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Auszug - Anfrage: Geschützter Fahrradverkehr im Stadtbezirk Sodingen  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen
TOP: Ö 11
Gremium: Bezirksvertretung Sodingen Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 04.03.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 19:32 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal der Akademie Mont Cenis
Ort:
2020/0158 Anfrage: Geschützter Fahrradverkehr im Stadtbezirk Sodingen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:BVO Schilla, Ernst
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Gresch, Norbert
 
Beschluss


Sachverhalt:
 

Bei den Bemühungen zum Umwelt- und Klimaschutz wird die Reduzierung von Schadstoffen im Verkehrssektor künftig von großer Bedeutung sein. Neben der Verbesserung des Angebotes von öffentlichem Nahverkehr kann insbesondere der Fahrradverkehr innerstädtisch einen großen Beitrag leisten. Das Fahrrad kann gegenüber dem motorisierten Individualverkehr eine kostengünstige und damit auch sozialverträgliche Alternative sein.

Die SPD-Fraktion sieht besonders für den Stadtbezirk Sodingen hier großes Potential. Voraussetzung für die Akzeptanz des Fahrrades als gleichwertiges Verkehrsmittel ist die bequeme und vor allem sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Um dies zu erreichen, ist umfassend über die gerechte Aufteilung des Straßenraumes zwischen allen Verkehrsteilnehmern zu diskutieren. Wir halten insbesondere geschützte Radfahrstreifen (sog. Protected Bike Lanes) für gut geeignet, das Fahrrad als qualitativ hochwertiges und sicheres Verkehrsmittel besser zu etablieren – für den Stadtbezirk Sodingen auch und ganz besonders, um die Anbindung an die Nacherholungsgebiete auf diesem Weg zu verbessern.

Wir halten es für notwendig, dass mittel- bis langfristig ein umfassendes Konzept zur Verbesserung des Fahrradverkehrs entwickelt und umgesetzt wird. Gleichzeitig halten wir es für erforderlich, mit einzelnen Pilotstrecken erste Erfahrungen zu sammeln und Impulse für die weitere Entwicklung zu geben.

Im Stadtbezirk Sodingen halten wir die Sodinger Straße im Abschnitt zwischen der Kreuzung mit dem Hölkeskampring und dem Gysenbergpark für besonders geeignet für eine solche erste geschützte Fahrradstrecke. Damit würde der Gysenbergpark sehr gut an den Radweg entlang des Hölkeskamprings angebunden, gleichzeitig wird die Erreichbarkeit des Stadtzentrums aus dem Stadtteil Sodingen verbessert.

Perspektivisch wäre eine Verlängerung dieses Streifens in Richtung Kanal möglich, auch unter Nutzung des teilweise bereits realisierten, teilweise geplanten Radweges ab dem Kreisverkehr Castroper Straße.

 

Wir bitten die Verwaltung deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Gibt es bereits zeitnahe Planungen zu einem Radwege- oder Verkehrskonzept für den Stadtbezirk?
  2. Sieht die Verwaltung grundsätzliche Hinderungsgründe für die Einrichtung eines geschützten Radstreifens zwischen Hölkeskampring und Gysenbergpark, die einer Prüfung mit dem Ziel der kurzfristigen Realisierung entgegenstehen?

 

Herr Becker antwortet:

 

Zu Frage 1:

 

Nein, die Erarbeitung eines separaten Radwege- / Verkehrskonzeptes für den Stadtbezirk Sodingen ist seitens der Verwaltung derzeit nicht geplant. Gemäß einer Entscheidung in der Projektgruppe Radverkehr sollte in einem ersten Schritt eine psychologische Motivationsanalyse zum Radfahren in Herne durchgeführt werden. Ein entsprechender Planungsauftrag wurde vergeben und die Ergebnisse der Analyse werden in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung am 31.03.2020 präsentiert.

In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse der Analyse dann als Grundlage in ein neues Radverkehrskonzept für das gesamte Stadtgebiet einfließen. Zur Erstellung des Konzeptes ist das Einbinden eines Planungsbüros angedacht. Eine entsprechende Ausschreibung/Auftragserteilung ist im Laufe des aktuellen Kalenderjahres vorgesehen.

 


Zu Frage 2:

 

Ja, da die aktuelle Verkehrsflächenaufteilung in dem in Rede stehenden Bereich der Einrichtung einer Protected Bike Lane entgegenspricht. In dem hier beschriebenen Teilstück der Sodinger Straße befinden sich auf der südlichen Fahrbahnseite ein fast durchgängig angelegter Längsparkstreifen sowie ein befestigter Gehweg. Zur Realisierung einer Protected Bike Lane müsste der Längsparkstreifen seiner aktuellen Nutzung entzogen und baulich umgestaltet werden. Da hier der Landesbetrieb Straßen.NRW Baulastträger der Straße ist, wäre eine entsprechende Planung mit ihm abzustimmen.

 

Die Verwaltung wird den Vorschlag aufgreifen und ihn in den weiteren Planungsgesprächen mit dem Landesbetrieb thematisieren.