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Vorlage - 2018/0535  

Betreff: Rathausstraße, Bau von 2 Haltestellen in der Nähe des Rheumazentrums
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Weidele - 2965
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Deutsch, Christina
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
11.09.2018 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung ungeändert beschlossen   
Bezirksvertretung Wanne Entscheidung
09.10.2018 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne ungeändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

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Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:   5401

Bez.: Öffentliche Verkehrsflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allg. Umlagen

3.500,00 € p.a.

 

 

 

 

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

-          3.500 ,00 € p.a.

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:7.541071

Bez.:ÖPNV Aufgabenträgerpauschale

 

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Investitionszuwendungen

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

70.000,00 €

 

 

 

-          70.000,00 €

              

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Beschlussvorschlag:
 

Die Bezirksvertretung Wanne beschließt den Bau von zwei Bus-Haltestellen (Fahrtrichtung Nord und Süd) an der Rathausstraße, nahe des Rheumazentrums, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt, gemäß den vorgelegten Planunterlagen -Planungsstand 17.08.2018- sowie der nachfolgenden Baubeschreibung.

 

              

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Sachverhalt:
 

1.     Allgemeines

Das Rheumazentrum Ruhrgebiet an der Claudiusstraße wurde im März 2014 in Betrieb genommen, wobei im Zuge der Maßnahme keine separate Bushaltestelle eingerichtet wurde. Zuletzt wurde in der Bezirksvertretung Wanne am 13. Februar 2018 (Vorlage-Nr. 2018/0042) einstimmig beschlossen im Bereich der Rathausstraße, auf Höhe des Rheumazentrums, einen behindertengerechten und barrierefreien Haltepunkt für die Buslinie 323 einzurichten und zu prüfen, ob diese Investitionsmaßnahme förderungsfähig ist. Durch die Errichtung einer Haltestelle unfern des Rheumazentrums würde die Erreichbarkeit dieser, durch den Öffentlichen Personennahverkehr, maßgeblich verbessert werden. Darüber hinaus könnte eine bessere Anbindung an den ÖPNV der Parksituation rund um das Rheumazentrum zugutekommen.

  1. Gegenständlicher Bereich

Die Rathausstraße erstreckt sich von der südlichen Berliner Straße bis hin zur nördlich kreuzenden Dorstener Straße (226). Der in Rede stehende Streckenabschnitt liegt auf der Rathausstraße zwischen der Claudius- und der Hermannstraße. Im nordöstlichen Quadranten des Kreuzungsbereich Rathaus-/Claudiusstraße befindet sich das Rheumazentrum Ruhrgebiet. Auf Höhe des Rheumazentrums soll die zu Beschluss stehende Haltestellte „Rheumazentrum“ entstehen.

  1. Planungsrecht

Der unter Punkt 2 genannte Bereich der Maßnahme liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 50/3 „Rathausstraße“. Die geplante Maßnahme steht im Einklang zu den entsprechenden Planfestsetzungen.

  1. Beschreibung vorhandene Situation

Die Rathausstraße verfügt über zwei Fahrtrichtungen und stellt für den motorisierten Individualverkehr (MIV) eine Sammelfunktion dar. Sie dient dem öffentlichen Personalverkehr als Linienweg und bietet Schutzstreifen für den Radverkehr.

Östlich der Rathausstraße befindet sich das Rheumazentrum Ruhrgebiet. Westlich befinden sich Mehrfamilienhäuser in Blockrandbebauung.

Die in beide Fahrtrichtungen primär einstreifige Rathausstraße weist im Bereich der geplanten Haltestellen jeweils zusätzlich einen Linksabbiegestreifen auf. Die beiden Abbiegerstreifen werden durch eine begrünte Mittelinsel voneinander getrennt.

Am rechten Fahrbahnrand befinden sich jeweils 2,00 m breite Radfahrstreifen mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter zu den angrenzenden Gehwegen und Parkbuchten. Die Radfahrstreifen werden durch eine durchgezogene Radstreifenmarkierung vom Kfz-Fahrstreifen separiert.

Die Gehwegbreite westlich der Rathausstraße beträgt im Bereich der geplanten Haltestelle sowie der Kreuzung ca. 2,40 m. Der östliche Gehweg weist eine Breite von über 4,00 m auf. In den Bereichen der Parkbuchten wird die Breite auf 2,00 m verringert. Die Parkbuchten bieten insgesamt 6 Parkstände. Mit einer Parkscheibe dürfen diese montags bis freitags, von 9 bis 18 Uhr für 2 Stunden genutzt werden.

Auf der östlichen Seite der Rathausstraße führt eine 4,50 m breite Einfahrt zu 19 Parkstände ohne zeitliche Begrenzung. Darüber hinaus werden grundsätzlich ca. 12 Kraftfahrzeuge in der Fahrgasse geparkt, wodurch sich die Fahrgassenbreite deutlich verringert und das Ein- bzw. Ausparken erschwert wird. In diversen stichprobenhaften Erhebungen des ruhenden Verkehrs konnte festgestellt werden, dass die vorgenannten 31 Parkmöglichkeiten i.d.R. vollständig belegt waren. Im Einfahrtsbereich befindet sich eine Grünfläche mit einem Baum, welche weiter erhalten bleiben.

Die vier vorhandenen Querungsstellen im Kreuzungsbereich Rathaus-/Claudiusstraße sind nicht barrierefrei mit entsprechendem Leitsystem ausgebaut. An den Fußgängerfurten des lichtsignalgeregelten Knotenpunktes sind auf Grund von Rundbordsteinen keine differenzierbaren Bordhöhen für Sehbehinderte und keine Nullabsenkungen für Rollstuhlfahrer vorhanden. Der Zustand entspricht somit nicht den Grundsätzen der Barrierefreiheit, wie sie in der Stadt Herne realisiert werden sollen.

Gegenwärtig wird die Rathausstraße im 20 Minuten Takt von der Linie 323 befahren, welche eine überörtliche Verbindung zwischen der Herner Haltestelle „Knappstr.“ und der Haltestelle „Hiltrop Kirche“ in Bochum darstellt. Des Weiteren verkehrt am Wochenende und an Feiertagen die Linie NE34 nachts stündlich den betrachteten Abschnitt. Der in Rede stehende Bereich, inklusive dem Rheumazentrum, liegt zentral zwischen dem südlichen Hauptbahnhof Wanne-Eickel und der nördlichen Haltestelle „Heidstraße“. Die Entfernung zwischen den beiden Haltestellen beträgt ca. 900 m und somit rund 12 Gehminuten.

  1. Beschreibung geplante Maßnahme

Durch die zusätzliche Haltestelle „Rheumazentrum“ (Name dient bisher lediglich als Arbeitstitel und wird noch abschließend festgelegt) im zuvor beschriebenen Bereich, soll das Rheumazentrum Ruhrgebiet sowie das angrenzende Wohnquartier an das ÖPNV-Netz angebunden werden. Folglich wird die Erreichbarkeit des Rheumazentrums für mobilitätseingeschränkte Menschen verbessert und die Qualität sowie Attraktivität des ÖPNV für Mitarbeiter und Anwohner gesteigert. Zur sicheren Querung durch seh- und mobilitätseingeschränkte Menschen werden zwei der vier Querungsstellen im Kreuzungsbereich Rathausstraße/ Claudiusstraße gemäß der mit dem Arbeitskreis barrierefreies Bauen des Behindertenbeirates der Stadt Herne abgestimmten Regelbauweise barrierefrei ausgebaut. Dabei handelt es sich um die nördlichen Querungsstellen, welche für das Erreichen der Haltestellen notwendig sind.

Die Ziele der geplanten Baumaßnahme sind u.a. wie folgt definiert:

-          Qualitäts-/ Attraktivitätssteigerung des ÖPNV

-          Anbindung des Rheumazentrum an das ÖPNV Netz

-          Kürzere Wege für Mitarbeiter und Besucher des Rheumazentrum

-          Entlastung der Parksituation für Mitarbeiter und Besucher des Rheumazentrum

und Anwohner

-          Erhöhung der Sicherheit durch ein taktiles Leitsystem für Menschen mit Behinderung

 

5.1 Technische Gestaltung der Baumaßnahme

Die Haltestellen werden beidseitig in einer Länge von 18,00 m ausgebildet. Sie werden durch die beschränkte Platzsituation, sowie dem Ziel der Busbeschleunigung, an den Fahrbahnrand vorgezogen. Es wird jeweils ein beleuchteter Fahrgastunterstand (FGU) vorgesehen um den Wartenden eine Überdachung und Sitzplätze anzubieten. Die Oberflächen, die taktilen Einrichtungen sowie die Möblierung werden dem heutigen Standard angepasst. Die vorhandenen Borde werden durch Buskap- und Übergangssteine, mit einer Auftrittshöhe von 18 cm, ersetzt. Die Entwässerungsrinne sowie der Ablauf bleiben unberührt. Die Haltestellenbereiche erhalten eine Querneigung in Richtung Fahrbahn, sodass anfallendes Regenwasser über die vorhandene Rinne abfließen kann. Die vorhandene Gehwegdecke im Haltestellen- und Querungsbereich wird durch grauen Betonsteinpflaster 10/20/8 ersetzt. Der Gehweg muss in beiden Haltestellenbereichen verbreitert werden, damit trotz Fahrgastunterstände eine ausreichende Gehwegbreite gewährleistet wird. Dadurch entfallen insgesamt 5 Parkstände. Für die Verbreiterung des westlichen Gehweges wird die Pflasterdecke einer Parkbucht rückgebaut, verfüllt und ebenfalls mit grauem Betonsteinpflaster 10/20/8 versehen. Durch diese notwendige Maßnahme entfallen drei Parkmöglichkeiten.

Auf der östlichen Seite werden zwei Parkständen des am Gehweg angrenzenden Parkplatzes umgebaut, um den Gehweg hinter der FGU entlang zu führen. Zu diesem Zweck wird die gegenwärtige Asphaltdecke durch graue Betonsteinpflaster 10/20/8 ersetzt und durch Kantensteine (Auftritt: 4 cm) abgeschlossen. Eine 2,00 m breite, mit Hochborden umschlossene Grünfläche, trennt den Gehweg von der Fahrgasse des Parkplatzes. Auf der Grünfläche sollen nach Möglichkeit zwei Bäume Platz finden.

Die vorhandenen Fahrbahnmarkierungen werden gemäß den neuen Randbedingungen angepasst. Die Radstreifenmarkierung im Haltestellenbereich (18,00 m) wird entfernt. Stattdessen wird ein „Bus“ -Schriftzug aufgetragen.

Sowohl die beiden Haltestellen als auch alle gesicherten Querungsstellen (mit LSA) im Kreuzungsbereich werden im Sinne eines barrierefreien Ausbaus mit taktilen Bodenindikatoren ausgestattet. Dabei wird die vorhandene Bordführung beibehalten. Leidglich die Rundborde werden über die Breite der Fußgängerfurt durch die neuen taktilen Bordsteinelemente ersetzt.

5.2 Barrierefreiheit

Die Aspekte der Barrierefreiheit werden im gesamten Bereich der geplanten Maßnahme berücksichtigt. Die Planung der Bodenelemente erfolgt nach DIN 32984 und den Regelausbildungen, welche aus Anregungen und Vereinbarungen mit dem „Arbeitskreis Barrierefreies Bauen des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen“ entstanden sind.

Die Querungshilfen im beschriebenen Kreuzungsbereich wurden bereits gemäß RiLSA mit einem Ampelsystem ausgestattet. Das Ampelsystem beinhaltet bereits Taster mit einem Orientierungston und einem Vibrationssignal. Somit ist das Grünsignal auch für blinde und sehbehinderte Menschen wahrnehmbar.

  1. Straßenoberbau nach RStO 12

Der Gehweg wird gemäß RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, Ausgabe 2012) wie folgt aufgebaut:

Aufbau Gehweg

 

Pflaster

  8 cm

 

 

 

Bettung

  4 cm

 

 

 

Schottertragschicht

20 cm

 

 

 

Gesamt

32 cm

 

 

 

  1. Beleuchtung

Zusätzliche Straßenbeleuchtung ist nicht notwendig, da bereits entlang der Rathausstraße Seilleuchten vorhanden sind.

  1. Ver- und Entsorgungsleitungen

Im Plangebiet befinden sich zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen der Stadtentwässerung Herne, der Telekom AG, der Stadtwerke Herne, der Gelsenwasser AG, der Westnetz GmbH, der Uniper Wärme GmbH sowie von Unitymedia. Detaillierte Informationen über den genauen Verlauf der Ver- und Entsorgungsleitungen wurden bereits im Vorfeld eingeholt, damit die Lage der möglichen neuen Baumstandorte, Bordsteine, Fahrgastunterstände sowie eine teilweise Verlegung der Kappen und Schächte festgelegt werden konnte. Da auf der Seite des Rheumazentrums im Gehwegbereich sehr viele Leitungen verlaufen ist im Zuge der Ausführung zu klären, ob die Fundamente des östlichen Fahrgastunterstandes dort gesetzt werden können. Alternativ wird der Standort des FGU nach hinten Richtung Parkplatz verschoben.

  1. Altlasten (Boden, Wasser)

Da die Erdarbeiten lediglich in geringer Tiefe erfolgen, ist das Antreffen belasteter Materialien nicht zu erwarten.

  1. Grunderwerb

Für die Baumaßnahme ist kein Grunderwerb erforderlich.

  1. Finanzierung

Die Kosten wurden im Rahmen der Planung errechnet und belaufen sich brutto, einschl. Baunebenkosten, auf rund 70.000 €.

Beiträge gemäß Kommunalabgabengesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (KAG) werden im Zuge der Maßnahme nicht erhoben.

Die Maßnahme wird aus Zuwendungen gemäß § 11 Abs. 2 ÖPNVG NRW (Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen) zu 100 % gefördert.

  1. Bauzeit/Baubeginn

Die Bauzeit für die Herstellung der zwei Haltestellen „Rheumazentrum“ beträgt je nach Witterungsbedingungen insgesamt ca. 3 Monate. Der Baubeginn zur Umsetzung der Maßnahme ist für Anfang 2019 vorgesehen.

  1. Sonstiges

Die Maßnahme ist mit dem beauftragten Verkehrsunternehmen Straßenbahn Herne - Castrop-Rauxel GmbH (HCR), der Polizei, dem Fachbereich 33 - Feuerwehr und dem Fachbereich 44 – Öffentliche Ordnung abgestimmt.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

Friedrichs

Stadtrat

 

 

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Anlagen:
 

-          Übersichtplan

-          Lageplan Rathausstraße Haltestelle „Rheumazentrum“, Stand: 17.08.2018 (M 1:100)

              

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Übersichtsplan (183 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 2018-03-02_C3D_Rathausstr zw Hermannstr u Claudiusstr-LP_100 mit Querung (1163 KB)