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Vorlage - 2017/0224  

Betreff: Sachstand Projekt "Integration von Neuzugewanderten"
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Frau Kruse
Federführend:Büro Dezernat III Bearbeiter/-in: Rduch, Regina
Beratungsfolge:
Kultur- und Bildungsausschuss Entscheidung
06.04.2017 
des Kultur- und Bildungsausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachstand Projekt „Integration von Neuzugewanderten“

 

 

  1. Ausgangslage und aktuelle Daten

 

1.1 Bedeutung Integration

Die Integration neuzugewanderter Menschen ist eine zentrale, voraussichtlich langfristige Zukunftsaufgabe. Angesichts der hohen Zahlen an Personen, die aufgrund vor Krieg, Gewalt, Verfolgung und Armut in den letzten drei Jahren nach Herne gekommen sind, wird deutlich, wie wichtig es ist, gerade die erste Zeit nach der Ankunft und die kommenden Jahre intensiv zu nutzen und Strukturen zu schaffen, die eine Integration in die Gesellschaft ermöglichen.

 

Anders als in den Jahrzehnten der Arbeitskräfteanwerbung setzt sich die neue Zuwanderung multi-ethnisch und multireligiös zusammen. Eine Vielzahl von Menschen hat die Flucht völlig unvorbereitet angetreten und taucht mit ihrer Ankunft in den Aufnahmeländern in eine unbekannte Welt und Kultur ein. Kenntnisse über die deutsche Gesellschaft, ihre Werte und Regeln des Zusammenlebens fehlen hier vielfach. In dieser Situation übertragen sie die von ihnen mitgebrachten Werte und Verhaltensmuster auf das hiesige Leben, was häufig zu Unverständnis bei der Aufnahmegesellschaft führt.

 

Es ist davon auszugehen, dass eine Rückkehr einer Vielzahl der nach Herne kommenden Menschen auf absehbare Zeit und auf Dauer nicht möglich sein wird, sodass sie auf unbestimmte Zeit hier verbleiben und integriert werden müssen. Daraus entsteht die Verpflichtung für unsere Gesellschaft – auch bei oftmals unklarer Bleibeperspektive – die Menschen dabei zu unterstützen, in Deutschland ein selbstbestimmtes, von Transferzahlungen unabhängiges Leben zu führen. Neben dem Gewähren von Integrationschancen ist es gleichzeitig unabdingbar, eigene Integrationsbemühungen von den Zuwanderern zu fordern. Wesentlich sind Hilfen zur Selbsthilfe, damit sie sich aktiv über Angebote zum Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache, zum Kennenlernen der deutschen Kultur und zur Begegnung, zur Qualifizierung, zur Beschäftigung auch während des Asylverfahrens informieren und sie nutzen können.

 

Wichtig ist ferner, Grundkenntnisse der deutschen Geschichte, des Staatsaufbaus, des Werte- und Demokratieverständnisses (v.a. auch Gleichberechtigung, Toleranz, Religionsfreiheit) sowie Wissen über das Alltagsleben in Deutschland mit seinen Regeln für ein störungsfreies Zusammenleben in der Nachbarschaft zu erlangen, um schnell in die Herner Stadtgesellschaft hineinwachsen zu können. Nach dem Prinzip des Förderns und Forderns sollten Integrationsangebote und -hilfen und Eigenverantwortlichkeit eng ineinander greifen.

 

 

1.2  Zielgruppen

 

Geflüchtete

Seit 2015 erfolgt eine verstärkte Zuwanderung von Menschen aus Kriegsgebieten sowie von Menschen, die aus Gründen von Verfolgung, Ausgrenzung und Armut aus ihren Ländern bzw. aus Krisengebieten fliehen. Derzeit leben ca. 5.800 Geflüchtete mit unterschiedlichem Rechtsstatus (siehe auch S. 4 Punkt 2.2 Zielgruppen des Projekts) in Herne. Mit weiteren Zuweisungen in diesem Jahr ist noch zu rechnen. Infolge der bereits durch die Auslandsvertretung genehmigten Anträge zur Familienzusammenführung werden ab 2018 voraussichtlich weitere Personen nach Herne zuziehen.

 

EU-Bürger aus Südosteuropa

Herne hat daneben insbesondere seit dem Wegfall der letzten Arbeitnehmerbeschränkungen für EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien in  2014 eine fast permanent steigende Zuwanderung aus diesen beiden Ländern erfahren. Aktuell (Stand: 28.02.2017) leben 2.855 Personen aus Rumänien und Bulgarien (Südosteuropa) in Herne. Mehr als zwei Drittel (1.940) der Personen stammen aus Rumänien. Viele von ihnen sind in ihren Herkunftsländern massiven Ausgrenzungen ausgesetzt und leben dort ohne Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheit und adäquatem Wohnraum. Sie verfügen bei ihrer Ankunft in der Regel über keine deutschen Sprachkenntnisse und keine nachweisbaren formalen Schul- und Berufsabschlüsse.

 

 

  1.                Projektstruktur und Verantwortung

 

Die Stadtverwaltung stellt sich der Zukunftsherausforderung der Integration der geflüchteten Menschen sowie Neuzugewanderten aus Südosteuropa. In 2016 erhielt Frau Stadträtin Thierhoff den Auftrag, Strukturen für das Gelingen einer systematischen Integration zu entwickeln. Daraufhin wurde für den Zeitraum von zunächst drei Jahren das Projekt „Integration von Neuzugewanderten“ eingerichtet.

 

Auf der Basis der zu entwickelnden Strukturen sollen allen bisher zugewanderten und den zukünftig nach Herne zuwandernden Menschen nachhaltig gute Chancen für eine erfolgreiche Integration geboten werden. Mit Abschluss der dreijährigen Projektlaufzeit sollen folgende Ziele erreicht sein:

 

  • In Herne bestehen zusammenhängende Strukturen und Maßnahmen zur systematischen Integration von Neuzugewanderten (Flüchtlinge und Menschen aus SOE). Die Handlungsfelder der Verwaltung sowie die der Akteure außerhalb der Verwaltung sind aufeinander abgestimmt.
  • Nachhaltige und effiziente Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen allen Akteuren in der Arbeit mit Neuzugewanderten sind aufgebaut.
  • Professionelle Strukturen und Ehrenamt sind sinnvoll und sich ergänzend miteinander verzahnt.
  • Ein Verstetigungskonzept zur dauerhaften Absicherung der entwickelten Strukturen liegt vor.

 

Die Ergebnisse des Projektes und im Prozess entwickelten Strukturen sollen letztendlich für alle nach Herne ziehenden Neuzuwanderer Verbesserungen schaffen und die Integration in die Stadtgesellschaft bestmöglich gewährleisten.

 


  2.1 Teilprojekte und inhaltliche Schwerpunkte

Die konkrete Arbeit an diesen Zielen wird über drei Teilprojektgruppen geleistet/koordiniert, die zu den drei als wesentlich erachteten Handlungsbereichen Soziale Integration, Berufliche Integration und Zivilgesellschaftliches Engagement eingerichtet worden sind:

 

 

TP I: Soziale und gesellschaftliche Integration

 

Leitung: Frau Dr. Frenzke-Kulbach (FB Kinder-Jugend-Familie), Frau Dr. Linthorst (FB Gesundheit)

 

Schwerpunkte:

  • Ankommen in Herne (Clearing, Orientierung, Tagesstruktur in der Gemeinschaftsunterkunft)
  • Formale Bildung für Kinder und Jugendliche (Kita und Schule) inkl. der Begleitung der Eltern in diesem Kontext
  • Gesellschaftliche Teilhabe  in den Feldern Freizeit/Kultur, Sport, Leben und Alltag, Gesundheit

 

Teilnehmende Institutionen: FB Bürgerdienste, Gleichstellungsstelle, FB Schule und Weiterbildung (Bildungsbüro, Schulamt für die Stadt Herne, Kommunales Integrationszentrum), FB Kinder-Jugend-Familie, FB Soziales, FB Gesundheit, FB Kultur, Koordinierungsstelle Südosteuropa, Dezernat 6 (Geschäftsführung Integrationsrat), AG Wohlfahrt, Stadtjugendring, Stadtsportbund, Externe Gesundheitsbereiche (Elisabeth-Gruppe und Ev. Krankenhausgemeinschaft), Leitung Teilprojekt 3, Pressebüro, Projektbüro, Büro Dez. III

 

 

TP II: Sprachliche und berufliche Integration

 

Leitung: Fr. Mühlenkamp (Leiterin Kommunales Integrationszentrum), Frau Neweling (Stabsstelle Arbeitsmarktintegration)

 

Schwerpunkte:

  • Clearing der Bildungsvoraussetzungen (schulische/berufliche)
  • Sprachkurse / Sprachförderung
  • Integrationskurse
  • Berufliche Orientierung, Vorbereitung, Qualifizierung
  • Aktivierung/ Vernetzung der Akteure des Arbeitsmarktes

 

Teilnehmende Institutionen:

Stabsstelle Arbeitsmarkt, FB Bürgerdienste, FB Schule und Weiterbildung (Schulamt für die Stadt Herne, Bildungsbüro, Bildungskoordination, Kommunales Integrationszentrum, VHS), FB Kinder-Jugend-Familie (Unbegleitete Minderjährige Ausländer), Agentur für Arbeit, Jobcenter, KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss), Leiter der Berufskollegs (Mulvany Berufskolleg, Emschertal Berufskolleg), Koordinierungsstelle Südosteuropa, Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, AG Wohlfahrt, AK Freie Träger Berufshilfe, Vertreter Jugendsozialarbeit, Deutsches Rotes Kreuz, Leitung Teilprojekt 3, Pressebüro, Projektbüro

 

 


TP III:  Koordination Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe

 

Leitung: Frau Tschöke, Herr Bodenschatz (Ehrenamtsbüro), Frau Müller (Ehrenamtskoordinatorin Caritas)

 

Schwerpunkte:

  • Aufbau einer abgestimmten Ehrenamtskoordination für Ehrenamtliche in diesem Handlungsfeld
  • Vernetzung von professionellen und ehrenamtlichen Strukturen
  • Qualifizierung von Ehrenamtlichen
  • Kontinuierliche professionelle Unterstützung des Ehrenamtes

 

Teilnehmende Institutionen:

Ehrenamtsbüro, FB Soziales, Ehrenamtskoordinatoren der freien Träger (Caritas, Eine Welt Zentrum, DRK), Ehrenamtliche (u.a. Ärzte, Vertreter des Projekts neubeginn.ruhr), Pressebüro, Projektbüro

 

 

Durch die Einbindung auch der verwaltungsexternen gesellschaftlichen Akteure in die Teilprojektgruppen ist gewährleistet, dass in allen Handlungsfeldern die jeweils Verantwortlichen in engem Austausch zusammenarbeiten. Diese Zusammensetzung stellt größtmögliche Abstimmung und Ressourcenschonung sicher. Dankenswerterweise sind viele externe Akteure der Einladung gefolgt und arbeiten aktiv in den Teilprojekten mit, sodass die Stadtgesellschaft eng eingebunden ist und das Projekt partizipativ entwickelt wird.

 

Zur Unterstützung der Projektstruktur wurde zum 01.10./1.11.2016 ein Projektbüro mit zwei Planstellen (Projektmanager/-in und Projektassistenz) eingerichtet.

 

Daneben sind eine begleitende Lenkungsgruppe sowie ein interfraktioneller Arbeitskreis zum Thema installiert worden, in denen regelmäßig über den Projektsachstand berichtet, Arbeitsergebnisse abgestimmt und Entscheidungen vorbereitet werden. (siehe Anlage 1 Projektstruktur)

 

Zur Initiierung und Förderung von Maßnahmen sowie zur Unterstützung der Projektarbeit (Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Infomaterial etc.) dient ein Verfügungsfonds, für den jährlich 200.000 € Haushaltsmittel bereit stehen. Er ermöglicht verwaltungsin- und -externen Akteuren, eine Projektfinanzierung für modellhafte sowie für kurzfristig notwendige Integrationsprojekte, die anderweitig nicht finanzierbar sind.

 

 

2.2  Zielgruppen des Projektes     

 

Für eine zielgerichtete Integration und für eine entsprechende Maßnahmenabstimmung war es notwendig, die Zielgruppen nach ihrem unterschiedlichen Rechtsstatus zu identifizieren. In Kooperation mit der Ausländerbehörde werden zunächst Zielgruppen folgender Rechtskreise unterschieden:

 

a)      Geflüchtete mit gesicherter und mit wahrscheinlich gesicherter Bleibeperspektive. Sie stammen vor allem aus Syrien, Irak, Eritrea, Äthiopien, auch Afghanistan. Sie genießen einen Rechtsstatus als anerkannte Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte. Die gleiche Bleibeperspektive haben Familienangehörige der o.g. Geflüchteten, die im Zuge der Familienzusammenführung eine Aufenthaltserlaubnis nach Abschnitt 6 des Aufenthaltsgesetzes besitzen.

 


b)      Geflüchtete mit unwahrscheinlicher Bleibeaussicht. Sie stammen  vor allem aus 

  • Balkan-Staaten (Mazedonien, Serbien, Kosovo, Albanien, Bosnien)
  • Maghreb-Staaten (Tunesien, Algerien, Marokko, Libyen)
  • sonstigen afrikanischen Ländern (außer Eritrea und Äthiopien)

Sie haben den Rechtsstatus als Geduldete oder Ausreisepflichtige. Viele nicht beeinflussbare Faktoren erschweren hier jedoch die Ausreise/Ausweisung/Abschiebung, sodass in einer Vielzahl der Fälle längere Aufenthalte üblich sind.

 

c)      Neuzugewanderte aus Südosteuropa. Sie stammen aus Rumänien und Bulgarien und genießen den EU-Bürger-Status sowie volle Freizügigkeit innerhalb der Staaten der EU.

 

(siehe Anlage 2 Definition der Zielgruppen)

 

Die unterschiedlichen aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen der Zielgruppen setzen den Rahmen für Zugangsmöglichkeiten auch zu Integrationsangeboten wie Integrations-, Sprach- und Qualifizierungsangeboten. Beratung und Betreuung erfolgt daher in der Regel zielgruppenspezifisch. Die Integrationskette ist je nach Rechtslage unterschiedlich auszurichten und soll sich in einem individuellen Integrationsplan entsprechend widerspiegeln. 

 

 

  1. Sachstand der bisherigen Arbeit

 

3.1 Allgemein

Die Arbeit im Gesamtprojekt ist offiziell Ende September 2016 mit den Auftaktsitzungen der drei Teilprojekte gestartet. Alle Teilprojekte haben seitdem jeweils mindestens drei Mal getagt. Eine Vertiefung von Fragestellungen erfolgte darüber hinaus auch in Untergruppen, über die Teilprojektleitungen und über das Projektbüro. Parallel haben alle Akteure ihre ohnehin begonnenen Projekte und Maßnahmen weitergeführt und –entwickelt.

 

Erarbeitung wesentlicher Grundlagen

In den ersten Monaten galt es, die Grundlagen für die Arbeit in allen Teilprojekten zu schaffen. Insbesondere erfolgte

  • die Abstimmung der Handlungsfelder und –ziele (siehe Anlage 3 Handlungsfelder und -ziele),
  • die Aktualisierung einer bereits in 2016 erarbeiteten Bestandsaufnahme von Projekten/Maßnahmen in den Handlungsfeldern (verwaltungsintern und –extern),
  • die Ausgestaltung des Verfügungsfonds (Beantragungsmodalitäten, Entscheidungswege sowie deren Abstimmung),
  • die Einrichtung einer Datengruppe, um auf den Datenmangel über die Zugewanderten zu reagieren (Sachstand: Klärung, welche Daten vorhanden sind, Aufbau eines verwaltungsinternen Stammdatensatzes, Regelung des automatisierten Datenflusses sowie der Auswertungsmodalitäten),
  • die Vereinbarung von Aufgabenschwerpunkten in den Teilprojekten, d.h. Identifizierung von Themenfeldern, in denen zunächst der größte Handlungsbedarf gesehen wird und die vorrangig zu bearbeiten sind.

 

 


3.2 Aufgabenschwerpunkte in den Teilprojekten

3.2.1 Aufgabenschwerpunkte im Teilprojekt 1 „Soziale und Gesellschaftliche Integration“ und Teilprojekt 2 „Sprachliche und berufliche Integration“

In den Sitzungen beider Teilprojekte wurden zunächst identische Aufgabenschwerpunkte gesetzt, da sie die Basis für die weitere inhaltliche Arbeit bilden:

Schaffen von Transparenz hinsichtlich der Beratungswege

Zentrales Arbeitsfeld zu Beginn des Jahres 2017 war es zu klären, welche Akteure sich wann mit welcher Aufgabenstellung für die unterschiedlichen Zielgruppen an Zugewanderten engagieren. Die Klärung stellt unabdingbare Voraussetzung dafür dar, eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren zu ermöglichen, Doppelarbeit zu vermeiden, Angebotslücken zu schließen und eine lückenlose Beratungs-, Betreuungs- und Integrationskette aufzubauen. Hierzu wurden die Aufgaben und Rollen der an der Beratung beteiligten Einrichtungen ermittelt und die Beratungswege in einer Abbildung verdeutlicht. (siehe Anlagen 4 a und b: Beratungswege für Flüchtlinge und Zuwanderer aus SOE)

Weitere Zielgruppendifferenzierung

Nicht nur der Rechtsstatus/die aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen, sondern insbesondere auch die Lebensumstände einer Person (Alter, Bleibeperspektive, UMA, Geschlecht, alleinerziehend) sind für den Integrationsplan entscheidend. Deshalb wurden für die nachfolgende Arbeit die Zielgruppen differenziert und typische Fallbeispiele identifiziert, die unterschiedlich zu beraten sind. Die Identifizierung ermöglicht eine fallspezifische Betrachtung der Integrationskette.

Soll-/Ist-Vergleich

Zentrale Aufgabe in beiden Projekten ist es nun, sich mit den in der Bestandsaufnahme erfassten, bereits umgesetzten Maßnahmen und Angeboten zur Integration zu beschäftigen und Lücken zu identifizieren. Dies soll spezifisch für die einzelnen weiter ausdifferenzierten Zielgruppen/Fallbeispiele insbesondere anhand der folgenden Fragestellungen erfolgen:  a) Was ist gesetzlich erforderlich? b) Was ist aus örtlicher Sicht notwendig? und c) Was wäre wünschenswert? Erst diese Analyse ermöglicht eine Prioritätensetzung hinsichtlich perspektivisch zu planender Angebote.

Weitere Ziele der Teilprojekte 1 und 2 in 2017:

Darüber hinaus sind weitere konkretere Planungen verabredet worden, die den Ausführungen zu den entsprechenden Handlungsfeldern in Kapitel 4 zu entnehmen sind.

 

 

3.2.2 Aufgabenschwerpunkte im Teilprojekt 3 „Koordination Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe“

Die Teilnehmenden des Teilprojektes 3 haben sich in den ersten Sitzungen mit den Bedarfen im Bereich des Ehrenamtes befasst, erste Aufgabenschwerpunkte definiert und Untergruppen gebildet, in denen auch unter großem ehrenamtlichen Einsatz an den Aufgaben gearbeitet wird.

 


Schaffen von Transparenz über Angebot und Nachfrage im Ehrenamt und Aufbau von Netzwerkstrukturen

 

Folgende Schwerpunkte stehen im Fokus:

  • Erhebung des Interesses und mögliche Einsatzfelder für Ehrenamtliche zur Unterstützung der Hauptamtlichen in den Fachbereichen,
  • Aufbau einer Datenbank, die Informationen über einerseits Ehrenamtsinteressierte und andererseits die Einsatzgebiete suchender Institutionen/Vereine enthält und so eine passgenaue Vermittlung ermöglichen soll,
  • Ermittlung von und Vereinbarung mit den Einsatzstellen von festen Ansprechpartnern, mit denen die Ehrenamtseinsätze in den jeweiligen Arbeitsbereichen koordiniert und entstehende Probleme gemeinsam gelöst werden können. Hierzu sind bereits ein Termin zwischen ehrenamtlich engagierten Medizinern und dem Gesundheitsamt sowie Gespräche mit dem Bildungsbüro und Vertretern aus Kultur und Sport organisiert und erste Ansprechpartner benannt worden. 

 

Zur Verdeutlichung bestehender Netzwerkstrukturen ist auch hier perspektivisch geplant, Aufgaben und Rollen der einzelnen Akteure im Ehrenamt zu beschreiben und in einer Abbildung transparent zu machen.

 

Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen

Viel Unmut zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen entsteht dadurch, dass die jeweiligen Rollen und Aufgaben nicht eindeutig geklärt und Grenzen unzureichend oder nicht abgesteckt sind. Vor diesem Hintergrund arbeitet eine Untergruppe daran Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit zu entwerfen, die künftig zu Beginn einer jeden Zusammenarbeit zugrunde gelegt und mit Leben gefüllt werden sollen.

Ehrenamtliche werben

Nach wie vor besteht in vielen Bereichen der Flüchtlingsarbeit ein großer Bedarf an Ehrenamtlichen. Deshalb soll das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe neu beworben werden. Als eine  Maßnahme wurde dazu ein „Markt der Möglichkeitenkonzipiert und terminiert, auf dem sich suchende Akteure vorstellen und am Ehrenamt interessierte BürgerInnen gebündelte Informationen erhalten sollen. Darüber hinaus sollen Neuzugewanderte selbst für das Ehrenamt gewonnen werden. Hier werden zurzeit insbesondere passende Einsatzmöglichkeiten gesucht.

Sicherstellung der Betreuung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen

Eine weitere Untergruppe schafft einen Überblick über bestehende Angebote der Betreuung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen, definiert Bedarfe zur Professionalisierung/ Weiterentwicklung und erarbeitet entsprechende Angebote.

 

 

3.2.3 Bilanz der bisherigen Arbeit

Schon die Bestandsaufnahme umgesetzter Aktivitäten in der Verwaltung und von in der Flüchtlingshilfe engagierten Trägern hat gezeigt, wie umfassend sich Verwaltung, externe Akteure und vor allem auch das Ehrenamt für die Aufgabe der Flüchtlingsintegration engagieren. So sind bereits zahlreiche und vielfältige Aktivitäten, Projekte und Maßnahmen dazu umgesetzt und gut organisiert worden. Dazu gebührt allen Aktiven Dank und Anerkennung!

Die neue Zusammenarbeit im Projekt mit dem Anspruch der besseren Abstimmung und Verzahnung erweist sich – obwohl noch am Anfang – bereits jetzt als Gewinn: Schon in den ersten Monaten konnten Synergieeffekte erreicht werden  und Verwaltungsinterne und –externe Akteure profitieren gegenseitig vom Austausch und den Abstimmungen. Dies drückt sich  schon jetzt in Teilbereichen in Arbeitserleichterungen aus. Das Schaffen von mehr Übersichtlichkeit hinsichtlich der Zielgruppen, Zuständigkeiten und Beratungsabläufe führt zu einer Erweiterung der Kompetenzen und zur Professionalisierung des Handelns. Es konnten erste Abstimmungsbedarfe zwischen den beteiligten Organisationen festgestellt und Lücken innerhalb der Integrationsketten identifiziert werden. Hierauf aufbauend sind bereits in diesem frühen Stadium des Projekts zum Teil Kooperationen zwischen den Beteiligten und somit eine bessere Abstimmung der Abläufe und eine stärkere Vernetzung der Akteure entstanden. Auch sind erste Schritte eingeleitet worden, die Arbeit der Hauptamtlichen besser mit der der Ehrenamtlichen zu verzahnen.

Es sind jedoch weiterhin große Ressourcen und Engagement erforderlich, um den Gesamtprozess erfolgreich zu gestalten.

Sich immer wieder auf neuere Entwicklungen und rechtliche, nicht beeinflussbare Rahmenbedingungen einzustellen, stellt daneben eine ständige große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Die gute Zusammenarbeit in den Teilprojektgruppen und das positive Feedback aller Akteure sprechen dafür, dass das von der Verwaltung eingerichtete Projekt mit einem breit angelegten Partizipationsprozess und die Integration von Neuzugewanderten als Gemeinschaftsaufgabe der Stadtgesellschaft gut angenommen werden.

 

 

  1. Fachausschussrelevante Ergebnisse

hier:  Kultur- und Bildungsausschuss

Für den Kultur- und Bildungsausschuss sind die Themen

 

  • Ankommen in Herne,
  • gesellschaftliche Teilhabe (in den Bereichen Freizeit, Kultur, Sport, Leben und Alltag, Gesundheit) und
  • sprachliche und berufliche Integration

 

von besonderer Relevanz.

 

Im Folgenden sind - ergänzend zu oben dargestellter Arbeit in den Teilprojekten wesentliche Sachstände in diesen Handlungsfeldern zusammengefasst.

 

 

4.1 Ankommen in Herne

 

Ziele:

 

 

Das Handlungsfeld wurde vorwiegend für die Zielgruppe der Flüchtlinge in städtischen Unterkünften formuliert. Die Phase nach der Ankunft kann als besonders sensibel und erfolgskritisch für ein gutes Ankommen in der neuen Gesellschaft gesehen werden. In dieser Zeit gilt es, den Weg für eine bestmögliche Integration zu ebnen. Dazu gehört es, den Zugewanderten Orientierung in die neue Gesellschaft und Umgebung sowie den Zugang zu Regelangeboten (z.B. Schule, Kinderbetreuung, Beratungsangebote) und Sprachkursen zu ermöglichen, aber auch Freizeit- und ggfs. auch niederschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten.

 

Wesentliche Akteure im Handlungsfeld: u.a. alle „Erstanlaufstellen“ für Neuzugewanderte wie der Fachbereich 41, Migrantenberatungsstellen (Caritas, AWO, GFS, u.a.), Fachbereich 31, Fachbereich 42 und die VHS

 

Sachstand:

 

  • Im "Sicherheitskonzept von Einrichtungen zur Flüchtlingsunterbringung" sind umfangreiche Standards für eine zielgruppenspezifische Unterbringung und Betreuung von unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Familien, Frauen (alleinstehend oder mit Kindern)) innerhalb der Flüchtlinge beschrieben. Es enthält sowohl Vorgaben zur räumlichen Unterbringung als auch zur sozialpädagogischen Betreuung und Unterstützung. Umfangreiche Regelungen zum Schutz vor Gewalt, vor häuslicher Gewalt und zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung wurden formuliert. Das dort tätige Personal wird zu diesen Themen regelmäßig geschult. Alle Träger, die die Flüchtlingsunterbringung im Auftrag der Stadt sicherstellen, werden vertraglich verpflichtet, diese Standards umzusetzen.
  • Vielfältige Materialien und Angebote zur ersten Orientierung der Flüchtlinge in Herne sind beschafft oder entwickelt worden (z.B. Willkommensbeutel mit Stadtplan, Info-Handzettel für die Flüchtlingsunterkünfte und in den Meldestellen, Erstellung/Beschaffung und Verteilung von Infobroschüren; Willkommenskurs „Basiswissen Deutschland/Herne“ durch VHS). Sie kommen in den diversen Einrichtungen und Beratungsstellen zum Einsatz.
  • Die Erstanlaufstellen EWO, Ausländeramt, Sozialamt und insbesondere die SozialarbeiterInnen in den Gemeinschaftsunterkünften ermöglichen durch ihre Weitergabe von Informationen eine erste Orientierung, stellen gemeinsam mit anderen Akteuren den Zugang zu den Regelangeboten der Stadtverwaltung (v.a. Vermittlung in Schule u.a.) sowie Angebote innerhalb der Einrichtungen sicher (Kita im Koffer, Spielangebote für Kinder, ehrenamtliche Sprach- und Freizeitangebote, Willkommenskurs der VHS, Frauencafé der Anlaufstelle für Migrantinnen (AMI) etc.) Sie greifen dabei auf oben genannte Informationsmaterialien zurück.
  • Der Integrationsscout, angesiedelt in räumlicher Nachbarschaft zur Ausländerbehörde, berät die Neuzuwanderer allgemein zu Sprach- und Integrationskursen und vermittelt sie zu Sprachkursträgern und weiteren Beratungsstellen (z.B. Migrationsberatungsstellen, Jugendmigrationsdienst).
  • Hilfestellungen für Familien sind von verschiedenen Dienststellen (KI, FB 42, 43) aufgebaut und werden vielfach bereits von den Erstanlaufstellen an die Zugewanderten vermittelt: die Seiteneinsteigerberatung, die Ermittlung der Kinderbetreuungsbedarfe, Schwellenangebote zu den Regelstrukturen durch Projekte wie z.B. Kita im Koffer, Kurs Elternstart für neu zugewanderte Familien, ebenso niederschwellige Sprachkurse für Eltern und ihre Kinder, in denen auch die Sicherheit im Umgang mit Kindergärten, Schulen und diversen Institutionen der Versorgung vermittelt werden.
  • (Alleinreisende/-erziehende) geflüchtete Frauen erhalten Unterstützung über bestehende oder eigens für Flüchtlingsfrauen eingerichtete Angebote der Gleichstellungsstelle (Anlaufstelle für Migrantinnen AMI, Frauencafé in Einrichtung Ackerstraße etc.). 
  • Das Kommunale Integrationszentrum hat Integrationslotsen mit diversen Sprachkompetenzen angeworben und ein Vermittlungsmanagement aufgebaut. Die Zugewanderten erhalten hierüber muttersprachliche Unterstützung bei Behördengängen.
  • Auch Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche sind sehr aktiv. Sie bieten beispielsweise niederschwellige Sprachförder-, Sport- und Kreativangebote an, konzipieren Materialien der Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. auch die Internetplattform neubeginn.ruhr, die es ermöglichen soll die Hilfebereitschaft der Menschen mit den Wünschen und Notwendigkeiten der Geflüchteten zusammenzubringen und vieles mehr. Bedarfe zu individueller ehrenamtlicher Unterstützung nehmen auch die SozialarbeiterInnen in den Unterkünften auf und vermitteln ggfs. Paten.
  • Niedrigschwellige Beschäftigungsangebote im Rahmen des Flüchtlingsintegrationsmanagements (FIM) an den Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Reinigungsdienste)
  • für (neu)zugewanderte Bürger/innen aus Südosteuropa: Einrichtung der LiHA-Anlaufstellen als Orientierungshilfe, muttersprachliches Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot, um das Einleben in Herne zu erleichtern, Vermittlung in das bereits bestehende reguläre Hilfssystem, Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Problemlagen der Zielgruppe, flankierende sozialpädagogische Maßnahmen

 

Planung:

Bis zum Jahresende 2017 haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer v.a. im Teilprojekt 1  noch folgende Aufgaben im Handlungsfeld „Ankommen“ geplant

  • eine Soll-/Ist-Analyse nach den Kriterien a) gesetzlich erforderlich, b) aus hiesiger Sicht notwendig und c) wünschenswert, um Lücken und Regelungsbedarfe zu identifizieren, um perspektivisch entsprechende Maßnahmen entwickeln zu können,
  • die Vereinheitlichung und Ergänzung der Informationsunterlagen, Abstimmung der Informationsverbreitung,
  • die Einführung eines Ordners für Flüchtlinge als Informations- und Ordnungsinstrument für die Flüchtlinge selbst und Informations- und Arbeitshilfe für die Flüchtlingsanlaufstellen,
  • den Ausbau der Individualbegleitung in der Orientierungsphase durch Ehrenamtliche.

 

 

4.2 Gesellschaftliche Teilhabe

 

Ziele:

 

 

Eine der zentralen Voraussetzungen für Integration ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Hier geht es im Wesentlichen darum, den Zugewanderten (Erst-)Hilfen bei der Lebens- und Alltagsorganisation zu geben, die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben über Kultur-, Freizeit- und Sportangebote zu ermöglichen - nicht zuletzt um so auch die Sprachkompetenzen verbessern zu können.

 

Wesentliche Akteure im Handlungsfeld: insbesondere das Kulturbüro, die Bibliothek Herne und Wanne, das Stadtarchiv, Fachbereich 42 (Jugendförderung), Fachbereich 43 (Gesundheit), Fachbereich 44 (Sport), Fachbereich 41 (Soziales), die Gleichstellungsstelle, die Jugendgerichtshilfe und diverse freie Träger.

 


Sachstand:

  • Beratung und Betreuung der in privaten Wohnungen lebenden Flüchtlinge durch die gfs, Caritas und AWO (Basis Kooperationsvertrag der Stadt Herne): soziale und wirtschaftliche Stabilisierung der Haushalte, Konfliktbewältigung bei Problemen mit Nachbarn und Vermietern, Vermittlung von weitergehenden Hilfen, Beratung zur Sicherung und Ausschöpfung materieller Ressourcen, Hilfe bei der Sicherstellung der Mietzahlung, Schuldenregulierung, Erschließung von Fördermöglichkeiten für Kinder, Information über verschiedene Aufnahme- und Rückkehrprogramme für Flüchtlinge; für Zugewanderte aus Südosteuropa über LIHA-Beratungsstellen (s.o.)
  • Unterstützung in der Beratung durch Ehrenamt z.B. im Rahmen der Migrationsberatung, Kontaktgespräche vor Ort
  • Diverse niedrigschwellige Partizipationsangebote im Bereich Kultur, Freizeit, Sport werden vorgehalten und beworben über das Kulturbüro, die Stadtbibliothek, die Musikschule, Jugendkunstschule, das Familienbüro, städtische und nicht städtische Jugendeinrichtungen, die Wohlfahrtsverbände, (Sport-)Vereine und das Ehrenamt  (wie z.B. Tanz-/Theaterkurse, Sportangebote, Spielaktionen, Interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit, Familienfrühstück, multikulturelles Frauenfrühstück sowie Stadtteil- und Archivführungen z.T. konzipiert als niedrigschwellige, zielgruppenorientierte Beratungs- und Informationsmöglichkeit)
  • Daneben gibt es zahlreiche weitere Beratungs-, Hilfs- und Partizipationsangebote für die Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten, die ebenfalls von den Neuzugewanderten nutzbar sind.
  • „Flüchtlinge im Ehrenamt - Wir lernen voneinander“: Projekt des DRK zur Anwerbung und Begleitung von Flüchtlingen im Ehrenamt
  • Abstimmungsgespräche zwischen ehrenamtlichen Medizinern und Hauptamtlichen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung sowie zur besseren Vernetzung Ehrenamt und Hauptamtliche im Bereich Gesundheit

 

Planung:

Insbesondere das Teilprojekt 1 „Soziale und gesellschaftliche Integration“ wird daran arbeiten, in Abstimmung mit allen relevanten Akteuren Informationsmaterialien über und Zugangsmöglichkeiten der Zugewanderten zu Angeboten im Bereich „Kultur/Sport/Freizeit“ zu verbessern und das ehrenamtliche Engagement von Zugewanderten im Bereich „Kultur/Sport/ Freizeit“ zu fördern.

 

 

4.3 Sprachliche und berufliche Integration

 

Ziele:

 

 

In welchem Umfang Zugewanderte beruflich integriert werden können, hängt entscheidend davon ab, in welchem Maße es gelingt, die Menschen sprachlich und beruflich zu qualifizieren und die entsprechenden Angebote auch zeitlich gut aufeinander abzustimmen. Hierfür müssen ausreichende, gut aufeinander aufbauende, zielgruppengerechte Sprach- und Qualifizierungsangebote bereit stehen, bekannt gemacht und genutzt werden. Wesentliche Voraussetzung zur Planung der Angebote ist zunächst die Kenntnis über bestehende sprachliche und berufliche Qualifikationen der Zugewanderten. Ein gut abgestimmtes Kurs- und Beratungsangebot erfordert andererseits zunächst eine Transparenz über die bestehenden Strukturen (Beratungsstrukturen/ -angebote, Angebote zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung), um darauf aufbauend „Lücken“ schließen zu können. Eine besondere Herausforderung ist es für die Stadt Herne, auch für die große Zahl der zugewiesenen Zugewanderten mit ungesicherter Bleibeperspektive Angebote zu entwickeln. Dieser Personenkreis ist in der Regel von den Sprach- und Qualifizierungsangeboten der Bundesagentur für Arbeit ausgeschlossen. Aufgrund der für sie nicht absehbaren, vielfach mehrere Jahre umfassenden Aufenthaltsdauer ist es gleichwohl erforderlich Integrationsangebote vorzuhalten, die eine Lebensbewältigung und das Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglichen.

 

Wesentliche Akteure im Handlungsfeld: das Kommunale Bildungsbüro, das kommunale Integrationszentrum, die VHS, Fachbereich 41, Fachbereich 42, die Bundesagentur für Arbeit, das Job Center, der Integration Point, die Berufskollegs sowie diverse freie Träger

 

Sachstand:

  • Es ist ein breites Angebot an Integrations- und Sprach- sowie Alphabetisierungskursen je nach Rechtsstatus der Zugewanderten über die VHS und weitere Träger aufgebaut. Die Erstberatung hierzu erfolgt vor allem über den Integrationsscout, im Rahmen der Migrations- und Flüchtlingsberatung in den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und die VHS. Daneben gibt es viele ehrenamtsorganisierte niedrigschwellige Sprachkurse und –förderangebote, die v.a. in den Einrichtungen über die SozialarbeiterInnen und die haupt- und ehrenamtlichen Ehrenamtskoordinatoren beworben werden.
  • Diverse Maßnahmen zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung, Berufsvorbereitung und zur Beschäftigung wurden über den Integrationpoint bzw. die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Jobcenter sowie zahlreiche Träger installiert (z.B. Förderzentrum für Flüchtlinge, Projekt „Kompass“, Projekt PerjuF: Perspektiven für junge Flüchtlinge, FIM Flüchtlingsintegrationsmaßnahme, AGH für Flüchtlinge, Maßnahmen der RAG-Stiftung, Gründung des Vereins zur Qualifizierung und Ausbildung von Flüchtlingen in der Region Mittleres Ruhrgebiet) (siehe Anlage 5)
  • Es existieren zahlreiche Angebote zur Beratung und Vermittlung in die bestehenden Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote von Trägern und Institutionen (z.B. Beratung VHS beim Übergang von Sprachkursen in berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, Maßnahme „Zukunft Plus“ der Caritas). Sie umfassen bspw. die Arbeitsmarktberatung, Coaching & Begleitung, Durchführung von berufsbezogenen Trainings und Aktivierungsmaßnahmen, Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung, Vermittlung in externe Qualifizierungen bis hin zu Unterstützung beim Zugang zum regulären Hilfesystem und Sensibilisierung von Arbeitgebern.
  • Im Rahmen des Projektes "Starthilfe ins Berufsleben - Herner Ausbildungspaten" wird ehrenamtliche Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche für Jugendliche mit Migrationshintergrund und junge Geflüchtete angeboten.
  • Daneben sind von den Zugewanderten zahlreiche weitere Beratungsangebote und Maßnahmen zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung/Berufsvorbereitung der Träger und Institutionen nutzbar, die sich nicht nur speziell an Geflüchtete, sondern an Migrantinnen und Migranten wenden.

 

 

Planung:

Nach der Klärung von Beratungsstrukturen und –angeboten wollen die TeilnehmerInnen im Teilprojekt 2 „Sprachliche und berufliche Integration“ den Aufbau von Förderketten zum Schwerpunkt machen, indem einerseits bereits bestehende Förderketten transparent gemacht und andererseits noch fehlende Förderketten oder -glieder entwickelt werden. Als eine Grundlage wird dazu zurzeit vom Bildungsbüro auch eine Übersicht über das bestehende Sprachkursangebot erarbeitet. Daneben will das Projekt eine Übersicht über Möglichkeiten zur Förderung von geduldeten Flüchtlingen gewinnen, sich mit den vorhandenen Informationsmaterialien und -wegen befassen und die Informationsverteilung abstimmen.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

(Thierhoff)

Stadträtin

 

 

 

 

 

 

Anlagen:
 

Anlage 1:   Projektstruktur

Anlage 2: Definition der Zielgruppen

Anlage 3:  Handlungsfelder und –ziele

Anlage 4 a):  Beratungswege für Flüchtlinge

Anlage 4 b):  Beratungswege für Zuwanderer SOE

Anlage 5:  Erläuterung der Maßnahmen zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung und zur Beschäftigung

                                          


                                            

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Projektstruktur (851 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 Zielgruppen (40 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 Handlungsfelder und -ziele (39 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 a) Beratungswege von Flüchtlingen (51 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 4 b) Beratungswege von Zuwanderern aus SOE (39 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Anlage 5 Maßnahmen Qualifizierung Beschäftigung neu. docx (17 KB) PDF-Dokument (56 KB)