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Vorlage - 2018/0728  

Betreff: Maßnahmenbeschluss zur "Psychologischen Motivationsanalyse" für den Radverkehr
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Kreutzmann, Margarethe
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Deutsch, Christina
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Entscheidung
13.11.2018 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 5403

Bez.: räumliche Verkehrsplanung, Verkehrslenkung und Regelung

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlage

 

 

Nr.: 13

Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen

 

                          37.500,00 €

 

 

 

 

                          50.000,00 €

 

                 

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Beschlussvorschlag:
 

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beauftragt die Verwaltung, eine „Psychologische Motivationsanalyse“ für den Radverkehr durchzuführen, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt.

                    

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Sachverhalt:
 

Mit dem Masterplan klimafreundliche Mobilität (MkM) hat die Verwaltung im Jahr 2016 die lokale Strategie für eine umwelt- und klimaschonende Mobilität der Zukunft vorgelegt. Ziel des Masterplans ist eine sichere, attraktive und nachhaltige Mobilität für alle Menschen, um Herne damit als lebenswerte Stadt und Wirtschaftsstandort zu stärken. Dazu wurden rund 60 Maßnahmen aus acht Handlungsfeldern entwickelt und zu einem integrierten Gesamtkonzept zusammengeführt.

 

Vor dem Hintergrund drohender Klageverfahren mit der Gefahr nachfolgender Diesel-Fahrverbote, steigt der Druck auf die betroffene Kommunen kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Luftreinhaltung umsetzen zu müssen. Im Diskussionsdialog werden sowohl aus der Öffentlichkeit als auch seitens der Politik Forderungen nach einer „Verkehrswende“ lauter.

 

Der Masterplan wurde daher im „Sofortprogramm Saubere Luft 2017 bis 2020“ der Bundesregierung zu einem Green City Plan fortgeschrieben. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Maßnahmen des Masterplans auch geeignet sind, die durch den Verkehr verursachte Stickoxid-Belastung zu senken.

 

Das Handlungsfeld „Radverkehr fördern“ aus dem integrierten Gesamtkonzept MkM bildet den Rahmen für den angestrebten Maßnahmenbeschluss zur „Psychologischen Motivationsanalyse“ für den Radverkehr sowie für ein nachfolgendes Fuß- und Radverkehrskonzept. Die Projektgruppe Radverkehr hat sich nach einem intensiven Diskussionsprozess für ein dreistufiges Verfahren ausgesprochen:

 

  • Stufe 1: Psychologische Motivationsanalyse
  • Stufe 2: Radverkehrskonzept
  • Stufe 3: Fußverkehrskonzept

 

Zur Förderung des Radverkehrs ist eine gut ausgebaute Infrastruktur nötig, doch wie sieht eine radfahrfreundliche Infrastruktur aus? Um die Infrastruktur gezielt auf die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger und Bürgerinnen der Stadt Herne anzupassen und damit viele Anreize zum Umstieg auf das Fahrrad zu bieten, werden die Bedürfnisse, Hindernisse und Hemmnisse beim Radfahren auf Grundlage einer Psychologischen Motivationsanalyse untersucht.

Die Untersuchung wird von Verkehrspsychologen durchgeführt. In einem ersten Schritt werden vorhandene Untersuchungen und Erhebungsdaten mit dem speziellen Fokus auf die Stadt Herne aufbereitet. Auf dieser Grundlage wird ein Kriterienkatalog für die zu betrachteten Verhaltensparameter festgelegt. Daraus wird eine Online-Befragung entwickelt. Diese hat den Anspruch einer möglichst aussagekräftigen, sehr  heterogenen Probandenverteilung. Die Umfrage beinhaltet dabei vor allem Fragen zur Motivation, zur Häufigkeit, zum Zeitpunkt und zur Art der durchgeführten Radfahrten. Abgefragt werden dabei unter anderem Präferenzen zur Routenwahl, zur genutzten Infrastruktur oder auch zum subjektiven Sicherheitsempfinden sowie der generellen Einstellung und der Sozialisierung zum Radfahren. Des Weiteren werden auch Motivatoren und Hinderungsgründe für bzw. gegen die Nutzung des Fahrrades im Alltag erörtert und die Bedeutung des Verkehrsmittels als solches für die Nutzenden abgefragt. Hier kann beispielsweise die Sichtweise zwischen Alltagsverkehrsmittel, Sportgerät oder Freizeitgegenstand stark differieren. Ein weiterer Fragenkomplex beschäftigt sich mit infrastrukturellen Präferenzen, wobei verschiedene typische Radverkehrsanalagen in Herne hinsichtlich ihrer Nutzungswahrscheinlichkeit und weiteren Kriterien zu beurteilen sind. Auf die Verknüpfung alters-, bildungs- oder einkommensspezifischer Merkmale mit den oben genannten Parametern wird geachtet. Im Fokus steht eine möglichst breite Beteiligung aller Herner Radfahrenden in der Stichprobe. Der Stichprobenaufbau erfolgt bezgl. zentraler Merkmale wie Alter oder Geschlecht. Die Verbreitung der Befragung und die Teilnehmerakquise ist vor allem über Online-Kanäle wie bspw. das Fahrradportal oder Homepage und Social-Media wie Twitter und Facebook der Stadt Herne geplant. Hierfür wird ein Incentive-Konzept erarbeitet, um alle Gruppen der Radfahrenden sowie auch ältere und wenig technikaffine Nutzende anzusprechen. Nach der sorgfältigen Datenaufbereitung erfolgt die deskriptive und multifaktorielle Datenauswertung. Dazu ist geplant, die teilnehmenden Radfahrenden bestmöglich zu typologisieren. Die weitere Auswertung erfolgt entsprechend den Fragestellungen und untersucht die sozio-ökonomischen Faktoren sowie die Radfahrsozialisierung. Im Anschluss werden die infrastrukturellen Präferenzen der Herner Radfahrenden untersucht und auf Grundlage der in der Befragung geäußerten Bewertungen können Aussagen zu den einzelnen Nutzergruppen abgeleitet werden.

 

Die erarbeiteten Ergebnisse sollen als Grundlagenbestandteile in die nachfolgenden Konzeptbearbeitungen der Stufen 2 und 3  einfließen.

 

 

 

 

 

 

Kosten/ Zuwendungen

 

Zur Refinanzierung der  Maßnahme wurde ein Förderantrag „Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der AGFS“ nach der Förderrichtlinie Nahmobilität gestellt. Die Gesamtkosten werden mit ca. 50.000 € beziffert. Die  Förderquote liegt bei 75%.

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat                    

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Anlagen:
 

Keine