Ratsinformationssystem

Vorlage - 2019/0104  

Betreff: Anfrage: Teilfortschreibung des Nahverkehrsplans für die Stadt Herne, Stand Oktober 2018
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage_Formular
Verfasser:BVO Wiesinger, Willibald
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Frommenkord, Denise
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Eickel Entscheidung
07.02.2019 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

Veränderungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) können heute eigentlich nur Verbesserungen sein. Ein „Masterplan klimafreundliche Mobilität“ und ein „Green City Plan“ wurden von der Stadt Herne bereits erarbeitet. Es soll eine „Verkehrswende auf kommunaler Ebene“ angestoßen werden. Der politische Fokus soll vom Erhalt eines reibungslosen Auto-verkehrs in Richtung einer nachhaltigen Mobilität verschoben werden. Eines der acht Hand-lungsfelder betrifft den öffentlichen Nahverkehr. Dieser soll attraktiver gestaltet werden, wozu eine Reihe möglicher Maßnahmen aufgeführt werden. Die o.g. Teilfortschreibung des Nah-verkehrsplans steht dem aber entgegen. Es gibt Bereiche, lokal und zeitlich, die eher eine Verschlechterung für die (potentiellen) Nutzer mit sich bringen als den Nahverkehr attraktiver zu gestalten.

 

So wurde mit viel Geld und Aufwand die Beschleunigungsmaßnahme für die Linie 306 vor einigen Jahren durchgeführt. Ergebnis einer Taktausdünnung wäre eine geringere Nutzung und die Frage, hat sich das Ganze überhaupt gelohnt.

 

Für den Stadtteil Wanne-Süd wurde ein Stadtteilerneuerungsprogramm aufgelegt mit dem Ziel, Umwelt und Lebensbedingungen zu verbessern. Eine Verringerung des ÖPNV passt nun überhaupt nicht zu diesen Zielen.

 

Es gibt in Herne zwei starke Nord-Süd-Verbindungen: die U35 und die Linie 306. Sie sollten beide gleiches Gewicht haben, um die Attraktivität beider Stadthälften zu verbessern.

 

Die beabsichtigten Reduzierungen der Taktfrequenzen für die Linien 368 und 390 auf 30 Minuten bedeuten eine Verschlechterung. Zwar wird diese Verschlechterung durch Einfüh-rung einer neuen Linie 391 wieder aufgehoben, was jedoch für einen Großteil der Einwohner nicht spürbar wird, da sie nicht im Einzugsbereich dieser Linie 391 wohnen. Die geplanten Änderungen bei der Linie 306 sind nur in wenigen Stunden eine Verbesserung, in den meisten Stunden des Tages ergibt sich eine Verschlechterung.

 

Durch diese Maßnahmen könnte eine Spirale nach unten in Gang gesetzt werden: weiter sinkende Fahrgastzahlen wegen geringerer Attraktivität wären die Begründung für erneute Ausdünnung des ÖPNV. Betroffen sind und wären Personengruppen, die auf den ÖPNV angewiesen sind: Kinder, Jugendliche, Ältere, Behinderte, Alleinerziehende, Geringverdiener usw. Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Eickel steht dieser Teilfortschreibung des Nahverkehrsplans daher ablehnend gegenüber.

 

Vor dem Hintergrund des oben Gesagten bitte ich die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:

 

  1. Wurden außer der -sehr limitierten- Fahrgastzählung andere Instrumente genutzt, um aussagekräftige Zahlen zur Nutzung des ÖPNV zu erhalten?
  2. Gab bzw. gibt es in der Verwaltung Überlegungen zu Alternativen einer Taktreduzie-rung, z.B. bei Preisgestaltung, Marketing, die den Nahverkehr attraktiver machen könnten?
  3. Wird zu dem Problem der geringen Auslastung Ursachenforschung betrieben? (Das betrifft in erster Linie die Nicht-Nutzer).
  4. Hat bei den Maßnahmen der Teilfortschreibung des NVP der Gedanke der Kosten-einsparung eine Rolle gespielt?
  5. Können Einsparungen (durch Taktreduzierung) bzw. Mehrkosten (durch Angebotser-weiterung) beziffert werden?

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
Original der Anfrage

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anfrage_Teilfortschreibung Nahverkehrsplan (53 KB) PDF-Dokument (62 KB)