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Vorlage - 2015/0579  

Betreff: Plastikmüll vermeiden und entsorgen
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag Grüne
Verfasser:Pascal Krüger
Federführend:Büro Dezernat V Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Entscheidung
23.09.2015 
des Ausschusses für Umweltschutz geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Umweltschutz empfiehlt dem Rat der Stadt Herne folgenden Beschluss zu fassen:

 

„1. Die Verwaltung wird aufgefordert, einen Runden Tisch zur Plastikvermeidung und -entsorgung einzurichten und Aktionen mit diesen Zielen zu koordinieren. Insbesondere der freiwillige Verzicht auf Plastiktüten soll thematisiert werden (z. B. mit Vertreterinnen und Vertretern aus Einzelhandel, der Wochenmärkte, Interessengemeinschaften und anderen Multiplikator/innen). Der Runde Tisch und entsprechende Projekte sollen in der Presse angekündigt und Gewerbetreibende darüber informiert werden.

 

2. Vorhandene Aktionen wie die Clean-Up-Days der enstsorgung herne zur Verringerung des Abfalls in der Umwelt sollen in die Konzepte eingefügt, ergänzt und beworben werden.

 

3. Standorte, Fassungsvermögen und Trennmöglichkeiten von Abfallbehältern sollen überprüft werden.

 

4. Die Verwaltung stellt Informationen über die negativen Folgen des Gebrauchs von Plastiktüten und deren Verrottung bereit und zeigt alternative Möglichkeiten wie den Gebrauch von Tüten aus (Recycling-)Papier oder wiederverwendbaren Tragetaschen auf.

 

5. Dem Umweltausschuss ist über die Ergebnisse des Runden Tisches und der anderen Aktivitäten zu berichten.“

 


Sachverhalt:

 

Bei der Produktion von Plastiktüten wird Erdöl eingesetzt. Pro Tüte sind das etwa 50 Milliliter Erdöl. Plastik ist ein synthetisch hergestellter Stoff, der natürlicherweise nicht vorkommt und erheblichen Schaden in der Nahrungskette von Tieren verursachen kann. Plastik wird in der Natur nicht abgebaut und zerfällt erst nach Jahrhunderten. So beeinträchtigt es die Umwelt über einen langen Zeitraum.

 

Die EU möchte den Verbrauch von Plastiktüten bis 2017 halbieren. Der durchschnittliche Verbrauch in der EU beträgt etwa 65 Plastiktüten pro Kopf und Jahr. Daher wären lokale Initiativen wünschenswert, die zu diesem Ziel beitragen.

 

Achtlos weggeworfener oder durch Stürme unbeabsichtigt fortgewehter Abfall kann zum Beispiel der lokalen Umwelt schaden oder sogar über die Wasserwege auch aus Herne in die Weltmeere gelangen. Nach einer Studie treiben bereits 142 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und jährlich werden es mehrere Millionen Tonnen mehr. Natürlich ist Hernes Anteil daran wohl weit unterdurchschnittlich. Aber als Industrienation mit den entsprechenden Entsorgungsmöglichkeiten nehmen wir eine Vorbildfunktion ein. Daher sollten unnötige Belastungen vermieden werden und die Abfälle den entsprechenden Stoffkreisläufen zugeführt werden.

 

Ein anderes Problem sind mangelnde Müllbehälter an manchen Stellen oder fehlende Trennmöglichkeiten. Wie an uns herangetragen wurde wird z. B. auf Friedhöfen nicht immer der Müll getrennt, so dass zwischen den Grünabfall anderer Unrat geworfen wird. Zum Teil werden Einzelstandorte mit zu geringer Kapazität oder weiten Entfernungen der Abfallbehälter von Zeit zu Zeit auf die Agenda von Gremien gesetzt. Vielleicht ist eine unbürokratischere Meldung und dadurch schnellere Bearbeitung von Standorten möglich oder stärker zu bewerben.

 

Für die Grüne Fraktion

 

 

Pascal Krüger

Stadtverordneter