Ratsinformationssystem

Auszug - Anfrage: Fahrradfahren in der Fußgängerzone Hauptstraße  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne
TOP: Ö 6
Gremium: Bezirksvertretung Wanne Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 10.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:44 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum Nr. 30)
Ort: Rathaus Wanne
2019/0702 Anfrage: Fahrradfahren in der Fußgängerzone Hauptstraße
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:BVO Nierstenhöfer, Günter
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Frommenkord, Denise
 
Beschluss


Sachverhalt:

 

In der Fußgängerzone Hauptstraße kommt es nach der Öffnung derselben immer wieder zu Problemen, z. T. weil Radfahrer zu schnell fahren, aber auch weil Fußgänger ohne sich umzusehen die Hauptstraße queren. Zum Beschluss zur Öffnung der Fußgängerzone gehörten begleitende öffentliche Maßnahmen wie Informationen und Aktionen, Fußgänger wie Radfahrer zur rücksichtsvollen Nutzung der Hauptstr. zu motivieren. Zur Eröffnung ist dies auch an einigen Tagen geschehen.  Eine Fortsetzung / Wiederholung soll am 11.09. folgen. In der Zwischenzeit sollten u.a. Videobeob-achtungen ausgewertet werden. Auch wenn die Fortführung der Kampagne einen Tag nach der BV-Sitzung stattfindet, denken wir, dass ein Sachstandsbericht angesichts der o.a. Probleme in in dieser BV-Sitzung sinnvoll und notwendig ist. 

Zu den Maßnahmen sollte eine umfängliche Beschilderung gehören. Die Beschilderung besteht derzeit aus kleinen sehr unauffälligen  Bildschildern mit einem „Fahrrad“ und der Beschriftung „frei“.

 

Fragen:

 

1. Wie sind die bisherigen Erfahrungen und was haben die Videobeobachtungen ergeben?

2. Wäre es möglich entsprechende Hinweisschilder auf er Hauptstraße anzubringen, die auf ein rücksichtsvolles Miteinander AUFMERKSAM machen? Möglichst mit AUFFÄLLIGEN Tafeln oder anderen geeigneten Mitteln.

 

 

Herr Gresch beantwortet die Fragen wie folgt:

 

Zu 1.

Da der angekündigte Zwischenbericht des beauftragten Büros erst im Laufe der KW 38 fertig gestellt werden kann, ist ein Sachstandbericht in der aktuellen BV Sitzung am 10.09.2019 nicht sinnvoll. Die Verwaltung wird in der nächsten BV Sitzung die Ergebnisse des Zwischenberichtes ausführen. Vorab bleibt festzuhalten, dass die Erfahrungen bislang positiv bewertet werden können. Bis dato liegen lediglich 3 Beschwerden vor.

 

Ein paar Eckdaten aus den Videobeobachtungen bestätigen dies:

  • Insgesamt wurden 1.593 Interaktionen zwischen zu Fuß Gehenden und Rad Fahrenden ausgewertet.
  • Die Anzahl der Rad Fahrenden im Erhebungszeitraum von 9 bis 20 Uhr  lag vor und nach der Öffnung bei rund 500 Rad Fahrenden.
  • Bei hoher Passantendichte passt sich der Rad Fahrende oft an die Geschwindigkeiten der zu Fuß Gehenden an
  • Im Mittel wird ein Überholabstand von rund 1,3 m zu den zu Fuß Gehenden eingehalten. Bei einem Abstand von unter einem halben Meter fühlt sich der zu Fuß Gehende negativ beeinflusst. Der Anteil der Überholvorgänge die unter 0,5 m betrugen lag in der Voruntersuchung bei 2,1 % und in der Nachuntersuchung bei 3,0 %.
  • Zusammenstöße zwischen Zu Fuß Gehenden und Rad Fahrenden wurden nicht beobachtet. Beinahe-Zusammenstöße wurden 5 in der Voruntersuchung und 11 in der Nachuntersuchung aufgezeichnet. Dies stellt einen sehr geringen prozentualen Anteil an den gesamten Interaktionen dar.

 

Zu 2.

Grundsätzlich wäre eine auffällige Beschilderung/Plakatierung möglich. Aus Sicht des begleitenden Büros und der Verwaltung erscheint dies weder erforderlich noch zielführend. Die Erprobung wird durch Aktionstage begleitet und soll über den gesamten Betrachtungszeitraum einen „Normalzustand“ abbilden. Dies beinhaltet auch, dass sich Gewöhnungseffekte und Nachlässigkeiten im Realbetrieb einstellen können, die im Ergebnis später zu bewerten sind.