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Vorlage - 2017/0565  

Betreff: Berichtsvorlage zum Handyparken
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Broja, Eduard
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Gorba-Karwath, Sabine
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Anhörung
21.09.2017 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:
 

Die Verwaltung hat den Prüfauftrag des Rates der Stadt Herne zur Einführung des Handyparkens angenommen und folgenden Zwischensachstand erarbeitet:

 

Systembeschreibung Handyparken

Nach derzeitigem Kenntnisstand der Verwaltung gibt es verschiedene Systeme, die für das  Handyparken angeboten werden.

 

System I

Parktickets werden über eine App, Anrufe und/oder SMS gebucht. Die dafür benötigte Telefonnummer zuzüglich der Bedienungsanleitung ist an der Beschilderung und/oder am Parkscheinautomaten angebracht.

 

System II

Nutzende müssen sich beim Anbieter registrieren. Über die Nutzung einer App ist anschließend das Lösen und Bezahlen des Parktickets möglich.

 

System III

Nutzende müssen sich beim Anbieter registrieren. Danach ist das An- und Abmelden per Handy am Parkscheinautomaten möglich. Zur Einführung dieser Systemart müssen alle Parkscheinautomaten umgerüstet werden.

 

 

Finanzieller/zusätzlicher Aufwand Stadt Herne

  • Fachbereich 53 - Tiefbau und Verkehr

Installieren einer zusätzlichen Beschilderung

(gesamter Einsatzbereich):   ca. 10.000 €

Wartung der Beschilderung (jährlich):  ca.      500 €

Aufkleber an Parkscheinautomaten werden in der Regel vom Anbieter bereitgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Fachbereich 44 - Öffentliche Ordnung und Sport

FB44/4 Leitstelle KOD

Es entstehen Mehrkosten, deren Höhe aktuell nicht verbindlich fest zu legen ist. Die Kosten sind vom Anbieter abhängig. Die nachfolgend genannten Beträge wurden vom Softwareanbieter der derzeitigen KOD - Leitstelle geschätzt.

 

Schnittstelle (einmalig):    ab 1.500 €, je nach Aufwand

Serverpflege (monatlich):    ab   250 €

Gebühren für die Anbieter (monatlich):              ?    (abhängig vom Anbieter)

 

Darüber hinaus:

        Umsetzung personalintensiv

        Steigerung der Bürgerkontakte

        Mehraufwand für die Außendienstmitarbeiter/innen bei der Prüfung der

 Gültigkeitsdauer

        Verringerung des Kontrollradius der Einsatzkräfte

        Akzeptanzprobleme bei den Nutzern

        Hoher Beratungsbedarf vor Ort

 

FB44/1 Bußgeldstelle

        Keine zusätzlichen Kosten in der Bußgeldstelle

        Akzeptanzprobleme werden erwartet

        Zusätzlicher zeitlicher Überwachungsaufwand in stark frequentierten Bereichen

 

Finanzieller Aufwand für Nutzende

Die Nutzenden zahlen systemabhängig entweder einmalige Kosten pro Parkvorgang für das Telefonat bzw. die SMS und/oder monatliche Kosten durch Buchung einer Flatrate. Diese Gebühren (12-25 Cent zuzüglich einer möglichen Monatspauschale) fallen zusätzlich zu den von der Stadtverwaltung erhobenen Parkgebühren an.

Die Kosten für die Nutzenden können abhängig vom Modell auch von der Stadt getragen werden.

Eine Abschätzung der Gesamtkosten ist aufgrund der unterschiedlichen Modelle, Systeme und Tarifstrukturen nicht möglich.

 

Städtevergleich

Im Rahmen der Sondierung möglicher Anbieter für die Stadt Herne hat die Verwaltung beispielhaft die Erfahrungen anderer Kommunen mit der Firma Sunhill in einem Vergleich zusammengefasst. Eine tabellarische Zusammenfassung ist dieser Vorlage als Anlage beigefügt.

Die Tabelle beinhaltet zudem eine Darstellung der Parkgebühren umliegender Kommunen ohne Einsatz des Handyparkens.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Nutzungsquoten extrem unterschiedlich sind. Sie bewegen sich in einer Spanne von 3-24%. Gründe hierfür sind weder aus der Höhe der Parkgebühren noch aus der Höhe der Nutzergebühren erkennbar. Selbst die Einwohnerzahlen oder Mengen der Parkscheinautomaten sowie der bewirtschafteten Parkplätze lassen keinen Rückschluss auf die extrem unterschiedliche Nutzung des Handyparkens zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Nach derzeitiger Einschätzung der Verwaltung wird derzeit das Angebot des bargeldlosen Parkens nur von einem geringen Anteil der Gesamtnutzenden in Anspruch genommen.

Im Rahmen einer Kosten-/Nutzenanalyse bleibt festzustellen, dass der Stadt Herne einmalige Kosten für die Erstinstallation, laufende Kosten für Wartung und Systempflege sowie Gebühren für den Anbietenden entstehen würden. Veränderungen der Parkgebührenstruktur würden automatisch Systemanpassungen bedingen und je Einzelfall zu Aufwandskosten in vierstelliger Höhe führen. Es wäre mit einem erheblichen Mehraufwand für die Außendienstmitarbeiter/innen bei der Prüfung der Gültigkeitsdauer des Handyparkens vor Ort zu rechnen. Dem gegenüber wäre eine Steigerung der Parkgebühreneinnahmen nicht zu erwarten.

Da die aktuellen Parkgebühren im Stadtgebiet Herne mit 60 Cent pro Stunde sehr gering ausfallen, ist mit der Akzeptanz hoher anfallender Zusatzkosten von 12-25 Cent pro Parkvorgang nicht zu rechnen. Mit Reduzierung der Zusatzkosten auf ein niedriges Niveau, sinkt gleichzeitig auch die Einnahme des Anbieters, so dass hier die Frage nach einer wirtschaftlichen Effizienz für ihn gestellt werden muss.

 

Ausblick

Die Verwaltung wird im nächsten Schritt eine Marktrecherche zu möglichen Anbietern des Handyparkens mit deren Kostenstruktur durchführen, das Ergebnis tabellarisch zusammenfassen, einen abschließenden Gesamtbericht erstellen und diesen in einer der nächsten Ausschusssitzungen vortragen.

 

 

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat                              


Anlage

Städtevergleich                          

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 20170912 Städtevergleich Handyparken (43 KB)