Nr. 1 „In Herne zählt jede individuelle Bildungsbiografie“  umzusetzen, sollen Konzepte zur individuellen Lernförderung entwickelt und an jeder Schule umgesetzt werden. Ziel ist es, dass sich Förder- und Unterstützungssysteme an den individuellen Bildungsbiografien orientieren. Die Schülerzahl je Klasse ist kein Qualitätsmerkmal an sich.

 

5)      Sind die Überschreitungen der oberen Schulaufsicht angezeigt worden und liegt von dort eine Stellungnahme vor?

Nein, seitens des Schulträgers besteht das Erfordernis einer derartigen Anzeige nicht.