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Vorlage - 2017/0249  

Betreff: Stadtumbau Herne-Mitte - Umnutzung eines Gebäudeteils der ehemaligen Hauptschule am Hölkeskampring zu einer städtischen Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:1. Sarah Gentilini (3533), Elisabeth Popp-Heimken (3497),
2. Evelyn Scheitler (2863)
Federführend:FB 42 - Kinder-Jugend-Familie Bearbeiter/-in: Saterdag, Ann-Christin
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Vorberatung
25.04.2017 
des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie beschlossen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
27.04.2017 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
17.05.2017 
des Integrationsrates beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
18.05.2017 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
23.05.2017 
des Haupt- und Personalausschusses beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
30.05.2017 
des Rates der Stadt beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 3603

Bez.: Kinder- u. Jugendarbeit öffentl. Träger

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlagen

 

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

 

Nr.: 20

Bez.: Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen

3.840.000,00

 

 

 

- 4.800.000,00

 

 

 

- 64.000,00

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.510411

Bez.: Stadtumbau West Herne-Mitte

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Investitionszuwendungen

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

3.840.000,00

 

 

 

- 4.800.000,00

                                


Beschlussvorschlag:
 

Der Rat der Stadt Herne beschließt - vorbehaltlich der Gewährung von Zuwendungen im Rahmen des Stadtumbauprojektes Herne-Mitte - die Umnutzung eines Gebäudeteils der ehemaligen Hauptschule am Hölkeskampring zu einer städtischen Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie.  


Sachverhalt:
 

Der Rat der Stadt Herne hat am 18.10.2011 das Stadtumbaugebiet „Herne-Mitte" festgelegt und das entsprechende städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen. Am 24.03.2015 wurde die Ergänzung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Rat der Stadt Herne erläutert und ebenfalls beschlossen.

 

Das Stadtumbaugebiet umfasst das Herner Hauptzentrum und angrenzende Quartiere. Mit der Stadtumbaumaßnahme soll das Gebiet in seiner Funktion als zentraler Versorgungsbereich und als Wohnstandort gestärkt werden. Hierzu sieht das städtebauliche Entwicklungskonzept ein Paket von Maßnahmen vor, welches in einem Zeitraum von mehreren Jahren mit Hilfe von Mitteln der Stadterneuerung umgesetzt wird. Bestandteil dieses Maßnahmenpaketes ist auch die Schaffung einer städtischen Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie am Standort der derzeitigen Hauptschule am Hölkeskampring.

 

Die neue städtische Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie ist in die soziale Infrastruktur am Standort Hölkeskampring eingebunden. Sie stellt einen Baustein eines Gesamtensembles dar, welches am Standort Hölkeskampring in den nächsten Jahren entstehen soll. Ab Sommer 2017 werden an diesem Standort die Grundschulen James Krüss und Flottmannstraße zu der vierzügigen Grundschule Jean-Vogel-Straße zusammengelegt. Der bestehende Offene Ganztag wird erweitert und kann zukünftig von 200 Kindern genutzt werden.

 

Im südlichen Teil des Areals hinter dem Grundschulgebäude ist der Bau einer neuen viergruppigen Kindertageseinrichtung in städtischer Trägerschaft vorgesehen, die ihren Betrieb im Herbst 2018 aufnehmen soll. Dort werden zukünftig 70 bis 75 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt betreut.

 

Die neue städtische Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie wird somit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bildungs- und Betreuungseinrichtungen liegen. Durch diese Konstellation sind hier ideale Ausgangsbedingungen gegeben, die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen der Jugendhilfe (Jugendhilfezentrum und Kindertageseinrichtung) und Schule zu intensivieren und neue Formen der Kooperation zu entwickeln. Die Bündelung sozialer Infrastruktur auf dem Areal bietet ferner die Chance, Standortpotentiale gemeinsam zu nutzen und so Synergieeffekte zu erzielen.

 

Ziel der neuen städtischen Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie ist es, durch Bündelung und Erweiterung der bestehenden Angebote sowie durch koordinierte Dienstleistungen für Kinder-Jugend-Familie unter einem Dach ein interdisziplinäres und stadtteilorientiertes Handeln zu ermöglichen und so einen Mehrwert für das Quartier zu erreichen.

 

Die Ausgangssituation der Jugendhilfe im Stadtbezirk Herne-Mitte stellt sich aktuell wie folgt dar:

 

  • Die städtische Jugendförderung ist mit dem Spielezentrum (SPZ) und dem Sozialraumteam Herne-Mitte an zwei Standorten im Bereich des Stadterneuerungsgebiets präsent.
  • Das SPZ kann seine Potenziale für Familien im Stadtteil nicht ausreichend zur Geltung bringen.
  • Das Team der Jugendförderung hat zwar eine Geschäftsstelle in Herne-Mitte, aber keine Räume für die pädagogische Arbeit.
  • Eine Zweigstelle der städt. Familien- und Schulberatungsstelle liegt versteckt in einem Wohngebiet und bietet nur ein reduziertes Angebot an.
  • Die Erreichbarkeit der zentralen Dienststelle der Jugendhilfe im WEZ in Wanne gestaltet sich für Menschen aus Herne-Mitte schwierig.

 

Unter Einbeziehung verschiedener Dienste der städtischen Jugendhilfe soll am Standort Hölkeskampring eine integrierte Einrichtung für breite Bevölkerungsgruppen räumlich konzentriert entwickelt werden. Neben freizeitpädagogischen Schwerpunkten für Kinder und Jugendliche werden sich die Angebote insbesondere auch an Familien mit schulpflichtigen Kindern und projektbezogen auch an Senioren wenden.

 

Zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur für die Jugendhilfeeinrichtung wird das Gebäude der ehemaligen Hauptschule am Hölkeskampring energetisch saniert und barrierefrei hergerichtet. Die Planungen erstrecken sich auch über die öffentlichen Verkehrsflächen (Gehweg, Fahrbahn) entlang des „kleinen" Hölkeskamprings (zwischen Jean-Vogel-Straße und Flottmannstraße), deren Verbreiterung in Abstimmung mit dem Fachbereich 53 im Zuge der Maßnahme erfolgen soll.

 

 

Das städt. Jugendhilfezentrum Hölkeskampring basiert auf vier tragenden Säulen:

 

 

 

 

Dem beigefügten Nutzungskonzept können ausführliche Informationen zu den angedachten Nutzungen entnommen werden (s. Anlage). Das Konzept wurde in einem beteiligungsorientierten Prozess durch die abteilungsübergreifende Konzeptionsgruppe „Hölkeskampring“ des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie entwickelt. Zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen, die „Kooperationspartner/innen und zivilgesellschaftlichen Akteure“ bei der Weiterentwicklung des Konzeptes mit einzubeziehen. Dies wird verdeutlicht durch den Untertitel „Ein wachsendes Konzept“. Im Folgenden wird kurz skizziert, welche Angebote sich hinter den Bezeichnungen der vier Säulen im Schaubild oben verbergen.

 

In der Dienstleistungsstelle Jugendhilfe sind die verschiedenen Dienste des FB 42 vertreten. Konkret handelt es sich hierbei um:

 

 

  • Familien- und Schulberatung,
  • Familienbüro,
  • Jugendhilfe im Strafverfahren,
  • Fachdienst Pflegekinderdienst und „Begleiteter Umgang“,
  • Sozialer Beratungsdienst,
  • Koordinierungsstelle Bildung und Teilhabe
  • und ein Projektbüro.

 

Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung bietet an:

 

  • Täglich offene Angebote für Kinder-und Jugendliche,
  • Projekte zu Kulturarbeit, politischer Bildung, Sozialtraining und Gender,
  • Ferienaktionen,
  • Kooperation mit Schulen, OGS und Schulsozialarbeit sowie
  • mobile Angebote im Stadtbezirk.

 

Im Spielezentrum werden angeboten:

 

  • Offene Kinderarbeit, Spieleclubs,
  • Spielebrunch und Turniere,
  • Brettspielausleihe/ Spieliothek,
  • Spielecafé,
  • Veranstaltungen rund um das Brettspiel,
  • Kulturveranstaltungen und
  • Verleih von Großspielen.

 

Die vierte Säule „Kooperationspartner/innen und zivilgesellschaftliche Akteure“ beinhaltet:

 

  • Raumnutzungsangebote für Freie Träger, soziale und kulturelle Initiativen, Selbsthilfegruppen, Ehrenamtliche, Stadtteilgruppen, usw.,
  • Mitwirkungsmöglichkeiten beim Cafébetrieb,
  • Nutzung der Multifunktionsfläche durch Dritte für Bildungsangebote, Informationsveranstaltungen, Sitzungen, Veranstaltungen der Stadtteilkultur usw.

 

Am 2. März 2017 fand im Foyer des Hauptschulgebäudes eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit statt. Im Rahmen dieser Öffentlichkeitsbeteiligung wurde sichergestellt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik in den Planungsprozess einbezogen und umfassend informiert sind. Im Verlauf dieser Veranstaltung wurden den rund siebzig Anwesenden das Nutzungskonzept des FB 42 sowie die Entwürfe der Architekten erläutert. Im Anschluss an die Präsentation wurden interessierte Rückfragen aus dem Plenum gestellt. Eine Ergänzung oder Änderung des Nutzungs- bzw. Architekturkonzeptes ist aufgrund der Nachfragen nicht erforderlich. Positiv hervorzuheben ist, dass im Zuge der Veranstaltung bereits Kontakte zu Akteuren aus der Zivilgesellschaft geknüpft werden konnten, die mit ihren Angeboten perspektivisch die vierte Säule des Jugendhilfezentrums mit Leben füllen sollen.

 

Eine Kinder- und Jugendbeteiligung wird zeitnah zur Eröffnung der Einrichtung erfolgen, so dass ein Mitwirken der jungen Menschen an konkreten Inhalten (insbesondere an der Innengestaltung, Außenflächengestaltung und Angebotsstruktur) möglich ist.

 

 

Der zeitliche Ablauf bis zur Eröffnung der neuen städtischen Einrichtung für Kinder-Jugend-Familie ist derzeit (Stand: März 2017) wie folgt geplant:

 

  • Zuwendungsbescheid (erwartet): Herbst 2017
  • Ausschreibung (EU-weit): Frühjahr 2018
  • Umzug der Hauptschule nach Eickel: Sommer 2018
  • Beginn der Bauphase Herbst 2018
  • Fertigstellung der Baumaßnahme: Frühjahr 2020
  • Eröffnung/ Nutzung der Einrichtung: Frühjahr/ Sommer 2020

 

 

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 4,8 Mio €. Es wird davon ausgegangen, dass sämtliche Kosten zuwendungsfähig sind. Das bedeutet, dass eine Zuwendung in Höhe von 80% erwartet werden kann. Die Mittel sind für die Folgejahre - vorbehaltlich der Bewilligung durch die Bezirksregierung Arnsberg - im Haushalt des FB 51 angemeldet. Der Zuwendungsbescheid wird im Herbst 2017 erwartet. Den Abschreibungs­aufwand trägt der FB 42.

 

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

Gudrun Thierhoff

Stadträtin

 

 


Anlagen:
 

Nutzungskonzept „Städtisches Jugendhilfezentrum Hölkeskampring“  

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage_Nutzungskonzept_Hölkeskampring (1014 KB)