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Vorlage - 2017/0544  

Betreff: Bebauungsplan Nr. 235 - Dienstleistungspark Schloss Strünkede -, Stadtbezirk Herne-Mitte
Sachstandsbericht zur aktuellen Planung
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Lökenhoff, 3009
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Leckscheid, Jörn
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
21.09.2017 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:
 

Die Stadt Herne hat das Ziel, die brachliegende Fläche an der Forellstraße im Stadtteil Baukau einer neuen Nutzung zuzuführen. Durch die bauliche Entwicklung dieser Potenzialfläche soll eine deutliche Steigerung der städtebaulichen Attraktivität des Stadtteils Baukau erfolgen. Zur Sicherstellung eines integrativen Ansatzes wurde im Oktober 2015 das Büro ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH beauftragt, die städtebauliche Gesamtsituation im Umfeld der Entwicklungsfläche zu untersuchen und zu bewerten und hierauf aufbauend ein städtebauliches Konzept zu erarbeiten.

 

Das zwischenzeitlich durchgeführte Bieterverfahren zum Verkauf der westlichen Teilfläche des Plangebiets führte zu der Entscheidung, dem Bieter LIST Retail Development GmbH & Co. KG den Zuschlag zu geben, da sein eingereichtes städtebauliches Konzept im Rahmen einer differenzierten Nutzwertanalyse die höchste Bewertung erzielte. Sowohl dieses Ergebnis als auch die Überlegung, die Grün- und Freiflächenplanung im Hinblick auf eine nachhaltig funktionierende Grünverbindung vom Schlosspark Strünkede zum Rhein-Herne-Kanal bzw. der Emscher (Stichwort „Handlungskonzept Emscherland 2020“ zu optimieren, waren Anlass, das städtebauliche Gesamtkonzept zu überarbeiten.

 

Das aktuelle städtebauliche Konzept gestaltet sich wie folgt:

 

Die Nutzungsstrukturen der Umgebung werden aufgegriffen und in das Plangebiet integriert. Prägendes Element des städtebaulichen Konzeptes ist ein Grüngerüst, welches das Plangebiet gliedert sowie an bestehende Freiraumstrukturen anknüpft und zukünftige Anbindungen ermöglicht. Neben der übergeordneten Funktion der Grünverbindung Schlosspark Strünkede / Rhein-Herne-Kanal bzw. Emscher kann eine Durchgrünung des Gebietes einhergehen und Qualitäten für die zukünftigen Nutzer und Bewohner des Gebietes geschaffen werden.

 

Die städtebauliche Planung zeichnet sich durch die Nutzungsschwerpunkte Campus, Nahversorgung und Wohnen - aus. Der Besonderheit des Plangebietes – der unmittelbaren Nähe zum Innovationszentrum – folgend, wird diese Entwicklungschance erkannt und im Plankonzept aufgegriffen. Der Standort bietet mit seiner zentralen Lage im Ruhrgebiet und der Nähe zu den Universitäten Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen gute Voraussetzungen für die Entwicklung eines Campus mit dem Schwerpunkt im medizinisch-technischen Bereich. Mit dieser städtebaulichen Entwicklung des Plangebiets kann ein weiterer positiver Impuls im Stadtteil Baukau gesetzt und der Stadtteil in die vorhandene Technologieregion eingebunden werden.

 

Das vorhandene Bürogebäude im Eckbereich Forellstraße / Westring sowie eine ergänzende gewerbliche Bebauung im Eckbereich Lackmanns Hof / Westring fungieren als Auftakt für den neuen Campus und den gewerblichen Dienstleistungssektor. Das Plangebiet soll sich somit zum Westring baulich präsentieren. Die geplanten Gebäude orientieren sich im Norden an den dichteren Strukturen der angrenzenden Gewerbeflächen und bilden hier mit einer höheren Bebauung eine klare Raumkante. Hier wird eine zentrale Hochgarage mit bis zu 220 Stellplätzen für die Campusnutzung vorgesehen. Im südlichen Teil des Campus soll eine abgestufte und eher aufgelockerte Bebauung mit großzügigen Freibereichen einen Übergang zu der südlich anschließenden Nutzung schaffen. Die Gebäude des Campus orientieren sich um eine zentrale Platzfläche. Ferner durchquert eine Grünachse den Campus in Ost-West-Richtung und führt im Westen zum neuen Nahversorgungsstandort.

 

Mit dem Nahversorgungsstandort soll dem dringenden Bedarf einer neuen Nahversorgungseinrichtung für den Stadtteil begegnet werden. Der ebenerdige Handel wird von begehbaren grünen Dachflächen überdeckt, die Teil des Grünkonzeptes sind. Eine hieran angrenzende Fläche für einen Wochenmarkt und Gastronomie wird die Zentralität des Standorts herausstellen. Zur Forellstraße hin verdichten sich die Baukörper und komplettieren, gemeinsam mit den geplanten Campusbauten, eine klare Straßenkante. Von der angehobenen Grünebene vermittelt eine großzügige Freitreppe den Höhenunterschied auf den Vorplatz des Ensembles. Eine zentrale Stellplatzfläche wird östlich der Handels- und Dienstleistungseinrichtungen und parallel zu den Grünflächen positioniert. Die Eingänge der Handelseinrichtungen orientieren sich zu den Stellplätzen, der Grünfläche sowie der Platzsituation. Oberhalb der Handelseinrichtungen sind Wohnnutzungen geplant, die von der intensiv begrünten Dachlandschaft profitieren werden. Im südlichen Anschluss sind weitere Wohngebäude mit einer ebenfalls grünen Innenhoffläche geplant. Aufgrund des vorhandenen Bedarfs für den Stadtteil und bedingt durch die geplante wohnbauliche Verdichtung ist eine Erweiterung des bestehenden Kindergartens geplant. Eine Erweiterung für bis zu 2 Gruppen mit Anschluss an das Bestandsgebäude ist ohne weiteres möglich.

 

Längs der Straße Lackmanns Hof ist eine weitere Wohnbebauung vorgesehen. Die Bebauung nimmt Bezug auf die bestehenden Punkthäuser südlich der Straße Lackmanns Hof. Es sind Winkelgebäude vorgesehen, die je einen fünfgeschossigen Gebäudeteil orthogonal zur Straße Lackmanns Hof sowie einen dreigeschossigen und längs zur Straße ausgerichteten Gebäudeteil aufweisen sollen. Die Lage der höheren Gebäudeteile reagiert auf den Rhythmus der Punkthäuser südlich der Straße Lackmanns Hof.

 

Die Erschließung des Plangebiets erfolgt über die umgebenden Straßen. Der Campus soll durch eine neue Erschließung, ausgehend der Forellstraße, erschlossen werden. Die Erschließungsstraße sieht eine großzügige Platzfläche mit Stellplätzen und Aufenthaltsmöglichkeiten vor. Von der Platzfläche aus werden die Gebäude des Campus erschlossen. Der ruhende Verkehr soll in einer zentralen Hochgarage sowie ergänzenden Tiefgaragen untergebracht werden. In der zentralen Platzfläche sind Stellplätze für Besucher vorgesehen.

 

Der gewerbliche Auftakt an der Ecke Westring / Lackmanns Hof soll von der Straße Lackmanns Hof erfolgen. Aufgrund der städtebaulich gewünschten baulichen Gestaltung des Grundstücks und der Schaffung einer klaren Raumkante ist der ruhende Verkehr vorzugsweise in einer Tiefgarage unterzubringen. Für die geplante Einzelhandelsnutzung ist eine oberirische Stellplatzanlage im östlichen Anschluss der Handelseinrichtung mit Zufahrt über die Forellstraße geplant. Die Stellplätze für die Wohnbebauung längs der Kaiserstraße sowie längs der Straße Lackmanns Hof sind überwiegend in Tiefgaragen geplant.

 

Durch die Mischung aus Campus mit Gewerbe und Dienstleistung sowie Forschung, Handel und Wohnen entsteht ein lebenswertes Quartier mit starker Identität.

 

Zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des ersten Bauabschnitts (Vorhaben LIST) soll der Vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 15 -Quartier Kaiserstraße- aufgestellt werden. Mit Schreiben vom 21.08.2017 hat der Vorhabenträger LIST Develop Commercial die Einleitung des Verfahrens beantragt.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

 

 Friedrichs

  Stadtrat

     


Anlage:
 

Aktuelles städtebauliches Konzept

     

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich BP235_Sachstandsbericht_Anlage_Aktuelles städtebauliches Konzept (4695 KB)