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Vorlage - 2019/0624  

Betreff: Beitritt zum FIWARE Foundation e.V.
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Federführend:Bereich 10 - Büro Oberbürgermeister Bearbeiter/-in: Golz, Pierre
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Entscheidung
03.09.2019 
des Rates der Stadt ungeändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

keine

        

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

  1. Der Rat der Stadt beschließt, dass die Stadt Herne zum nächstmöglichen Zeitpunkt dem FIWARE Foundation e.V. beitritt.

 

  1. Die Stadtverwaltung wird entsprechend beauftragt und ermächtigt, sämtliche mit der Umsetzung des Beschlusses erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen. Für den Fall, dass sich weitere redaktionelle, aufgrund rechtlicher Beanstandungen durch Urkundspersonen oder durch die Genehmigungsbehörde Änderungen ergeben, ist die Verwaltung ermächtigt, diese Änderungen mitzutragen, soweit dadurch die wesentliche Intention dieses Beschlusses nicht beeinträchtigt wird.

        

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Sachverhalt:
Der Einfluss der Digitalisierung wächst kontinuierlich. Nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche sind inzwischen geprägt von der Digitalisierung: Ob Online-Shopping, die Art der Kommunikation oder der Kontakt zum Staat, spürbare Konsequenzen sind in jeder Lebenslage zu erkennen.

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass die Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hat, vom digitalen Entwicklungsland zur europäischen Spitzengruppe aufzuschließen. Erste Gesetzesinitiativen, wie die EU-Dienstleistungsrichtlinie, das Onlinezugangsgesetz als auch die e-Government-Gesetze des Bundes sowie des Landes Nordrhein-Westfalen setzen den strategischen Rahmen und verpflichten die Kommunen zum Handeln.

 

Darüber hinaus ist von Seiten der Stadtverwaltung beabsichtigt, neue Technologien zu nutzen, um die Stadt Herne zu modernisieren, zu digitalisieren und intelligent zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu vernetzen.

 

In einer vernetzten Welt sind strategische Partnerschaften von zentraler Bedeutung. Treiber sind hier insbesondere das Internet der Dinge, der Vormarsch cyber-physischer-Systeme (CPS) und die Notwendigkeit, die kommunale Infrastruktur zu erweitern. Die Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Komponenten in der „Smart City“ miteinander zu vernetzen und die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten und den verschiedenen Ebenen zu gewährleisten. Hierzu zählen zum Beispiel die Umfeldsensorik, öffentliches WLAN und appbasierte Informationssysteme.

 

Hierzu zählt nicht nur das e-Government der Kommune, vielmehr sind unterschiedliche Themenfelder aktuell von entscheidender Bedeutung für die Ausrichtung der Stadt:

 

 

Zudem ist nicht nur die horizontale Vernetzung der einzelnen Services von Bedeutung. Auch die vertikale Vernetzung ist immanent wichtig. Hierzu zählt die Vernetzung mit anderen Städten, um Mobilitätsdienstleistungen, wie bspw. das e-Scooter-Angebot in Herne, nicht an der Stadtgrenze enden lassen zu müssen. Aber auch die Vernetzung mit internationalen Regionen und Partnern ist langfristig von strategischer Bedeutung. Eine Open-Data-Plattform ist daher unerlässlich, um sich in einer global vernetzten Welt strukturell gut aufzustellen.

 

In diesem Themenumfeld gibt es bereits erste kommerzielle Lösungen für Städte und Kommunen, hierzu zählen zum Beispiel Lösungen von Microsoft, IBM oder Huawei. Diese führen aber zum Nachteil für öffentliche Träger, da kostenintensive Abhängigkeiten entstehen und teilweise auch Datenschutzbestimmungen schwierig zu bestimmen sind. Ziel muss sein, eine Plattform für Open-Data und anwendungsorientierte Lösungen zu integrieren, die Standardschnittstellen bedient.

 

Eine geeignete Lösung für diese Problematik besteht in der Nutzung von Open-Source-Plattformen. Hier bietet der FIWARE Foundation e.V. eine adäquate Lösung, die aus einem öffentlich geförderten EU-Projekt heraus entstanden ist. Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Horizon 2020 Programms das sog. „Future Internet Public Private Partnership“ – Modell entwickelt. Knapp 500 Millionen Euro wurden investiert, um eine Open-Source-IoT-Plattform, Datenstandards und Apps zu entwickeln.

Zudem bietet die Wahl eines Open-Source-Anbieters den Vorteil, für die Zukunft flexibel und kostengünstig auf anderweitige Entwicklungen reagieren zu können und somit nicht abhängig von kostspieligen Insellösungen zu sein. Die Plattform der FIWARE Foundation ist inzwischen die führende Open Source IoT-Plattform in Europa, die FIWARE Foundation wurde 2016 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Berlin.

 

Ziel des Beitritts ist mit Hilfe der über den FIWARE Foundation e.V. bereitgestellte Plattform Smart-City-Lösungen zu entwickeln, um die Stadt nachhaltig intelligenter zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger sowie der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt weiterzuentwickeln. Die Vorteile einer Open-Source-Plattform wie FIWARE für Smart City-Services sind:

-          Die Basissoftware (Plattform und „Generic Enablers“) ist für jedermann kostenlos und verfügbar, teilweise sind selbst die Endprodukte Open Source und kostenlos.

-          Eine große Open-Source-Entwickler-Community wartet und entwickelt die grundlegenden Softwarekomponenten weiter.

-          Eine große Gruppe von Start-Ups und globaler Unternehmen bietet smarte Lösungen und Services basierend auf der Open-Source-Technologie an. Die Lösungen und Services selbst können gebührenpflichtig sein.

-          Offene Datenmodelle und offene Schnittstellen (APIs) vermeiden eine Herstellerabhängigkeit. (Vendor-Lock-In-Effekt).

 

 

Einige europäische Länder, wie die Niederlande, Frankreich, Portugal und Spanien setzen bereits auf eine Kooperation mit der FIWARE Foundation. Insgesamt setzen bereits 125 Städte und 26 Länder auf den FIWARE-Standard. Die FIWARE Foundation setzt auf den europäischen Standard des sog. European Interoperability Frameworks (EIF) des European Telecommunications Standards Institute (ETSI), dieser Standard basiert auf dem von FIWARE entwickelten Standard „FIWARE NGSI“ (NGSI-LD).

 

Die Stadt Herne beabsichtigt, dem Verein als „Gold Strategic End User“ kostenlos beizutreten. Im Endeffekt ist der Beitritt ein weiterer Baustein zur strategischen Ausrichtung der Stadt im Hinblick auf die Digitalisierung.

 

Der Oberbürgermeister

 

in Vertretung

 

 

 

 

Dr. Klee

Stadtdirektor 

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Anlagen:
 

-          Mitgliedsvereinbarung, die speziell für eine Mitgliedschaft der Stadt Herne mit der FIWARE Foundation e.V. entwickelt wurde.

-          Satzung des Vereins

        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich FIWARE Mitgliedsvereinbarung HERNE 2019_FIWARE 16.07.2019 (48 KB) PDF-Dokument (69 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich FIWARE FOUNDATION_Bylaws_as_approved_29122016_final (375 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich FIWARE Smart Energy Brochure (1231 KB)