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Auszug - Vorschlag: Bericht und Diskussion - Kellerüberschwemmungen rund um den Stadtgarten  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte
TOP: Ö 7
Gremium: Bezirksvertretung Herne-Mitte Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 13.11.2014 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 19:00 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2014/0753 Vorschlag: Bericht und Diskussion - Kellerüberschwemmungen rund um den Stadtgarten
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorschlag TOP - SPD
Verfasser:SPD-Bezirksfraktion Herne-Mitte
Federführend:FB 11 - Rat und Bezirksvertretungen Bearbeiter/-in: Darnieder, Martina
 
Beschluss


Hauseigentümer im Umfeld des Stadtgartens berichten seit einiger Zeit über vermehrte Kellerüberschwemmungen infolge von Regenfällen. Erkennbar dabei ist vor allem, dass das eindringende Wasser deutlich rot gefärbt ist.

 

Das Erscheinen der rötlich gefärbten Abwässer hat begonnen, nachdem Drainagearbeiten am im Stadtgarten gelegenen Sportplatz durchgeführt wurden. Dadurch, dass die bisherige Versickerungsfläche des Sportplatzes an die Kanalisation angeschlossen wurde, wurde das Abwassernetz und –volumen dadurch zusätzlich spürbar belastet. Die durch den Tennenplatz erfolgte Rotfärbung des aus der Kanalisation zurücklaufenden Wassers legt diesen Schluss nahe.

 

Die SPD-Fraktion bittet um Berichterstattung über die Abwassersituation im Bereich des Stadtgartens sowie die angesprochenen Drainagearbeiten am bzw. den Anschluss an die Kanalisation des Sportplatzes. Dabei sollen auch Abschottungsmöglichkeiten bei Starkregenfällen berücksichtigt werden, um den Zufluss vom Sportplatz in das Kanalnetz zu trennen und damit den Sportplatz wieder als Versickerungsfläche nutzen zu können.

 

Herr Lambernd teilt hierzu folgendes mit:

 

In jüngerer Vergangenheit fanden über Herner Stadtgebiet außergewöhnliche Starkniederschlagsereignisse statt. Im Nachgang zum Ereignis vom 12.07.2014, welches insbesondere die Stadtteile Sodingen, Herne-Mitte und Baukau betraf, hat die SEH zahlreiche Hinweise von betroffenen Grundstückseigentümern aufgenommen und weitestgehend durch Haltungskontrolle/-reinigung und Bürgerberatung abgearbeitet.

 

Unter anderem meldeten sich Grundstückseigentümer aus der Schaeferstraße und der Straße Am Stadtgarten. Sowohl bei Beratungsterminen vor Ort als auch im Büro bei der SEH hat sich herausgestellt, dass die vom Rückstau geschädigten Immobilien nicht oder nur unzureichend gegen Rückstau gesichert waren.

 

Durch betroffene Anlieger wird berichtet, dass das rückstauende Wasser eine Rotfärbung aufwies. Daher liegt seitens der Hauseigentümer im Umfeld des Sportplatzes Schaeferstraße II (Am Stadtgarten) nahe, dass die im Jahr 2009 stattgefundenen Arbeiten an der Platzentwässerung ursächlich für die vermehrten Rückstauereignisse sind.

 

Seitens der SEH wird derzeit infolge dieser Berichte mittels hydraulischer Berechnungen im mathematischen Niederschlags-Abfluss-Modell geprüft, ob o.g. Baumaßnahme die Hydraulik der Kanalisation maßgeblich beeinträchtigt. Im Zuge dessen wird auch betrachtet welche sonstigen Flächen erheblich auf die städtische Kanalisation einwirken, wie z. B. der Sportplatz Schaeferstraße I (hinter dem Stadtgarten).

 

Ziel dieser Erhebungen ist es, im Rahmen des Projektes „wassersensible Stadtentwicklung“ Lösungsansätze zu erarbeiten, sofern eine hydraulische Überlastung im Sinne der allgemein anerkannten Regeln der Technik vorliegt.

 

Ergebnisse hierzu sind frühestens im Januar 2015 zu erwarten.

 

Ergänzend gibt Herr Kuhl folgenden Bericht:

 

Die Sportanlage Schaeferstraße II wurde 2009 renoviert und im November des gleichen Jahres fertiggestellt, also genau vor 5 Jahren. Schwerpunkt der Baumaßnahme war die Erneuerung der Trag- und Deckschichten, sowie die Sanierung des vorhandenen Entwässerungssystems, welches schon damals an die Vorflut angeschlossen war. Die Maßnahme war unteranderem notwendig geworden, weil der nicht DIN-gerechte Aufbau des Platzes so verdichtet war, dass kein Oberflächenwasser in den Untergrund dringen konnte.

 

Das Prinzip des o. g. Entwässerungssystems besteht aus den Komponenten Oberflächenentwässerung und Drainage. Die Oberflächenentwässerung nimmt ohne zeitliche Verzögerung Teile des Regenwassers auf und führt es punktuell gesammelt unmittelbar ins Kanalsystem ab. Wogegen die Drainage mit rückhaltender Wirkung Regenwassers aufnimmt, das durch die Trag- und Deckschicht sickert. Von dort aus wird es zeitlich verzögert der Vorflut zugeleitet.

 

Wie in der Anfrage dargestellt sind die Regenfälle, und hier sind wohl die Extremregenfälle gemeint, die in letzter Zeit über Herne hinweggingen, Ursache für eine Überlastung der Kanäle. Diese Regenfälle waren so stark, dass auch Feinteile der Deckschicht des Sportplatzes abgespült und über die Oberflächenentwässerung ins Kanalsystem eingetragen wurden. Daher die Rotfärbung des Wassers. Es ist natürlich farblich nicht erkennbar, dass auch alle anderen Areale im Umfeld des Sportplatzes, wie Straßen-, Dach- und Rasenflächen zur gleichen Zeit mitentwässert wurden. Die Drainage hat keinen Einfluss auf die Einfärbung des Wassers. Vielmehr bewirkt das System einen Retentionseffekt.

 

Die Entwässerung des Sportplatzes kann nicht abgeschottet werden, da durch Aufstauen und Wasserübersättigung des Oberbaus und der Deckschicht die Tragfähigkeit und Frostsicherheit des Platzes gefährdet würde. Es käme zu einer Entmischung der kornabgestuften Sieblinien im Schichtenaufbau.