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Vorlage - 2017/0208  

Betreff: Bauliche Schutzmaßnahme und Erweiterung für das Shoah Mahnmal
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Graeve
Federführend:Gebäudemanagement Herne Beteiligt:FB 32 - Kultur
Bearbeiter/-in: Tuttas, Claudia   
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
21.03.2017 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte geändert beschlossen   
Kultur- und Bildungsausschuss Vorberatung
21.03.2017 
des Kultur- und Bildungsausschusses geändert beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
21.03.2017 
des Haupt- und Personalausschusses geändert beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
28.03.2017 
des Rates der Stadt geändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

Produkt

Maßnahme

Auszahlung

Nr.:1102

Bez.:Repräsent., Städtepart.,  intern. Beziehgn.

Nr.:7.110201

Allgemeine Vermögensgegenstände > 410 €

-235.000  €

                                                                                   


Beschlussvorschlag:
 

Der Rat der Stadt beschließt, den baulichen Schutz für das Shoah Mahnmal und die damit verbundene künstlerische Erweiterung des Mahnmals umzusetzen.

Der Glasokular-Stein erhält eine Schutzhülle aus Baubronze.

                                                                                   


Sachverhalt:
 

Im Frühjahr 2014 wurde das Shoah-Mahnmal der Stadt Herne von unbekannten Tätern mehrmals verunreinigt und stark beschädigt. Durch die Farb- und Kunstharzanschläge in unterschiedlicher Qualität und mittels Einwirkung stumpfer Gewalt wurden Betonteile und Glasokulare zerstört.

Im Herbst/Winter 2014 sind die Spuren der Beschädigungen beseitigt worden. Der Stein mit den Glasokularen wurde vollständig saniert. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (in Herne: Shoah-Gedenktag), 27. Januar 2015, konnte das sanierte Mahnmal wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Anschließend wurde das Mahnmal im Bereich des aufrechten Steins mit den Glasokularen durch eine vorübergehende bauliche Maßnahme (Denkmalschutzsystem) vor möglichen Beschädigungen geschützt. Zusätzlich ist die gesamte Anlage derzeit eingezäunt und verstärkt gesichert.

 

 

Ursprünglich hat der Rat der Stadt am 24. März 2015 (Vorlage-Nr. 2015/0155) auf Vorschlag der Künstler sowie des Architekten und des Gebäudemanagements Herne beschlossen, den vorgestellten „Lösungsansatz 2“ als dauerhafte, bauliche Schutzmaßnahme für das Shoah-Mahnmal umzusetzen. Dieser besagte, dass der Okular-Stein eine Glashülle erhalten sollte. Am 22. September 2015 wurde für diese bauliche Schutzmaßnahme die Baugenehmigung erteilt. Auf dieser Grundlage waren zusätzliche Maßnahmen (Zustimmung im Einzelfall für die nicht geregelte Überkopfverglasung) erforderlich.

 

Problemstellung:

 

Bei der Umsetzung der Glasvariante ergaben sich mehrere Detailpunkte, bei denen sicherheitsrelevante Bedenken nur mit Beeinträchtigung der Wirkung des Mahnmals zu lösen waren. Des Weiteren verdeckte das Glastragwerk den Blick auf die Okulare, da die Glastüren hauptsächlich verschlossen bleiben sollten. Dies führte dann bei den Künstlern zu einer Ablehnung der zuvor beschlossenen Glasvariante.

 

Im Frühsommer 2016 fand ein gemeinsamer Termin mit den Künstlern, dem zuständigen Architekten sowie der Stadtverwaltung statt. Durch die Zusage der Stadtverwaltung, das Mahnmal täglich zu öffnen und bei Einbruch der Dunkelheit wieder zu verschließen, wurde der bauliche Schutz bei den Künstlern neu überdacht.

 

Lösungsvorschlag:

 

Der vorgelegte Entwurf (Anlagen 1 – 2) besagt, dass das Mahnmal um die Fläche der seitlich geöffneten Hülle erweitert wird. Als Material für diese Hülle haben die Künstler „Baubronze“ gewählt. Dieses Material harmoniert mit der Farbgestaltung des Mahnmals und betont dessen besonderen Status. Die Verbindung der zwei Flügel durch die „Nahtstelle“ intensiviert den narrativen Kontext zu dem Gesamtprojekt, das sich über die gesamte Stadt erstreckt.

 

Die Metalloberfläche ist in zwei Varianten geplant:

 

  • als stilistisch aufgearbeitete Ortsmerkmale (kartographische Darstellung) der Orte des Gedenkens in Herne und Wanne-Eickel durch eine Gravur, wobei weitere Erinnerungsorte und Gedenkstätten, die Ende 2017 in zwei Stadtbezirken aufgestellt werden, zu berücksichtigen sind,
  • als plane Fläche mit Aufteilung durch die horizontalen Linien der Plattenfugen.

 

Die Oberfläche aus Metall ist beständiger gegen stumpfe Gewalteinwirkung als die ursprünglich beschlossene Glasvariante und kann mit geringem Aufwand morgens und abends durch den Hausmeisterdienst des Kulturzentrums geöffnet bzw. geschlossen werden. Am Wochenende kann unter anderem auch der Kommunale Ordnungsdienst den Schließdienst wahrnehmen.

Weiterhin soll die Schutzhülle eine Alarmierungseinheit erhalten, die sowohl einen Alarm an eine ständig besetzte Leitstelle sendet, als auch vor Ort technische Maßnahmen auslöst (Flutlicht, Sirene o.ä.).

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

 

Mit der überarbeiteten Konzeption haben die Künstler eine Lösung vorgelegt, die sämtliche Kritikpunkte an der Glasvariante in Punkto Sicherheit ausräumt. Zudem ist die Metallhülle ein widerstandsfähiger Schutz gegen stumpfe Gewalt und stellt zudem auch eine weitere künstlerische Komponente einer Erinnerungskultur dar.

 

 

Unter Berücksichtigung aller Faktoren stellt die jetzt von den Künstlern vorgeschlagene Erweiterung des Mahnmals eine sowohl von Künstlern, Historikern als auch Architekten als gut bewertete Lösung dar. Die Aussage des Mahnmals wird erweitert. Der Stein und die Okulare werden von einer Schutzhülle umgeben. Alarmierungssysteme sollen abschrecken und die Reaktionszeit für die Einsatzkräfte optimieren.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Gesamtaufwendungen belaufen sich auf 235.000 Euro zur Umsetzung der dargestellten Schutzmaßnahmen (siehe Anlage 3). Diese Summe soll durch Reduzierung/Einsparung von übertragenden Auftragsmitteln an das GMH finanziert werden.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

 

Dr. Klee 

Stadtdirektor

 


Anlagen:
 

1. Bilder Shoah-Mahnmal 

2. Präsentation

3. Kostenübersicht                                                                                 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Fotos Baubronze (1496 KB)      
Anlage 4 2 öffentlich Praesentation_22022017_02 (1965 KB)      
Anlage 5 3 öffentlich 170309_Kostenübersicht_Baubronze (104 KB)