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Auszug - Bericht der Verwaltung über das Grubenwasserkonzept der RAG, das für das Konzept beschlossene Monitoring-Verfahren sowie die mit dem Projekt verbundenen Auswirkungen auf die Stadt Herne   

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 9
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 06.10.2021 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:25 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2021/1030 Bericht der Verwaltung über das Grubenwasserkonzept der RAG, das für das Konzept beschlossene Monitoring-Verfahren sowie die mit dem Projekt verbundenen Auswirkungen auf die Stadt Herne
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag-Formular
Verfasser:Die Linke.Herne/Wanne-Eickel
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
 
Beschluss


Der Ausschuss für Umweltschutz nimmt folgenden Bericht zur Kenntnis.
 

Das Konzept zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung der RAG Aktiengesellschaft für Nordrhein-Westfalen von August 2014 ist bekannt. Durch die geplante Änderung der Wasserhaltung ergibt sich auch eine geringere Grubenwasserentnahme. Daraus resultiert zwangsläufig ein Grundwasseranstieg.

Die Anzahl der derzeitigen Wasserhaltungsstandorte im Ruhrgebiet soll in den nächsten Jahren sukzessive reduziert werden. Nachfolgend sind die derzeitigen ehem. Zechenstandorte abgebildet, an denen aktuell noch Grubenwasserhaltungen erfolgen.

https://www.rag.de/fileadmin/user_upload/rag/Bilder/Content/Verantwortung/Wasserhaltung/karte2.png

Zukünftig (Umsetzung lt. RAG bis 2035) soll das Grubenwasser nur noch an den nachfolgend aufgeführten 6 zentralen Grubenwasserhaltungsstandorten gehoben und je nach Standort in die Flüsse Rhein, Ruhr und Lippe eingeleitet werden.

Wasserhaltungsstandort

Wasserprovinz

Zeche Walsum, Duisburg-Walsum

West

Zeche Lohberg, Dinslaken-Lohberg

Mitte

Zeche Haus Aden, Bergkamen

Ost

Zeche Robert Müser, Bochum-Werne

Ruhr

Friedlicher Nachbar, Bochum-Linden

Ruhr

Zeche Heinrich, Essen-Überruhr

Ruhr

 

Die Einstellung der Grubenwasserhaltung am Standort Carolinenglück in Bochum erfolgt im Rahmen eines bergrechtlichen Verfahrens. Mit Schreiben vom 27.08.2021 hat die RAG die Eröffnung des Abschlussbetriebsplanverfahrens Zentrale Wasserhaltung (ZWH) am Standort Carolinenglück der Stadt Herne angezeigt.

Auf der Grundlage des bereits vorgestellten Konzeptes der Ruhrkohle Aktiengesellschaft soll die Zentrale Wasserhaltung am Standort Carolinenglück 2021 eingestellt werden. Derzeit wird das gehobene Grubenwasser in die Emscher eingeleitet. Nach dem Rückzug aus dem Grubengebäude Carolinenglück läuft das Grubenwasser in den Einzugsbereich der Grubenwasserhaltung Zollverein. Von dort fließt das Wasser aus allen benachbarten Grubenfeldern (Wasserprovinzen) der zentralen Wasserhaltung Lohberg zu. Ab 2030 soll das Grubenwasser in den Rhein geleitet werden.

Die Stadt Herne mit ihren 11 ehemaligen Zechenstandorten gehört zukünftig zur Wasserprovinz Mitte. Das bedeutet, dass das Grubenwasser aus dem Bereich Herne sowie darüber hinaus unterirdisch bis Dinslaken fließt, an der Zeche Lohberg gehoben und dem Rhein zugeführt wird.

Ab 2022 besteht die Absicht die Emscher nicht mehr mit Grubenwasser aus der zentralen Gruben-wasserhaltung Carolinenglück zu beaufschlagen. Das für die Änderung der Wasserhaltung erforderliche bergrechtliche Verfahren - Abschlussbetriebs-planergänzung für den Standort Carolinenglück wurde von der RAG bei der Bezirksregierung Arnsberg - Dezernat 6: Bergbau und Energie in NRW eingereicht. Die Bezirksregierung Arnsberg hat mit Schreiben vom 28.09.2021 die Stadt Herne zur Stellungnahme aufgefordert. Da die Stadt Herne vom geplanten Grubenwasseranstieg in ihrer Planungshoheit berührt ist, wird sie im Rahmen des Verfahrens gemäß § 54 Bundesberggesetz beteiligt werden.

Bodenhebungseffekte im Bereich Herne können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Um mögliche Risiken für die Schutzgüter Mensch, Umwelt und Sachwerte erkennen zu können und durch frühzeitige geeignete Maßnahmen diesen Folgen entgegenzuwirken, bzw. sie gänzlich zu vermeiden oder zumindest minimieren zu können, wurde ein integrales Monitoring zur systematischen räumlichen Beobachtung, Kontrolle und Bewertung relevanter Parameter des Grubenwasseranstiegs installiert. Im Sinne eines Frühwarnsystems wurde mit dem Aufbau eines integralen Monitorings begonnen, um negative Auswirkungen infolge des zukünftig veränderten Wasserhaltungssystems rechtzeitig zu erkennen und diesen entgegenzuwirken.

Derzeit beteiligt sich die Stadt Herne noch nicht am o. g. Monitoringprogramm. Die „Regionalen Arbeitsgruppen“ sind noch nicht installiert. Eine Beteiligung der Stadt Herne ist gemäß § 54 BbergG möglich. Aus Sicht der Unteren Bodenschutzbehörde ist eine Beteiligung der Stadt Herne am Monitoring erforderlich.

 

Folgende Ergänzung: Pluto ist kein Standort der zentralen Wasserhaltung. Von hier aus erfolgt derzeit lediglich die Steuerung der Pumpenanlagen zur Niveauanpassung entsprechend der Erfordernis zur Wasserhaltung in den einzelnen Wasserprovinzen.