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Auszug - Home Office, Teleheimarbeit, mobiles und flexibles Arbeiten - Anfrage von Herrn Christopher Krogull vom 14.01.2021 -  

des Ausschusses für Digitalisierung, Infrastruktur und Mobilität
TOP: Ö 21.3
Gremium: Ausschuss für Digitales, Infrastruktur und Mobilität Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 23.03.2021 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:05 Anlass: Sitzung
Raum: Volkshaus Röhlinghausen
Ort: Am Alten Hof 28, 44651 Herne
2021/0052 Home Office, Teleheimarbeit, mobiles und flexibles Arbeiten
- Anfrage von Herrn Christopher Krogull vom 14.01.2021 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:Christopher Krogull
Federführend:FB 12 - Personal und Zentraler Service Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss


Sachverhalt:
 

Nicht erst im Pandemiejahr 2020 hat das mobile Arbeiten – etwa in Form von Home Office oder Teleheimarbeit – eine wachsende Bedeutung im Arbeitsalltag vieler Menschen erfahren. Neben dem offensichtlichen Effekt, die Zahl der Kontakte zu reduzieren, bieten diese Arbeitsgestaltungen den Beschäftigten auch mehr Flexibilität und ermöglichen oftmals eine beschäftigtenfreundlichere Arbeitsumgebung.

Auch bei der Stadt ist längst nicht jede Tätigkeit so gestaltet, dass sie unbedingt im von der Stadt zur Verfügung gestellten Büro ausgeübt werden muss – gerade viele verwaltende Aufgaben ohne direkten Kundenkontakt können auch ortsungebunden ausgeübt werden.

Die Verwaltung wird gebeten, zu folgenden Fragen Stellung zu beziehen:

  1. Wie viele Stellen bei der Stadt Herne sind grundsätzlich teleheimarbeits- oder Home Office-fähig? Welchem Anteil an der Gesamtstellenzahl entspricht das? (Bitte um Angabe insgesamt sowie um Aufschlüsselung nach Dezernaten)
  2. Bei wie vielen der Stellen, die nicht entsprechend ausgestaltet sind, sind die Gründe technischer Natur (etwa mangelnde Zugänglichkeit der Software über Citrix- oder VPN-Systeme), bei wie vielen organisatorischer (Etwa aufgrund von Außendienst etc.)?
  3. Wie viele Beschäftigte nutzen tatsächlich Möglichkeiten des mobilen Arbeitens? Wie viele davon verbringen mehr als 20 % ihrer regelmäßigen Arbeits- oder Dienstzeit im Home Office?
  4. Wie sind die Möglichkeiten des flexiblen, mobilen Arbeitens bei der Stadtverwaltung Herne konkret ausgestaltet? (Werden etwa Endgeräte gestellt oder nach BYOD gearbeitet? Werden bestimmte Anforderungen an Beschäftigte gestellt, die diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen wollen?
  5. Gibt es Pläne, den Anteil der Stellen, die mobiles Arbeiten ermöglichen, in Zukunft zu erhöhen? Welche Konzepte stehen hierfür zur Verfügung?

 

Die Fragen werden wie folgt beantwortet:

 

Um an dem alternativen Arbeitsmodell Homeoffice bei der Stadtverwaltung Herne teilzunehmen, ist zuvor die organisatorische Geeignetheit der Planstelle sowie die persönliche Geeignetheit der*des Stelleninhaber*in zu prüfen. Sämtliche Voraussetzungen hierzu sind in der städtischen „Dienstvereinbarung Homeoffice“ festgeschrieben (feste Homeoffice-Tage, häusliche Arbeitsstätte, IT-Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen etc.). Zwischen den Homeoffice-Teilnehmenden und der Arbeitgeberin Stadt Herne wird daher in jedem einzelnen Fall eine „In-dividualvereinbarung über die Einrichtung eines alternierenden Homeoffice-Arbeitsplatzes“ ge-schlossen.

 

Mobiles Arbeiten hingegen ist eine deutlich flexiblere Variante der Telearbeit, da die*der Mitar-beitende hierbei nicht zur Einhaltung der o. g. Bestimmungen schriftlich verpflichtet wird. Bevor uns im vergangenen Jahr die Coronavirus-Pandemie ereilte, war diese Möglichkeit der Telear-beit z.B. nur Mitarbeitenden mit einem hohen Anteil an Außendienstterminen (zur Einwahl ins städtische Datennetz) vorbehalten. Durch die Pandemie-Situation war die Stadtverwaltung im März 2020 gehalten, innerhalb kürzester Zeit Hunderte von Beschäftigten in die technische Lage zu versetzen, mobil von zu Hause ihre Tätigkeiten wahrnehmen zu können. Dies wurde durch die Möglichkeit der „Mobilen Arbeit“ erreicht, da es aufgrund der zeitlichen Komponente und des immensen Verwaltungsaufwands nicht möglich gewesen wäre, eine Individualvereinbarung mit jeder*jedem Beschäftigten zu schließen.

 

Zu Frage 1:

Eine konkrete Anzahl an Planstellen, die sich grundsätzlich für das Arbeitsmodell Homeoffice eignen, wurde nicht ermittelt, da die organisatorische Geeignetheit (s. o.) anlassbezogen, also nach Antrag des/der Stelleninhaber*in, nach Eingang der Stellungnahme der zuständigen Fachbereichsleitung erfolgt.

 

Aktuell zählt die Stadtverwaltung Herne 1.909 IT-gestützte Arbeitsplätze. Bis dato ergaben or-ganisatorische Prüfungen in 355 Fällen ein positives Ergebnis zur Homeoffice-Geeignetheit. Diese 355 Planstellen sind dezernatsweise wie folgt verteilt:

 

Dezernat I: 65 Planstellen

Dezernat II: 74 Planstellen

Dezernat III: 80 Planstellen

Dezernat IV: 24 Planstellen

Dezernat V: 86 Planstellen

Dezernat VI: 26 Planstellen.

 

Zu Frage 2:

Sobald die organisatorische Prüfung ergibt, dass eine Homeoffice-Geeignetheit aufgrund tech-nischer Fragestellungen nicht vorliegt, zählt dies ebenfalls als negative organisatorische Ent-scheidung. Bislang wurde eine negative Entscheidung zum Homeoffice in 10 Fällen getroffen.

 

Zu Frage 3:

Diese Frage möchten wir in 2 Teilen beantworten, da hier die beiden zu differenzierenden Be-griffe „Mobiles Arbeiten“ und „Homeoffice“(s. o.) genannt werden.

 

a. Eine Auswertung ergab, dass 776 Beschäftigte einen Token zum Mobilen Arbeiten nut-zen. Da insbesondere aufgrund des Pandemiegeschehens unterschiedliche Vorge-hensweisen zu Schichtbetrieben o. ä . in den Fachbereichen bestehen, kann zum Anteil der Mobilen Arbeit im Verhältnis zur Wochenarbeitszeit keine konkrete Aussage getroffen werden. Es ist jedoch nach Ansicht und Schätzung der Zentralen Organisation von einem Anteil ≈ 50 % der Mobil Arbeitenden auszugehen, die aktuell an mindestens 2 Tagen/Woche von zu Hause aus arbeiten.

 

b. Aktuell ist für Homeoffice-Teilnehmende die Arbeit von zu Hause an maximal Tagen pro Woche (gem. Dienstvereinbarung Homeoffice) möglich. Bisher sind 355 Planstellen anlassbezogen als geeignet eingestuft worden. 56 Mitarbeitende davon verfügen über eine gültige Individualvereinbarung zum Homeoffice für 2 Wochentage.

 

Ich bitte bei den o. g. Ausführungen zu bedenken, dass einige der Homeoffice-Teilnehmenden aufgrund der derzeitigen Situation im Zusammenhang mit der Coronavi-rus-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungsempfehlungen (in Ab-stimmung mit den Führungskräften) von den Rahmenbedingungen ihrer Homeoffice-Vereinbarungen (Anzahl der Tage etc.) abweichen.

 

Zu Frage 4:

Entsprechend der Dienstvereinbarung Homeoffice obliegt die Einrichtung einer häuslichen Ar-beitsstätte der*dem jeweiligen Mitarbeitenden.

Sofern dienstliche Hardware (z.B. Pool-Notebooks) im laufenden Dienstbetrieb nicht anderweitig benötigt wird, ist es in Abstimmung mit der jeweiligen Führungskraft möglich, das Notebook für die Arbeit im Homeoffice zu nutzen.

 

Für die Mobile Arbeit im Rahmen besonderer dienstlicher Verpflichtungen (z. B. Dezer-nent*innen, Fachbereichsleitungen, Projektleitungen etc.) wird dienstliche Hardware (Notebook, Tablet, Smartphone) von der Arbeitgeberin gestellt.

 

Zu Frage 5:

Sofern der Dienstbetrieb nicht beeinträchtigt wird, kann die zuständige Fachbereichsleitung im Einvernehmen mit der*dem Mitarbeitenden Mobiles Arbeiten vereinbaren. Ein andauerndes Mobiles Arbeiten außerhalb der städtischen Dienstgebäude ist – ausgenommen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie – nicht vorgesehen. Ein Konzept steht hier nicht zur Verfügung.