Ratsinformationssystem

Auszug - Bericht und Diskussion - Bundesprogramm "Fachkräfteoffensive" Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher  

des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Beschlussart: beschlossen
Datum: Mi, 10.04.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:05 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum Nr. 30)
Ort: Rathaus Wanne
2019/0290 Bericht und Diskussion - Bundesprogramm "Fachkräfteoffensive" Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorschlag Formular
Verfasser:SPD-Ratsfraktion
Federführend:FB 42 - Kinder-Jugend-Familie Bearbeiter/-in: Detert, Sascha
 
Beschluss


Es erfolgte zunächst ein Bericht der Verwaltung zum aktuellen Planungsstand zum Thema Anerkennung als Erzieher / Erzieherin durch Praxisintegrierte Ausbildung „PIA“ durch Frau Hütter.

 

Aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels bestanden Bestrebungen, ab dem Ausbildungsjahr 2019 die PIA in städt. Tageseinrichtungen für Kinder in Kooperation mit dem Emschertal Berufskolleg anzubieten.

 

Darauf basierend hat ein erster Austausch mit den Trägern, die bereits die PIA in Kooperation mit anderen Berufskollegs durchführen im November stattgefunden.

 

Die daraus gewonnen Erkenntnisse im Bereich der Ausgestaltung der Ausbildung / Entlohnung / Finanzierung machten deutlich, dass es im Vergleich zu den tarifvertraglichen Vorgaben des TVAöD, in den der Ausbildungszweig 2018 Jahr aufgenommen wurde, große Unterschiede gibt und es aufgrund des dadurch erforderlichen Abstimmungsbedarfes nicht möglich sein wird, den Ausbildungszweig in Herne gemeinsam in Kooperation mit der EBK und allen Trägern bereits ab 2019 durchzuführen.

 

Der Abstimmungsbedarf richtet sich im Wesentlichen auf die Punkte

  • Inhaltliche pädagogische Rahmenbedingungen
  • Finanzierung
  • Ausgestaltung der PIA in Angleichung an die tarif- und arbeitsrechtlichen Vorgaben des TVAöD,

insbesondere Entgelte und Übernahmemodalitäten für die Auszubildenden

  • Umgang mit den unterschiedlichen Ausbildungsmodellen (PIA und Weiterführung der Schulischen Ausbildung)

Die Entwicklung von PIA wird nun durch das „Bundesprogramm Fachkräfteoffensive“ unterstützt, welches die praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher finanziell fördert. Der Bund geht davon aus, dass bis 2025 190.000 Fachkräfte fehlen werden. Durch das Bundesprogramm sollen 5.000 Ausbildungsplätze gefördert werden, jeweils 2.500 für das Ausbildungsjahr 2019/2020 und 2.500 für das Jahr 2020/2021. Insgesamt wir die Ausbildung in Höhe von 37.440 € gefördert.

 

Bausteine der Ausbildung sind:

      Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher

      Praxisanleitung durch professionelle Begleitung der Ausbildung

      Aufstiegsbonus für Profis nach Weiterqualifizierung

 

Die Träger der öffentlich geförderten Kindertagesbetreuungseinrichtungen können ihr Interesse bis zum 18.4.2019 bekunden. In der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Kindertageseinrichtungen am 27.3.2019 wurde PIA als Thema aufgenommen. Die Träger in Herne wurden aufgefordert, ebenfalls eine Interessenbekundung abzugeben. Es ist beabsichtigt für Herne eine trägerübergreifende Klasse für PIA einzurichten.

 

Eine engere Abstimmung mit dem FB 12- Ausbildungsabteilung ist erforderlich. Eine trägerübergreifende Abstimmung muss erfolgen. Nach Vorgesprächen mit dem Emschertal Berufskolleg sind für eine Klasse ca. 20 Schüler erforderlich. Eine verbindliche Meldung bis zum Ende eines Jahres muss erfolgen, damit für das folgende Ausbildungsjahr die Lehrkräfte eingestellt werden können.

 

Eine Teilnahme an der Fachkräfteoffensive ist damit erst zum Ausbildungsjahr 2020/2021 vorgesehen, um eine gute Vorbereitung zu gewährleisten und Trägerkonsens herzustellen.

 

Frau Thierhoff ergänzt, dass neue Ausbildungsplätze geschaffen werden müssen, damit eine Förderung aus dem Bundesprogramm möglich ist. Bisher gibt es beim Berufskolleg Herne noch keine PIA-Klasse.

 

Bei den Ausschussmitgliedern bestand Einigkeit darüber, dass das Bundesprogramm ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, der jedoch nicht ausreicht, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Um den Ausbildungsberuf attraktiver zu gestalten, müsste nicht nur in den PIA-Klassen eine Entlohnung der Auszubildenden stattfinden, sondern auch in der überwiegend schulischen Ausbildung, so wie es in anderen Berufsfeldern auch üblich ist.

Der Beruf der Erzieher/Erzieherinnen muss insgesamt aufgewertet werden. Die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Personalausstattung müssen verbessert werden. Hierzu gehört auch eine angemessene Entlohnung, damit das ausgebildete Personal auch in den KiTas bleibt. Im Rahmen der Ausbauplanung und auf Grund der bestehenden Altersstruktur bei den Erziehern/Erzieherinnen wird es zunehmend wichtiger, vermehrt Personal anzuwerben und auch die Zielgruppe zu erweitern, um unseren Auftrag zur Kindesbetreuung sicher zu stellen.

 

Die Ev. Kirche als Träger hat bereits ihr Interesse an dem Bundesprogramm bekundet. Die kath. Kirche wird dies ebenfalls noch machen. Die Verwaltung wird ihr Interesse ebenfalls bereits jetzt schon bekunden. Die Bedingungen und die Finanzierung müssen innerhalb der Verwaltung und mit den freien Trägern sowie dem Emschertal Berufskolleg noch abgestimmt werden.