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Auszug - Mitteilungen der Vorsitzenden und der Verwaltung  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 02.03.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:48 Anlass: Sitzung
Raum: kleiner Sitzungssaal (Raum 214)
Ort: Rathaus Herne
 
Beschluss


 

Herr Stadtrat Friedrichs nimmt Bezug auf die in der Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 20. Januar 2016  von Herrn Neumann-van Doesburg gestellte mündliche Anfrage nach der Wirksamkeit von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf die Luftschadstoffbelastung und gibt folgende Beantwortung des Fachbereiches 51 / Umwelt und Stadtplanung zur Niederschrift:

 

 

Der motorisierte Straßenverkehr trägt zur Luftbelastung mit Feinstaub und Stickoxiden bei. Zur Einhaltung der Immissionsgrenzwerte ist eine Vielzahl von Maßnahmen notwendig, eine dieser Maßnahmen ist die Geschwindigkeitsbeschränkung auf innerörtlichen Straßen     (Tempo 30). Gefragt wird nach der Wirksamkeit dieser Maßnahme.

 

Die Minderungswirkung der Geschwindigkeitsreduzierung beruht auf der:

 

-Reduzierung von motorseitigen Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen.

 

-Reduzierung der Aufwirbelung von Straßenstaub (Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb).

 

Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30 insbesondere dann wirkt, wenn hierdurch ein gleichmäßiger Verkehrsfluss erreicht wird.

 

 

Die Zusammenfassung vorliegender Ergebnisse über die Minderungswirkung von Geschwindigkeitsreduzierungen ergibt folgendes Bild:

 

Untersuchungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Die LUBW hat zwei Untersuchungen in Auftrag gegeben um die Wirksamkeit von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen zu prüfen.

 

Ergebnis Stickoxide

Wird durch das Tempolimit eine Verstetigung des Verkehrsflusses erreicht, führt die Geschwindigkeitsreduzierung zu niedrigeren NOx-Emissionen. Lag bereits ein guter Verkehrsfluss vor, führte Tempo 30 nicht zu geringeren NOx-Emissionen im Vergleich zu Tempo 50.

 

Ergebnis Feinstaub

Die motorbedingten Emissionen von Feinstaub PM10 nahmen bei Tempo 30 zu. Allerdings kann die Geschwindigkeitsbeschränkung, trotz Zunahme der motorbedingten Emissionen, die Emissionen durch Aufwirbelung von Straßenstaub vermindern und damit insgesamt die Belastung der Luft mit PM10 verringern.

 

 

Luftreinhalteplan Berlin

Die Auswertungen für die Schildhornstraße in Berlin zeigten eine positive Auswirkung von Tempo 30 auf die Schadstoffbelastung sowohl beim PM10 als auch beim NO2. Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird in dieser Straße mit einer festinstallierten Radaranlage überwacht.

 

 

Datenbank MARLIS

MARLIS ist eine Datenbank der Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) zur Bewertung von Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft und deren schadstoffmindernde Wirkung. In der zusammenfassenden Bewertung wird die Maßnahme „Tempolimit“ in ihrer Wirkung wie folgt bewertet:

 

Wirkung auf PM10      Wirkungsstufe 3 - 5

Wirkung auf NO2      Wirkungsstufe 3 - 5

 

Wirkungsstufe 3 entspricht einer mittleren Wirkung (Belastungsreduktion > 1 µg/m³ bis 5 µg/m³), Wirkungsstufe 5 bedeutet keine feststellbare Wirkung.