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Vorlage - 2018/0571  

Betreff: Projekt Mont-Cenis-Gesamtschule – Stadtbezirk Sodingen
hier: Ergebnisse der Planungsphase „Null“
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:1. Michael Schulz, Tel. 2795
2. Klaus Hartmann, Tel. 3411
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Wischniewski, Kerstin
Beratungsfolge:
Schulausschuss Entscheidung
13.09.2018 
des Schulausschusses beschlossen   
Immobilienausschuss Entscheidung
13.09.2018 
des Immobilienausschusses beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Entscheidung
10.10.2018 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

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Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

                          

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Beschlussvorschlag:
 

Der Schulausschuss, der Immobilienausschuss sowie die Bezirksvertretung Sodingen nehmen die Ergebnisse der Planungsphase „Null“ für das Projekt Mont-Cenis-Gesamtschule zustimmend zur Kenntnis und beauftragen die Verwaltung auf der Grundlage der hier beschriebenen konzeptionellen Rahmenbedingungen mit der Durchführung des weiteren Planungsverfahrens.                           

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Sachverhalt:
 

  1.  Ausgangs-/ Beschlusslage

 

In seiner Sitzung am 05.09.2017 (Vorlage-Nr. 2017/0492) hat der Rat der Stadt eine erste Prioritätensetzung zur Modernisierung, Sanierung sowie Erweiterung von Schulstandorten im Rahmen von Objektbeauftragungen an die HSM Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH sowie von weiteren Finanzierungs-/ Förderprogrammen beschlossen. Die Verwaltung wurde in diesem Zusammenhang beauftragt, die objektbezogenen Maßnahmen-beschreibungen und Umsetzungskonzepte (Art und Umfang der Leistungen, Kostenanalysen, Zeitpläne) für die priorisierten Schulstandorte – u. a. die Mont-Cenis-Gesamtschule – zu erarbeiten bzw. erarbeiten zu lassen und den zuständigen bürgerschaftlichen Gremien zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

 

 

Im Rahmen der vorgenannten Prioritätensetzung war zu berücksichtigen, dass insbesondere die umfänglichen Generalsanierungsmaßnahmen (Großprojekte) nur sukzessive abzuarbeiten sein werden. Maßgeblich sind hier Fragen der finanziellen Ressourcen-verteilung über die gesamte Laufzeit des Sanierungsprogramms sowie der Möglichkeiten der Abarbeitung durch die personellen Kapazitäten. In der Gesamtbetrachtung wurde der Mont-Cenis-Gesamtschule  angesichts der aktuellen Situation die oberste Priorität eingeräumt. Eine Machbarkeitsstudie zu diesem Standort unterstreicht den vordringlichen Handlungsbedarf. Schwerpunktmäßig ist der im Jahre 1974 errichtete Gebäudekomplex in nahezu allen Gebäudeteilen betroffen (Fassade, Fenster, Sanitärnetz, Heizungsnetz, Dachabdichtungen, usw.). Weite Teile des Gebäudes mussten bereits durch einen Bauzaun gesichert werden.

 

In ihren Sitzungen am 25.01.2018 / 07.02.2018 haben der Schulausschuss und die Bezirksvertretung Sodingen den Bericht der Verwaltung zur Situation der Mont-Cenis-Gesamtschule zur Kenntnis genommen und die Verwaltung auf der Grundlage der beschriebenen schulorganisatorischen Rahmenbedingungen mit der weiteren Kon-kretisierung eines Umsetzungskonzeptes für die Mont-Cenis-Gesamtschule beauftragt. Nachfolgend eine Zusammenfassung der seinerzeitigen Bewertung:

 

a)   Gebäudeinfrastruktur – aktueller Bestand

Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist in einem Gebäudekomplex untergebracht, welcher ursprünglich für jeweils eine Haupt- und Realschule errichtet worden ist. Dieser setzt sich aus Gebäudeteilen unterschiedlichen Alters zusammen (siehe unten Abb. Bauteilübersicht):

 

    Altbauteil, Baujahr 1955 (Bauteil G – G 007)

-          Klassenräume, Lehrküche, Bibliothek / Mediothek

    Erweiterungsbau 1, Baujahr 1974 (Bauteile A bis F – G 001 bis G 006)

-          Klassenräume und Fachräume (Naturwissenschaften, Technik, Kunst, Musik etc.)

-          Aula, Mensaküche, Speiseraum (Bauteil D)

-          Verwaltung (Bauteil E)

    Erweiterungsbau 2, Baujahr 1990 (Neubau – G 008)

-          Kurs-/ Klassenräume sowie Fachräume (Jahrgang 10 und Oberstufe)

    Erweiterungsbau 3, Baujahr 2013 (Neubau Mensa – G 009)

    Sporthalle (3-fach), Baujahr 1975 (hier nicht abgebildet).

 

Die Gebäudesituation stellt sich wie folgt dar:

 

 

      Abb.: Bauteilübersicht

 

 

b)   Machbarkeitsstudie – bauliche Rahmenbedingungen

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden durch das Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor Drees und Sommer und unter Beteiligung des Gebäude-managements, des Fachbereichs Stadtentwicklung als Eigentümervertreter und des Fachbereichs Schule und Weiterbildung mögliche Umsetzungsszenarien einer Gebäude-sanierung geprüft.

 

Die Machbarkeitsstudie umfasste die folgenden Szenarien:

 

  • Szenario 1 (nur nachrichtlich): Ertüchtigung aller Bauteile mit den notwendigen Maßnahmen aus den Gebäudezustandsanalysen und Weiterbetrieb.

 

  • Szenario 2: Generalsanierung der Bauteile A bis F und G (Altbau) sowie Ergreifung der Maßnahmen zur Ertüchtigung des Neubaus (G 008), der Mensa (G 009) und der Sporthalle.

 

  • Szenario 2 opt.: Wie Szenario 2, Altbauteil G – G 007  wird allerdings nur ertüchtigt.

 

  • Szenario 3: Neubau mit „Zielgröße“, die Bauteile A, B, C, E und F zu ersetzen, General-sanierung der Bauteile D (G 004) und G (Altbau – G 007) sowie Ergreifung der Maßnahmen zur Ertüchtigung des Neubaus (G 008), der Mensa(G 009) und der Sporthalle.

 

  • Szenario 3 opt.: Wie Szenario 3, Altbauteil G – G 007  wird allerdings nur ertüchtigt.

 

Die vorgenannten Szenarien wurden, wie folgt bewertet (siehe hierzu auch beiliegende Entscheidungsmatrix – Anlage 1 zur Sitzungsvorlage):

 

  • Szenario 1 (nur nachrichtlich):  Szenario 1 wurde verworfen, da keine Qualitätssteigerung und keine energetischen Verbesserungen erzielt würden; lediglich kurz- bis mittelfristige Maßnahmen zur Instandsetzung würden zwecks Weiterbetrieb ergriffen. Die Abwicklung wäre schwierig, da jedes Bauteil einzeln abgearbeitet und über eine Ausweichfläche aufgefangen werden müsste. Für verhältnismäßig hohe Kosten würde das Gebäude lediglich ertüchtigt. Notwendige Sanierungen (z. B. im Bereich schadstoffbehafteter Materialien) wären nicht vorgesehen, eine Steigerung der räumlichen Funktionalität und Nutzung würde nicht erreicht. Die Projektdauer wurde mit rd. 60 Monaten angenommen.

 

  • Szenario 2 bzw. 2 opt.: Im Szenario 2 werden weite Teile des Gebäudekomplexes einer Generalsanierung (Entkernung bis auf den Rohbau) unterzogen. Diese würde in zwei Bauabschnitten erfolgen und erfordert zwingend eine entsprechende kostenintensive Zwischenunterbringung zur Sicherstellung des Unterrichtsbetriebes. Neben den hieraus resultierenden schulorganisatorischen Problemstellungen spricht auch die Projektdauer von ebenfalls rd. 60 Monaten nicht für diese Variante. Sowohl in der Betrachtung der Herstellkosten als auch der Vollkosten fällt das Szenario 2 hinter die Teilneubauvariante (Szenario 3) zurück. Die Risiken einer Sanierung im Bestand sowie die geringeren Möglichkeiten zur baulichen und nutzungsorientierten Optimierung sind zu berücksichtigen.

 

  • Szenario 3 bzw. 3 opt.: Im Szenario 3 werden die wesentlichen Elemente des Gebäudes aus den siebziger Jahren (Bauteile A, B, C, E und F) durch einen Neubau ersetzt. Lediglich das Gebäudeteil D (Aula, Mensaküche und Speiseraum) würde erhalten und einer Generalsanierung unterzogen. Der Altbaubereich (Bauteil G) wurde hier optional einbezogen; die weiteren Gebäudeteile würden ertüchtigt.

Das Szenario 3 wird im Zeitplan mit einer Projektdauer von rd. 52 Monaten angenommen. Die Errichtung des Neubaus soll auf dem Schulgrundstück erfolgen; eine Zwischenunterbringung und die damit verbundene Beeinträchtigung des Schulbetriebes könnten so entfallen. Die Variante schneidet im Vergleich der Kostenbetrachtung am vorteilhaftesten ab. Ferner bietet sie die besten Möglichkeiten einer baulichen und nutzungsorientierten Optimierung. Die mit einer Sanierung im Bestand zu unterstellenden Risiken entfallen hier.

 

Bewertungsfazit:

  • Die Machbarkeitsstudie kommt auf der Grundlage vorliegender Ergebnisse zu der Empfehlung,  die weitere Bearbeitung des Projektes gemäß Szenario 3 vorzunehmen. Hierfür sprechen insbesondere die Ergebnisse der Nutzwertanalyse über alle Kostenarten sowie die beschriebenen Vorteile einer individuellen Neubauplanung (Projektdauer, bauliche und nutzerorientierte Qualität). Die Risiken einer Sanierung im Bestand würden entfallen.

 

  • Favorisiert wurde aus schulorganisatorischer Sicht das Szenario 3 opt., welches für den Altbauteil G – G 007 zunächst keine Generalsanierung sondern eine bauliche Ertüch-tigung vorsieht.  Die Energieversorgung wird im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen erneuert und in den Neubau verlegt. Die Möglichkeit einer späteren grundlegenden Sanierung des Altbauteils bleibt erhalten. Für den Fall künftiger schulorganisatorischer Notwendigkeiten bleibt damit aber auch die gebäudetechnische Option gewahrt, den Altbauteil zu entkoppeln. Anm.: Der Grad der Ertüchtigung / Sanierung muss unter Berücksichtigung der künftigen Nutzung (siehe Planungsphase „Null“) abschließend bewertet werden.

 

  • Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass das Soll-Raumprogramm dem aktuellen IST entspricht. Das Neubauvolumen umfasst damit unter Berücksichtigung zu erhaltender Bauteile im Bereich der Unterrichtsräume die Größenordnung einer 4-zügigen Gesamtschule der Sekundarstufe I sowie ein Angebot an Fach-, Ganztags- und Verwaltungsräumen für ein 6-züges Gesamtschulsystem (Sekundarstufe I). Aufgabe ist es nun, eine Gesamtraumplanung für die Mont-Cenis-Gesamtschule unter Einbeziehung der zu erhaltenden / zu sanierenden Gebäudeteile sowie der Neubaubedarfe zu entwickeln.

 

Nachfolgend die Gebäudesituation als Skizze bei Realisierung des Szenarios 3:

 

   Abb.: Szenario 3, Auszug Machbarkeitsstudie MCG

 

 

 

 

 

 

c)   Schulorganisatorische Rahmenbedingungen

Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist formell eine 6-zügige Gesamtschule, die aktuell mit einer annähernd durchgehenden 5-Zügigkeit leicht unter ihrem maximalen Aufnahmerahmen bleibt. Im Bereich der Oberstufe ist in den vergangenen Jahren eine Stabilisierung eingetreten. Angesichts wieder deutlich steigender Schülerzahlen / Geburtenzahlen muss davon ausgegangen werden, dass auch das Gesamtschulsystem mit einer Aufnahmekapazität von 16 Eingangsklassen gesamtstädtisch an Grenzen stoßen wird. Bildungsgangwechsler erreichen regelmäßig zusätzlich die Gesamtschule und führen zu Mehrklassenbildungen nach der Erprobungsstufe. Die Gesamtentwicklung – nicht zuletzt im Bereich der Zuwanderung – deutet aktuell nicht auf eine Entspannung der Schülerzahlentwicklung hin. Angesichts dieser Entwicklungsaussagen ist beabsichtigt, die Mont-Cenis-Gesamtschule als 6-zügiges System zu erhalten und dies in die weiteren Planungen zum Infrastrukturausbau einzubeziehen.

 

d)   Ausgestaltung des weiteren Planungsprozesses

Für die Ausgestaltung schulischer Raumprogramme gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Selbst die seit dem Jahre 1995 gültigen „Grundsätze für die Aufstellung von Raum-programmen für allgemeinbildende Schulen und Förderschulen“ des Landes NRW  (Runderlass vom 19.10.1995) wurden im Jahr 2010 außer Kraft gesetzt. Dabei ist unstrittig, dass der Schulbau alter Art nicht mehr den sich verändernden Anforderungen gewachsen ist (Inklusion, Integration, Differenzierung / Förderung, Ganztagsentwicklung, Schule als Lebensraum und auch immer mehr als ganztägige Arbeitsstätte). Kommunen machen sich verstärkt selbst auf den Weg, eigene Rahmenvorgaben als zeitgemäße Orientierung zu entwickeln (siehe z. B. Schulbauleitlinien der Stadt Köln – 2009). Auf der Ebene des Städtetages Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich aktuell eine Arbeitsgruppe mit der Fragestellung, die angesichts zunehmender Aus- und Neubaubedarfe an Dynamik gewinnt. Neue pädagogische und organisatorische Anforderungen bedingen andere Lösungen als in der Vergangenheit; Unterrichtsformen werden vielfältiger und Lernprozesse individueller. Der Grundsatz Eine Schule für alle stellt insbesondere beim Umbau bereits bestehender Schulen eine hohe räumliche und auch technische Herausforderung dar.

 

Seit vielen Jahren engagieren sich die Montag Stiftungen für eine neue Herangehensweise im Schulbau. Die entwickelten Leitlinien enthalten notwendige Qualitätsstandards und grundlegende Prinzipien für den Umbau, die Erweiterung und den Neubau von leistungsfähigen Schulbauten – mit Empfehlungen zur räumlichen Organisation, zu Funktionsbereichen und Raumbedarfen. Im Rahmen der Schulbauplanung spielt hier das Konzept der „Phase Null“ eine wichtige Rolle. In dieser frühen Phase der Planung wird der Grundstein gelegt für einen leistungsfähigen Schulbau. Das, was in anderen Arbeitsbereichen längst üblich ist – nämlich die spezifischen gewünschten Anforderungen vor Ort zu ermitteln, bevor ein Raumkonzept entsteht – ist im Schulbau oft noch die Ausnahme. Zu stark sitzt in den Köpfen aller Beteiligten noch das Bild eines Schulmodells, das seit über hundert Jahren viele Generationen begleitet hat – und das den neuen Anforderungen an das Lernen und Lehren längst nicht mehr gerecht wird.

 

Dies vorausschickend wurde formuliert, für die Mont-Cenis-Gesamtschule eine strukturierte Planungsphase „Null“ im Sinne einer genauen, standortspezifischen Bedarfsermittlung voranzustellen. Hier sollten alle am Schulbau beteiligten Gruppen – Pädagogik, Architektur, Politik und Verwaltung, unter Einbeziehung der Nutzer – eine belastbare Grundlage für ein erfolgreiches Projekt entwickeln. Ziel der „Phase Null“ ist damit die Entwicklung eines tragfähigen inhaltlichen und räumlichen Konzeptes, das die Effizienz, Bedarfsgerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit des Bauvorhabens sicherstellt. Die Ergebnisse zum Raumkonzept / Raumprogramm sind in die weiteren Planungsphasen einzubinden.

 

 

 

 

 

 

  1. Realisierung / Ergebnisse der Planungsphase „Null“

 

Zur Begleitung der „Phase Null“ konnte auf Empfehlung der Montag Stiftungen ein Schulbauberatungsteam aus Essen gewonnen werden, welches auf dem Gebiet der pädagogischen Architektur spezialisiert ist und in welchem Architekten und Pädagogen als Prozessgestalter zusammenwirken. Der Auftrag zur Durchführung der Planungsphase Null“ wurde Anfang 2018 durch die HSM Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH erteilt. Wesentliche Grundlage ist ein mehrstufiges Verfahren, welches ausgehend von einer Bestandsaufnahme und Analyse alle Beteiligten von Anfang an in die Erarbeitung der pädagogischen und räumlichen Zielvorstellungen einbindet. Bedeutsames Element ist die Mitwirkung der Nutzer (Schulgemeinde) im gesamten Planungsverlauf. Neben Vertreterinnen / Vertretern der Verwaltung war der politische Arbeitskreis Schulentwicklung als konstruktiver Prozessbegleiter eingebunden. Nach Abschluss der jeweiligen Workshopphasen wurden die wesentlichen Ergebnisse in Planungsgruppensitzungen (Schulleitung, Politik, Verwaltung, HSM) reflektiert.

 

Der Planungsphase Null“ wurde ein ambitionierter Zeitplan zugrunde gelegt, welcher folgende Arbeitsschritte beinhaltete: 

 

    Workshop I (Schulgemeinde, Politik, Verwaltung)= Febr. / März 2018

    Workshop II (Schülerinnen und Schüler)= Febr. / März 2018

    Exkursion nach Wiesbaden / Darmstadt= März 2018

    Workshop III (Stadtteil)= April 2018

    Planungsgruppensitzung= Mai 2018

    Workshop IV (Schulgemeinde, Politik, Verwaltung)= Mai 2018

    Vorstellung Raumkonzept / Raumprogramm= Juni 2018

    abschließende Planungsgruppensitzung= Juli 2018

    Erstellung der Prozessdokumentation= bis Ende Juli 2018

 

Die zusammenfassende Prozessdokumentation ist den Mitgliedern der bürgerschaftlichen Gremien bereits im Vorfeld zugesandt worden. Diese umfasst ein Raumkonzept mit abschließenden Empfehlungen zu den verschiedenen Raumgruppen. Für den Neubau-bereich sind die räumlichen Anordnungen lediglich als Funktionsprogramm zu verstehen. Die letztendliche Grundrissplanung bleibt dem weiteren Planungsverfahren vorbehalten.

 

Die Ergebnisse der Planungsphase Null“ sollen der weiteren Planung als Grundlage dienen. Dies mit dem Ziel, die Mont-Cenis-Gesamtschule zu einem zukunftsfähigen Schulstandort weiterzuentwickeln. Nachfolgend die wesentlichen Ergebnisse der Raumkonzeption im Kurzüberblick:

 

    Konzentration der Fachräume Chemie, Physik, Biologie und Informatik im Erweiterungsbau 2 (Baujahr 1990).

    Unterbringung der Oberstufe im Erweiterungsbau 2 (Baujahr 1990).

    Zentralisierung der Fachräume Hauswirtschaft, Technik / Werken und Kunst im Gebäudeteil Baujahr 1955.

    Der Gebäudeteil Aula erhält ein neues Foyer mit Eingangsbereich, Garderobe und Toilettenanlagen. Die Fachräume für Musik und Darstellende Gestaltung werden dort angegliedert.

    Die Mensa im Untergeschoss der Aula wird durch einen Lichthof aufgewertet.

    Für die Jahrgänge 5 bis 10 werden Klassenraumcluster mit Teamstationen für die Lehrkräfte gebildet.

    Die Bereiche Verwaltung, Ganztagsbetreuung, Schulsozialarbeit und Schülervertretung werden im Zugangsbereich des Neubaus gruppiert. 

 

 

 

 

Durch die Konzentration der bezeichneten Fachraumgruppen können die Bestandsflächen in den bestehenden Gebäuden (Baujahr 1955 / 1990) optimal ausgenutzt werden. Der zu erhaltende / zu sanierende Gebäudeteil der Aula erhält zwingend ein neues Foyer. Die darunter liegende Mensa erfährt eine bauliche Aufwertung; die Fachräume für Musik und Darstellende Gestaltung werden entsprechend ihrem räumlichen Bezug dort angeordnet. Die jahrgangsbezogenen Klassenraumcluster mit Gruppen-/ Differenzierungsräumen sowie Lehrer-Teamstationen entsprechen den heutigen Anforderungen an einen zukunfts-orientierten Schulbau.

 

Der Flächenbedarf für den Teilneubau mit seinen unterschiedlichen Funktionsbereichen wird mit rd. 9.000 m² BGF (Bruttogrundfläche) angenommen und ist im weiteren Planungsverfahren zu konkretisieren. Insgesamt wäre danach ein Flächenmehrbedarf

    zwischen Abrissfläche (rd. 7.750 m² BGF) und bezeichneter Teilneubaufläche von rd. 1.250 m² BGF bzw.

    zwischen der laut Machbarkeitsstudie angenommenen Neubaufläche (7.300 m² BGF) und bezeichneter Teilneubaufläche von rd. 1.700 m² BGF

zu erwarten. Dieser begründet sich im Wesentlichen durch die Ausgestaltung der jahrgangs-bezogenen Klassenraumcluster mit den zeitgemäßen Gruppen-/ Differenzierungs-möglichkeiten sowie die zwingende Schaffung eines neuen Foyers als Eingangsbereich zur Aula (rd. 370 m² BGF).

 

Das Projekt Mont-Cenis-Gesamtschule ist Gegenstand der gesamtstädtischen Ausbauplanung zur Modernisierung, Sanierung und Erweiterung von Schulstandorten im Rahmen von Objektbeauftragungen an die HSM Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH sowie von weiteren Finanzierungs-/ Förderprogrammen. Die Gesamtmaßnahme gemäß Machbarkeitsstudie (Szenario 3 opt. – hier u. a. Teilneubaufläche von rd. 7.300 m² BGF) ist dort mit einer Gesamtsumme von rd. 28,8 Mio. Euro beziffert). Im Rahmen des weiteren Planungsverfahrens sind die Gesamtkosten zu konkretisieren und bedarfsgerecht anzupassen.

 

 

  1. Fortsetzung des Planungs-/Vergabeverfahren

 

Für das weitere Planungsverfahren stehen der HSM Herner Schulmodernisierungs-gesellschaft mbh verschiedene Verfahren zur Auswahl. Die konkrete Auswahl eines Verfahrens ist innerhalb der Verwaltung unter Mitwirkung der HSM Herner Schul-modernisierungsgesellschaft mbH noch zu entscheiden. Eine Auswahl wird nachfolgend vorgestellt und erläutert:

 

a)   Planungswettbewerb (nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe, RPW 2013)

(Planungs-) Wettbewerbe sind Auslobungsverfahren, die dazu dienen, dem Auftraggeber eine Planung zu verschaffen, deren Auswahl durch ein Preisgericht aufgrund vergleichender Beurteilungen erfolgt. Sie zielen darauf, alternative Ideen und optimierte Konzepte für die Lösung von Planungsaufgaben und den geeigneten Auftragnehmer für die weitere Planung zu finden. Die Bewerber werden beim Zugang zum Wettbewerb und im Verfahren gleich behandelt. Für alle Teilnehmer gelten die gleichen Bedingungen und Fristen. Ihnen werden die gleichen Informationen jeweils zum gleichen Zeitpunkt übermittelt. Die Wettbewerbsbeiträge bleiben bis zur Entscheidung des Preisgerichtes anonym. Neben den auslobenden Auftraggeber und den Teilnehmern ist ein unabhängiges Preisgericht fester Bestandteil eines Wettbewerbes. Das Preisgericht wirkt bei der Vorbereitung und Auslobung des Wettbewerbes mit, es entscheidet über die Wettbewerbsarbeiten. Außerdem sind die Architekten- und Ingenieurkammern zu beteiligen. Sie wirken vor, während und nach dem Wettbewerb an den Beratungen mit. Ferner registrieren sie den Wettbewerb, dadurch wird die Durchführung nach den Richtlinien bestätigt. Der Auslober kann sich Wettbewerbsbetreuer bedienen, die bei der Erstellung der Auslobung, bei der Organisation und Durchführung des Verfahrens mitwirken, wenn die Fachkunde beim Auslober nicht ausreichend vorhanden ist. Nachfolgend die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten Wettbewerbsverfahren:

  • Realisierungs- und Ideenwettbewerb

Der Durchführung eines Planungswettbewerbes liegt in der Regel die Realisierungsabsicht der Wettbewerbsaufgabe zugrunde (Realisierungswettbewerb). Zur Findung kon-zeptioneller Lösungen kann ein Wettbewerb ohne Realisierungsabsicht durchgeführt werden (Ideenwettbewerb).

 

  • Offener Wettbewerb

Der Wettbewerb wird öffentlich ausgeschrieben.

 

  • Nichtoffener Wettbewerb

Der Auslober fordert interessierte Fachleute öffentlich zur Bewerbung auf. In der Wettbewerbsbekanntmachung bzw. der Aufforderung zur Bewerbung sind die angestrebte Zahl der Teilnehmer, die vorzulegenden Nachweise, das zur Auswahl der Teilnehmer angewandte Verfahren und die ggfs. vorausgewählten Teilnehmer anzugeben. Die Teilnehmerzahl soll der Größe und Bedeutung der Wettbewerbsaufgabe angemessen sein (mindestens 5).

 

Dem Preisgericht kommt in den Wettbewerbsverfahren eine wichtige Rolle zu. Es darf nur aus natürlichen Personen bestehen, die von den Teilnehmern des Wettbewerbes unabhängig sind. Die Preisrichter haben ihr Amt persönlich und unabhängig allein nach fachlichen Gesichtspunkten auszuüben. Das Preisgericht wird vom Auslober bestimmt. Es tagt in der Regel nicht öffentlich. Nach Entscheidung des Preisgerichtes über das Ergebnis des Wettbewerbes informiert der Auslober die Teilnehmer unverzüglich über das Ergebnis und stellt innerhalb eines Monats nach der Entscheidung alle eingereichten Wett-bewerbsarbeiten öffentlich aus.

Im Rahmen eines Wettbewerbes stellt der Auslober eine Wettbewerbssumme zur Verfügung. Die Höhe der Wettbewerbssumme ist der Bedeutung und Schwierigkeit der Aufgabe und der geforderten Leistungen angemessen. 

 

b)   Vergabeverfahren nach VgV (Vergabeordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge)

Einem öffentlichen Auftraggeber stehen das offene Verfahren und das nicht offene Verfahren, das stets einen Teilnahmewettbewerb erfordert, nach seiner Wahl zur Verfügung.

 

  • Offenes Verfahren

Bei einem offenen Verfahren fordert der öffentliche Auftraggeber eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich zur Abgabe von Angeboten auf. Jedes interessierte Unternehmen kann ein Angebot abgeben. Die Frist für den Eingang der Angebote (Angebotsfrist) beträgt mindestens 35 Tage, gerechnet ab dem Tag nach der Absendung der Auftragsbekanntmachung. Der öffentliche Auftraggeber kann die Frist um fünf Tage verkürzen, wenn er die elektronische Übermittlung der Angebote akzeptiert. Der öffentliche Auftraggeber darf von den Bietern nur Aufklärung über das Angebot oder deren Eignung verlangen. Verhandlungen, insbesondere über Änderungen der Angebote oder Preise, sind unzulässig.

 

  • Nicht offenes Verfahren

Das nicht offene Verfahren ist ein zweistufiges Vergabeverfahren. Bei einem nicht offenen Verfahren legt der öffentliche Auftraggeber zunächst eine Höchstzahl von Bewerbern fest (mindestens 5) und fordert eine Anzahl von Unternehmen im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen auf. Jedes interessierte Unternehmen kann einen Teilnahmeantrag abgeben. Mit dem Teilnahmeantrag übermitteln die Unternehmen die vom öffentlichen Auftraggeber geforderten Informationen für die Prüfung ihrer Eignung. Die Frist für den Eingang der Teilnahmeanträge (Teilnahmefrist) beträgt mindestens 30 Tage, gerechnet ab dem Tag nach der Absendung der Auftragsbekanntmachung. Der öffentliche Auftragnehmer prüft in der ersten Stufe nach vorher festgelegten Kriterien die Eignung der Unternehmen. In der zweiten Stufe fordert er die geeigneten Bieter zur Abgabe eines Angebots auf.

 

Auch die unter a) dieses Abschnittes beschriebene Durchführung eines Planungs-wettbewerbes ist für öffentliche Auftraggeber nach den Vorschriften der Vergabeverordnung durchzuführen.

 

 

c)   Entscheidung über das weitere Planungsverfahren

Die Verwaltung wird zusammen mit der HSM Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbh über die Wahl des Planungsverfahren beraten und das ausgewählte Vergabeverfahren durchführen. Die beteiligten Ausschüsse und die Bezirksvertretung Sodingen werden in einer der folgenden Sitzungen über das gewählte Verfahren informiert.

 

 

Der OberbürgermeisterDer Oberbürgermeister

In VertretungIn Vertretung

 

 

 

Dr. KleeThierhoff

StadtdirektorStadträtin

 

 

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Anlagen:
 

Anlage 1: Machbarkeitsstudie Entscheidungsmatrix

Anlage 2: Prozessdokumentation Planungsphase „Null“ (wird separat versandt)

                     

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Sitzungsvorlage-Anlage1-Entscheidungsmatrix (385 KB)      
Anlage 3 2 öffentlich MCG_Herne_Endbericht_Druckversion_180903 (57730 KB)