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Auszug - Anfrage - Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 14.2
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 21.11.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:27 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2018/0802 Anfrage - Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:Roberto Gentilini
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich UMW 21.11.18_LSA-Stadtplan-20181119-GW (16373 KB)      


Herr Klein Altstedde vom Fachbereich 53 / Tiefbau und Verkehr beantwortet die gestellten Fragen wie folgt:

 

 

Frage 1:   Werden zurzeit Veränderungen an verschiedenen Straßenzügen geprüft und wenn ja: Welche sind das?

 

Antwort 1: Lichtsignalanlagen im Allgemeinen dienen dazu, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr zu erhöhen. Insgesamt sollen die Maßnahmen zur Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs, zur sicheren Führung der Fußgänger und Radfahrer sowie die Bündelung von Kraftverkehrsströmen ineinander greifen. Erst dann wird die Qualität des Verkehrsablaufs über Schaltungen von koordinierten Grünen Wellen erhöht, um Reisezeiten, Kraftstoffverbräuche und Emissionsausstöße zu senken. Neben den verkehrs- und umweltrelevanten Vorteilen wird durch die Einrichtung von Koordinierungen die städtebauliche Zielsetzung der Bündelung von Kraftverkehrsströmen auf Hauptverkehrsstraßen und der flächenhaften Entlastung der nachgeordneten Straßen unterstützt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Grüne Welle ist die Randbedingung, dass die Summe der maßgebenden Verkehrsströme kleiner als 80% der Sättigungsverkehrsstärke (2.000 PKW/h/Spur) sein muss. Andererseits kann auch eine perfekt geplante Grüne Welle die Massen an Verkehren nicht komplett abarbeiten.

 

Die Grünen Wellen im Herner Stadtgebiet werden ständig und regelmäßig innerhalb von Messfahrten geprüft und überwacht. Die Zustandsauswertungen und das Qualitätsanalysetool des städtischen Verkehrsrechners sowie die erstellten Simulationsmodelle liefern hierbei weitere Informationen, die die Qualität des Verkehrsablaufs sicherstellen.

 

Beispielhaft sollten hier nachfolgende Wellenanpassungen erwähnt werden:

Nach endgültiger Fertigstellung der Kanalbaumaßnahme an der Wiescherstraße sowie der Einrichtung der 30km/h-Strecke zwischen der Wiescherstraße und der Altenhöfener Straße auf dem Hölkeskampring, wurde die dortige Grüne Welle in der Kalenderwoche 46 abschließend eingerichtet, geprüft und eingespielt. Im Zuge der Umbaumaßnahmen der Kreuzungen Westring / Holsterhauser Straße sowie Westring / Shamrockstraße in den Kalenderwochen 47 und 49 wird die dort verlaufende Grüne Welle verstärkt geprüft und angepasst. Zudem ist die Anpassung der koordinierten Steuerung auf der Dorstener Straße nach Fertigstellung der Deckenbaumaßnahem vorgesehen. Zuletzt wurde die Qualität des Straßenablaufs der Bochumer Straße durch die Erstellung zweier verkehrsabhängiger Steuerungen sowie die Anpassung der koordinierten Steuerung erhöht.

 

 

Frage 2:   Wie werden Schaltungen der Lichtsignalanlagen auf Herner Stadtgebiet festgelegt? Wird bei Feststellung auch auf eine städteübergreifende, einheitliche Schaltung Rücksicht genommen?

 

Antwort 2: Lichtsignalanlagen, die sich in einem Straßenzug befinden, werden in einer Grünen Welle gesteuert. Eine Grüne Welle wird durch Koordinierung der Signalprogramme benachbarter Knotenpunkte erreicht. Dabei werden die Freigabezeiten in Fahrtrichtung hintereinanderliegender Knotenpunkte durch Freigabezeitversätze aufeinander abgestimmt. Für die unterschiedlichen Verkehrsbelastungen im Tagesverlauf werden die entsprechenden Signalprogramme geschaltet. Der Signalprogrammwechsel wird von der Wochenautomatik gesteuert. Die Umlaufzeiten sowie die Wochenautomatik sind aufgrund der spezifischen Verkehrsbelastungen und der Verkehrskonzepte in jeder Stadt eigenständig entwickelt worden. Somit hat jede Stadt ihre eigenen Umlauf- und Schaltzeiten der Signalprogramme. Eine städteübergreifende Schaltung ist nur schwer zu erzielen. Die Problematik besteht darin, dass die Stadt Herne von vielen Nachbarstädten umgeben ist. Es müsste in allen Städten die gleichen Umlaufzeiten vorliegen sowie zur selben Zeit der Programmwechsel erfolgen, um eine städteübergreifende Anpassung von Lichtsignalanlagen zu ermöglichen. Diese Anpassungen im komplexen Verkehrsnetz der jeweiligen Städte hätten einen hohen planerischen Aufwand zur Folge.

 

Wenn es trotzdem gelingen würde all dies anzupassen, würde eine Änderung in der Grünen Welle der einen Stadt Auswirkungen auf die Grüne Welle der anderen Stadt haben. Die Abstimmungsprozesse der Städte untereinander könnten das Handeln der einzelnen Stadt behindern oder einschränken.

 

 

Frage 3:   Gibt es eine städtische Gesamtübersicht über die Schaltung aller Lichtsignalanlagen, die den Ausschussmitgliedern vorgestellt werden kann?

 

Antwort 3: Beigefügt ist ein Übersichtsplan des Herner Stadtgebiets, welcher alle Lichtsignalanlagen sowie nummeriert die jeweils vorhandenen Grünen Wellen aufzeigt. Im Herner Stadtgebiet werden 18 Grüne Wellen gesteuert.