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Auszug - Anfrage: Denkmalschutz des ehemaligen Hallenbades Eickel  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel
TOP: Ö 4
Gremium: Bezirksvertretung Eickel Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 04.10.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:30 - 18:42 Anlass: Sitzung
Raum: Eickeler Markt 1
Ort: Bürgersaal des Sud- und Treberhauses
2018/0621 Anfrage: Denkmalschutz des ehemaligen Hallenbades Eickel
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:BVO Barzik, Andreas
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Hartmann, Nils
 
Beschluss


Im März des Jahres 2018 teilte die Verwaltung der Bezirksvertretung mit, dass auf Drängen einer Privatperson, die Denkmalbehörde des LWL ohne Rücksprache mit der Stadt Herne, die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes feststellte und die Stadt Herne diesbezüglich anwies, hier Denkmalschutz auszuweisen. Im Juni 2018 folgte die Stadt dieser Anweisung, ohne hier eine eigene Bewertung verlautbaren zu lassen.

In der Bezirksvertretung Eickel herrschte der große Konsens, das Gebäude abzureißen und hier eine hochwertige Wohnbebauung anzustreben, was jetzt verhindert oder sogar unmöglich ist.

Die Verwaltung deutete an, die Unterschutzstellung als Denkmal anzuzweifeln und hier unter anderem nachzuweisen, dass eine wirtschaftliche Folgenutzung nicht möglich sei.

Seit Neuestem wurden Begehrlichkeiten laut, hier ein „Kulturzentrum“ zu schaffen, was mit großer Sicherheit wieder hohe finanzielle Aufwendungen seitens der Stadt zur Folge hätte.

 

Ich bitte die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:

 

  1. Hat die Stadt Herne wie angedeutet Einspruch erhoben und die wirtschaftliche Folgenutzung angezweifelt?
  2. Wurde dies seitens der Denkmalschutzbehörde rechtlich gewürdigt und welche Aussage dazu wurde getroffen?
  3. Erwägt die Stadt Herne einen Einspruch gegen die Entscheidung beim Landesbauministerium als oberster Entscheidungsbehörde?
  4. Wurde seitens der Stadt Herne bereits - eventuell zunächst als „Erste Einschätzung“ - geprüft, welche baulichen Maßnahmen erforderlich wären, hier eine Nutzung für kulturelle Zwecke zu ermöglichen (Statik des 64 Jahre alten Gebäudes, Belastung mit Schadstoffen durch Chlor und andere, im Badbetrieb genutzte Chemikalien, Schaffung erforderlicher Stellplätze u. ä.)?
  5. Welche jährlichen Kosten kämen nach Erfahrungen der Verwaltung bei ähnlichen Kultureinrichtungen auf die Stadt Herne zu und wären diese im Haushalt darzustellen?
  6. re die Schaffung einer weiteren Kultureinrichtung aus Sicht der Verwaltung wünschens- und erstrebenswert?

 

Herr Wixforth beantwortet die Fragen wie folgt:

 

Zu Frage 1:

Die Stadt Herne hat die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBG NRW), Ina Scharrenbach, in einem Brief um Unterstützung bei der Verhinderung der Unterschutzstellung des Hallenbades gebeten und die Zweifel an der wirtschaftlichen Folgenutzung dargelegt. Die Antwort des MHKBG NRW steht noch aus, sie wird in die denkmalrechtliche Bewertung zur Unterschutzstellung einfließen.

 

Zu Frage 2:

Nein. Die denkmalrechtliche Prüfung und Bewertung durch die Untere Denkmalbehörde steht noch aus und wird nach Vorliegen der Rückantwort des MHKBG NRW erfolgen.

 

Zu Frage 3:

Zunächst werden seitens der Stadt Herne alle zu bewertenden Sachverhalte im Rahmen des Unterschutzstellungsverfahrens geprüft. Im ersten Schritt wurde der Denkmalwert anhand der im Gebäude vorgefunden Bausubstanz durch die Untere Denkmalbehörde überprüft. Hierbei konnte der Denkmalwert bestätigt werden.

Im zweiten Schritt prüft die Stadt Herne die wirtschaftlichen Auswirkungen, die der Denkmalwert auf das Gebäude hat. Eine Aussage kann noch nicht getroffen werden, da die Bewertung hierzu noch nicht abgeschlossen ist.

 

Zu Frage 4:

Der Zustand der Gebäudestatik wird als nicht akut baufällig eingeschätzt. Aussagen zu möglichen Belastungen des Gebäudes mit Schadstoffen können erst durch weiterführende Untersuchungen gemacht werden. Die Nutzungsmöglichkeiten und daraus resultierende mögliche Veränderungen des Gebäudes hängen davon ab, ob das Gebäude abschließend als Baudenkmal eingetragen wird. Die Entscheidung hierzu ist abzuwarten.

 

Zu Frage 5:

Es sind noch keine Aussagen der erwartenden Kosten möglich.

 

Zu Frage 6:

Die Liegenschaft wird als Schlüsselimmobilie im Stadtumbaugebiet Wanne-Süd gesehen, dessen Revitalisierung aus Sicht der Verwaltung wünschenswert wäre. Ob die Schaffung einer weiteren Kultureinrichtung wünschenswert wäre, kann noch nicht eingeschätzt werden.