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Auszug - Anfrage: Verbesserung der Wohnsituation und nachhaltige Kontrollen im Feldherrenviertel  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen
TOP: Ö 3
Gremium: Bezirksvertretung Sodingen Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 19.08.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 19:42 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal der Akademie Mont Cenis
Ort:
2020/0495 Anfrage: Verbesserung der Wohnsituation und nachhaltige Kontrollen im Feldherrenviertel
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:BVO Schilla, Ernst
Federführend:FB 44 - Öffentliche Ordnung Beteiligt:FB 42 - Kinder-Jugend-Familie
Bearbeiter/-in: Lübeck-Messmacher, Elke   
 
Beschluss


Sachverhalt:
 

Wie in diversen Zeitungsartikeln berichtet, sind im Feldherrenviertel diverse Maßnahmen angedacht um die Wohnsituation und das empfundene Sicherheitsgefühl zu verbessern.

 

Leider kommt es nach wie vor zu vielen Unannehmlichkeiten für die dort lebenden Anwohner. In der 30. KW wurde eine größere Polizeirazzia mit vielen Zivilbeamten durchgeführt. Auch vorher kam es, laut Anwohnern und der „Initiative Feldherrenviertel“, zu mehreren Polizeieinsätzen in der Scharnhorststraße/Gneisenaustraße. Des Weiteren wird immer häufiger darüber berichtet das Kleinkinder von 2-6 Jahren bis spät in die Nacht hinein, alleine ohne Aufsicht, auf den Straßen spielen und so die Nachtruhe der Anwohner erheblich stören. Auch von Sachbeschädigungen von Fahrzeugen wird des Öfteren berichtet.

 

Daher haben wir folgende Fragen:

 

  1. Gibt es schon einen Termin für angedachte Quartierskonferenzen?
  2. Gab es bei den erhöhten Kontrollfrequenzen in den letzten Monaten Auffälligkeiten und wurden vermehrt, besonders zu Hochzeiten der Corona-Pandemie, bei Verstößen Bußgelder erteilt?
  3. Was waren die Ergebnisse der diversen Polizeieinsätze?
  4. Ist dem Jugendamt die Problematik der kleinen Kinder dort bekannt und was wird dort in Zukunft unternommen?

 

 

 

Zu Frage 4:

 

Die Problematik und die Situation insgesamt ist sind dem Fachbereich Kinder, Jugend, Familie bekannt. Ebenfalls sind die Multiproblemlagen der Familien ( wie z.B. kinderreiche Familien, beengte Wohnverhältnisse, renovierungsbedürftige Wohnungen, geringes sozioökonomisches Einkommen, häufig bildungsferne Kindeseltern, gehäufte Delinquenz, teilweise Sprachbarrieren, fehlender Krankenversicherungsschutz)  bekannt. Zudem gibt es Hinweise, dass einige der Kinder in den Abendstunden unbeaufsichtigt auf der Straße spielen und die Nachtruhe stören.

 

Das Jugendamt hat zu mehreren Familien vor Ort Kontakt. Fortlaufend wurden und werden dabei die sorgeberechtigten Kindeseltern bezüglich erzieherischer Belange der Kinder beraten und unterstützt und bezogen auf die Bedürfnisse der Kinder sensibilisiert. Diesbezüglich finden regelmäßig Hausbesuche bei den betroffenen Familien statt ( zuletzt am 30.06.2020, am 03.07.2020, am 20.07.2020, am 30.07.2020 und am 11.07.2020).

 

Familien aus den benannten Immobilien erhielten und erhalten unterschiedliche Unterstützungsangebote der Jugendhilfe. Über die Erziehungsberatung hinaus sind dies zusätzlich auch ambulante und stationäre Hilfen.

 

Auch Maßnahmen zur Prävention bei Jugendkriminalität (in Kooperation von Polizei und Jugendhilfe) wurden installiert und von den Familien angenommen. Positiv zu bewerten ist, dass einige Kinder regelmäßig das Angebot der Begegnungsstätte Horsthausen nutzen und dort Freizeit in einem betreuten Rahmen verbringen.

 

Es ist also festzustellen, dass der Kontakt zu den Familien durchaus gelingt und auch vorgeschlagene Maßnahmen von den Familien durchaus angenommen werden. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Problemlagen komplex sind und die eingeleiteten Maßnahmen Zeit benötigen um eine Wirksamkeit zu entfalten.

 

Insgesamt lassen sich die vielfältigen Problemlagen nur in einem abgestimmten Prozess verschiedenster Dienststellen bearbeiten. Das Jugendamt ist dazu insbesondere mit dem Fachbereich Ordnung, der Polizei, dem FB Gesundheit aber auch sozialen Projektträgern (z.B: das LiHa Projekt) in einer Kooperation.