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Auszug - Bericht und Diskussion; Belastung des Abwassersystems durch Starkregenfälle - auf Vorschlag der SPD-Fraktion vom 29.08.2014 -  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 17.09.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:45 Anlass: Sitzung
Raum: kleiner Sitzungssaal (Raum 214)
Ort: Rathaus Herne
2014/0579 Bericht und Diskussion; Belastung des Abwassersystems durch Starkregenfälle
- auf Vorschlag der SPD-Fraktion vom 29.08.2014 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorschlag TOP - SPD
Verfasser:Roberto Gentilini
Federführend:Stadtentwässerung Herne Beteiligt:Büro Dezernat V
Bearbeiter/-in: Bensel, Heike   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1_REGENAUSWAHL (88 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2_Tabelle DWA A 118 (624 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3_Regenübersichtsplan vom 12_07_2014 (545 KB)      

 

Herr Köhler von der Stadtentwässerung Herne (SEH) berichtet Folgendes:

 

Die Stadtentwässerung Herne betreibt und unterhält  ca. 410 km Kanalisationsnetze in den Dimensionen von 250mm bis 2000 mm.

 

Diese Netze leiten in 28 in sich geschlossenen Einzugsgebieten das Abwasser (95%Mischwasser) an eine Übergabestelle (z.B. Pumpwerke, Bachsysteme) an die Emscher Genossenschaft weiter. Hier wird das Abwasser über das Emschersystem der Kläranlage Bottrop zugeführt.

Nicht nur die Aussagen verschiedener Meteorologen, sondern auch die statistischen Auswertungen von Regenereignissen (siehe PDF Regenauswahl Anlage 1) im Stadtgebiet Herne zeigen einen deutlichen Anstieg sogenannter Starkregenereignisse.

 

Die Aufgabe der SEH besteht nicht nur darin die Kanäle zu Reinigen und in regelmäßigen Abständen zu Inspizieren (alle 5 Jahre), durch die Aufstellung des Abwasserbeseitigungskonzeptes werden regelmäßig Kanalisationen aufgrund von baulichen oder hydraulischen Problemen ausgetauscht. Hier werden gemäß ABK 3,5-4 Mio. € verbaut. Bei der Planung dieser Maßnahmen  handeln die Mitarbeiter der SEH nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik und bedienen sich bei der hydraulischen Berechnung verschiedener Regelwerke, die die Häufigkeit und Intensität der Regen berücksichtigen. (siehe Tabelle der DWA A118 Anlage 2)

 

Entwässerungssysteme bebauter Gebiete wie z.B. im Stadtgebiet Herne sind so zu konzipieren und zu bemessen, dass die nachfolgenden Grundsätze möglichst optimal erfüllt werden.

 

1. Die Aufrechterhaltung hygienischer Verhältnisse in Siedlungen durch vollständige Sammlung und Ableitung des anfallenden Schmutzwassers bis zur Kläranlage

2.  Die weitgehenden Vermeidung von Schäden durch Überflutung und Vernässung infolge von Niederschlagsabflüssen

3. Die möglichst weitgehende Aufrechterhaltung der Nutzbarkeit der Siedlungsflächen unabhängig von den Witterungsverhältnissen.

 

Aus wirtschaftlichen Gründen können jedoch Kanalisationsnetze nicht so ausgelegt werden, dass bei Regen ein absoluter Schutz vor Überflutung und Vernässung gewährleistet ist. Es müssen daher Zielgrößen für einen angemessenen Entwässerungskomfort definiert werden. 

Zur Ermittlung dieser Zielgrößen (Berechnung und Simulation Anlage 3) werden die Euro Norm            DIN EN 752 für die Überflutungshäufigkeit als Maß vorgegeben. Diese vorgegebenen Berechnungsgrundlagen werden auch bei jeder Baumaßnahme der SEH angewandt.

 

D.h. eine größere Kanalisation ist weder technisch noch wirtschaftlich zielführend, um die Starkregen der letzten Jahre kompensieren zu können.

 

Hier wird schon seit mehreren Jahren an dem Projekt WSSE (Wasser Sensible StadtEntwicklung) gearbeitet.

Mehrere Beteiligte (Stadt, SEH, RWTH Aachen, EG usw.) erarbeiten standortabhängige Projekte zur Vermeidung von Schäden und oberflächennahe Entwässerung mit wenig Schadenspotenzial.

 

Zu den getroffenen Maßnahmen gehören u.a.

-   Abkopplung des Reinwassers aus den Kanalnetzen (Gewässerumbau)

-   Bau von RRB´s ins Kanalnetz bzw. bei  Neubaugebieten für die Rückhaltung der

    Regenmengen

-   Erstellung von Trennsystemen in Neubaugebieten

-   Aufweitung der Rohrdurchmesser bei Neubaumaßnahmen

-   Optimierung der Fließwege bei Neubaumaßnahmen

-   Aufstellung bzw. Berechnung des GEP´s für neue Grundlagen bei versiegelten Flächen.

-   Fremdwasserbeseitigungskonzepte

-    Niederschlagswasserbeseitigungskonzepte

-    Grundwasserbeseitigungskonzepte

-    Usw.

 

Diese sehr umfangreichen Berechnungen und Maßnahmen werden durch die SEH durchgeführt und bearbeitet.

 

Um die vielen betroffenen Bereiche im Stadtgebiet entschärfen zu können, benötigen wir weitere Untersuchungen und Berechnungen, um diese wirkungsvoll umsetzen zu können. Diese Ziele werden in dem Projekt WSSE weiter vorangetrieben.

 

Hinweis der Schriftführung:  Die Anlagen 1, 2 und 3 sind der Originalniederschrift beigefügt.

 


Der Ausschuss für Umweltschutz nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 


Abstimmungsergebnis:

 

 

gesamt

SPD

CDU

Grüne

FDP

AL

Piraten

UB

Beuer­mann

Bus­zewski

Wolf

OB

dafür:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

dagegen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enthaltung: