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Auszug - Fragestunde für Einwohner/-innen: Einwohnerfrage betreffend "Vereinbarkeit von Feuerwerksevents in Herne mit dem Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz für die Bevölkerung  

des Rates der Stadt
TOP: Ö 1.1
Gremium: Rat der Stadt Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 03.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:06 - 18:00 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2019/0597 Fragestunde für Einwohner/-innen:
Einwohnerfrage betreffend "Vereinbarkeit von Feuerwerksevents in Herne mit dem Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz für die Bevölkerung
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:Einwohner
Federführend:Bereich 10 - Büro Oberbürgermeister Bearbeiter/-in: Hartmann, Nils
 
Beschluss


Frage:

 

In wie weit lassen sich diese mindestens sieben geplanten oder schon stattgefundenen Feuerwerkevents in Herne mit dem Klima-Umwelt- und Gesundheitsschutz für die Bevölkerung vereinbaren?

 

Herr Stadtrat Friedrichs antwortet.

 

In Folge von Feuerwerken kann es zu einer Reihe von Umweltbelastungen kommen. An erster Stelle steht dabei die Belastung der Luft mit Feinstaub. Hinzu kommen die Abfallmengen, die Lärmbelästigungen für Menschen und insbesondere auch für Haus- und Wildtiere, sowie die Verletzungen durch nicht sachgerechte Handhabung von Feuerwerkskörpern. Letztendlich kommt es auch zur Entstehung von CO2.

 

Hauptverursacher für die Belastungen sind im Wesentlichen die Feuerwerke zu Silvester. In der Neujahrsnacht werden z. T. extrem hohe Feinstaubkonzentrationen gemessen, die dann in Abhängigkeit von den herrschenden Witterungsbedingungen mehr oder weniger schnell wieder zurückgehen.

 

Ein öffentliches Feuerwerk oder eine professionelle Pyro-Show belasten die Umwelt weniger, da hier meist andere Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen. Zudem sind sie sicherer und am Ende liegen weniger Dreck und Verpackungsmüll von abgefeuerten Knallkörpern in der Landschaft herum. Insofern hätte die Einschränkung der Silvester Böllerei einen weitaus größeren Nutzen für den Umwelt- und Gesundheitsschutz.

 

Die Deutsche Umwelthilfe hat aktuell bei 31 Städten formelle Anträge zum Verbot bzw. zur Beschränkung der Silvester-Böllerei als wichtige Einzelmaßnahme für die Luftreinhaltung gestellt. Sie befürwortet aber ausdrücklich die Durchführung professionell und zentral organisierter, vor allem die Luftqualität nicht beeinträchtigende Silvester Feuerwerke außerhalb der belasteten Innenstadtbereiche.

 

Die tatsächliche Klimarelevanz von Feuerwerken ist aus Sicht der Verwaltung vor dem Hintergrund der CO2-Gesamtemissionen von öffentlichen Veranstaltungen zu relativieren. Für eine Großveranstaltung in Zürich wurde aktuell eine CO2-Bilanz erstellt (Veranstaltung „Züri Fäscht“, Berechnung des carbon footprint durch myclimate). Die beiden jeweils halbstündigen Feuerwerke verursachen demnach 0,2 % der gesamten CO2 Emission des Volksfestes.