Ratsinformationssystem

Vorlage - 2018/0549  

Betreff: Bildungsberichterstattung: Schwerpunktbericht Übergang Schule-Beruf
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:1. Herr Jan Schröder, Tel. 3713
2. Herr Christian Kattenbeck, Tel. 3755
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Gnörk, Markus
Beratungsfolge:
Schulausschuss Entscheidung
13.09.2018 
des Schulausschusses zur Kenntnis genommen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

     

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

Der Schulausschuss

 

  • nimmt den Bericht der Verwaltung zum Schwerpunktbericht Übergang Schule-Beruf zur Kenntnis.

 

  • beauftragt die Verwaltung, die Handlungsansätze basierend auf den Ergebnissen mit den Akteuren des Arbeitsmarktes weiter zu konkretisieren / auszubauen und

 

  • dem Schulausschuss fortlaufend zu berichten.

     

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

Auf Beschluss des Schulausschusses in der Sitzung am 15.09.2016 zur „Neuausrichtung der Bildungsberichterstattung“ (2016/0564) wurde die Verwaltung beauftragt, den vierten Herner Bildungsbericht im Jahr 2020 vorzulegen. Um die Kontinuität der Berichterstattung über das Bildungsgeschehen in Herne zu wahren, wurden darüber hinaus zwei neue Formate eingeführt:

 

  1. Thematische Schwerpunktberichte
  2. Jährlich erscheinender Kurzbericht mit Kernindikatoren

 

 

Während die Kurzberichte regelmäßig Informationen zu zentralen Entwicklungen im Herner Bildungswesen liefern, ist Sinn und Zweck der Schwerpunktberichte die anlassbezogene und vertiefende Analyse von Themen, da die entsprechenden Darstellungen im Bildungsbericht und den Kurzberichten nicht kleinteilig genug sein können, um eine ausreichende Steuerungsrelevanz zu erzielen. Auch würden weitere Analysen im Bildungsbericht den Umfang überstrapazieren. Im Gegensatz zu einem Bildungsbericht bedürfen die Schwerpunktberichte einer aufwendigeren Recherche, da hier neue Datenquellen recherchiert werden müssen und die Schwerpunktberichte nicht darauf ausgerichtet sind, dauerhaft fortgeschrieben zu werden.

 

In oben genannter Sitzung wurde die Verwaltung beauftragt, einen ersten Schwerpunktbericht zum Thema „Übergang Schule Beruf“ bis 2018 vorzulegen. Dieser wird in der Sitzung des Schulausschusses am 13.09.2018 veröffentlicht und den Mitgliedern des Schulausschusses zur Verfügung gestellt.

 

 

Inhalt des Berichts

Das Themenfeld Übergang Schule Beruf zu erfassen, stellt sich als sehr herausfordernd dar. Der Bericht ist ein Produkt des Bildungsmonitorings und gliedert sich in folgende Kapitel:

  • Einleitung
  • Im Kapitel „Kommunale Maßnahmen“ wird neben dem Bündnis für Arbeit, insbesondere die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) dargestellt.
  • Das Kapitel „Rahmenbedingungen“ stellt relevante Kennzahlen der Herner Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie zu den schulischen Ausgangsbedingungen dar.
  • Im Kapitel „Beschreibung beruflicher Bildung in Schulen“ werden hauptsächlich die Herner Berufskollegs analysiert. Darüber hinaus finden sich weitere Auswertungen zu Schülerinnen und Schülern an Berufskollegs, zum Beispiel über von Herner Schulen an Berufskollegs in ganz NRW übergehende Schülerinnen und Schüler.
  • Im Kapitel „Beschreibung des betrieblichen Herner Ausbildungsmarktes“ werden wesentliche Kennzahlen zur Ausbildungsleistung der Herner Betriebe aufgezeigt. Hinzu kommen Auswertungen zur Nachfrage von Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen sowie zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.
  • Im Kapitel „Hochschule“ werden Daten zu Studierenden präsentiert, die in Herne ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben.
  • Im abschließenden Kapitel „Ausblick“ werden die zentralen Erkenntnisse des Berichts rund um das Angebot und die Nachfrage im Übergang von der Schule in den Beruf zusammengefasst.

Im Unterschied zu den klassischen Bildungsberichten enthält der Schwerpunktbericht einige Daten, die bisher in den Bildungsberichten nicht dargestellt wurden. Dies sind Daten, die für das Thema Übergang Schule Beruf relevant sind. Hierzu zählen insbesondere die Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Berufsbildungsstatistik, mit deren Hilfe der Herner Ausbildungsmarkt beschrieben wird.

Darüber hinaus werden mit den Daten der Schulstatistik Auswertungen mit Blick auf die Berufskollegs in Herne durchgeführt. Die im Vergleich zur bisherigen Bildungsberichterstattung vertiefenden Analysen mit Hilfe von Sonderauswertungen, ermöglichen einen Blick auf die Struktur sowohl der Herner Berufskollegs, als auch auf das Wahl- und Wanderungsverhalten Herner Schülerinnen und Schüler. Neu sind zudem Auswertungen zu Schülerinnen und Schülern, die in Herne ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben und ein Studium aufgenommen haben.

 

 

Zentrale Ergebnisse des Berichts

 

Die wesentlichen Erkenntnisse werden in der Sitzung anhand einer Power-Point-Präsentation dargestellt.

 

Beachtenswert ist der Übergang von der weiterführenden Schule auf Berufskollegs nach der Herkunftsschulform. Besonders Schülerinnen und Schüler von Förder- und Hauptschulen, aber auch von Gesamtschulen, melden sich in Bildungsgängen des Übergangssystems an – dem Bereich des Berufskollegs, der die geringste Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt hat. Ca. die Hälfte der Realschülerinnen und Realschüler, die auf ein Berufskolleg wechseln, besucht einen Bildungsgang zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung. Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die sich auf einem Berufskolleg anmelden, belegen einen Bildungsgang für den schulischen Teil der dualen Ausbildung.

Aus den vorangegangenen Bildungsberichten war bereits bekannt, dass in Herne viele Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs Bildungsgänge des Übergangssystems und verhältnismäßig wenige Bildungsgänge der dualen Ausbildung besuchen. Im Schwerpunktbericht konnte dies im Vergleich zu allen Berufskollegs im Ruhrgebiet und auch im Bundesland bestätigt werden. Mit einer Sonderauswertung der Schulstatistik konnte zudem der Blick auf die Schülerinnen und Schüler gelenkt werden, die von Herner weiterführenden Schulen auf ein Berufskolleg in ganz Nordrhein Westfalen wechselten. Hier zeigt sich, dass zwar weniger Herner Schülerinnen und Schüler die Bildungsgänge im Übergangssystem in ganz NRW besuchen, aber der Anteil zum Landesdurchschnitt immer noch hoch ist. Für die dualen Ausbildungsgänge ergibt sich ein umgekehrtes Bild.  An Herner Berufskollegs existieren im Landesvergleich wenig duale Ausbildungsgänge. Zudem wechselt nur eine geringere Anzahl Herner Schülerinnen und Schüler als im Landesvergleich in Bildungsgänge der dualen Ausbildung.

Entscheidend für die Versorgung von Jugendlichen mit adäquaten Ausbildungsplätzen ist das Angebot der Betriebe. Für Herne zeigt sich anhand der Ausbildungs- und der Ausbildungsbetriebsquote, dass sowohl die Zahl der ausbildenden Betriebe an allen Betrieben, als auch der Anteil an Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zurückgegangen ist. Dies wiederum macht sich auch bei der Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bemerkbar, die im Vergleich zum Ruhrgebiet oder zum Bundesland stärker zurückgegangen ist.

Inwieweit Angebot und Nachfrage zusammenkommen, bildet die Statistik der Bundesagentur für Arbeit wieder. Hier zeigt sich, dass in Herne rechnerisch mehr als zwei Bewerber auf eine Ausbildungsstelle kommen. Man spricht hier von einem Versorgungsproblem. Allerdings ist es wichtig, sich einzelne Berufsgruppen anzuschauen, denn auch in Herne gibt es Berufe, die ein Passungs- oder ein Besetzungsproblem aufweisen.

 

Diese Lage führt dazu, dass junge Menschen sich anderweitig umschauen müssen, um eine duale Ausbildung absolvieren zu können. Viele von ihnen sind deshalb mobil und pendeln in eine andere Stadt.

Herne hat im Vergleich zum Bundesland eine geringere Studienberechtigtenquote, wohingegen mehr Abiturienteninnen und Abiturienten direkt nach dem Erwerb ihrer Hochschulzugangsberechtigung auf eine Hochschule wechseln als im Landesvergleich.

 

 

Praktische Relevanz des Berichts

 

Nach seiner Präsentation und Veröffentlichung im Schulausschuss findet der Bericht weitere Verwendung in lokalen und überregionalen Kontexten, um auf Basis der Erkenntnisse des Berichts „von Daten zu Taten“ zu kommen. Auf der Handlungsseite ist die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) maßgebliche Verwerterin. Mit der Initiative, die am 15.10.2013 auf Beschluss des Rats der Stadt Herne (Vorlage 2013/0506) in Herne zum 01.01.2014 eingeführt wurde, wurde die Kommunale Koordinierungsstelle im Bildungsbüro der Stadt Herne eingerichtet. Ihre Aufgabe ist es, zum Einen die im Rahmen der Initiative vorgesehenen Standardelemente zur beruflichen Orientierung in den Schulen zu etablieren, zum Anderen in den Handlungsfeldern Übergangsystem und Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung tätig zu werden.

Mit Beginn von KAoA in Herne im Jahr 2014 wurden zunächst jene Standardelemente in der Sekundarstufe I eingeführt, so dass 2018 das erste Jahr darstellt, in dem Schülerinnen und Schüler eine systematische Berufsorientierung im Rahmen der Landesinitiative durchlaufen haben und nun in die Oberstufe, das Berufskolleg oder die duale Ausbildung münden. Somit stellt der Bericht für die Landesinitiative ein maßgebliches Planungsinstrument dar, da er einen Überblick über alle relevanten Felder im Themenspektrum „Übergang Schule Beruf“ bietet.

Im Rahmen der Initiative KAoA wird der Bericht als nächster Schritt in ihr Steuerungsgremium getragen und dort ebenfalls präsentiert. Basierend auf den zentralen Ergebnissen des Berichts soll zwischen den Kooperationspartnern der lokalen Verantwortungsgemeinschaft  eine Diskussion angeregt werden, um konkrete Handlungsansätze zu entwickeln. Ein Sachstandsbericht über die Landesinitiative KAoA durch die Kommunale Koordinierungsstelle wird für eine Sitzung des Schulausschusses Anfang 2019 vorgesehen.

Weitere Verwendungszusammenhänge des Berichts sind der Lenkungskreis des Bildungsbüros, das im Büro des Oberbürgermeisters angesiedelte Bündnis für Arbeit und überregionale Gremien.

 

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin     

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

Schwerpunktbericht Übergang Schule-Beruf     

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Bericht ÜSB Druckversion (3031 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Präsentation Bericht ÜSB (167 KB)