Ratsinformationssystem

Auszug - Sachstandsbericht und Diskussion über die illegale Mountainbike Strecke in Constantin - auf Vorschlag der CDU-Fraktion vom 11.09.2020 -  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 8
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 23.09.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:55 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2020/0631 Sachstandsbericht und Diskussion über die illegale Mountainbike Strecke in Constantin
- auf Vorschlag der CDU-Fraktion vom 11.09.2020 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorschlag Formular
Verfasser:Björn Wohlgefahrt
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss


Herr Pawlicki führt zu dieser Angelegenheit Folgendes aus:

 

Zu Frage 1:

Durch die Abgrabungen wurde das Wurzelwerk teilweise freigelegt und Nährstoffwurzeln gekappt. Drohende Schäden an den Bäumen durch Anschüttungen im Wurzelbereich wurden von der Verwaltung zwischenzeitlich beseitigt. Einige Jungbäume wurden abgebrochen bzw. abgesägt.

 

Die Bodenvegetation wurde auf eine Fläche von 400 m² durch die Bodenarbeiten und intensivem Befahren nahezu vollständig zerstört. Der verursachte Schaden kann zur Zeit nicht beziffert werden, da abzuwarten bleibt, ob die im Wurzelbereich geschädigten Waldbäume nach Wiederauffüllen des Bodens wieder Nährstoffwurzeln entwickeln können und sich wieder erholen können.

 

Die Verwaltung hofft zudem, dass sich die waldtypische Bodenvegetation wieder selbst entwickeln kann, wenn die walduntypische Nutzung ausgeschlossen wird.

 

Zu Frage 2:

Der Verwaltung sind durch die Entfernung des Parcours Kosten in Höhe von 1345 Euro entstanden. Ggfs. ist mit weiteren Kosten im dreistelligen Bereich zu rechnen, wenn eine Nachpflanzung von Jungbäumen umgesetzt wird.

 

Zu Frage 3:

An den Eingangsbereichen der Wälder stehen jeweils Hinweisschilder, die auf korrektes Verhalten in diesen Bereichen hinweisen. Die weitere Aufklärung obliegt dem Regionalforstamt Ruhrgebiet im Rahmen seiner hoheitlichen Aufgabe. Die Verwaltung hat in der Vergangenheit mit dem Regionalforstamt u.a. die Waldjugendspiele organisiert, um gerade bei Kindern und Jugendlichen Aufklärungsarbeit zu leisten. Aufklärung wird auch durch die Biologische Station östliches Ruhrgebiet im Rahmen ihrer Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Stadt als Waldbesitzer geleistet. Weitere Aufklärungskampagnen sind zur Zeit nicht geplant.

 

Zu Frage 4:

Die Verwaltung setzt den KOD dauerhaft im Präsenzdienst im Stadtgebiet ein. Die Waldbereiche werden aufgrund der Personalsituation nicht dauerhaft mit kontrolliert. In diesen Bereichen wird nur auf spezielle Beschwerden reagiert und auch dann ist eine Kontrolle nur bedingt möglich. Beschwerden aus den Wäldern gehen fast ausschließlich wegen freilaufender Hunde ein. Die Aufgabendichte lässt eine regelmäßige Kontrolle nicht zu. Schulungen für Mitarbeiter wären dann wünschenswert, sobald der KOD personell aufgestockt werden kann.

 

Die Verwaltung sieht zur Zeit eine Partnerschaft mit dem Ranger Projekt des RVR aus nachstehend genannten Gründen kritisch. Die räumliche Entfernung zu den Projekten u.a. in Wesel macht den zeitweisen Einsatz dieser speziell geschulten Forstmitarbeitern schwierig und auch ineffizient.

 

Verbunden wäre damit gleichzeitig die Notwendigkeit einer Kostenerstattung an den RVR in noch nicht bekannter Höhe, der diese sich nach Einsatzstunden bemessen würde.

 

Zu Frage 5:

Die Verwaltung beobachtet generell nicht nur seit Corona, wie andere Nachbarstädte auch, eine Zunahme von illegalen Mountainbike Trails in den Wäldern. Gerade im Gysenberger Wald sind vermehrt im Bereich von Steigungen und Gefälle immer wieder kleine Schneisen zu entdecken, die Mountainbikern als Herausforderung dienen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, werden im häufiger Sperrbarrieren aus Totholz errichtet.

 

Weiterte künstlich und illegale im Wald gebaute Mountainbike Anlagen sind in den Herner Wäldern bisher nicht zu verzeichnen.