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Vorlage - 2019/1006  

Betreff: Betreiben einer Bogensportanlage am Rande des LSG Holthausen in Herne
Antrag auf Erteilung einer Befreiung nach § 67 Abs.1 Nr.1 Bundesnaturnaturschutzgesetz ( BNatSchG)
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Pawlicki, Martin
Beratungsfolge:
Naturschutzbeirat
03.12.2019 
des Naturschutzbeirates beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro 

-          Keine -

 

 

 

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Beschlussvorschlag:
 

Der Naturschutzbeirat stimmt der von der Verwaltung beabsichtigten Befreiung für das Betreiben einer Bogensportanlage  an der Mont-Cenis Str.im Landschaftsschutzgebietes Holthausen zu. Damit kann seitens des Antragstellers kein weiterer Anspruch auf Erweiterung bzw. Ausübung von Wettkämpfen oder die Errichtung von baulichen Anlagen begründet werden.

 

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Sachverhalt:
 

 

Auf dem Grundstück Holthauser Str. 288/ Mont – Cenis Str. (s. beiliegenden Übersichtsplan) beantragt der BSV Holthausen e.V. mit Antrag vom 29.10.2019 eine Bogensportanlage auf einer Fläche von ca. 1.500 qm aufstellen zu dürfen, um damit sein Sportangebot zu erweitern..

Das Aufstellen der Zieleinrichtungen und der Pfeilfangzaun  widerspricht  den Verboten unter Ziffer 7.2.1 A,l des Landschaftsplanes, Schilder oder Beschriftungen aufzustellen sowie dem Verbot unter Buchst. Aa,  bauliche Anlagen wie das Aufstellen eines  Pfeilfangzaunes. Zudem stehen die Zielsetzungen und Gebote des Landschaftsplanes, der dieses 274,1 ha große Gebiet wegen seiner ornithologischen, botanischen und zoologischen Bedeutung festgesetzt hat, dem Vorhaben zunächst entgegen.

 

Nach § 67 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz  i. V. m. Ziff. 7.2.1 C des Landschaftsplanes kann die untere Naturschutzbehörde auf Antrag im Einzelfall eine Befreiung von den Verboten des Landesnaturschutzgesetzes NRW i.V. mit den geltenden Verboten des Landschaftsplanes der Stadt Herne erteilen, wenn

 

-          die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde und die Abweichung  mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu vereinbaren ist.

 

Diese Voraussetzungen liegen im vorliegenden Fall aus nachstehend genannten Gründen vor.

 

Tatbestand der unzumutbaren Belastung

 

Bei der in Rede stehenden Fläche handelt es sich um eine seit Jahrzehnten intensiv gepflegten Rasenfläche, die durch eine Weißdornhecke von der übrigen „ freien“ Landschaft abgegrenzt wird. In regelmäßigen Abständen fanden bzw. finden dort bereits im Rahmen des Vereinslebens Veranstaltungen

( Brauchtum)  auf der Grünfläche statt.

Grds. gilt, dass der Satzungsgeber bei der Aufstellung des Landschaftsplanes  nicht beabsichtigt hat, Traditionsvereinen in diesem Schutzgebiet jegliche Vereinsarbeit auch außerhalb der Vereinsgebäude zu untersagen.

Im vorliegenden Fall wird für das Betreiben der Bogenschießanlage keine bauliche Anlage i.S, der Bauordnung benötigt. Bei dem Pfeilfangzaun handelt es sich um einen Kunststoffzaun in einer Größe von 3 Meter Höhe und 12 Metern Breite, der nach den Trainingsstunden wieder zusammengeschoben wird.

 

Die Schießscheiben nebst Ständer werden nach den angegebenen Trainingszeiten von der Fläche entfernt. Für die Schießbahnen bleibt die bisherige Grünlandfläche in dieser Form erhalten.

 

Der Antragsteller schließt die Durchführung  von örtlichen oder überörtlichen Wettkämpfen aus

 

Da durch das Vorhaben, wie bisher beantragt, die Schutzgüter dieses Land-schaftsschutzgebietes (u.a.Landschaftsbild, Bodenstruktur oder Lebensraum

für Tiere) nicht mehr als nur sehr geringfügig betroffen werden, würde eine Versagung eine unzumutbare Belastung darstellen.

 

 

 

Vereinbarkeit mit den Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege

 

Die Prüfung des Vermeidungsgrundsatzes hat ergeben, dass keine anderen zumutbaren Alternativen, die den mit der Maßnahme verfolgten Zweck am gleichen Ort ohne oder mit geringeren Beeinträchtigungen erreichen könnten, in Frage kommen.

Der direkte Standort direkt an der Mont-Cenis Str., die Möglichkeit, den Pfeilfangzaun zusammenschieben zu können und die seit Jahren intensive Grünlandpflege des Außenbereichs an diesem Vereinsheim,  die dadurch keinen erkennbar hohen ökologischen Wert darstellt, lassen eine Vereinbarkeit mit den Belangen von Naturschutz und der Landschaftspflege zu.

 

Kompensationsmaßnahmen

Der Antragsteller bietet die Anpflanzung von 2 Obstbäumen ( Hochstämme alter Sorte) als Kompensationsmaßnahme auf der Grünfläche an.

 

Fazit:

Vor dem Hintergrund der o.g. Ausführungen und Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Belange führt die Prüfung im Rahmen der Ermessensausübung zu einem Anspruch des Antragstellers auf Erteilung der beantragten Befreiung.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

Keine