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Vorlage - 2016/0320  

Betreff: Antrag: Katzenkastrationspflicht
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag-Formular
Verfasser:SVO Blech, Bernd
Federführend:FB 11 - Rat und Bezirksvertretungen Bearbeiter/-in: Telkemeier, Erwin
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Entscheidung
03.05.2016 
des Rates der Stadt an Verwaltung zurück verwiesen   
Ausschuss für Umweltschutz Entscheidung
01.06.2016 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt Herne fordert die Verwaltung auf, eine Verordnung nach § 13b Tierschutzgesetzt zum Schutz freilebender Katzen gemäß der Musterverordnung des NRW-Umweltministeriums zu erlassen.

 

 


Sachverhalt:

 

Um die Überpopulation von verwilderten Katzen in Herne einzudämmen ist eine Kastrations- und Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen mit Freigang (d. h. Besitzerkarte) unerlässlich. Die Population verwilderter Katzen stellt auch in Herne ein Problem dar. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich pro Jahr um mindestens 100 solcher Katzen. Das Tierheim Wanne war so ausgelastet, dass ein Katzenannahmestopp in 2015 erlassen werden musste. Nach Angaben der Tierschützer haben die milden Winter der letzten Jahre das Problem noch verschärft. Im Frühjahr werden mehr Katzenmütter mit ihren Jungen den je gefunden. Seit Jahren versuchen Tierschützer durch Einfangen und Kastrieren das Problem in den Griff zu bekommen und den Tieren zu helfen. Hinweise an Katzenbesitzerinnen und Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen, führten zu keinem Ergebnis. Im Gegenteil, die Anzahl der Tiere in den Haushaltungen wird immer mehr und somit auch die Zahl der Katzen die unkastriert nach draußen gelassen werden. Es wird vorgeschlagen, die Tierschutzvereine zu bitten, die Verwaltung bei der Durchführung der Verordnung zum Schutz freilebender Katzen zu unterstützen.

 

Da die Hauskatze für ein Leber in freier Wildbahn nicht gerüstet ist, leiden die Tiere häufig unter Krankheiten, wie beispielsweise dem gefährlichen Katzenschnupfen, Unterernährung oder Verletzungen. Auch werden die Opfer des Straßenverkehrs oder von Tierquälern. Unkastrierte Katzen können sich zwei bis drei mal im Jahr fortpflanzen. Bei vier bis sechs Jungen pro Wurf steigt die Zahl schnell sprunghaft an. Das Schicksal der Tiere ist ungewiss, nicht selten können sie mangels Futter und ärztlicher Pflege kaum überleben.

 

Außerdem würden durch die geringere Anzahl an Katzen weniger Vögel und Kleinsäugetiere bejagt. Darum fordern Naturschutz- und Tierschutzvereine bereits seit längerem eine Pflicht zur Kastration sowie Kennzeichnung und Registrierung von freilaufenden Katzen.

 

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes am 13.07.2013 besteht nunmehr die Möglichkeit, Regelungen für die Kastration von freilebenden Katzen und Freigängerkatzen explizit auch auf das Tierschutzrecht zu stützen. Mit Schreiben vom 05.11.2015 wurde den Kommunen vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen eine mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmte Musterverordnung für eine kommunale „Verordnung zum Schutz freilebender Katzen in bestimmten Gebieten nach § 13 b Tierschutzgesetz“ zugesandt.

 

Gemäß dieser Musterverordnung kann die Stadt Herne Schutzgebiete zum Schutz freilebender Katzen festlegen. Die Landesregierung empfiehlt den Kommunen bei der Ausweisung solcher Gebiete eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Tierschutzvereinen.

 

 


Anlagen:

Original des Antrags

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Antrag UB - Katzenkastrationspflicht (555 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 2016-0320_AT Blech_Katzenkastration_BeschlAuszug Rat 20160503 (30 KB)