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Vorlage - 2018/0017  

Betreff: Situation der Mont-Cenis-Gesamtschule – Stadtbezirk Sodingen
hier: Festlegung der schulorganisatorischen Rahmenbedingungen sowie Konkretisierung eines Umsetzungskonzeptes
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Peter Reschke, Tel. 3301
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Wischniewski, Kerstin
Beratungsfolge:
Schulausschuss Entscheidung
25.01.2018 
des Schulausschusses beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Entscheidung
07.02.2018 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

                 

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Beschlussvorschlag:
 

Der Schulausschuss und die Bezirksvertretung Sodingen nehmen den Bericht der Verwaltung zur Situation der Mont-Cenis-Gesamtschule zur Kenntnis und beauftragen die Verwaltung auf der Grundlage der hier beschriebenen schulorganisatorischen Rahmen-bedingungen mit der weiteren Konkretisierung eines Umsetzungskonzeptes für die Mont-Cenis-Gesamtschule.

                 

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Sachverhalt:
 

  1.  Ausgangs-/ Beschlusslage

 

In seiner Sitzung am 05.09.2017 (Vorlage-Nr. 2017/0492) hat der Rat der Stadt eine erste Prioritätensetzung zur Modernisierung, Sanierung sowie Erweiterung von Schulstandorten im Rahmen von Objektbeauftragungen an die Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH (HSM)  sowie von weiteren Finanzierungs-/ Förderprogrammen beschlossen. Die Verwaltung wurde in diesem Zusammenhang beauftragt, die objektbezogenen Maßnahmen-beschreibungen und Umsetzungskonzepte (Art und Umfang der Leistungen, Kosten-analysen, Zeitpläne) für die priorisierten Schulstandorte – u. a. die Mont-Cenis-Gesamtschule – zu erarbeiten bzw. erarbeiten zu lassen und den zuständigen bürger-schaftlichen Gremien zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

Im Rahmen der vorgenannten Prioritätensetzung war zu berücksichtigen, dass insbesondere die umfänglichen Generalsanierungsmaßnahmen (Großprojekte) nur sukzessive abzuarbeiten sein werden. Maßgeblich sind hier Fragen der finanziellen Ressourcenverteilung über die gesamte Laufzeit des Sanierungsprogramms sowie der Möglichkeiten der Abarbeitung durch die personellen Kapazitäten. In der Gesamtbetrachtung wurde der Mont-Cenis-Gesamtschule  angesichts der aktuellen Situation die oberste Priorität eingeräumt. Eine Machbarkeitsstudie zu diesem Standort unterstreicht den vordringlichen Handlungsbedarf. Schwerpunktmäßig ist der im Jahre 1974 errichtete Gebäudekomplex in nahezu allen Gebäudeteilen betroffen (Fassade, Fenster, Sanitärnetz, Heizungsnetz, Dachabdichtungen, usw.). Weite Teile des Gebäudes mussten bereits durch einen Bauzaun gesichert werden.

 

Als Grundlage für die Erarbeitung der objektbezogenen Maßnahmenbeschreibung und eines Umsetzungskonzeptes für die Mont-Cenis-Gesamtschule sowie zur Vermeidung späterer Fehlplanungen sind die baulichen und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen für den Schulstandort (Schülerzahlen, Zügigkeit, Infrastrukturbewertung etc.) zu beschreiben und festzulegen. Dies ist Zielsetzung dieser Beschlussvorlage.

 

  1. Gebäudeinfrastruktur / Machbarkeitsstudie

 

Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist in einem Gebäudekomplex untergebracht, welcher ursprünglich für jeweils eine Haupt- und Realschule errichtet worden ist. Dieser setzt sich aus Gebäudeteilen unterschiedlichen Alters zusammen (siehe unten Abb. Bauteilübersicht):

 

    Altbauteil, Baujahr 1955 (Bauteil G – G 007)

-          Klassenräume, Lehrküche, Bibliothek / Mediathek

    Erweiterungsbau 1, Baujahr 1974 (Bauteile A bis F – G 001 bis G 006)

-          Klassenräume und Fachräume (Naturwissenschaften, Technik, Kunst, Musik etc.)

-          Aula, Mensaküche, Speiseraum (Bauteil D)

-          Verwaltung (Bauteil E)

    Erweiterungsbau 2, Baujahr 1990 (Neubau – G 008)

-          Kurs-/ Klassenräume sowie Fachräume (Jahrgang 10 und Oberstufe)

    Erweiterungsbau 3, Baujahr 2013 (Neubau Mensa – G 009)

    Sporthalle (3-fach), Baujahr 1975 (hier nicht abgebildet).

 

Die Gebäudesituation stellt sich wie folgt dar:

 

        Abb.: Bauteilübersicht

 

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden durch das Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor Drees und Sommer AG und unter Beteiligung des Gebäudemanagements, des Fachbereichs Stadtentwicklung als Eigentümervertreter und des Fachbereichs Schule und Weiterbildung mögliche Umsetzungsszenarien einer Gebäudesanierung geprüft.

 

Die Machbarkeitsstudie umfasst die folgenden Szenarien:

 

  • Szenario 1 (nur nachrichtlich): Ertüchtigung aller Bauteile mit den notwendigen Maßnahmen aus den Gebäudezustandsanalysen und Weiterbetrieb.

 

  • Szenario 2: Generalsanierung der Bauteile A bis F und G (Altbau) sowie Ergreifung der Maßnahmen zur Ertüchtigung des Neubaus (G 008), der Mensa (G 009) und der Sporthalle.

 

  • Szenario 2 opt.: Wie Szenario 2, Altbauteil G – G 007  wird allerdings nur ertüchtigt.

 

  • Szenario 3: Neubau mit „Zielgröße“, die Bauteile A, B, C, E und F zu ersetzen, General-sanierung der Bauteile D (G 004) und G (Altbau – G 007) sowie Ergreifung der Maßnahmen zur Ertüchtigung des Neubaus (G 008), der Mensa(G 009) und der Sporthalle.

 

  • Szenario 3 opt.: Wie Szenario 3, Altbauteil G – G 007  wird allerdings nur ertüchtigt.

 

Die vorgenannten Szenarien wurden wie folgt bewertet (siehe hierzu auch beiliegende Entscheidungsmatrix – Anlage 1 zur Sitzungsvorlage):

 

  • Szenario 1 (nur nachrichtlich):  Szenario 1 wurde verworfen, da keine Qualitätssteigerung und keine energetischen Verbesserungen erzielt würden; lediglich kurz- bis mittelfristige Maßnahmen zur Instandsetzung würden zwecks Weiterbetrieb ergriffen. Die Abwicklung wäre schwierig, da jedes Bauteil einzeln abgearbeitet und über eine Ausweichfläche aufgefangen werden müsste. Für verhältnismäßig hohe Kosten würde das Gebäude lediglich ertüchtigt. Notwendige Sanierungen (z. B. im Bereich schadstoffbehafteter Materialen) wären nicht vorgesehen, eine Steigerung der räumlichen Funktionalität und Nutzung würde nicht erreicht. Die Projektdauer wurde mit rd. 60 Monaten angenommen.

 

  • Szenario 2 bzw. 2 opt.: Im Szenario 2 werden weite Teile des Gebäudekomplexes einer Generalsanierung (Entkernung bis auf den Rohbau) unterzogen. Diese würde in zwei Bauabschnitten erfolgen und erfordert zwingend eine entsprechende kostenintensive Zwischenunterbringung zur Sicherstellung des Unterrichtsbetriebes. Neben den hieraus resultierenden schulorganisatorischen Problemstellungen spricht auch die Projektdauer von ebenfalls rd. 60 Monaten nicht für diese Variante. Sowohl in der Betrachtung der Herstellkosten als auch der Vollkosten fällt das Szenario 2 hinter die Teilneubauvariante (Szenario 3) zurück. Die Risiken einer Sanierung im Bestand sowie die geringeren Möglichkeiten zur baulichen und nutzungsorientierten Optimierung sind zu berück-sichtigen.

 

  • Szenario 3 bzw. 3 opt.: Im Szenario 3 werden die wesentlichen Elemente des Gebäudes aus den siebziger Jahren (Bauteile A, B, C, E und F) durch einen Neubau ersetzt. Lediglich das Gebäudeteil D (Aula, Mensaküche und Speiseraum) würde erhalten und einer Generalsanierung unterzogen. Der Altbaubereich (Bauteil G) wurde hier optional einbezogen; die weiteren Gebäudeteile würden ertüchtigt.

 

 

 

 

 

Das Szenario 3 wird im Zeitplan mit einer Projektdauer von rd. 52 Monaten angenommen. Die Errichtung des Neubaus soll auf dem Schulgrundstück erfolgen; eine Zwischenunterbringung und die damit verbundene Beeinträchtigung des Schulbetriebes könnten so entfallen. Die Variante schneidet im Vergleich der Kostenbetrachtung am vorteilhaftesten ab. Ferner bietet sie die besten Möglichkeiten einer baulichen und nutzungsorientierten Optimierung. Die mit einer Sanierung im Bestand zu unterstellenden Risiken entfallen hier.

 

 

Bewertungsfazit:

  • Die Machbarkeitsstudie kommt auf der Grundlage vorliegender Ergebnisse zu der Empfehlung,  die weitere Bearbeitung des Projektes gemäß Szenario 3 vorzunehmen. Hierfür sprechen insbesondere die Ergebnisse der Nutzwertanalyse über alle Kostenarten sowie die beschriebenen Vorteile einer individuellen Neubauplanung (Projektdauer, bauliche und nutzerorientierte Qualität). Die Risiken einer Sanierung im Bestand würden entfallen.

 

  • Favorisiert wird aus schulorganisatorischer Sicht das Szenario 3 opt., welches für den Altbauteil G – G 007 zunächst keine Generalsanierung sondern eine bauliche Ertüchtigung vorsieht.  Die Energieversorgung wird im Zusammenhang mit den Baumaß-nahmen erneuert und in den Neubau verlegt. Die Möglichkeit einer späteren grundlegenden Sanierung des Altbauteils bleibt erhalten. Für den Fall künftiger schulorganisatorischer Notwendigkeiten bleibt damit aber auch die gebäudetechnische Option gewahrt, den Altbauteil zu entkoppeln.

 

  • Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass das Soll-Raumprogramm dem aktuellen IST entspricht. Das Neubauvolumen umfasst damit unter Berücksichtigung zu erhaltender Bauteile im Bereich der Unterrichtsräume die Größenordnung einer 4-zügigen Gesamtschule der Sekundarstufe I sowie ein Angebot an Fach-, Ganztags- und Verwaltungsräumen für ein 6-züges Gesamtschulsystem (Sekundarstufe I). Aufgabe wird es sein, eine Gesamtraumplanung für die Mont-Cenis-Gesamtschule unter Einbeziehung der zu erhaltenden / zu sanierenden Gebäudeteile sowie der Neubaubedarfe zu entwickeln.

 

 

Nachfolgend die Gebäudesituation als Skizze bei Realisierung des Szenarios 3:

 

   Abb.: Szenario 3, Auszug Machbarkeitsstudie MCG

 

 

  1. Schülerzahlenentwicklung / Zügigkeiten

 

Sekundarstufe I – Entwicklung

Die Schülerzahlen in der Sekundarstufe I haben sich in den zurückliegenden Jahren wie folgt entwickelt:

 

 

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

 

2017/18

Hauptschule

1549

1373

1280

1125

981

801

643

565

423

Realschule

2390

2366

2407

2420

2423

2443

2461

2515

2533

Gesamtschule

2614

2570

2572

2574

2575

2484

2467

2493

2485

Gymnasium

2844

2470

2528

2521

2516

2469

2472

2418

2381

Gesamtergebnis

9397

8779

8787

8640

8495

8197

8043

7991

7822

 

 

Die rückläufige demografische Entwicklung im Betrachtungszeitraum hat sich ungleichmäßig auf die Schulformen ausgewirkt. Während das Hauptschulsystem eingebrochen ist, haben die übrigen Schulformen nur geringfügig Schülerinnen und Schüler verloren bzw. im Realschulbereich sogar hinzugewinnen können. Der Schulentwicklungsplan (SEP) 2012 – 2018 hatte für die Sekundarstufe I im Zeitraum von 2012 bis 2018 einen Schülerzahlenrückgang von 17 % prognostiziert. Dieser ist zuwanderungsbedingt nicht eingetreten. Die Schülerzahl ist in dem bisherigen Betrachtungszeitraum bis 2017 lediglich um rd. 9,5 % (absolut 818 statt 1494) gesunken und hat zuwanderungsbedingt einen gegenläufigen Trend entwickelt. Dabei hat sich die Zuwanderung nicht aufwachsend von Jahrgangstufe zu Jahrgangsstufe bemerkbar gemacht, sondern hat über die unterschiedlichen Altersgruppen der Zuwanderer alle Jahrgangsstufen getroffen. Aktuell befinden sich rd. 530 Seiteneinsteiger im System der Sekundarstufe I; davon rd. 100 in den Gesamtschulen.

 

Die vorgenannte zahlenmäßige Konstellation innerhalb der Sekundarstufe I wird sich absehbar verändern. Die Verweildauer von Schülerinnen und Schülern in einer Sprachfördergruppe orientiert sich am individuellen Lernfortschritt. Sie soll in der Regel einen Zeitraum von zwei Jahren nicht überschreiten, so dass die Schülerinnen und Schüler nach Ablauf der 24 Monate entsprechend ihrer Leistungsbewertung beschult werden müssen (RdErl. d. MSW v. 28.02.2016) und ein Schulformwechsel von den Realschulen und Gymnasien zu den Gesamtschulen zu erwarten ist. Ein Effekt, der entsprechend dem Beginn der Zuwanderung der vergangenen Jahre, ab dem Schuljahr 2018/19 deutlich ansteigen wird. Eine genaue zahlenmäßige Erfassung und Prognose stellt sich aufgrund der unterschiedlichen Bildungsbiographien und des individuellen Lernfortschritts als problematisch dar, und kann jeweils nur kurzfristig vor dem jeweils anstehenden Schulhalbjahr durchgeführt werden.

 

Wenngleich die Flüchtlingszahlen insgesamt zurückgegangen sind, hält die Zuwanderung in die Ballungsgebiete an. Aktuell wird für Herne von rd. 15 Schülerinnen und Schülern pro Monat für die Sekundarstufe I ausgegangen, so dass die Schülerzahlen zuwanderungsbedingt weiterhin steigen werden. Insgesamt muss der Zuwanderungsfaktor als Prognoseunsicherheit bewertet werden. Fragen nach dem weiteren Verlauf der Entwicklung, des längerfristigen Verbleibs der neu Zugwanderten oder des Familiennachzuges werden hier einwirken und unmittelbar die Zahl der schulpflichtig werdenden Kinder beeinflussen.

 

Gesamtschulen – Entwicklung

Nachfolgend eine Übersicht über die Entwicklung der Schülerzahlen an den Herner Gesamtschulen (Sekundarstufe I und II) in den zurückliegenden Jahren. Trotz der beschriebenen demografischen Einflüsse zeigt das Gesamtschulsystem durchweg eine konstante Gesamtentwicklung auf:

 

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

 

2017/18

GES Erich Fried

882

882

906

916

925

922

943

944

957

GES Mont-Cenis

1032

1013

994

1011

995

949

959

962

922

GES Wanne-Eickel

1116

1138

1144

1185

1177

1185

1175

1174

1204

Gesamt

3030

3033

3044

3112

3097

3056

3077

3080

3083

              Abb.: Entwicklung der Schülerzahlen SEK I+II, Gesamtschulen, Schuljahr 2009/2010 bis 2017/2018

 

 

Mont-Cenis-Gesamtschule Entwicklung

Der Schulentwicklungsplan (SEP) 2012 – 2018 hatte für die 6-zügige Mont-Cenis-Gesamtschule einen überdurchschnittlichen Schülerzahlenrückgang bis zum Ende des Prognosezeitraumes vorausgesagt (-16,6 % insgesamt in den Sekundarstufen I und II). Eine Entwicklung in Richtung 4 bis 5-Zügigkeit wurde erwartet. Tatsächlich ist der Rückgang mit 8,8 % bis zum Schuljahr 2017/2018 deutlich geringer ausgefallen. Aktuell ist die Schule in der Sekundarstufe I annähernd durchgehend 5-zügig; die Oberstufe konnte im dargestellten Zeitfenster deutlich Schülerinnen und Schüler hinzugewinnen. Im Jahrgang 7 hat die Mont-Cenis-Gesamtschule in den vergangenen Jahren regelmäßig eine Mehrklasse aufgrund von Bildungsgangwechslern aus Realschulen und Gymnasien gebildet. Nachfolgend die Entwicklung für die Sekundarstufen I und II:

 

Schul-

5. Jg.

6. Jg.  

7. Jg.

8. Jg.

9. Jg.

10. Jg.

5. - 10. Jg.

jahr

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch.

Kl.

Sch./Kl.

2010/11

137

6

156

6

161

6

154

6

151

6

131

5

890

35

25,4

2011/12

153

6

145

6

158

6

159

6

161

6

111

4

887

34

26,1

2012/13

134

5

154

6

150

6

157

6

166

6

135

5

896

34

26,4

2013/14

110

4

126

5

174

7

155

6

168

6

144

6

877

34

25,8

2014/15

90

4

105

4

134

5

185

7

171

6

130

5

815

31

26,3

2015/16

101

4

106

4

129

5

135

5

187

7

134

5

792

30

26,4

2016/17

115

5

109

4

130

5

143

5

156

6

155

6

808

31

26,1

2017/18

115

5

136

5

135

5

132

5

144

5

113

4

775

29

26,7

         Abb.: Entwicklung der Schülerzahlen SEK I Gesamtschule Mont-Cenis – Schj. 2010/2011 - 2017/2018

 

 

Schul-

11. Jg.

12. Jg.  

13. Jg.

11. - 13. Jg.

5. - 13. Jg.

jahr

Sch.

Ku.

Sch.

Ku.

Sch.

Ku.

Sch.

Ku.

Sch./Ku.

Sch.

Kl./Ku.

2010/11

50

3

29

1

44

2

123

6

21

1013

41

2011/12

33

2

47

2

27

1

107

5

21

994

39

2012/13

32

2

32

2

51

3

115

7

16

1011

41

2013/14

57

3

29

1

32

2

118

6

20

995

40

2014/15

60

3

47

2

27

1

134

6

22

949

37

2015/16

67

3

56

3

44

2

167

8

21

959

38

2016/17

45

2

57

3

52

3

154

8

19

962

39

2017/18

65

3

32

2

50

3

147

8

18

922

37*

     Abb.: Entwicklung der Schülerzahlen SEK II Gesamtschule Mont-Cenis – Schj. 2010/2011 – 2017/2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulpflichtig werdende Kinder – Ausblick

Die verstärkte und anhaltende Zuwanderung zeigt verständlicherweise auch Auswirkungen auf die künftigen Schülergenerationen. So ist die Zahl der schulpflichtig werdenden Kinder in Herne in den kommenden Jahren deutlich ansteigend und beeinflusst nachhaltig die Schulentwicklungsplanung. Die aktuelle Auswertung der Statistikstelle über die kommenden sechs Schuljahre bis 2023/24 stellt einen Anstieg von 15,8 % dar:

 

Sj.

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

2020/21

2021/22

2022/23

2023/24

IST

1266

1.330

1.361

1.365

1.352

1.403

1.421

1.466

%

100%

105,1%

107,5%

107,8%

106,8%

110,8%

112,2%

115,8%

          Abb. Auswertung schulpflichtig werdende Kinder zum jeweiligen Schuljahr, Statistikstelle 30.09.2017

 

 

Sekundarstufe I – Prognose

Die zunehmend starken Geburtenjahrgänge werden zeitlich versetzt die weiterführenden Schulen erreichen. Bleibt also für die Sekundarstufe I letztlich die Frage zu beantworten, inwieweit die Schulinfrastruktur mit Blick auf wieder deutlich steigende Schülerzahlen ausreichend aufgestellt ist. In diesem Kontext verdeutlicht die nachfolgende Übersicht auf der Grundlage der prognostizierten Viertklässler sowie einer durchschnittlichen Schulformquote die anzunehmenden Eingangszahlen für die kommenden 5. Klassen der weiterführenden Schulen:

 

 

 

 

Die angefügte Kapazitätenbetrachtung verdeutlicht, dass die Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien im Zeitfenster bis 2023/2024 im Rahmen der vorgegebenen Zügigkeiten in ihren Eingangsklassen an Grenzen stoßen werden. Dieser Entwicklung wird nur begrenzt durch Mehrklassenbildungen entgegengewirkt werden können. Konkret für die Gesamtschulen wird die Kapazitätsgrenze von 16 Eingangsklassen (= 432 Schülerinnen und Schüler) zum Ende des Betrachtungszeitraumes erreicht sein. Ab Klasse 7 werden an den Gesamtschulen regelmäßig Mehr-/ Zusatzklassen aus den Bildungsgangwechslern aus Realschulen und Gymnasien gebildet. Auch dies wäre dann nicht mehr im Rahmen vorgegebenen Zügigkeiten möglich.

 

 

 

 

 

Sekundarstufe II – Entwicklung

Die eingangs dargestellten demografiebedingten Schülerzahlenrückgänge in der Sekundarstufe I haben die Oberstufen der Gesamtschulen und Gymnasien nicht erreicht. Die nachfolgende Entwicklungsübersicht verdeutlicht einen insgesamt konstanten Verlauf. Angesichts wieder deutlich steigender Schülerzahlen ist davon auszugehen, dass dies perspektivisch auch für die Oberstufen positive Effekte haben wird. Die Auswirkungen der Schulrechtsänderung G 8 / G 9 bleiben abzuwarten:

 

 

 

Schul-

Gesamtschulen

Gymnasien  

Sek. II gesamt

jahr

Sch.

Ku.

Sch.

Ku.

Sch.

Ku.

  2010/11

463

24

1833

95

2296

119

2011/12

472

24

1826

93

2298

117

2012/13

538

27

1780

90

2318

117

2013/14*

541

28

1467

75

2008

103

2014/15

572

28

1453

73

2025

101

2015/16

610

30

1440

74

2050

104

2016/17

587

30

1473

75

2060

105

2017/18

598

31

1424

73

2022

104

     Abb.: Sekundarstufe II – Stadtgebiet (* Gymnasien / Auswirkung G 8)

 

  1. Festlegung der baulichen und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen

 

Größe / Zügigkeit der Mont-Cenis-Gesamtschule

Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist formell eine 6-zügige Gesamtschule, die aktuell mit einer annähernd durchgehenden 5-Zügigkeit leicht unter ihrem maximalen Aufnahmerahmen bleibt. Im Bereich der Oberstufe ist in den vergangenen Jahren eine Stabilisierung eingetreten. Angesichts wieder deutlich steigender Schülerzahlen / Geburtenzahlen muss davon ausgegangen werden, dass auch das Gesamtschulsystem mit einer Aufnahmekapazität von 16 Eingangsklassen gesamtstädtisch an Grenzen stoßen wird. Bildungsgangwechsler erreichen regelmäßig zusätzlich die Gesamtschule und führen zu Mehrklassenbildungen nach der Erprobungsstufe. Die Gesamtentwicklung – nicht zuletzt im Bereich der Zuwanderung – deutet aktuell nicht auf eine Entspannung der Schülerzahlentwicklung hin. Angesichts dieser Entwicklungsaussagen ist beabsichtigt, die Mont-Cenis-Gesamtschule als 6-zügiges System zu erhalten und dies in die weiteren Planungen zum Infrastrukturausbau einzubeziehen.

 

Gebäudeinfrastruktur / Szenariobestimmung

Entsprechend der Empfehlung aus der Machbarkeitsstudie / Gebäudeanalyse wird das eingangs beschriebene Szenario 3 opt. (s. Bewertungsfazit) als Grundlage zur weiteren Konkretisierung eines Umsetzungskonzeptes für die Mont-Cenis-Gesamtschule herangezogen.

 

Aufstellung eines zukunftsorientierten Raumprogramms

Wie eingangs ausgeführt, wird es zunächst vorrangige Aufgabenstellung sein, für die Gesamtschule Mont-Cenis ein zukunftsorientiertes Raumprogramm zu entwickeln. Dies unter besonderer Berücksichtigung der Gebäudeinfrastruktur, die entsprechend Szenario 3 opt. teilweise erhalten und saniert / instandgesetzt werden soll, zu einem großen Teil aber auch durch einen Neubaukomplex ersetzt werden soll. Dies bietet die einmalige Chance, zeitgemäße Pädagogik und modernen Schulbau miteinander zu verknüpfen und neu zu denken.

 

 

 

Für die Ausgestaltung schulischer Raumprogramme gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Selbst die seit dem Jahre 1995 gültigen „Grundsätze für die Aufstellung von Raumprogrammen für allgemeinbildende Schulen und Förderschulen“ des Landes NRW  (Runderlass vom 19.10.1995) wurden im Jahr 2010 außer Kraft gesetzt. Dabei ist unstrittig, dass der Schulbau alter Art nicht mehr den sich verändernden Anforderungen gewachsen ist (Inklusion, Integration, Differenzierung / Förderung, Ganztagsentwicklung, Schule als Lebensraum und auch immer mehr als ganztägige Arbeitsstätte). Kommunen machen sich verstärkt selbst auf den Weg, eigene Rahmenvorgaben als zeitgemäße Orientierung zu entwickeln (siehe z. B. Schulbauleitlinien der Stadt Köln – 2009). Auf der Ebene des Städtetages Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich aktuell eine Arbeitsgruppe mit der Fragestellung, die angesichts zunehmender Aus- und Neubaubedarfe an Dynamik gewinnt. Neue pädagogische und organisatorische Anforderungen bedingen andere Lösungen als in der Vergangenheit; Unterrichtsformen werden vielfältiger und Lernprozesse individueller. Der Grundsatz Eine Schule für alle stellt insbesondere beim Umbau bereits bestehender Schulen eine hohe räumliche und auch technische Herausforderung dar.

 

Ausgestaltung des weiteren Planungsprozesses

Seit vielen Jahren engagieren sich die Montag Stiftungen für eine neue Herangehensweise im Schulbau. Die entwickelten Leitlinien enthalten notwendige Qualitätsstandards und grundlegende Prinzipien für den Umbau, die Erweiterung und den Neubau von leistungsfähigen Schulbauten – mit Empfehlungen zur räumlichen Organisation, zu Funktionsbereichen und Raumbedarfen. Im Rahmen der Schulbauplanung spielt hier das Konzept der „Phase Null“ eine wichtige Rolle. In dieser frühen Phase der Planung wird der Grundstein gelegt für einen leistungsfähigen Schulbau. Das, was in anderen Arbeitsbereichen längst üblich ist – nämlich die spezifischen gewünschten Anforderungen vor Ort zu ermitteln, bevor ein Raumkonzept entsteht – ist im Schulbau oft noch die Ausnahme. Zu stark sitzt in den Köpfen aller Beteiligten noch das Bild eines Schulmodells, das seit über hundert Jahren viele Generationen begleitet hat – und das den neuen Anforderungen an das Lernen und Lehren längst nicht mehr gerecht wird.

 

Dies vorausschickend ist beabsichtigt,  für die Mont-Cenis-Gesamtschule eine strukturierte Planungsphase Null im Sinne einer genauen, standortspezifischen Bedarfsermittlung voranzustellen. Hier sollen alle am Schulbau beteiligten Gruppen – Pädagogik, Architektur, Politik und Verwaltung, unter Einbeziehung der Nutzer – eine belastbare Grundlage für ein erfolgreiches Projekt entwickeln. Wichtige Elemente sind:

 

  • das pädagogische Konzept, das als Grundlage für die Schulentwicklung dient,
  • ein darauf aufbauendes räumliches Organisationsmodell für Lernorte, Ganztags-, Team-, und Gemeinschaftsräume sowie Grün- und Freiflächen, welches aktuelle Veränderungen in der Schule aufgreift und zugleich zukunftsoffen anpassbar ist,
  • Schnittstellen zwischen schulischen und außerschulischen Lernorten und die Rolle der Schule im Quartier / in der Kommune,
  • eine klare und robuste Organisationsstruktur für den gesamten Planungsprozess und die spezifischen Rollen und Aufgaben der beteiligten Akteur/innen,
  • die zu diesem Zeitpunkt einzuschätzenden Herstellungs- und Betriebskosten.

 

Ziel der „Phase Null“ ist damit die Entwicklung eines tragfähigen inhaltlichen und räumlichen Konzeptes, das die Effizienz, Bedarfsgerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit des Bauvorhabens sicherstellt. Die Ergebnisse zum Raumkonzept / Raumprogramm sind in die weiteren Planungsphasen einzubinden. Zur Begleitung der „Phase Null“ konnte auf Empfehlung der Montag Stiftung ein Schulbauberatungsteam aus Essen gewonnen werden, welches auf dem Gebiet der pädagogischen Architektur spezialisiert ist und in welchem Architekten und Pädagogen als Prozessgestalter zusammenwirken. Die Planungsphase Null soll im Sommer 2018 abgeschlossen sein.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin                

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

Anlage 1: Machbarkeitsstudie Entscheidungsmatrix                 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1_Machbarkeitsstudie-Entscheidungsmatrix (415 KB)