Ratsinformationssystem

Vorlage - 2016/0370  

Betreff: Beschluss des "Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Baukau"
Stadtbezirk Herne-Mitte
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Lökenhöff, 3009
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Leckscheid, Jörn
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
19.05.2016 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
01.06.2016 
des Ausschusses für Umweltschutz ungeändert beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
16.06.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte ungeändert beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
28.06.2016 
des Haupt- und Personalausschusses ungeändert beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
05.07.2016 
des Rates der Stadt ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:
 

  1. Der Rat der Stadt nimmt das als Anlage beigefügte „Städtebauliche Entwicklungskonzept Baukau“ zur Kenntnis.

 

  1. Der Rat der Stadt beschließt die städtebauliche Entwurfsplanung für den Bereich des geplanten Dienstleistungsparks Schloss-Strünkede als Grundlage für das weitere Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 235.

 


Sachverhalt:
 

Die Verwaltung hat das Büro ISR Innovativ in Stadt und Raum beauftragt, eine Rahmenplanung für den Untersuchungsraum Stadtteil Baukau-Ost zu erarbeiten, die die dort bestehenden Flächenpotenziale berücksichtigt und bereits vorliegende Planungsabsichten einbezieht. Ziel ist die Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, das als Grundlage für verschiedene Einzelmaßnahmen und den aufzustellenden Bebauungsplan Nr. 235 Dienstleistungspark Schloss Strünkede dienen soll.

 

Der Untersuchungsraum wird begrenzt durch den Rhein-Herne-Kanal im Norden, das Schloss Strünkede bzw. die Bahnhofstraße im Osten, die Bundesautobahn A 42 im Süden und die Bundesautobahn A 43 im Westen.

 

In einem ersten Schritt wird die städtebauliche Bestandssituation analysiert. Hierbei werden einzelne Untersuchungsbereiche aus dem Untersuchungsraum herausgelöst und bereits vorliegenden Planungsbeiträgen gegenübergestellt. Im Rahmen einer weitergehenden Analyse erfolgt eine Ermittlung der planungsrechtlichen Ausgangssituation, der Umweltbelange und weiterer planungsrelevanter Informationen, auf Grundlage derer die Potenziale und Schwächen des Untersuchungsraums zu definieren sind. Hierauf aufbauend erfolgt eine Potenzialanalyse im Hinblick auf die Entwicklung bzw. Folgenutzung der einzelnen Untersuchungsbereiche. Aus der Bewertung wird ein städtebauliches Plankonzept als Bearbeitungsergebnis der Untersuchung abgeleitet.

 

Die Aufnahme und Auswertung der Bestandssituation kommt zu dem Ergebnis, dass die infrastrukturelle Ausstattung sowohl im Untersuchungsraum als auch im näheren Umfeld als grundsätzlich gut zu bewerten ist. Lediglich die Nahversorgungssituation weist seit Schließung des Lebensmittelmarktes an der Kaiserstraße ein größeres Defizit auf. Die einzelnen Untersuchungsbereiche weisen teils eine sehr heterogene und teils sehr homogene Nutzungsstruktur auf. Einige Gebäude weisen nicht unerhebliche Substanzschwächen auf bzw. sind im Einzelfall abgängig. Im Gewerbegebiet nördlich der Forellstraße sind überwiegend intakte Strukturen vorzufinden. Das neu errichtete Bürogebäude im Bereich des Straßenknotenpunktes Westring / Forellstraße setzt hier einen positiven städtebaulichen Impuls.

Hinsichtlich bestehender prägender Grün- und Freiraumstrukturen sind besonders der Schlosspark Strünkede und der offene Teil des Gewässers Ostbach hervorzuheben.

 

Die positiven Aspekte der Ergebnisse der Bestandsanalyse sind die zentrale Lage des Untersuchungsraums, die gute verkehrliche Anbindung (sowohl im MIV als auch im ÖPNV), die gute Ausstattung mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, ein intaktes Gewerbegebiet mit Entwicklungspotenzial, Wohnbaupotenziale in innerstädtischer Lage, Potenzialflächen zur Verbesserung der Nahversorgungssituation, das bestehende Naherholungsangebot (Emscher-Landschaftspark und Schlosspark Strünkede) sowie die Möglichkeit, bereits bestehende Grünverbindungen und Grünstrukturen aufzunehmen und anzureichern.

 

Nachteilig zu bewerten sind bestehende strukturelle, qualitative und gestalterische Defizite, die die Umgebung nachteilig prägen, die mangelhafte Nahversorgungssituation, Beeinträchtigungen durch Straßen- und Gewerbelärm, eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten aufgrund der derzeitig rechtsgültigen Bauleitplanung sowie weitere Restriktionen, die sich aus der Regionalplanung ergeben.

 

Aus den Ergebnissen der Bestandsanalyse ist abzuleiten, dass insbesondere die als „weiße Flecken“ im Stadtgrundriss des Stadtteils Baukau erscheinenden Brachflächen die Chance bieten, sie einer neuen Nutzung zuzuführen und somit städtebaulich zu integrieren.

 

Der zentrale Entwicklungsschwerpunkt liegt im Bereich des ehemaligen Baukauer Kirmesplatzes mit den westlich angrenzenden Sportanlagen. Das Areal bietet unterschiedliche Optionen, an die nördlich und westlich hiervon gelegenen Bereiche des Untersuchungsraums anzuknüpfen und die vorhandenen Potenziale (Entwicklung der Nutzungsschwerpunkte Wohnen, Freizeit / Sport, Einzelhandel, Gewerbe und Kleingärten) aufzugreifen.

 

Insbesondere die Nachbarschaft dieses Areals zum Innovationszentrum beinhaltet eine besondere Entwicklungschance. Mit seiner zentralen Lage im Ruhrgebiet und der Nähe zu den Universitäten Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen bestehen gute Möglichkeiten, hier einen Campus, dessen Schwerpunkt im medizinisch-technischen Bereich liegt, zu etablieren. Mit einer derartigen städtebaulichen Entwicklung kann ein weiterer positiver Impuls im Stadtteil Baukau gesetzt und der Stadtteil in die vorhandene Technologieregion eingebunden werden.

 

Zudem besteht an diesem Standort die Möglichkeit, einen leistungsstarken und zeitgemäßen Lebensmittelmarkt anzusiedeln, der das entstandene Nahversorgungsdefizit ausgleicht.

 

Als städtebauliches Scharnier im Übergang zur bestehenden Wohnbebauung am Lackmanns Hof sollen im südlichen Teilbereich des Plangebietes zusätzliche Wohnbauflächen arrondiert werden.


 

Den grünplanerischen Zielsetzungen des „Grünflächenentwicklungsprogramms“ (GEP) wird durch die städtebauliche Einbindung von in Nord-Süd- und West-Ost-Richtung verlaufenden Grünachsen Rechnung getragen..

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

 

(Friedrichs)

  Stadtrat


Anlage:
 

Städtebauliches Entwicklungskonzept Baukau

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Städtebauliches Entwicklungskonzept Baukau (12514 KB)