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Vorlage - 2017/0560  

Betreff: Antrag der Emschergenossenschaft auf bauzeitliche Entnahme von Grundwasser [und Einleitung des geförderten Wassers in den Hüller Bach]
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Koch, 2747
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Böhnke, Bianca
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
26.09.2017 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Der Ausschuss für Umweltschutz nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

 

Sachverhalt:
 

Die Emschergenossenschaft hat die Erlaubnis für eine Grundwasserentnahme während der Bauzeit für die Baugruben des Stauraumkanals und des Pumpwerks in Herne, Hofstraße und der Baugrube des Schachtes S_.018 gem. § 8 WHG bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt. Die Bezirksregierung hat die Stadt Herne gebeten die Sachverhalte aus wasserwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht zu prüfen und eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Bereits in den Jahren 2011 haben die Bezirksregierungen Münster und 2015 Arnsberg Genehmigungen für die Errichtung des Parallelsammlers zum Hüller Bach, der als Stauraumkanal konzipiert ist, und für das Pumpwerk Herne, Hofstraße erteilt.

Die Schachtsohlen der geplanten Bauwerke befinden sich in weiten Teilen unterhalb des Grundwasserspiegels. Für den Bau des Stauraumkanals und des Pumpwerks ist deshalb ein Eingriff in das Grundwasser notwendig.

Die geplanten Baugruben des Stauraumkanals und Pumpwerks bestehen aus einem rechteckigen und einem runden Teil. Die runde Baugrube hat einen Durchmesser von 28,5 m und wird ca. 17 m tief. Die eckige Baugrube hat eine Länge von 30 m und eine Breite von 7 m und wird ca. 14 m tief. Die Baugrube für den Sacht S_.018 beträgt etwa 10 m mit einer Tiefe von 9 m.

Die benötigte Vorhaltezeit für die Wasserhaltung wurde mit 41 Wochen angegeben, der Beginn war für Juli 2017 vorgesehen.

Eine genaue Vorhersage der zu erwartenden Gesamtfördermenge des Grundwassers ist schwierig, da die Durchlässigkeit der Böden teilweise kleinräumig stark variieren. Beim Antreffen von stark wasserführenden Klüften im Untergrund, wurde als Worst Case-Betrachtung eine Gesamtfördermenge von 7,3 Mio. m³/a angenommen. Beantragt ist eine Gesamtfördermenge von 733.572 m³/a. Aufgrund der unterschiedlichen Durchlässigkeit des Untergrundes sind Mengenabweichungen um den Faktor 10 möglich. Die Reichweiten der Grundwasserabsenkungen, also der Radius des Absenktrichters, wurden für den Maximalwert mit ca. 240 m bei Schacht S_.018 und bis zu 430 m für den Stauraumkanal/Pumpwerk berechnet.

Aus Sicht der Verwaltung: Untere Wasserbehörde, Untere Bodenschutzbehörde und Untere Naturschutzbehörde wurden für die Erteilung der Erlaubnis zur Hebung und Wiedereinleitung des Grundwassers auf die Stellungnahmen zum Bau des Abwassersammlers und der Abwasserbehandlung verwiesen. Aufgrund der detaillierten Planung wurden weitere Nebenbestimmungen zur Wasserhaltung seitens der Unteren Wasserbehörde zusammengestellt. Darüber hinaus wurden für dieses Erlaubnisverfahren Nebenbestimmungen aus den Bereichen Grundwasser- und Bodenschutz, Naturschutz und zum Schutz von Kultur- und Sachgütern formuliert, mit der Bitte an die Bezirksregierung Arnsberg diese als Nebenbestimmungen in den Bescheid mit aufzunehmen.

Des Weiteren hat die Verwaltung die Emschergenossenschaft aufgefordert, verschiedene Varianten von alternativen Bauverfahren und deren spezifischen Auswirkungen auf die geförderten Grundwassermengen, die Machbarkeit und die sich daraus entstehenden Kosten vorzulegen. Die Ergebnisse dieses Variantenvergleichs zeigen, dass im Falle von alternativen Sicherungsmaßnahmen die Kosten etwa 10 % höher sind, unter der Annahme der ursprünglichen Wassermengen. Bei einer Wasserhaltung mit Wassermengen aus der Worst Case Betrachtung ergibt sich jedoch eine deutliche Kostenersparnis. Die sich aus dem Variantenvergleich ergebenden Bewertungen können Auswirkungen auf zukünftige Grundwasserentnahmen und nachträgliche Anordnungen für bereits abgeschlossene Erlaubnisverfahren zur Folge haben. Für das in Rede stehende Verfahren kommt eine der Varianten zur Wasserhaltung nicht mehr in Betracht.

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

(Friedrichs)

Stadtrat

        


Anlagen:
 

Lageplan        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage (1123 KB) PDF-Dokument (823 KB)