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Vorlage - 2019/0570  

Betreff: Beschluss der Erarbeitung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für die Siedlung Teutoburgia
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Brokmann, Tel. 3021
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Brokmann, Thorsten
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Sodingen
04.09.2019 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung
19.09.2019 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

                    

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beauftragt die Verwaltung, für die Siedlung Teutoburgia ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeiten zu lassen.                   

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Sachverhalt:
 

Das im Oktober 2018 abgeschlossene interkommunale Handlungskonzept „Siedlungskultur in Quartieren des Ruhrgebietes“ war ein gemeinsames Projekt von Akteuren aus 20 Kommunen des Ruhrgebietes unter Federführung der Stadt Hamm. Als Partner hinzugewonnen werden konnten das heutige Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung (MHKBG), der Regionalverband Ruhr (RVR), die Wohnungsunternehmen LEG-Wohnen, Vivawest Wohnen und Vonovia, der Arbeitskreis der Denkmalpfleger des Ruhrgebiets und der LWL - Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen.

 

Ziel war die Erarbeitung und Verständigung auf gemeinsame Maßnahmen und Schritte zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des siedlungskulturellen Erbes im Ruhrgebiet.

Aus den 20 teilnehmenden Kommunen konnten insgesamt 44 Standorte mit 72 Siedlungen für die Betrachtung und Analyse herangezogen werden. Die Siedlungen wurden in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung und der Denkmalpflege der jeweiligen Kommune nach folgenden Kernkriterien ausgewählt:

 

  • Errichtung als Arbeiter- und Werkssiedlung der Montanindustrie bis Anfang der 1920er Jahre
  • Vorhandenes städtebauliches, siedlungskulturelles und – als nicht zwingendes Kriterium – denkmalpflegerisches Potential
  • Grundsätzliche Bereitschaft zur Einbindung in eine integrierte Stadtteil- und Quartiersentwicklung

 

Ziel der Auswahl war keine vollständige und abschließende Gesamterfassung der Siedlungen im Ruhrgebiet, sondern die Abbildung wesentlicher, für die Analyse geeigneter und beispielhafter Siedlungstypen.

 

Die Stadt Herne ist mit drei Siedlungen vertreten: der Siedlung Teutoburgia mit dem Fördergerüst, der Kolonie Hannover I/II und der Kolonie Königsgrube.

 

Die vorliegenden 44 Broschüren und der Abschlussbericht wurden 2017 fertiggestellt und dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung und der Bezirksvertretung Sodingen in den Sitzungen am 08. und 22.11.2017 zur Kenntnis gegeben. Sie bündeln die erarbeiteten Analyseergebnisse und geben jeder teilnehmenden Kommune Handlungsempfehlungen zum weiteren Umgang mit Ihren Siedlungsstandorten auf den Weg. Im Abschlussbericht werden Aspekte, die für die Bewahrung des siedlungskulturellen Erbes von Bedeutung sind, beleuchtet. Die für jeden Standort erarbeiteten Broschüren enthalten lokale Handlungsempfehlungen, die auf Grundlage der Analyse und des Erfahrungsaustausches mit den Akteuren zusammengetragen worden sind.

 

Auf Grundlage der erarbeiteten Unterlagen fand im Oktober 2018 eine Werkstattveranstaltung mit dem MHKBG, dem RVR, den Wohnungsunternehmen und den Kommunen  statt, in der die Ergebnisse und die weitere Vorgehensweise für die Entwicklung konkreter Maßnahmen in den Siedlungsstandorten thematisiert wurden.

Durch Vertreter des MHKBG wurde aufgezeigt, dass für den Zugang zu Fördermitteln für die jeweilige Siedlung ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erarbeiten sei. Entsprechende Konzepte könnten im Zusammenhang mit den Siedlungen auch dann aufgestellt werden, wenn nur einzelne, ausgewählte Maßnahmen gefördert werden sollen. Die Erstellung eines breit angelegten Maßnahmenkatalogs mit einer umfangreichen Analyse sei nicht erforderlich, wenn Probleme in den Siedlungen gezielt analysiert und identifiziert sowie entsprechende Maßnahmen als Lösungsvorschläge enthalten seien.

 

Bereits in der Werkstattveranstaltung konnte die Siedlung Teutoburgia als Beispiel für eine zu fördernde Siedlung thematisiert werden.

 

Aufgrund ihrer herausragenden Gestaltung nach gartenstädtischen Gesichtspunkten, ihrer Bedeutung für die Bergbaugeschichte der Stadt Herne und ihres Erhaltungszustandes stellt die Siedlung Teutoburgia die bedeutendste Zechensiedlung in Herne dar und besitzt regionale Bedeutung.

 

Als denkbare Fördergegenstände konnten das Schachtgerüst der ehemaligen Zeche und weitere städtebauliche Missstände in der Siedlung angesprochen werden. Als Fördergebiet wäre somit die Fläche des Gerüstes und die Siedlung selbst umfasst. Ein möglicher Abgrenzungsbereich des Gebiets – der natürlich im Rahmen der Erarbeitung des ISEK noch erarbeitet werden müsste – ist unter Anlage 1 beigefügt. Die allgemein für ISEKs übliche weitergehende Betrachtung (z.B. soziale Aspekte) mit einem Maßnahmenbündel, wurde seitens des MHKBG als nicht notwendig erachtet.

 

Zur Vertiefung der möglichen Fördergegenstände in der Siedlung Teutoburgia fand im Februar 2019 eine Ortsbegehung mit dem MHKBG, dem FB 51 und dem FB 53 statt. Im Wesentlichen wurden folgende mögliche Anlässe für Überlegungen zu einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept identifiziert:

 

  • Überarbeitung des „in die Jahre gekommenen“ Wohnumfeldes mit funktionaler Verbesserung der Straßen und Wege mit Überprüfung der Aufteilung Straßenraum und Gehwege.
  • Aktivierung ungenutzter Flächenreserven für eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs mit dem Ziel der Verbesserung der Erscheinungsqualität und Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes.
  • Erarbeitung von Lösungen zur Unterbringung der Müllsammelbehälter.
  • Erarbeitung eines Konzeptes für die Sicherung und Verbesserung des z.T. hochwertigen Baumbestandes und der straßenbegleitenden Grünflächen im Hinblick auf die zukünftigen klimatischen Anforderungen (z.B. Verbesserung der Be- und Entwässerung).
  • Punktuelle Verbesserung des Gebäudebestandes durch Fassadenrenovierung, Prüfung von familiengerechter Zusammenlegung von Wohnungsgrundrissen, Verbesserung der Barrierefreiheit und der energetischen Standards.
  • Instandsetzung des sanierungsbedürftigen Förderturms.

 

Nach Einschätzung des MHKBG handelt es sich nicht dabei nicht um tiefgreifende städtebauliche Missstände, allerdings erscheint eine Bearbeitung dieser Erneuerungsansätze angesichts der hohen architektonischen und städtebaulichen Qualität der Siedlung und ihrer regionalen Bedeutung als Zeugnis der Siedlungskultur sinnvoll. Die Siedlung könnte so für einen sich abzeichnenden Generationenwechsel und Herausforderungen des Klimawandels präventiv gesichert werden.

Die Förderung würde somit über die Städtebauförderung für den städtebaulichen Denkmalschutz erfolgen.

 

Parallel zu der Erarbeitung eines ISEK sind die Handlungsempfehlungen aus dem interkommunalen Handlungskonzept „Siedlungskultur in Quartieren des Ruhrgebietes“ umzusetzen. Hierzu gehören die Absicherung der Mietwohnungsbestände durch eine entsprechend zu treffende Vereinbarung zwischen der Vonovia und der Stadt Herne, die Aktualisierung der IBA-Qualitätsvereinbarungen und ein langfristiges Pflegekonzept für das Fördergerüst und den Kunstwald.

 

Die als Grundlage für das ISEK dienende Standortbeschreibung der Siedlung Teutoburgia ist als Anlage 2 beigefügt.

 

Die entsprechende Beschlussfassung über das Entwicklungskonzept und zur Festlegung der Gebietsabgrenzung ist für den Gremiengang im Frühjahr 2020 vorgesehen.

 

Es ist geplant, die Stadtumbaumaßnahme „Siedlung Teutoburgia“ zum Stadterneuerungsprogramm 2021 des Landes Nordrhein-Westfalen angemeldet werden. Für die angestrebte Bewilligung im Jahr 2021 ist eine Antragstellung bei der Bezirksregierung Arnsberg bis zum 30.09.2020 erforderlich.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

(Friedrichs)

   Stadtrat                    

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Anlagen:

  1. Übersichtsplan möglicher Abgrenzungsbereich ISEK Siedlung Teutoburgia
  2. Standortbeschreibung „Siedlung Teutoburgia“, „Siedlungskultur in Quartieren des Ruhrgebietes“

                    

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1_Übersichtsplan Siedlung Teutoburgia (5723 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2_Standortbeschreibung_Herne-Börnig (2851 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich 29_Standortbeschreibung_Herne-Börnig_web (2851 KB)