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Vorlage - 2016/0760  

Betreff: Interkommunales, integriertes Handlungskonzept (IHK) Emscherland 2020 der vier Städte Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten und der Emschergenossenschaft (EGLV)
hier: Beschluss für das "IHK Emscherland 2020"
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Kuhl
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Säger, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
03.11.2016 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
09.11.2016 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
10.11.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
16.11.2016 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
22.11.2016 
des Haupt- und Personalausschusses geändert beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
29.11.2016 
des Rates der Stadt geändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

  Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 1111

Bez.: Grundstücksverkehr

Nr. 2

Zuwendungen und Allgemeine Umlagen

 

Nr.: 14

Bilanzielle Abschreibungen

 

     2018     22.400 € /p.a.

 

 

 

     2018     -32.540 €/p.a.   

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 5501

Bez.: Bereitstellung von Grün- und Freiflächen

Nr. 2

Zuwendungen und Allgemeine Umlagen

 

Nr.: 14

Bilanzielle Abschreibungen

 

2020      65.925 € /p.a.

 

 

 

2020     -73.250 €/p.a.   

 

 

 

 

 

 

 

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.250503

Generalsanierung

Galerie Strünkede

Nr.: 1

Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen

 

Nr.: 8

Auszahlung für Baumaßnahmen

 

2017             640.000 €

2018             480.000 €

 

 

2017            -800.000 €

2018            -600.000 €

 

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.550136

Emscherland 2020

Nr.: 1

Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen

 

 

Nr.: 8

Auszahlung für Baumaßnahmen

 

2017             76.500 €

2018           558.000 €

2019        1.440.000 €

2020      1.350.0000 €

2021           270.000 €

 

2017            -85.000 €

2018          -620.000 €

2019       -1.600.000 €

2020       -1.500.000 €

2021          -300.000 € 

                                                         


Beschlussvorschlag:
 

1.Der Rat der Stadt Herne beschließt das vorliegende Interkommunale Integrierte Handlungskonzept (IHK) „Emscherland 2020“ in der Fassung vom … als strategisches Rahmenkonzept.

 

2.Der Rat der Stadt Herne begrüßt das gemeinsame Vorhaben der Städte Herne, Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel, sich mit dem im IHK Emscherland 2020 enthaltenen strategischen Gesamtkonzept zur Grünen Infrastruktur und den damit verbundenen Projektvorschlägen und Maßnahmen um Mittel aus dem Förderaufruf „Grüne Infrastruktur NRW“ zu bewerben.

 

3.Der Rat der Stadt Herne beschließt das Kosten- und Finanzierungskonzept für die  auf seinem Stadtgebiet vorgesehenen investiven Maßnahmen. Für den Fall, dass das die Geschäftsstelle „Grüne Infrastruktur NRW“ beratende Gutachtergremium das IHK Emscherland 2020 für eine Förderung vorschlägt und der Interministerielle Arbeitskreis auf der Basis der Empfehlung dieses Gutachtergremiums Maßnahmen auswählt und beschließt, bemüht sich die Stadt Herne bei den jeweiligen Projekten  auf ihrem Stadtgebiet um einen Zugang zur Förderung, zu der sie einen 10%igen Eigenanteil beizusteuern beabsichtigt.

                                                          


Sachverhalt:
 

1.Der Emscher-Umbau auf der Zielgeraden – Präsentation der Schlussphase

 

Ende 2020 wird das Hauptanliegen des Emscher-Umbaus, die Befreiung der Emscher und ihrer Nebenläufe von Schmutzwasser, weitestgehend erreicht sein. Damit schwenkt das bedeutendste Infrastrukturprojekt des Strukturwandels der Montanregion an der Emscher nun auf die Zielgerade ein. In einer Generationenaufgabe wurde unterirdisch ein hochmodernes und technisch innovatives Netz aus annähernd 350 km Abwasserkanälen errichtet. Oberirdisch werden die bisherigen offenen Schmutzwasserkanäle umgestaltet und ihre eigendynamische ökologische Entwicklung initiiert. Wichtige und unverzichtbare Bestandteile des Emscher-Umbaus sind große, dezentrale biologische Klärwerke, technische und landschaftliche Hochwasserschutzanlagen, Pumpwerke, Regenwasserrückhaltebecken und Vorrichtungen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die Bachläufe mit ihrem dann sauberen Wasser führen mitten in die Emscher-Städte. Sie leisten mit ihren begleitenden Wegen einen Beitrag zur Klimaverbesserung und zur Lebensqualität. Damit gewinnen die Emscher und ihre Zuflüsse an Bedeutung als gestaltende Strukturen in den Städten und als Erholungs- und Erlebnisräume für die Menschen in der freien Landschaft.

 

Von dem Transformationsprozess können vor allem die bisher sozial benachteiligten Stadtteile an der Emscher und an ihren Nebenläufen profitieren. Die Gewässerumgestaltung schafft wichtige Voraussetzungen für den Wohnungsbau sowie für die Ansiedlung neuer auf die Zukunft ausgerichteter Produktionsstätten. Kommunal- und Regionalpolitik, Kommunalverwaltungen und Privatunternehmen haben die Chance, die Potentiale des Emscher-Umbaus zu nutzen, Komplementärprojekte zur Stadtteilaufwertung zu entwickeln und zu realisieren. Es gilt, den Mehrwert des wasserwirtschaftlichen Großprojekts für die Lebensqualität in den Städten an der Emscher auch in den Kontext der Stadt- und Freiraumentwicklung zu stellen. wichtige Kommunikationsaufgabe in Zusammenhang mit der Erfüllung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Das Rückgrat dafür bietet die „blau-grüne“ Infrastruktur des abwasserfreien Emscher-Systems und seinen Ufer begleitenden Fluss-Promenaden

 

 

 

2.Interkommunale Kooperation für die räumliche Entwicklung an der Emscher

 

Im September 2015 hatte sich die Emschergenossenschaft gemeinsam mit den vier Städten Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten um die Ausrichtung einer Landesgartenschau „Emscherland 2020“ beworben. Die interkommunale Gartenschaubewerbung hat zwar keinen Zuschlag erhalten, aber das inhaltliche und strategische Konzept wurde von den beiden federführenden Landesministerien, MKULNV und MBWSV, sehr positiv bewertet. Deshalb wurden die vier Kommunen und die Emschergenossenschaft ermutigt, ihre enge  interkommunale Zusammenarbeit fortzusetzen, die Projekte der Gartenschaubewerbung zu priorisieren und zu qualifizieren, um Förderung dafür einzuwerben. Grundlage und Voraussetzung für die Erschließung möglicher Förderkulissen ist ein Integriertes Handlungskonzept. Deshalb haben die vier Kommunen und die Emschergenossenschaft von Januar bis Oktober 2016 an einem interkommunalen, integrierten Handlungskonzept (IHK) „Emscherland 2020“ gearbeitet.

 

Zur Unterstützung bei der Bearbeitung wurde das Planungsbüro Schulten – Stadt- und Raumentwicklung aus Dortmund beauftragt. Aufgabe des Büros ist es, sämtliche projektrelevanten Informationen aus der Landesgartenschau-Bewerbung entsprechend den formalen Vorgaben für ein integriertes Handlungskonzept zu strukturieren und auf Basis vorliegender Informationen zu qualifizieren. Hierbei war der erste Schritt ein eingehendes Screening aller bereits vorhandenen Projektideen, Konzepte und Planungen. Vorhandene Unterlagen wurden analysiert und bewertet, anschließend kommunale und sektorale Planungen zusammengeführt und in einem integrierten, gemeinsam getragenen Konzept gebündelt. Ebenfalls wurden Arbeitsgruppen und Workshops mit Auftraggebern und kommunalen Vertretern zum Ergänzungs- und Qualifizierungsbedarf der Projekte für das Handlungsprogramm durchgeführt. Die Leitidee des IHK Emscherland 2020 und die dazu gehörigen Projekte und Maßnahmen haben die vier Kommunen und die Emscher Genossenschaft erarbeitet. Im Ergebnis entsteht ein stringentes, pointiertes und mit Kosten hinterlegtes interkommunales, integriertes Handlungskonzept ‚Emscherland 2020‘, das die Projekte in einen nachvollziehbaren Kontext zu den Zielsetzungen des EFRE-Förderaufrufs „Grüne Infrastruktur NRW“ sowie des Förderaufrufs „Starke Quartiere – Starke Menschen“ setzt. Insofern betritt das IHK „Emscherland 2020“ in mehrfacher Hinsicht Neuland:

 

-es ist interkommunal.

 

-Es zielt auf eine Bündelung zweier EFRE / ESF-Förderkulissen und folgt mit diesem wirklich integrativen Ansatz einer wichtigen Zielsetzung der EU-Förderperiode 2015 bis 2020.

 

-Es ist eines der ersten IHK’s für das Einwerben von Mitteln aus dem Förderaufruf ‚Grüne Infrastruktur NRW‘.

 

 

 

 

3.„Emscherland 2020“-Strategie der Städte Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten

 

Mit dem interkommunalen, integrierten Handlungskonzept „Emscherland 2020“ bewirbt sich die Emschergenossenschaft gemeinsam mit den Städten Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten auf den Förderaufruf der ‚Grünen Infrastruktur NRW‘ beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV). Ziel ist es darüber hinaus, mit den Maßnahmen des Städtebaus, der gesellschaftlichen Beteiligung sowie der Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung auch Zuwendungen anderer Ressorts, wie des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk (MWEIMH) und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) einzuwerben. Damit wird der Zielsetzung, mit grüner Infrastruktur auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Prävention zu leisten, Rechnung getragen. Dem Rat der Ministerien folgend, wurden die bestehenden Projekte aus der Landesgartenschau-Bewerbung nicht nur in diesem Sinne qualifiziert. Auch die in den Städten bestehenden Projekt- und Förderkulissen wurden konkretisiert, räumlich erweitert, bewusst um landschaftlich geprägte Räume ergänzt und zu einer gesamträumlichen Gebietskulisse zusammengeführt. Mit dem Neuzuschnitt der bestehenden Gebietskulissen soll ein lückenloses, die Stadtgrenzen übergreifendes Fördergebiet entstehen, das sich von administrativen Grenzen löst und so einen Zugang zu sonst unzugänglichen Räumen und Förderkulissen erschließt. Den Städten ermöglicht dies auch, Kommunen übergreifende Projekte und solche Maßnahmen in das IHK einzusteuern, die nicht in der Förderkulisse der Städtebauförderung und der sozialen Stadt liegen.

 

Das IHK Emscherland 2020 stellt als kommunenübergreifende Handlungsstrategie ein Pilotprojekt dar. Dieses interkommunale Konzept der vier Kommunen in den Folgejahren zu erweitern und eine gesamträumliche Förderkulisse für das gesamte Emschertal zu schaffen, ist eine wichtige Voraussetzung einer Gesamtpräsentation des Emschertals als regionales Vorhaben in der Schlussphase des Emscher-Umbaus. Als Grundlage hierfür soll im November eine Kooperationsvereinbarung aller Emscher-Kommunen mit dem Ziel „Gemeinsam für Emscher unterzeichnet werden. Die Kristallisationspunkte kleiner und großer Projekte sind die Schaufenster des Wandels. Sie sind eine gemeinsame Leistung aller Emscherkommunen und des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Das IHK „Emscherland 2020“ fokussiert sich auf den Ausschnitt des 18 Kilometer langen Abschnitts der Emscher zwischen Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten, der sich mit der Kulisse der Bewerbung um die Landesgartenschau Emscherland 2020 deckt. Aufgrund seiner Themenvielfalt aus der Wasserwirtschaft, Gewässerökologie, Stadt- und Landschaftsentwicklung bietet sich dieses Schaufenster exemplarisch für die Veranschaulichung der Komplexität des strukturellen Wandels im Emschertal an. Die vier Kommunen übernehmen insofern eine Vorreiterrolle im Einzugsgebiet der Emscher. Die in das IHK eingebrachten Projekte sind das Grundgerüst der Emscherland-Konzeption. Es kann nach und nach durch weitere Maßnahmen ergänzt werden und leitet auf diese Weise weitere Entwicklungen der Emscherregion ein.

 

4.„Emscherland 2020“-Konzeption

 

Nach wie vor besteht die Gebietskulisse der Emscherland-Konzeption aus drei großen Entwicklungsräumen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, die sich entlang der Emscher von Castrop-Rauxel bis Herten aufreihen.

 

-Recklinghausen / Castrop-Rauxel: Wasser – Landschaft

-Herne / Recklinghausen: Übergänge / Transformation

-Herten / Herne: Wege zum Wasser

 

Die im Rahmen der Landesgartenschau-Bewerbung ursprünglich als Kernfläche ausgewiesene Fläche am Wasserkreuz auf Recklinghäuser Stadtgebiet soll nun als Natur- und Wasser-Erlebnispark hergerichtet werden. Die etwa 28 Hektar große und ursprünglich für eine ökologische Entwicklung der Auen am Suderwicher Bach erworbene Fläche im Eigentum der Emschergenossenschaft eignet sich aufgrund ihres guten Zuschnitts, ihrer Nähe zu den dicht besiedelten und sozial benachteiligten Stadtteilen Ickern, Habinghorst, Henrichenburg, König-Ludwig, Grullbad und Hochlarmark sowie der guten Erschließung und Zugänglichkeit für einen Kommunen übergreifenden Stadtpark. Im Sinne einer integrierten Herangehensweise sollen existierende bürgerschaftliche Initiativen, etwa des Heimat- und Umweltschutzes oder der lokalen Umwelt-, Garten-, Imkerei- und Heimat- und Kulturvereine, bei der Ausgestaltung des Parks berücksichtigt werden. In einem ersten Schritt haben Jugendliche in einer interkulturellen Zusammensetzung von etwa 20 Nationalitäten das Konzept für einen solchen Park entworfen und die Handlung eines Romans in diesen fiktiven Park gelegt. Partizipation und Teilhabe bei der Gestaltung und auch bei der Nutzung des Parks spielen eine wichtige Rolle, ebenso die Naturbegeisterung, das Naturerlebnis und die Naturschutzbildung. Im Kontext der regional-historischen Verwurzelung der an der Schnittstelle zwischen Castrop-Rauxel und Recklinghausen gelegenen Fläche bieten sich für einen solchen Mitmachpark auch traditionelle historische und ökologische Landbewirtschaftungsformen, etwa des Bauern- und Färbergartens, des Streuobstanbaus oder historischer Nutztierhaltung (wie der Bienenhaltung und der Beweidung durch Wildpferde), des Weinbaus als Bestandteil einer ökologischen Landschaftsentwicklung an. Insofern leistet der Natur- und Wasser-Erlebnispark einen Beitrag zur Biodiversität und zu naturbasierten Ökosystemleistungen. Dieser Mitmachpark bietet darüber hinaus die Möglichkeit der Bildung für nachhaltige Entwicklung, für Qualifizierung und Beschäftigung.

 

An der Nahtstelle der Kommunen Herne, Recklinghausen und Herten mündet im Westen der Gebietskulisse des ‚Emscherlandes‘ die Emscher-Promenade in das ‚Emscherportal Herne‘ auf der Fläche der ehemaligen Kläranlage. Seit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 baut die Emschergenossenschaft gemeinsam mit den angrenzenden Kommunen das Klärwerk zu einem kulturellen Lernort um. Diese Achse der grünen Infrastruktur, der naturbasierten Ökosystemleistungen sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Beschäftigung stellt das Kernelement der Emscherland-Konzeption dar. In Verbindung mit den weiteren Emscherland-Projekten wird eine ganzheitliche und integrierte Entwicklung angestrebt, die einen Mehrwert für die einzelnen Kommunen schaffen soll. Einen wichtigen Baustein der Grünen Infrastruktur bildet das „Blau-Grüne Band“ an der Emscher und aus den Städten heraus zur Emscher.

 

Herten profitiert insbesondere von den Anbindungen der Stadt sowie der Halde Hoheward an die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal. Der AktivLinearPark von der Halde Hoheward zur Emscher – den Auftakt-Ost in Recklinghausen-Hochlarmark tangierend – soll als durchgängige Fuß- und Radwegeverbindung zu den Gewässern ausgebaut und mit Aufenthaltsbereichen ausgestattet werden. Die Reaktivierung des Tunnels unter der Halde Hoheward ermöglicht die direkte Verbindung zwischen der „Allee des Wandels“ und dem AktivLinearPark. Die langfristige Unterhaltung ist in Verbindung mit der Weiterentwicklung des Emscher Landschaftsparks  gesichert. Die Bedeutungsvielfalt der Grünen Infrastruktur in Verbindung mit dem Emscher-Umbau und der Ausrichtung städtebaulicher und freiräumlicher Maßnahmen auf den Klimawandel und die Klimaanpassung spiegelt sich beispielhaft in dem Pilotprojekt „Wasser in der Stadt von morgen“ in der Stadt Herten wieder. Es kann Vorbildfunktion für weitere Kommunen übernehmen. Ergänzt wird das städtebaulich-freiräumliche Konzept der drei Kommunen Recklinghausen, Herne und Herten durch zusätzliche Rad- und Fußwege-Verbindungen zum Wasser. Dazu gehören die Emscherwege „Schellenbruchgraben“ und „Alte Bahntrasse“. Im Zuge des Emscherumbaus werden die Unterführungen „Cranger Straße“ und „Ewaldstraße“ hergerichtet, die die Durchgängigkeit der Emscherpromenade gewährleisten. Zur Anbindung der Stadt Herne an den Rhein-Herne-Kanal und zur städteübergreifenden Vernetzung sieht die planerische Konzeption zusätzliche Brückenbauwerke vor. Ein weiterer Mehrwert besteht in der Schaffung einer durchgängigen Verbindung zwischen dem Schloss Herten, der Halde Hoheward und dem Schloss Strünkede.

 

Für Herne besteht der Mehrwert insbesondere in der Schaffung einer Verbindung zwischen dem Schloss Herten, der Halde Hoheward und dem Schloss Strünkede sowie in der Transformation von Teilflächen entlang der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals, wodurch die Stadt ein neues Gesicht am Wasser erhält. Zur städteübergreifenden Vernetzung zwischen Herne und Recklinghausen sind neue Brückenbauwerke über Emscher und Rhein-Herne-Kanal sowie eine Erneuerung bestehender Brückenschläge vorgesehen. Darüber hinaus soll mit der Verbindung der beiden über 100 Jahre alten Kleingartenanlagen Herne-Baukau und Herne-Nord die zwischen den insgesamt 116 Gärten liegende Fläche zu einer Streuobstwiese umgestaltet und als Parkanlage hergerichtet werden. Mit diesem ergänzenden Baustein wird die Lücke zwischen den Kleingartenanlagen geschlossen und die Stadt an die Gewässerufer angebunden. Die Fläche ist in öffentliche Kleingartenanlagen integriert, wodurch ihre nachhaltige Pflege und Entwicklung gesichert ist. Die Nachnutzung des ehemaligen Klärwerks Herne der Emschergenossenschaft wird als Verbindungselement der drei Städte Herne, Recklinghausen und Herten seit mehreren Jahren als kultureller Standort entwickelt und gepflegt.

 

In Recklinghausen besteht der Nutzen von Emscherland 2020 vor allem darin, neue Übergänge zwischen der Stadt und der Emscher sowie der Landschaft und der Emscher zu schaffen. Dazu sollen bestehende Wegeverbindungen aufgewertet und die beiden Brückenbauwerke „DEUMU-Gelände“ und „Holzbrücke“ am Südfriedhof erneuert werden. Mit dem 2-fachen Brückenschlag im Bereich der DEUMU über die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal wird nicht nur die Emscherinsel erreicht, sondern darüber hinaus eine Verbindung nach Herne geschaffen. Neben der bereits erwähnten Wegeverbindung von der Emscher über den AktivLinearPark zur Halde Hoheward und zu den Schlössern Herten und Strünkede wird es außerdem über den Rad- und Fußweg von der Emscher über den Südfriedhof bis nach Norden zur Trabrennbahn eine Aufwertung der Wegeverbindung geben. Somit entsteht eine Vernetzung mit dem umgestalteten Gelände der ehemaligen Trabrennbahn bis zur Innenstadt. Im Bereich der Halde Hestermann erfüllt der Rad-und Fußweg auf der ehemaligen König-Ludwig-Trasse dieselbe vernetzende Funktion. Bespielt durch die Aufstellung bergbauhistorischer Exponate wird entlang dieser Trasse die Geschichte des Bergbaus vermittelt. Die Halde Hestermann sowie Siedlungsbereiche entlang der Merveldtstrasse oder im Bereich  des Hamsterweges sollen als benachteiligte und stigmatisierte Stadtteile zur Wohnumfeldverbesserung, energetischen Sanierung und Aufwertung vorgesehen werden. Der Bereich der Grabeländer auf der Halde Hestermann soll geordnet werden und durch die Neugestaltung der Entrées zum grünen Haldenbereich attraktiviert und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Im Stadtgebiet von Recklinghausen an der Grenze zu Castrop-Rauxel entsteht als Kommunen übergreifendes Projekt der bereits beschriebene Natur- und Wasser-Erlebnis-Park realisiert werden. Die Flächen gehören der Emschergenossenschaft. Die künftige Pflege und Entwicklung des Parks soll durch das von der  Emschergenossenschaft koordinierte Kooperationskonzept zur Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung nachhaltig gesichert werden. Die Brandheide trägt durch das Beweidungsprojekt und die Schaffung von „Natur- und Sukzessionsflächen“ der Umweltbildung und der Biodiversität Rechnung. Mit der geplanten Emscher-Promenade wird eine durchgängige Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Herten und Castrop-Rauxel geschaffen, die Recklinghausen hervorragend an den Park anbindet.

 

 

Für Castrop-Rauxel steht die Aufwertung der Flächen am Wasserkreuz im Vordergrund. Die Teilflächen, die sich durch den Umbau des Wasserkreuzes ergeben haben, sollen einer städtebaulich-freiräumlichen Nutzung zugeführt und mit dem Stadtraum verknüpft werden. In diesem Zusammenhang ist ein Wunsch der Stadt Castrop-Rauxel, mit dem „Sprung über Emscher und Rhein-Herne-Kanal“ einen Brückenschlag über beide Gewässer zu realisieren. Damit können die dicht besiedelten Stadtteile Henrichenburg, Habinghorst und Ickern an den Natur- und Wasser-Erlebnis-Park angebunden werden. Zu diesem Park gehören die Emscher-Terrassen, eine etwa 8 Hektar große Freifläche zwischen Emscher und Kanal, die im Zuge des Emscherland-Projektes zu einer attraktiven Sonnen-Terrasse umgestaltet werden soll. Am Südhang der Terrassen ist als ein Beitrag zur Qualifizierungs- und Beschäftigungskonzeption mit Hilfe naturbasierter Ökosystemleistungen Weinanbau möglich. Inmitten des Parks am Wasserkreuz soll zudem ein Informationsstützpunkt zu wasserwirtschaftlichen Themen sowie ein Besucherschacht realisiert werden. Die Stadt Castrop-Rauxel hat angeregt, mit einem gläsernen Schacht den unterirdischen Emscher-Abwasserkanal erlebbar zu machen.

 

 

 

5.Weitere Hintergrundinformation: Internationale Gartenbauausstellung  (IGA) 2027

 

Der Regionalverband Ruhr hat am 27.09.2016 seine Bewerbung um die IGA 2027-Bewerbung an die Deutsche Bundesgartenschau GmbH und ihren Verwaltungsrat übergeben.

Das Konzept zeichnet sich durch seine mehrdimensionale Betrachtungsweise aus. Die Konzeption sieht drei Strukturebenen vor: Dein Garten, Unsere Gärten, Zukunftsgärten. Auf der ersten und kleinsten Ebene „Dein Garten“ sollen vor allem bürgerschaftliche Initiativprojekte sowie bottom-up-Projekte Berücksichtigung finden. Diese Ebene soll in erster Linie zivilgesellschaftliche Akteure ansprechen. Die mittlere Ebene „Unsere Gärten“ soll in Kooperation zwischen dem IGA-Team und den Kommunen mit IGA-Themen aufgeladen werden.  Auf dieser Ebene finden sich auch die vielen vorhandenen attraktiven Parks und Gärten in den Städten wieder. „Unsere Gärten“ sieht auch Previews als zeitliche Vorboten vor. Die dritte Ebene „Zukunftsgärten“ bezieht sich auf die Kernräume der IGA 2027. Hier finden repräsentative Großprojekte Berücksichtigung. Durch die drei Ebenen erhält die IGA einen nahezu flächendeckenden Charakter.

 

Nach derzeitigem Stand sollen die fünf zunächst angedachten Hauptstandorte der IGA auf drei zentrale Zukunftsgärten im Westen, im Osten und in der Mitte des Verbandsgebietes reduziert sowie um zwei Themen bezogene Schwerpunkträume ergänzt werden. Der RVR erwägt, in der Kategorie der Zukunftsgärten  den Wasser- und Natur-Erlebnis-Park zu einem der drei Hauptstandorte für die IGA 2027 zu machen. Das Beratungsgremium der deutschen Bundesgartenschau GmbH, welches über die Vergabe der IGA 2027 entscheidet, war sehr beeindruckt von dem vielschichtigen und nachhaltigen IGA-Konzept.  Im Falle eines positiven Entscheids würden die beiden Projekte „IGA 2027“ und „Emscherland 2020“ damit zukünftig noch stärker miteinander vernetzt, als es zurzeit durch die intensive Kooperation der beiden Verbände im Zusammenspiel mit den Mitglieder-Kommunen ohnehin bereits der Fall ist. Die Emscherland 2020-Konzeption stellt damit das Grundgerüst für einen der IGA-Zukunftsgärten und damit einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur IGA 2027 dar.

 

 

 

6.Maßnahmen der Stadt Herne und finanzielle Auswirkungen

 

Die Stadt Herne plant im Rahmen dieses Programmes die nachfolgenden Einzelmaßnahmen:

 

-Verbindung Kleingartenanlagen/Obstwiese/Parkanlage

 

-Sprung über den Kanal – Neue Brücke Kleingärten

Sprung über den Kanal – Neue Brücke DEUMU

 

-Verbindung Schloss Herten – Schloss Strünkede

 

-Galerie Strünkede – Villa Forell

 

-Die Kosten für alle Herner Maßnahmen belaufen sich auf geschätzte 5.505.000 €. Bei einer zu erwartenden Förderquote von 90 % verbleibt ein Eigenanteil von 10 % = 550.500 €.

 

Die entsprechende Änderung des Haushaltsplanentwurfes 2017 ist veranlasst worden. Der Eigenanteil der Stadt Herne wird durch Verschiebungen von investiven Maßnahmen kompensiert.

 

Zur Umsetzung der Maßnahmen des IHK ist es erforderlich, dass zwischen den beteiligten Kommunen und der Emschergenossenschaft eine vertragliche Vereinbarung geschlossen wird.

 

Der  Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

 

 

Dr. Klee

                                                         


Anlagen:
IHK Emscherland 2020                                                       

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich ssr_ihk Emscherland 18102016 (21096 KB)