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Auszug - Blühstreifen (Beschluss vom 26.03.2014)  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 18.1
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 25.04.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:05 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2018/0217 Blühstreifen (Beschluss vom 26.03.2014)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:Pascal Krüger
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis


 

Der Antragsteller – Herr Krüger (Grüne Fraktion) stimmt - auf Nachfrage von Herrn Stadtrat Friedrichs - der Beantwortung zur Niederschrift zu:

 

Am 26.03.2014 hat der Umweltausschuss mehrheitlich beschlossen:

 

1. Der Umweltausschuss empfiehlt die Anlage von Blühwiesen und Blühstreifen in Herne.

 

2.Der FB „Stadtgrün“ wird aufgefordert, in seinen Planungen für z.B. öffentliche Grünanlagen, Stadtparks, begrünten Schulhöfen oder Straßenbegleitgrün die Anlage von Blühwiesen und –streifen stärker zu berücksichtigen.

 

3.  Der FB Umwelt wird beauftragt, Maßnahmen zur Motivation privater Grundstückseigentümer zur Anlage von Blühwiesen und –streifen zu ergreifen.

Die Anlage von Blühstreifen ist ein wichtiger Beitrag für Artenvielfalt, gegen Bienensterben und ökologisch wertvoll. In den vergangenen vier Jahren konnte die Verwaltung sicherlich viel auf diesem Gebiet erreichen.

 

In diesem Zusammenhang bittet die Grüne Fraktion um die Beantwortung folgender Fragen:

 

1. Welche Maßnahmen resultieren aus den gefassten Beschlüssen?

 

2. Wie viele Blühwiesen wurden seit der Beschlussfassung neu angelegt?

 

3. Wie viele Blühstreifen wurden seit der Beschlussfassung im Sinne der Bienen und zurückgehenden Insektenarten speziell bepflanzt?

 

4. Inwieweit ist mit weiteren Schritten zu rechnen? Was ist noch in Planung?

 

 

Die Fragen 1. – 4. werden wie folgt beantwortet:

 

 

Der Fachbereich 55 / Stadtgrün hält die Anlage und die Unterhaltung von Blühwiesen und Blühstreifen im Stadtgebiet aus ökologischen Gründen (Artensterben, Rückgang des Insektenbestandes) für sehr wichtig und führt schon seit Jahren eigene Maßnahmen durch. Im Rahmen von Kompensationsverpflichtungen im Zusammenhang mit der Eingriffsregelung werden tlw. auch Dritten entsprechende Maßnahmen auferlegt.

 

Der FB 55 / Stadtgrün legt ausschließlich Blühwiesen mit so genanntem Regio Saatgut an. Dieses Saatgut besteht nur aus Arten, die in der Region „Westdeutsches Tiefland“ zu der Herne botanisch gesehen gehört, beheimatet sind. Das Saatgut wird nur in der Region von spezialisieren Züchtern gewonnen.

 

Die Blühwiesen werden i. d. R. 2x im Jahr gemäht, da bei nur einer jährlichen Mahd die Gräser die Blühkräuter innerhalb kurzer Zeit verdrängen.

 

Leider etablieren sich  die Blühwiesen auf den meisten Flächen nur punktuell, bzw. dünnen mit den Jahren aus. Dies liegt vor allem an folgenden Problemen:

 

  • der Schwierigkeit den richtigen Mahdzeitpunkt langjährig sicher zustellen,
  • die Flächen sind häufig zu nährstoffreich, Wiesen entwickeln sich aber am besten auf Magerstandorten,
  • zu hoher Anteil an Gräsern, deren Wurzeln und Samen noch im Boden verbleiben, diese verdrängen die blühenden Kräuter. Das Abschieben des Oberbodens vor der Einsaat würde das Problem lösen, aber dadurch würden sich die Kosten für die Wieseneinsaat mehr als verdoppeln, außerdem ist so ein Eingriff in den Boden ökologisch fragwürdig,
  • Starker Erholungsdruck durch die Bevölkerung.

 

 

Um langfristig mit geringerem Aufwand die vorhandenen Blühwiesen zu etablieren bzw. andere Wiesen ohne besondere Aussaaten zur Blühwiese „durchwachsen“ zu lassen, muss zu nächst folgende Frage geklärt werden:

 

Welche Mahdhäufigkeit fördert die Wiesenentwicklung in Herne am stärksten?

 

Daher hat der FB Stadtgrün in Zusammenarbeit mit der Biostation 2017 eine Probefläche im Langeloh ausgewählt, in der Streifen in verschiedener Häufigkeit gemäht werden, um deren Entwicklung ohne weitere Einsaaten zu beobachten. Das Projekt soll über mehrere Jahre ausgewertet werden. 

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Langeloh Trockentälchen Baumpflanzunge\170821 1.JPG

 

Mahdtest: Streifen 2017 im Oberen Trockentälchen, Langeloh


Aktuell ergibt sich (März 2018) folgender Sachstand:

 

 

Ausgeführt 2009

 

Jauer Straße

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Jauerstr. 2012\120712 (2).JPG

Stand 20123.Jahr

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Jauerstr. 2012\Jauerstr.2014\DSC00083.JPG

Stand 20145 Jahr

 

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Jauerstr. 2012\Jauerstraße 2017\IMG_1012.JPG

Jauerstraße 2017,7.Jahr noch einige Arten präsent, als Blühwiese erlebbar

 

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Akademiegartenwiese\IMG_0990.JPG

Sodinger Straße, Höhe Teutoburgia,

 

Die ursprüngliche Aussaat-Fläche ist kaum noch als Blühwiese erkennbar, stattdessen haben sich verschiedene Arten im Kreisverkehr angesiedelt.

 

 


Ausgeführt 2012

 

Im Herner Stadtgarten wurde eine Blühwiese am Teich angelegt, dort sind nur noch einige Arten präsent.

 

 

 

Ausgeführt 2013

 

In dem parallel zum Erdbeerfeld am Feldweg zum Südfriedhof angelegten Blühstreifen sind

nur noch einige Arten präsent.

 

 

Jürgens Hof, Schulwegsicherung für Grundschule

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Jürgens Hof 2013\2014\DSC00078.JPG

1.Jahr

 

In 2017 waren nur noch einige Arten präsent.


Ausgeführt 2016:

 

Im Rahmen der Umgestaltung des Akademiegartens wurde eine Blühwiese als zentrales Gestaltungselement ausgesät.

 

T:\Eigene Dateien\Bilder GK\Wiesenprojekt\Akademiegartenwiese\IMG_0985.JPG

Juni 2017 1.Jahr

 

 

Ausgeführt 2017

 

Im Herbst 2017 wurde im Naturschutzgebiet Voßnacken nördlich des großen Weihers im Zusammenhang mit der Herstellung von Amphibiengewässern im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme (UPS) auch eine Blühwiese angelegt.

 

Eine weitere Blühwiese wurde als Kompensationsmaßnahme (entsorgung herne) im Bereich des abgerissenen städtischen Gebäudes (Friedhof) angelegt.

 

 

Folgende Maßnahmen sind geplant, die entsprechenden Aufträge sind erteilt:

 

Landschaftsschutzgebiet An der Linde:

 

Wegebegleitend erfolgt eine Untersaat der Silberlinden und begleitende Teilflächen als Blühstreifen.

 

Sodinger Straße, Höhe Erdbeerfeld:

 

In Kürze erfolgt dort die Anlage eines etwa 3m breiten Blühstreifens als Kompensationsmaßnahme (Thyssengas).

 

Schloss Strünkede:

 

Im Park wird ein etwa 3 m breiter Blühstreifen am Ufer der Gräfte angelegt.