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Vorlage - 2016/0588  

Betreff: Erneuerung verkehrswichtiger Straßen
Hier: Sodinger Straße zwischen Hausnummer 510 und 579
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Anna-Christina Walter - 2564
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Deutsch, Christina
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Entscheidung
13.09.2016 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
21.09.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 54.01

Bez.: Öffentliche Verkehrsflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlagen

 

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibung

 

7.816,00€

p.a. (Folgejahre)

 

 

-12.880,00€

p.a. (Folgejahre)

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.541049

Bez.: Erneuerung verkehrswichtiger Straßen

Nr.: 1

Bez.: Einzahlung aus Investitionszuwendungen

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

390.800,00€

 

 

 

-644.000,00€

 

 

        


Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt:

1.Die Erneuerung der Fahrbahn im Bereich der Sodinger Straße zwischen Hausnummer 510 und 579 auf gesamter Breite in zwei Bauabschnitten

2.Den Neu-/Umbau der Haltestelle Lütge Bruch in Fahrtrichtung Börnig sowie die Umgestaltung in diesem Bereich gemäß der nachfolgenden Baubeschreibung und der beigefügten Planunterunterlage – Planungsstand: 25.08.2016

3.Den Neubau der Haltestelle Lütge Bruch in Fahrtrichtung Herne-Mitte sowie den Rückbau der alten Haltestelle gemäß der nachfolgenden Baubeschreibung und der beigefügten Planunterunterlage – Planungsstand: 25.08.2016

        


  1. Sachverhalt:
    Gegenständlicher Bereich/Kanalbaumaßnahme

 

Die Sodinger Straße verläuft im Herner Stadtgebiet von Herne Mitte kommend in östliche und später nördliche Richtung bis nach Herne Sodingen. Sie kreuzt dabei die Holsterhauser Straße/Bochumer Straße, den Hölkeskampring und die Mont-Cenis-Straße, die Castroper Straße und die Anschlussstelle Herne-Börnig der BAB A 42 über den Landwehrbach bis zur Straße Friedrich der Große.

 

Der hier zum Beschluss stehende, rund 650 m lange Abschnitt der Sodinger Straße verläuft im Stadtteil Sodingen von Haus Nummer 510 im Süden (südlich der Anschlussstelle Herne-Börnig) bis zur Haus Nummer 579 im Norden (südlich des Landwehrbahchs).

 

In diesem Abschnitt besteht neben den Anliegen der Stadt Herne von Seiten der Stadtentwässerung Herne (SEH) die Notwendigkeit, den Kanal zu erneuern und sanieren. Dabei wird in dem nördlichen Teilstück zwischen Hausnummer 579 und dem Autobahnanschluss A42 Herne-Börnig der Kanal mittels Inlinerverfahren saniert. Im südlichen Bereich zwischen der Autobahnanschlussstelle und der Hausnummer 510 muss ein Teilstück des Kanals in offener Bauweise erneuert werden, die restlichen Haltungen werden ebenfalls mittels Inlinerverfahren saniert.

 

  1. Beschreibung vorhandene Situation

 

Die bituminöse Fahrbahn der Sodinger Straße weist im relevanten Abschnitt Flickstellen und starke Unebenheiten auf. Zudem zeigen sich Netzrisse und Schlaglöcher in der Oberfläche. Diese Schäden dürften auf die starke Beanspruchung durch Schwerverkehr vom und zum Industriegebiet Friedrich der Große zurück zu führen sein. Diese Beschädigungen betreffen auch die vorhandene Fahrbahnmarkierung, die sich ebenfalls in einem schlechten Zustand befindet.

 

Durchgeführte Bodenuntersuchungen zeigen im Ergebnis, dass nur die vorhandenen Asphaltschichten beschädigt sind. Die darunter befindlichen ungebundenen Tragschichten können als ausreichend standfest und frostsicher eingestuft werden.

 

Die Sodinger Straße weist in diesem Abschnitt aufgrund ihrer Verkehrsfunktion und -bedeutung als kürzeste Verbindung zwischen dem Industriegebiet „Friedrich der Große“ und der Autobahn ein hohes Verkehrsaufkommen, kombiniert mit einem hohem Schwerverkehrsanteil auf, was sich in einer entsprechenden Belastung der Anwohner durch Straßenverkehrslärm widerspiegelt. Der derzeitige Fahrbahnzustand erzeugt eine zusätzliche Lärmbelastung für die Anwohner. Neben dem ohnehin vorhandenen Rollgeräusch der Fahrzeuge entstehen beim Abrollen eines Reifens auf einer stark beschädigten Fahrbahn impulsartige Geräusche, die von den Betroffenen als extrem störend wahrgenommen werden. Diesbezüglich kam es in den vergangenen Jahren zu einer Vielzahl an Bürgerbeschwerden.

 

 

 

 

Um die mit dem Industriegebiet einhergehenden Belastungen der Anwohner zu verringern, hat die Stadt Herne bereits in den 1990er Jahren ein Lärmsanierungsprogramm auf der Sodinger Straße durchgeführt. Dabei hatten u. a. Anwohner die Möglichkeit, sich Kosten (100%) für passive Lärmschutzmaßnahmen (Schallschutzfenster) an ihren Gebäuden erstatten zu lassen.

 

Im gegenständlichen Bereich der Sodinger Straße befindet sich auf beiden Fahrbahnseiten ein mit VZ 241-30 angeordneter getrennter, im Durchschnitt 3,0 m breiter Rad- und Gehweg, Radweg links.

 

Die in dem Abschnitt vorhandenen Haltestellen „Lütge Bruch“ (beide Fahrtrichtungen), die derzeit von der Buslinie 333 angefahren werden, sind nicht barrierefrei gestaltet.

 

Die westliche Haltestelle (Fahrtrichtung Börnig) ist in Form einer Busbucht angelegt, was für den Linienverkehr oft mit erheblichen Wartezeiten und aufgrund dessen mit Fahrzeitverlusten bei der Einfädelung in den fließenden Verkehr der Sodinger Straße verbunden ist. Der Fahrgastunterstand ist hinter der Gehweghinterkante positioniert, Fahrgäste müssen den zuvor beschriebenen getrennten Rad-/Gehweg queren.

 

An der östlichen Haltestelle (Fahrtrichtung Herne-Mitte) halten die Busse am Fahrbahnrand auf Höhe Haus Nummer 548a. Wartende Fahrgäste stehen auf Grund der beengten Verhältnisse vollständig auf dem vorgenannten Rad-/Gehweg. Ein Fahrgastunterstand ist nicht vorhanden.

 

Die Straßenbeleuchtung befindet sich auf der östlichen Fahrbahnseite.

 

Im Umfeld der Haltestellen, insbesondere auf der westlichen Seite, besteht hoher Parkdruck. Nördlich der Einmündung Lütge Bruch befindet sich deshalb ein auf der Fahrbahn markierter, teils durch Grundstückszufahrten unterbrochener Längsparkstreifen.

 

Südlich der Einmündung mit der Straße Lütge Bruch befindet sich eine Fußgänger-Lichtsignalanlage (FSA), die dem Schutz von zu Fuß Gehenden, insbesondere von Kindern des städtischen Kindergartens Sodinger Straße, dient. Takile Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sind hier nicht vorhanden.

 

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme

 

Der bituminöse Oberbau der Fahrbahn wird unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Bodenuntersuchungen gemäß den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO-12) Belastungsklasse 32 zugeordnet. Die Asphaltschichten werden sich nach der Fertigstellung wie folgt darstellen:

 

12 cm Asphaltdecke2,5 cm Splittmastixasphalt SMA 5 S,

9,5 cm Splittmastixbinder SMA 16 B S

14 cm AsphalttragschichtAC 32 T S

 

Der zuvor beschriebene Deckschichtaufbau wurde bereits im Rahmen einer anderen Baumaßnahme gutachterlich auf seine lärmreduzierenden Potentiale hin untersucht. Im Ergebnis zeigt sich, dass durch die Materialzusammensetzung eine deutliche Lärmpegelreduzierung der Reifenabrollgeräusche von ca. 2-4 dB(A) erzielt wird. Die Maßnahme trägt durch den Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags wesentlich zur Minderung der Lärmemission bei und wird zu einer Entlastung der betroffenen Anwohner führen.

 

Die neue Fahrbahnmarkierung sowie die zukünftige Beschilderung des heute getrennten Rad-/Gehweges werden im Zuge der abschließenden Planungen mit dem Fachbereich 44/4 (Verkehrsbehörde) sowie der Polizei abgestimmt, festgelegt und nach Anordnung durch die Verkehrsbehörde im Anschluss an die Asphaltarbeiten aufgebracht bzw. eingerichtet.

 

Beide Bushaltestellen werden gemäß den Regelblättern der Stadt Herne barrierefrei mit Hochborden und taktilen Leiteinrichtungen sowie Fahrgastunterständen ausgebaut.

 

Die Haltestelle Lütge Bruch (Fahrtrichtung Börnig) wird in südliche Richtung verschoben und im Sinne der Busbeschleunigung als Fahrbahnrandhaltestelle angelegt. Die dadurch frei werdenden Flächen der alten Busbucht werden zu einem rund 30,0 langen Längsparkstreifen, der gepflastert und neben der Fahrbahn hergestellt wird, umgebaut. Somit wird ein zusätzliches Angebot für den ruhenden Verkehr geschaffen.

 

Die Haltestelle Lütge Bruch (Fahrtrichtung Herne-Mitte) wird in nördliche Richtung hinter die Einmündung der Straße Lütge Bruch verschoben und als Fahrbahnrandhaltestelle angelegt. Im Gegensatz zur heutigen Lage ist an dieser Stelle das Aufstellen eines schmalen Fahrgastunterstandes möglich. Hier ist lediglich ein Leuchtenstandort zu ändern. Am alten Haltestellenbereich sind zum Rückbau lediglich das entsprechende Verkehrszeichen zu beseitigen und damit Pflasterarbeiten geringen Umfangs notwendig.

 

Die Fußgänger-Lichtsignalanlage auf Höhe der Einmündung Lütge Bruch wird mit taktilen Bodenindikatoren gemäß den Regelzeichnungen der Stadt Herne ausgestattet. Gleiches gilt für die ungesicherte Querung der Straße Lütge Bruch, so dass beide Haltestellen, die Lichtsignalanlage und die Querung im Sinne der Barrierefreiheit ertüchtigt werden.

 

Die vorliegende Planung ist mit dem Fachbereich 44/4 (Verkehrsbehörde), der Polizei und dem zuständigen Verkehrsunternehmen Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel (HCR) abgestimmt. Der Arbeitskreis für die Belange von Menschen mit Behinderung wird über diese Maßnahme, die in allen Bereichen nach den Regelblättern, die mit diesem Gremium entwickelt und vereinbart wurden, in einer seiner nächsten Sitzungen informiert.

 

  1. Längs- und Querneigungen

 

Die Höhenlage der Fahrbahn wird nicht verändert.

 

Im Bereich der neuen Bushaltestellen werden Längs- und Querneigungen dem Regelwerk entsprechend an die örtlichen Verhältnisse angepasst.

 

 

 

 

 

 

  1. Entwässerung

 

Im Zuge der Erneuerung werden 15 Straßenabläufe erneuert. Die beschädigten Leitungen können mittels Inlinerverfahren saniert werden. Die Rinnenflussbahn wird nicht verändert.

 

  1. Belastete Schichten

 

Die im Vorfeld durchgeführten Untersuchungen zeigen keine Hinweise auf belastete wie beispielsweise teerhaltige Bestandteile im aufzunehmenden Oberbau.

 

  1. Kosten / Zuwendungen

 

Die Maßnahme wird durch das Land NordrheinWestfalen gefördert. Die Straßenerneuerung der Sodinger Straße, inkl. des Neu-/Umbaus von Haltestellen und Nebenanlagen, ist mit etwa 610.400 € geschätzt. Die Baumaßnahme wird mit einem Fördersatz von 65 % der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Die Haushaltsmittel stehen im Haushaltsplan 2016/17 unter der Nummer der Investitionsmaßnahme 7541049 zur Verfügung. Der Zuwendungsbescheid liegt bereits vor.

 

  1. KAG

 

Bei dem betroffenen Abschnitt der Sodinger Straße handelt es sich um eine klassifizierte Straße, so dass keine Anliegerbeiträge für die Straßenerneuerung erhoben werden können.

 

  1. Bauzeit / Baubeginn

 

Die Fahrbahn wird in zwei Bauabschnitten hergestellt. Der 1. Bauabschnitt zwischen Hausnummer 579 und Autobahnanschlussstelle A42 Herne-Börnig soll umgehend nach Maßnahmenbeschluss ausgeschrieben und noch im Herbst diesen Jahres begonnen werden.

Für den Umbau der Bushaltestellen, der Nebenanlagen und die Erneuerung der Straßenabläufe in diesem Abschnitt ist eine Bauzeit von 4 Wochen vorgesehen. In dieser Zeit bleibt der Zubringerverkehr von und zum Industriegebiet Friedrich der Große, mit geringfügigen Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten, erhalten.

Für die Erneuerung der Fahrbahn in diesem ca. 280 m langen Abschnitt muss die Sodinger Straße 1 Woche gesperrt werden. In diesem Zeitraum wird die SEH auch den vorhandenen Kanal sanieren.

Der 2. Bauabschnitt umfasst den südlichen Teil der Fahrbahn von der Anschlussstelle bis zur Hausnummer 510 (Länge etwa 370 m). Dieser Bereich wird in Zusammenarbeit mit der SEH im nächsten Jahr gemeinsam ausgeschrieben und in der ersten Jahreshälfte 2017 hergestellt. Die notwendigen Kanalbauarbeiten der SEH dauern in diesem Abschnitt ca. 8 Wochen.

Der Kfz-Verkehr kann in dieser Zeit mit einer Ampelregelung aufrechterhalten werden. Für die anschließende Fahrbahnerneuerung muss die Sodinger Straße in diesem Bereich ebenfalls 1 Woche voll gesperrt werden.

 

 

 

 

  1. Umleitung

 

Für die notwendigen Vollsperrungen der Bauabschnitte muss der Verkehr großräumig umgeleitet werden. Dafür wird der Autobahnverkehr im 1. BA über die Anschlussstelle A42 Herne-Horsthausen und die Von-Waldthausen-Straße geführt. Der städtische Verkehr Richtung Industriegebiet wird frühzeitig auf die Sperrung hingewiesen. Die Umleitung erfolgt über den Hölkeskampring oder die Castroper Straße und die Von-Waldthausen-Straße.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat

 

 

 


Anlagen:
 

-            Übersichtplan (aus Stadtplan)

-            Lageplan Sodinger Straße (M 1/1000)

-            Lageplan Haltestelle „Lütge Bruch“ (M 1/250); Planungsstand: 25.08.2016

 

        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Übersichtsplan Sodinger Str (221 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 2016-08-25_Sodinger Straße - Deckenerneuerung-u-HS-1000 (598 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich 2016-04-19_E_Lütge Bruch-LP_250 (735 KB)