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Vorlage - 2017/0692  

Betreff: Quartiersanalyse und -konzeption für den Bereich Elpeshof im Stadtbezirk Sodingen
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Schulz, Karen
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Sowe, Simone
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
08.11.2017 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
15.11.2017 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Entscheidung
22.11.2017 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

                    


Beschlussvorschlag:


Die Bezirksvertretung Sodingen beauftragt die Verwaltung für den Bereich Elpeshof eine Quartiersanalyse und -konzeption zu erarbeiten.

                    


Sachverhalt:

 

Instrument und Methodik Quartiersanalyse

 

Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung mit Beschluss vom 17.12.2013 u.a. dazu beauftragt, anhand eines Pilotprojekts in Herne-Süd eine Methodik für die Erstellung von Quartiersanalysen / Quartierskonzepten zu erarbeiten und auf dieser Grundlage punktuell – für räumlich eng begrenzte Wohnsiedlungsbereiche mit besonderen Problemlagen, Herausforderungen und / oder Potenzialen – Quartiersanalysen / Quartierskonzepte zu erstellen. Die entwickelte Methodik wurde vom Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung am 30.10.2014 zur Kenntnis genommen und auf Grundlage eines VV-Beschlusses Quartiersanalysen und -konzepten zugrunde gelegt. Die Verwaltung hat nach dem Pilotprojekt in Herne-Süd (2014) entsprechende Analysen und Konzepte für die Quartiere Wanne-Süd (2015) und Bickern-West (2016) erarbeitet und vorgestellt.

Die Methodik der Quartiersanalyse / Quartierskonzeption umfasst eine breit angelegte Analyse mit statistischen Auswertungen, das Zusammentragen des in der Verwaltung vorhandenen Raumwissens, die Auswertung von Presse und Sekundärliteratur und die physische Bestandsaufnahme durch Begehung und Kartierung (insbesondere Erfassung von Zustand und Ausstattungsmerkmalen sämtlicher Wohngebäude). Dies wird ergänzt durch partizipative Elemente von qualitativen Interviews mit Schlüsselpersonen bzw. sogenannten „Multiplikatoren“ aus dem Quartier sowie einer repräsentative Bürgerbefragung.

Die Analyse wird über die „SWOT-Methodik“ zu Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zusammengeführt. Auf dieser Grundlage werden Handlungsoptionen bzw. Handlungsfelder definiert, die durch die Entwicklung von Zielen die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs für das Quartier ermöglichen. Die Maßnahmen sollten möglichst viele Bereiche und Akteure aktivieren, die für das Quartier relevant sind. Die Maßnahmenvorschläge können damit sowohl öffentliche bzw. städtische Arbeitsbereiche, als auch privatwirte Akteure (z.B. Wohnungswirtschaft), zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen einbeziehen.

Begründung Quartiersauswahl

Die drei bereits bearbeiteten Quartiere in Herne liegen in den Stadtbezirken Eickel, Herne-Mitte und Wanne, so dass das Instrument Quartiersanalyse / -konzept nun folgerichtig für einen ausgewählten Bereich im Stadtbezirk Sodingen Anwendung finden sollte. Die eingehende fachliche Beurteilung der dort infrage kommenden Quartiere hat folgende Rahmenfaktoren betrachtet:

  • Soziale Situation: geben die Indikatoren und Indizes des kleinräumigen Monitoring Hinweise auf eine Konzentration sozialer Problemlagen?
  • Infrastruktur: sind Lücken in der Ausstattung zu konstatieren?
  • Städtebau und Wohnen: sind Aufwertungs- und Entwicklungspotenziale erkennbar (z.B. WEP-Flächen, geplante Umbaumaßnahmen)?
  • Akteure: gibt es aktive Akteure (Unternehmen, Organisationen, Vereine) vor Ort, die sich voraussichtlich aktiv bei der der Umsetzung von Maßnahmen einbringen werden?

 

Abgrenzungsvorschlag

Ausgehend von den beschriebenen Faktoren sowie unter Berücksichtigung statistischer und städtebaulicher Zusammenhänge wird der folgende Vorschlag zur Abgrenzung des zu betrachtenden Quartiers gemacht:

 

 

 

 

 

 

 

                  Quelle: Stadtplan Herne

                      eigene Darstellung

 

Das vorgeschlagene Quartier Elpeshof im Stadtteil Horsthausen umfasst rund 0,80 km² bzw. 80 ha Fläche und hat rund 2.900 Einwohner. Die vorgeschlagene Abgrenzung orientiert sich am Verlauf der BAB 42, der Josefinenstraße bzw. der parallel verlaufenden Köln-Mindener Eisenbahn sowie der Horsthauser Straße und stellt entsprechend einen von seiner Umgebung durch deutliche städtebauliche Zäsuren bzw. Barrieren klar abgegrenzten Bereich dar.

Im Quartier Elpeshof ist anhand der betrachteten Indikatoren keine auffällige Konzentration sozialer Problemlagen festzustellen. Die demografische Zusammensetzung stellt sich hier hinsichtlich Alter, Haushaltsstrukturen und Unterstützungsbedarf im Herner Vergleich als unauffällig, d.h. nahe am städtischen Mittel, dar. Soziodemografische Faktoren wie die SGB-II-Dichte, die Arbeitslosenrate und der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegen hier unterhalb des städtischen Mittelwertes.

Der Ansatzpunkt der Quartiersanalyse und -konzeption ist im Quartier Elpeshof in stärkerem Maße räumlich-funktionell bzw. städtebaulich. Problemtisch stellt sich beispielsweise der Freiraumzugang und allgemein die Verknüpfung zu den umgebenden Stadtbereichen dar. Zu den Potenzialen des Gebietes zählen insbesondere die städtebauliche Entwicklung Jürgens Hof (Wohnbauflächenentwicklung, Seniorenwohnen, Nahversorgung) und die geplanten Umbaumaßnahmen an Landwehrbach und Fischergraben. Weiterhin plant die wewole-Stiftung, Veränderungen an ihrem Standort Langforthstraße vorzunehmen.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

Friedrichs

(Stadtrat)           


Anlagen:

 


Keine