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Auszug - Bericht und Diskussion über den aktuellen Sachstand der Tempo-30-Zonen  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 15
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 06.03.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:50 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2019/0169 Bericht und Diskussion über den aktuellen Sachstand der Tempo-30-Zonen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorschlag Formular
Verfasser:CDU-Fraktion
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis


 

Für den Fachbereich 53 / Tiefbau und Verkehr nimmt Herr Becker  zum Vorschlag der CDU-Fraktion wie folgt Stellung:

 

Frage 1:  Welche Umweltbelastungen (Feinstaub/Stickoxid) entstehen durch die schon jetzt vorhandenen Tempo-30-Zonen für die Anwohner in diesen Gebieten?

 

Antwort 1:  Entsprechende Daten für Tempo 30-Zonen liegen der Verwaltung nicht vor. Die Entstehung von Feinstaub und Stickstoffdioxid ist sehr komplex und wird neben den spezifischen Motoreigenschaften auch von fahr- und verkehrsdynamischen Faktoren beeinflusst.

 

In der Praxis wird der Zusammenhang zwischen Fahrgeschwindigkeiten und Schadstoffausstoß  daher kontrovers diskutiert. Untersuchungen dazu liegen nur sehr vereinzelt vor, beruhen häufig auf Berechnungen oder Messfahrten unter Laborbedingungen und beziehen sich die fast ausschließlich auf Tempo 30-Streckenanordnungen an Hauptverkehrsstraßen, nicht auf Tempo 30-Zonen.

 

Allgemein lässt sich festhalten, dass Tempo 30 die Luftschadstoffbelastung im Vergleich zu Tempo 50 senkt, wenn der Verkehrsfluss beibehalten oder verbessert wird. 

 

 

Frage 2:  Plant die Verwaltung, weitere Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet – neben den im Lärmaktionsplan genannten – auszuweisen? Wenn ja, wird im Vorfeld geprüft, welche gesundheitlichen Auswirkungen dies auf die Anwohner haben kann?

 

Antwort 2: Zunächst ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Tempo-30-Streckenanordnungen - wie im Lärmaktionsplan benannt - und Tempo 30-Zonen.

 

Tempo 30-Streckenanordnungen werden gemäß Straßenverkehrs-Ordnung vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit, aber auch zum Schutz der Wohnbevölkerung gegen Lärm und Abgase vorgenommen.

 

Tempo 30-Zonen werden vornehmlich in Wohngebieten angeordnet. Mit Ihnen werden im Vergleich zu Streckenanordnungen weitergehende Zielvorstellungen verfolgt: u. a. Verkehrsberuhigung; Reduzierung des Durchgangsverkehrs; Verbesserung der Verkehrssicherheit besonders für Fußgänger, Radfahrer und Kinder; Erhöhung der Aufenthaltsqualität; Lärmschutz. Die Wohngebiete in Herne sind bereits nahezu flächendeckend als Tempo 30-Zonen ausgewiesen.

 

Die Verwaltung wird anlassbezogen weiterhin sowohl strecken- als auch zonenbezogene Temporeduzierungen anordnen. Für beide Fälle gilt, dass bei der Ausweisung straßenverkehrsrechtlicher Maßnahmen die Belange aller Betroffenen sorgfältig abgewogen werden.

 

 

Frage 3:. Es ist bekannt, dass ein Großteil der umweltschädlichen Immissionen (u. a. CO2, NOx), sowohl durch den Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr entstehen. Welche Anstrengungen hat die Verwaltung unternommen, um diese sog. Hintergrund-Immissionen einzudämmen? Wie schätzt die Verwaltung ihre Möglichkeiten ein, um in weitergehenden verkehrspolitischen Konzepten diese Problematik anzugehen?

 

Antwort 3:  Auf die regionale Hintergrundbelastung bzw. Gesamthintergrundbelastung hat die Stadt Herne mit lokalen Maßnahmen in der Regel keinen unmittelbaren Einfluss.

 

Eine verkehrspolitische Einflussnahme ist nach Einschätzung der Verwaltung nur über regionale Mobilitätskonzepte möglich. Die Verwaltung beteiligt sich daher an verschiedenen regionalen Projekten, wie beispielsweise am „Regionalen Mobilitätsentwicklungskonzept für die Metropole Ruhr“, das derzeit erarbeitet wird.

Dort werden im Handlungsfeld „Der umwelt- und stadtverträgliche Verkehr in der Metropole Ruhr“ regionale Auswirkungen und Handlungsansätze zum Thema Luft und Klima entwickelt.