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Vorlage - 2016/0218  

Betreff: Integriertes Kleinräumiges Monitoring – Erster Herner Monitoringbericht
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Hagemann, 3014
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Fischer, Gabriele
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
07.04.2016 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
20.04.2016 
des Ausschusses für Umweltschutz ungeändert beschlossen   
Bezirksvertretung Eickel Anhörung
21.04.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel ungeändert beschlossen   
Bezirksvertretung Wanne Anhörung
26.04.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Senioren Vorberatung
27.04.2016 
des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Senioren zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Anhörung
28.04.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte ungeändert beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Anhörung
04.05.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen ungeändert beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
11.05.2016 
des Integrationsrates ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Vorberatung
18.05.2016 
des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie ungeändert beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
31.05.2016 
des Haupt- und Personalausschusses ungeändert beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
07.06.2016 
des Rates der Stadt ungeändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

                       


Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt Herne nimmt den Ersten Herner Monitoringbericht zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, das kleinräumige Monitoringsystem in regelmäßigen Abständen fortzuschreiben.

 

 


Sachverhalt:

 

Der Haupt- und Finanzausschuss hat am 17.12.2013 folgenden Beschluss gefasst: „Die Verwaltung wird beauftragt, unter Berücksichtigung insbesondere sozio-ökonomischer, städtebaulicher und wohnungswirtschaftlicher Indikatoren ein System für ein kleinräumiges Monitoring zur Raumbeobachtung aufzubauen.“ Die Ausgestaltung des Erarbeitungsprozesses und das methodische Vorgehen wurden in der Sitzung des Verwaltungsvorstandes am 13.05.2014 konkretisiert.

Das Erfordernis der Einführung eines solchen Monitorings resultiert u. a. daraus, dass sich viele städtische Entwicklungsprozesse z. B. soziodemographischer und wohnungswirtschaftlicher Art kleinräumig sehr unterschiedlich niederschlagen. Kumulierte Problemlagen können sich hierbei wechselseitig verstärken und so zu städtebaulichen Abwertungs- und sozialen Entmischungsprozessen führen. Diese gilt es, rechtzeitig zu erkennen, um eine sachgerechte planerische Reaktion zu ermöglichen.

 

Erarbeitungsprozess des Monitoringsystems

 

Das kleinräumige Monitoring wurde auf Grundlage des VV-Beschlusses vom 13.05.2014  unter Federführung des FB 51 im engen Dialog mit zahlreichen Fachbereichen entwickelt. In diesem Dialogprozess wurden grundlegende Elemente wie die räumliche Bezugsebene, das methodische Vorgehen etc. rückgekoppelt und  die möglichen Indikatoren im Hinblick auf Eignung, Datenverfügbarkeit und konkrete Ausgestaltung bewertet. Das Monitoring integriert damit die verschiedenen fachlichen Perspektiven.

 

Inhalte und Ziele

 

Mit den 78 Monitoringräumen wurde für die Stadt Herne eine neue, kleinräumige Untergliederung entwickelt. Aus Gründen der Praktikabilität und Vergleichbarkeit setzen sie sich aus bestehenden statistischen Einheiten, den 146 Zählbezirken, zusammen und sind selbst wiederum zu den 32 statistischen Bezirken aggregierbar. Ihre Abgrenzung erfolgte unter Berücksichtigung städtebaulich-funktionaler Kriterien sowie der Maßgabe, eine für statistisch valide Auswertungen ausreichende Einwohnerzahl zu gewährleisten.

 

Das kleinräumige Monitoring wurde als integriertes System entwickelt. Es umfasst soziodemographische, wohnungswirtschaftliche, infrastrukturbezogene (u. a. Nahversorgung, ÖPNV) und umweltrelevante Themenfelder. Konkret werden jeweils über Einzelindikatoren verschiedene Facetten eines Themas abgebildet und anschließend im Sinne einer kompakten Zusammenschau „auf einen Blick“ zu einem thematischen Index zusammengefasst. So können z. B. Räume identifiziert werden, in denen mehrere auffällige Ausprägungen zusammentreffen. Das Vorgehen hat diverse Vorbilder in bestehenden bzw. im Aufbau befindlichen Monitoringsystemen größerer Städte wie u. a. München und Köln. Referenzwert für die Analyse der Teilräume ist hierbei stets der gesamtstädtische Durchschnitt der Stadt Herne. So wird z. B. untersucht, welche Teilräume eine in Relation zum gesamtstädtischen Wert überdurchschnittliche SGB-II-Dichte aufweisen. Die Visualisierung der Ergebnisse erfolgt anschaulich durch kartographische Darstellungen in Ampelfarben (rot-gelb-grün). Die Karten ersetzen hierbei jedoch ausdrücklich nicht die notwendige Detailbetrachtung und inhaltliche Interpretation der Ergebnisse, sondern dienen vielmehr als Kommunikationsmittel und Einstieg in die vertiefende Diskussion. Aus diesem Grund werden alle Karten im Rahmen des Berichts in textliche Erläuterungen und Interpretationen eingebettet.

 

Die Ergebnisse des kleinräumigen Monitorings bilden eine wesentliche analytische Grundlage für integrierte Konzepte zur räumlichen Entwicklung (u. a. Quartiersanalysen und -konzepte) und sind für verschiedene, auch förderrechtlich relevante Fragestellungen der unterschiedlichen Fachbereiche nutzbar. Das kleinräumige Monitoring soll darüber hinaus dazu beitragen, Transparenz über Status Quo und Entwicklungstrends der sozialräumlichen Situation – insbesondere auch gegenüber lokaler Politik und Öffentlichkeit – herzustellen und so eine sachliche Diskussion über räumliche Schwerpunktsetzungen städtischen Handelns zu unterstützen.

 

Ergebnisse

 

Durch die Analysen konnte für ein breites Themenspektrum aufgezeigt werden, in welchen Teilräumen der Stadt Herne sich besondere Problemlagen bzw. Herausforderungen ab-zeichnen. Dabei zeigen sich differenzierte räumliche Ausprägungsmuster sozialer Benachteiligungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen (z. B. Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund). In einigen Gebieten sind allerdings auch sich mehrfach überlagernde soziale Benachteiligungen erkennbar, vielfach zusätzlich einhergehend mit weiteren Problemlagen z. B. städtebaulicher / wohnungswirtschaftlicher Art (u. a. Leerstände) bzw.  einer ungünstigen Umweltsituation (Stichwort „Umweltgerechtigkeit“). Als besonderer Baustein des Monitoringsystems ist die Analyse der Infrastrukturausstattung in den Teilräumen der Stadt Herne hervorzuheben. So bestimmt die Erreichbarkeit grundlegender Infrastrukturen (u. a. Nahversorgung, Ärzte, Schulen) die Lebensqualität in einem Wohnquartier maßgeblich mit. Die durchgeführten GIS-basierten Analysen eröffnen hier eine neue, sehr differenzierte und kleinräumige Betrachtungsperspektive auf Ausstattungsunterschiede. Durch Abgleich mit den Sozialindikatoren konnten auf dieser Basis u. a. Bereiche identifiziert werden, in denen der Stärkung der wohnortnahen Grundversorgung aufgrund der hohen Zahl älterer Menschen eine besondere Bedeutung zukommt.

 

Ausblick

 

Das kleinräumige Monitoring ist als dauerhaft angelegtes System zu verstehen. In regelmäßigen Abständen von ca. 3 Jahren ist eine Aktualisierung der Datenbasis geplant, im Zuge derer auch eine Überprüfung und ggf. Weiterentwicklung des Indikatorenkatalogs erfolgen soll (u. a. Integration neuer Datengrundlagen wie der Lärmkartierung). Die regelmäßige Datenaktualisierung soll es ermöglichen, zeitliche Entwicklungstendenzen in den Teilräumen der Stadt z. B. mit Blick auf die Armutsgefährdung der Bevölkerung, die Wohnsituation und die Infrastrukturausstattung aufzuzeigen.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

 

 


Anlagen:

 

Erster Herner Monitoringbericht im Entwurf


 

                  

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage_Endbericht_Monitoring_Stand_Maerz_2016 (12375 KB)