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Auszug - Anfrage zur häuslichen Gewalt  

des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Senioren
TOP: Ö 11.2
Gremium: Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Senioren Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 25.06.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:45 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2020/0398 Anfrage zur häuslichen Gewalt
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:DIE LINKE Fraktion Herne / Wanne-Eickel
Federführend:FB 41 - Soziales Bearbeiter/-in: Schwitay, Ralf
 
Wortprotokoll
Beschluss

Die Anfrage der Ratsfraktion Die Linke zum Thema usliche Gewalt wird von Herrn Stadtrat Chudziak wie folgt beantwortet:

 

Frage 1: Registriert die Verwaltung einen Anstieg uslicher Gewalt in Herne?

 

Antwort: 

Der Allgemeine Soziale Beratungsdienst (ASD) des Fachbereich Kinder-Jugend-Familie verzeichnete in den letzten Monaten eine fallende Anzahl an Eingangsmeldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen. Dabei liegt der Anteil der Meldungen, die sich auf usliche Gewalt beziehen bei unter einem Drittel und damit auf einem niedrigen Niveau. In Summe gibt es keine Hinweise auf einen Anstieg von uslicher Gewalt in Herne.

Eingangsmeldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen (KWG) der letzten drei Monate:

März:           62/17 (KWG/ usliche Gewalt)

April:            42/5

Mai:             36/13

 

Die meisten Meldungen zu llen von uslicher Gewalt gehen von der Polizei im ASD ein. Es besteht die Vereinbarung, dass die Polizei den ASD informiert, wenn bei einem Einsatz zu uslicher Gewalt Kinder in den Familien leben. Diese polizeilichen Meldungen sind deutlich zurückgegangen.

 

r das Jobcenter Herne war ein Anstieg häuslicher Gewalt ebenfalls nicht feststellbar.

 

Frage 2: Wie hat sich die Verwaltung vorbereitet, um auf einen Anstieg uslicher Gewalt zu reagieren?

 

Antwort:

Der ASD verfügt über ausreichende Kapazitäten, die auch einem leichten Anstieg von Hilfen infolge uslicher Gewalt oder Inobhutnahmen standhalten würden.  Darüber hinaus wurden Mnahmen eher im präventiven Bereich getroffen. Etwa durch eine durchgehende Kita- und Schulbetreuung einzelner Kinder und Jugendlicher aus besonders belasteten Familien, sowie Regelungen mit den Trägern der freien Jugendhilfe zur Betreuung und Unterstützung während der Corona Pandemie.

 

Im Jobcenter Herne wurde das Thema Kindswohlgefährdung / häusliche Gewalt bereits am 24.3.2020 im Rahmen einer Lagebesprechung aufgegriffen. Alle Mitarbeiter*innen im Kundenkontakt (telefonisch, schriftlich) wurden sensibilisiert. Besonderheiten/Auffälligkeiten bei Telefonaten sollten über die Teamleitungen unverzüglich an die Geschäftsführung bzw. das Büro der Geschäftsführung gemeldet werden. Die Einschaltung der Polizei sollte von dieser zentralen Stelle erfolgen.

 

Frage 3: Sind kurzfristig zusätzliche Unterbringungsmnahmen geplant (z. B. in derzeit nicht genutzten Hotels)?

 

Antwort:

Nein. Hierfür gibt es aus Sicht der Erziehungshilfen und des Jobcenters Herne keinen Anlass. Die Zahl der Plätze im Frauenhaus war zu jeder Zeit ausreichend.

 

Frage 4:  Wie informiert und sensibilisiert ist die Verwaltung aktuell zum Thema „usliche Gewalt“?

 

Antwort:

Die Erziehungshilfen haben nahezu glich mit uslicher Gewalt und  deren Folgen r Kinder und Jugendliche zu tun. Das Erkennen von Hinweisen im häuslichen und sozialen Umfeld     durch Beobachten und Gesprächsführung gehört zum grundlegenden „Handwerkszeug“ des    ASD. Das Thema ist ein regelmäßiges Schulung- und Fortbildungsthema. Ferner ist der ASD seit Beginn der Corona Pandemie im engen inhaltlichen und strukturellen Austausch mit Trägern der freien Jugendhilfe im Hinblick auf Sensibilisierung von Hinweisen zu häuslicher Gewalt in den Familien.

 

Das Jobcenter ist ebenfalls sensibilisiert; siehe Antwort zu Frage 2.