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Vorlage - 2018/0527  

Betreff: Sachstandsbericht zum Sanierungsmanagement im InnovationCity roll-out- Gebiet Herne Mitte
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Semmelmann, Thomas
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Sowe, Simone
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung
11.09.2018 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Umweltschutz
19.09.2018 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Wie in der Vorlage des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung vom 8.November 2017 beschrieben, ist mit der Übergabe des „Integrierten Energetischen Quartierskonzeptes“ an die Stadt Herne die Analysephase abgeschlossen. Der nächste Schritt ist die Umsetzungsphase und dadurch gekennzeichnet, dass die Stadt Herne die dargelegten Fördermaßnahmen des Quartierskonzeptes auf ihre Umsetzung prüft. Als Erstes hat die Verwaltung für das roll-out-Quartier Herne-Mitte den Förderantrag für ein Sanierungsmanagement bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau gestellt. Die Besonderheit bei dem Quartier Herne-Mitte ist die Größe des untersuchten Bereichs. Mit einer Fläche von 273 Hektar, einem Bestand von ca. 2.500 Gebäuden und ca. 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist es um ein Vielfaches größer als die anderen 19 Quartiere des roll-out-Prozesses.

 

Um den Arbeitsanfall quantitativ und qualitativ im geplanten Förderzeitraum von 3 Jahren realistisch anzugehen, ist bei der Antragstellung das Quartier Herne-Mitte in vier Teilquartiere mit jeweils ca. 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern aufgeteilt worden (siehe Abbildung).

 

 

 

 

Diese Teilquartiersgrößen entsprechen eher der üblichen Größenordnung für eine praktikable Umsetzung des Sanierungsmanagements. Die Teilquartiere West, Nord, Süd und Ost sind hinsichtlich ihres Bestandes und der Nutzung wie folgt zu charakterisieren:

 

 

Bezirk West

 

Der Bezirk West (Shamrock) ist teilweise durch das enge Nebeneinander von gewerblich-industriellen Nutzungen (Chemiestandort INEOS, Stadtwerke Herne) und der Wohnnutzung geprägt. Am Standort der ehemaligen Konzernzentrale der Ruhrkohle (RAG) ist gegenwärtig ein großes städtebauliches Vorhaben zur Nachnutzung und ergänzenden Nachverdichtung des Bereichs für gemischte Nutzungen ("Shamrockpark") in Planung. Die vorhandene Wohnbebauung im Bezirk West ist sowohl hinsichtlich Baualter, als auch Bauform relativ heterogen.

 

 

Bezirk Nord

 

Der Bezirk Nord umfasst im Wesentlichen den Bereich des unmittelbaren, hoch verdichteten

Stadtzentrums. Die Nutzungsstruktur wird entsprechend neben dem Wohnen in hohem Maße durch Einzelhandel und Büronutzungen bestimmt. Der Gebäudesubstanz ist in großen Teilen gründerzeitlich geprägt, es sind aber auch zahlreiche großformatige Gebäude der 1960er und 1970er Jahre vorhanden.

 

 

Bezirk Süd

 

Der südlich an das Stadtzentrum angrenzende Bezirk Süd (Altenhöfen) ist hoch verdichtet und wird ganz überwiegend durch die Wohnfunktion bestimmt. Dabei dominieren geschosswohnungsbauliche Strukturen aus der Gründer- und Nachkriegszeit. Im Bereich des ehemaligen städtischen Bauhofs Siepenstraße sind vor einigen Jahren neue Wohnbebauung und ein Nahversorgungsstandort entstanden.

 

 

Bezirk Ost

 

Der südöstlich an das Stadtzentrum anschließende Bezirk Ost wird überwiegend durch die

Wohnnutzung geprägt. Neben Geschosswohnungsbauten unterschiedlicher Baualtersklassen sind hier in nicht unerheblichem Maße auch Ein- und Zweifamilienhäuser v.a. aus der Mitte des 20.Jh. vorhanden. Prägend für das Gebiet ist zudem der Standort des Evangelischen Krankenhauses mit angegliederter Notfallpraxis und Ärztehaus.

 

 

In der konkreten Umsetzung und Organisation wird das Sanierungsmanagement als einheitliches Gesamtsanierungsmanagement für das Großquartier „Herne-Mitte“ aufgestellt. Dies unter Berücksichtigung der jeweiligen individuellen Strukturen, Akteure und Vorgaben der Teilquartiere West, Nord, Süd und Ost.

 

Das Team des Sanierungsmanagements soll Maßnahmenvorschläge aus dem „Integrierten Energetischen Quartierskonzept Herne-Mitte“ aufgreifen und konkrete, individuell auf die Bewohnerschaft des Quartiers bzw. Bezirks zugeschnittene Beteiligung entwickeln und koordinieren. Darüber hinaus sollen in einem kontinuierlichen Prozess unter Beteiligung relevanter Steakholder aus dem Quartier weitere Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Weiterhin ist geplant, diese Organisation mit einer Projektstruktur zu überziehen, indem ein Kernteam für die operative und ein Steuerungsteam für die strategische Begleitung installiert werden.

 

 

 

Neben der Durchführung von zielgruppenspezifischen Projekten (wie z. B. ein Impulsprojekt aus dem Konzept „Energieeinsparungs- und erzeugungsoptionen für Altenheime und Krankenhäuser) soll das Sanierungsmanagement allgemeine Anlaufstelle zu Themen der energetischen Modernisierung für alle Bewohner und Gebäudeeigentümer im Quartier sein. Das Sanierungsmanagement soll organisatorisch und institutionell bei den Stadtwerken angesiedelt werden.

 

Vor dem Hintergrund dieses geplanten Sanierungsmanagement hat sich die Stadt Herne mit seinen wichtigsten Partnern, die derzeit Projekte im Quartier realisieren, verpflichtet, den CO2-Ausstoß kurz- und mittelfristig durch Energieeffizienz- und Energieeinsparungsmaßnahmen zu verringern. Dazu hat die Stadt Herne zusammen mit der Stadtwerke Herne AG, der FAKT Shamrockpark GmbH, der Landmarken Neue Höfe Herne GmbH, der Eurovia 12. CCH GmbH & Co. KG und der Wohnungsbaugenossenschaft Herne-Süd eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Damit wird dokumentiert, dass die Unterzeichner den Umsetzungsprozess im Rahmen ihrer Kompetenz und Möglichkeiten durch eigene Beiträge und im eigenen Ermessen gemeinsam unterstützen, um damit einen wirksamen Klimaschutzbeitrag und eine beispielgebende Aufwertung des Quartiers zu erreichen.

 

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

(Stadtrat)

 

 

                    

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

Keine