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Auszug - Festsetzung von Wohnbauentwicklungsflächen für die Errichtung von Null- bzw. Plusenergiehäusern  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 1.1
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 01.03.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:11 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2017/0143 Festsetzung von Wohnbauentwicklungsflächen für die Errichtung von Null- bzw. Plusenergiehäusern
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:SPD-Fraktion
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis


 

1.1. Schriftliche Anfragen der Ausschussmitglieder:

 

 

Die gestellten Fragen 1 – 3 beantwortet Herr Heidenreich vom Fachbereich 51 / Umwelt und Verkehr wie folgt:

 

  1.                Besteht die Möglichkeit, im Bebauungsplan mindestens einer der potentiellen Wohnbauentwicklungsflächen, gemäß § 9 Baugesetzbuch festzusetzen, dass auf dieser Fläche lediglich klimaneutrale Null- bzw. Plusenergiehäuser errichtet werden können?

 

Festsetzungen

 

§ 9 Abs. 1 Nr. 23b BauGB

 

Gebiete, in denen

a)                  ……

b)                  bei der Errichtung von Gebäuden oder bestimmten sonstigen baulichen Anlagen bestimmte bauliche und sonstige technische Maßnahmen für die Erzeugung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung getroffen werden müssen;

 

Hinweise

 

Energetische Anforderungen an die Gebäudeplanung

 

Der Planungsleitfaden des Projekts „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ enthält nachfolgende energetische Anforderungen an die Gebäudeplanung:

 

Bauliche Kompaktheit

 

Die Wohngebiete sind hinsichtlich ihrer Kompaktheit zu optimieren. Die Kompaktheit, das sogenannte „A/V-Verhältnis“ (A= wärmeübertragende Umfassungsfläche eines Gebäudes, V= zu beheizendes Gebäudevolumen) einer gesamten Siedlung wird nachgewiesen, indem die Summe aller Gebäudehüllflächen durch die Summe aller Gebäudevolumina dividiert wird. Ein Wert von 0,65 m-1 darf nicht überschritten werden.

 

Heizwärmebedarf

 

Die Wohngebäude sind als „Passivhaus“ (Jahresheizwärmebedarf: maximal 15 kWh/m²) oder als „3-Liter-Haus“ (Jahresheizwärmebedarf: maximal 35 kWh/m²) zu errichten.

 

Transmissionswärmeverlust

 

Um die Anforderungen hinsichtlich des Heizwärmebedarfs zu erfüllen, sind mindestens die folgenden Transmissionswerte erforderlich:

• Einfamilienhäuser / Doppelhaushälften / Reihenhäuser:  H´T.max = 0,32 W/m²K

• Mehrfamilienhäuser:  H´T.max = 0,35 W/m²K

 

 

Luftdichtigkeit der Gebäude

 

Die ausreichende Luftdichtigkeit der jeweiligen Gebäudehülle ist anhand eines Drucktests zu überprüfen. Hierbei ist bei 50 Pa Druckdifferenz der Luftvolumenstrom zu messen und auf das Netto-Luftvolumen des Gebäudes zu beziehen. Der ermittelte n50-Wert darf bei Passivhäusern maximal 0,6 h-1 und bei 3-Liter-Häusern maximal 1,0 h-1 betragen.

 

 

  1.                Welche Möglichkeiten der Förderung für ein solches Projekt, z. B. über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), existieren aktuell?

 

Kommunale Förderung für innovative Projekte:

 

Projektnummer 201       Energetische Stadtsanierung

 

Quartiersbezogene Wärme- und Kälteversorgung

 

Energieeffiziente Wasserver- und Abwasserentsorgung im Quartier

 

 

 

Projektnummer 233       Barrierearme Stadt

 

Wege zu Gebäuden und Stellplätzen

 

Gebäudezugänge und Servicesysteme

 

Beleuchtung Gebäudezugang

 

Vertikale Erschließung/ Überwindung von Niveauunterschieden

 

Hebebühnen und Treppenlifte

 

 

 

Private Förderung von energieeffizienten Neubauvorhaben

 

Projektnummer 153       Energieeffizient Bauen

 

Das Förderprogramm dient der zinsgünstigen langfristigen Kreditfinanzierung der Errichtung oder des Ersterwerbs von KfW-Effizienzhäusern mit niedrigem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Es trägt dazu bei, die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere einen nahezu klima-neutralen Gebäudebestand, bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Die Förderung soll darüber hinaus die finanzielle Belastung durch die Bau- und Heizkosten reduzieren und diese für den Nutzer langfristig kalkulierbarer machen

 

 

Projektnummer 431       Zuschuss Baubegleitung

 

Mit dem Förderprodukt gewährt die KfW einen Zuschuss für die energetische Fachplanung und Baubegleitung bei Wohngebäuden durch einen unabhängigen Energieeffizienz-Experten

 

 

Projektnummer 124            Wohneigentumsprogramm

 

 

Das KfW-Wohneigentumsprogramm unterstützt den Bau oder Erwerb von

selbst genutzten Eigenheimen und Eigentumswohnungen in Deutschland

sowie den Erwerb von Genossenschaftsanteilen für selbstgenutzten Wohnraum

durch zinsgünstige Kredite.

 

 

Projektnummer 275            Erneuerbare Energien – Speicher

Gefördert wird die Nutzung von stationären Batteriespeichersystemen in Verbindung mit Photovoltaik-Anlagen. Sie erzeugen damit umweltfreundlichen Strom aus Sonnenenergie, den Sie zum Teil selbst nutzen und zum Teil ins öffentliche Stromnetz einspeisen.

Mit dieser Förderung wird die Markt- und Technologieentwicklung von Batteriespeichersystemen unterstützt. Die geförderten Systeme tragen dazu bei, kleine bis mittelgroße Photovoltaik-Anlagen besser in das Stromnetz zu integrieren.

 

 

  1. Sind vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung weitere Förderprogramme geplant?

 

Derzeit sind keine weiteren Förderproramme bekannt bzw. geplant. Die ausgerufenen Klimaschutzziele sind nur durch eine erhöhte Sanierungsquote des Altbaubestands erreichbar.