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Vorlage - 2020/0281  

Betreff: Edmund-Weber-Straße zwischen Dahlhauser Straße und der Hordeler Straße
Umgestaltung der Verkehrsfläche und eines Knotenpunktes zu einem Kreisverkehrsplatz
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Niklas Weidele
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Gorba-Karwath, Sabine
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
14.05.2020 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Bezirksvertretung Eickel Entscheidung
28.05.2020 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

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Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:   5401

Bez.: Öffentliche Verkehrsflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allg. Umlagen

29.000 € p.a.

 

 

Nr.: 4

Bez.: Öffentlich-rechtliche

Leistungsentgelte

 

 

2.080 € p.a.

 

 

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

-          47.740 € p.a.

Nr.: 5402

Bez.: Verkehrsanlagen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und

allgemeine Umlagen

Nr.: 4

Bez.: Öffentlich-rechtliche

Leistungsentgelte

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

 

 

3.520 € p.a.

 

 

720 € p.a.

 

- 6.400 € p.a.

 

 

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.541049

Bez.: Erneuerung verkehrswichtiger Straßen

 

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Investitionszuwendungen

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

1.450.000 €

 

 

 

-          2.387.000 €

Nr.: 7.541041

Bez.: Anliegerbeiträge nach KAG

Nr.: 4

Bez.: Einzahlungen aus Beiträgen u.ä. Entgelten

 

104.000 €

Nr.: 7.542049

Bez.: Ern. Straßenbel. verkehrsw. Straßen

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Investitionszuwendungen

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

 

 

88.000 €

 

 

-160.000 €

Nr.: 7.542041

Bez.: Anliegerbeiträge nach KAG

Nr.: 4

Bez.: Einzahlungen aus Beiträgen u.ä. Entgelten

 

18.000 €

 

 

                                               

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Beschlussvorschlag:
 

a)

 

Die Bezirksvertretung Eickel beschließt die Umgestaltung der Edmund-Weber-Straße zwischen der Dahlhauser Straße und der Hordeler Straße sowie den Umbau des Knotenpunktes mit der Hordeler Straße zu einem Kreisverkehrsplatz und den Abbruch des städtischen Gebäudes Edmund-Weber-Straße Nummer 73, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt, der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg zur Förderung der Maßnahme und der Verfügbarkeit aller relevanter Grundstücke, gemäß den vorgelegten Planunterlagen (Planungsstand 30.04.2020), sowie der nachfolgenden Baubeschreibung.

 

 

 

 

b)

Die Bezirksvertretung Eickel beschließt gemäß § 5 Abs. 1 Buchstabe f) der Satzung zum Schutze des Baumbestandes in der Stadt Herne die Entfernung von

 

Baumart  BaumNr. Stammumfang  Ersatz

Blumenesche   17596/74 145 cm   1

Blumenesche   17596/75 160 cm   2

Hainbuche  10095/19 158 cm (2 stämmig)  1

Birke   10095/20 75 cm    nicht geschützt

Esche   10095/15 250 cm   2

Linde    10095/002 165 cm   2

Kastanie  17596/19 430 cm   1

Kastanie  17596/20 310 cm   1

Berg-Ahorn   10095/013 230 cm   2

Kirsche  Garten  150 cm   nicht geschützt

Esche   Garten  150 cm   kein Ersatz

Fichte   Garten   75 cm    nicht geschützt

 

Die Standorte sind im Lageplan Blatt 2 gekennzeichnet. Der Baumbestand wird durch insgesamt 12 Laubbäume mit einem Stammumfang von 20 - 25 cm ersetzt. Die Baumpflanzung erfolgt im Bereich der Baumaßnahme.

                                             

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Sachverhalt:
 

  1. Allgemeines

 

Mit der Vorlage 2017/0364 wollte die Verwaltung im Sommer 2017 ursprünglich eine 1:1-Erneuerung der Fahrbahn, der Straßenbeleuchtung und eine teilweise Erneuerung der Gehwege längs der Edmund-Weber-Straße, zwischen der Dahlhauser Straße und der Magdeburger Straße, beschließen lassen. Hintergrund war deren schlechter und somit erneuerungsbedürftiger Zustand.

In Anbetracht des sich damals abzeichnenden Bedarfs an Veränderungen im Mobilitätsverhalten, wie er bspw. aus dem Masterplan klimafreundliche Mobilität deutlich wurde, hat sich die Verwaltung entschlossen, die Vorlage kurzfristig zurückzuziehen.

Die Verkehrsflächen sollten mit dem Ziel, eine für die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmergruppen ausgewogene und zukunftsfähige Verkehrsanlage zu schaffen, konzeptionell neu betrachtet und überplant werden. Das Konzept war mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den bürgerschaftlichen Gremien abzustimmen.

Aus dieser Abstimmung wurde deutlich, dass es für den gesamten in Rede stehenden Streckenabschnitt zwischen Dahlhauser und Magdeburger Straße keinen konsensfähigen Planungsansatz gibt.

Die vorliegende Beschlussvorlage beschränkt sich deshalb auf einen ersten Bauabschnitt zwischen der Dahlhauser Straße und der Hordeler Straße sowie den Umbau des Knotenpunktes mit der Hordeler Straße zu einem Kreisverkehrsplatz (KVP).

Die damit verbundene Planung stellt eine, auch unter den Gesichtspunkten der vom Rat beschlossenen „Integrativen Gesamtstrategie Klimafreundliche Mobiliät“ und dem „Klimafolgenanpassungskonzept“ ausgewogene und zukunftsfähige Lösung für alle Verkehrsteilnehmergruppen dar. Sie fördert den Radverkehr und trägt somit zu einer Stärkung des Umweltverbundes bei.

  1. Gegenständlicher Bereich

Die Edmund-Weber-Straße erstreckt sich auf ihrer gesamten Länge von rund 3,0 Kilometer von der westlich gelegenen Gelsenkircher Straße bis zur östlich gelegenen Magdeburger Straße. 

Der in Rede stehende Streckenabschnitt liegt zwischen der Dahlhauser Straße und der Richard-Wagner-Straße. Der westliche Ausbauanfang schließt auf Höhe einer Mittelinsel an die Ausbaugrenze der Fördermaßnahme Außentangente West an. Das östliche Ausbauende liegt rund 100 m östlich der Hordeler Straße. Die Länge des ersten Bauabschnitts beträgt inkl. des KVP rund 440 m.

  1. Planungsrecht

Der unter Punkt 2 genannte Bereich der Maßnahme liegt in keinem Geltungsbereich eines rechtskräftigen Bebauungsplans. Die Edmund-Weber-Straße liegt im unbeplanten Innenbe-reich gemäß § 34 Baugesetzbuch. Gemäß § 34 Absatz 2 entspricht die nähere Umgebung einem Allgemeinen Wohngebiet (§ 4 Baunutzungsverordnung).

Die geplante Maßnahme steht im Einklang zu den vorgesehenen Planfestsetzungen des in der Aufstellung befindlichen angrenzenden Bebauungsplans 257 „Reichsstraße“, innerhalb dessen u. a. auch die Eingriffe in den Baumbestand längst des Böschungsbauwerkes sowie deren Ausgleich geregelt werden.

  1. Beschreibung vorhandene Situation

Bei der Edmund-Weber-Straße handelt es sich um eine Hauptverkehrsstraße, die täglich von rund 11.000 Kraftfahrzeugen befahren wird. Sie stellt für den motorisierten Individualverkehr und für mit dem Rad Fahrende eine wichtige Verbindung zwischen Herten und Bochum dar. Sie verfügt über je einen Fahrstreifen pro Fahrtrichtungen und weist keine Radverkehrsanlage auf.

 

 

Radverkehr

Wie zuvor beschrieben stellt die Edmund-Weber-Straße für den Radverkehr eine wichtige Verbindung zwischen Herten und Bochum dar. Eine Radverkehrsanlage ist  nicht vorhanden.

Aus der nebenstehenden Abbildung wird ersichtlich, dass auf Grund fehlender Radwegeverbindungen aktuell eine Lücke im NRW Netz vorliegt. Die Wakefieldstraße weist eine Radverkehrsanlage in die nördliche und südliche Fahrtrichtung auf. Der baulich angelegte Radweg endet auf der Edmund-Weber-Straße an der geplanten Ausbaugrenze der in Rede stehenden Maßnahme. Der Radweg entlang der Wakefieldstraße schließt nördlich an das Radnetz NRW an. Über das Radnetz NRW kann die westliche Erzbahntrasse sowie das östliche NRW Netz erschlossen werden.

 

 

Fahrbahnzustand

Die Stadt Herne hat 2017 eine messtechnische Erfassung des Straßenzustandes durchge-führt. Im Abstand von zehn Metern wurde die Straße einem Zustandswert eins bis fünf einge-teilt, wobei eins einen sehr guten und fünf einem sehr schlechtem Zustand entspricht.

Die Fahrbahn der Edmund-Weber-Straße zwischen der Dahlhauser Straße und der Richard-Wagner-Straße weißt zu 70 % eine Zustandsklasse von 5 auf. 10 % befinden sich in der Zu-standsklasse 4. Die vor Ort erkennbaren Schadensbilder in der Fahrbahn zeigen, dass eine Unterhaltungsmaßnahme wie bspw. eine Deckenerneuerung nicht mehr ausreichend ist. Die Netzrisse weisen eine mangelnde Tragfähigkeit der Unterlage auf und somit eine Unterdi-mensionierung der Gesamtkonstruktion. Die Risse, Ausmergelungen und Schlaglöcher lassen das Wasser in die ungebundenen Tragschichten eindringen und schwächen somit die Tragfähigkeit. Zusätzliche Baugrunduntersuchungen haben bestätigt, dass der bestehende Straßenaufbau nicht frostsicher ausgebaut und zusätzlich chemisch stark belastet ist.

 

Unterhaltungsaufwand

Aufzeichnungen über die Reparaturmaßnahmen in dem betreffenden Bereich der letzten

Jahre zeigen, dass sich der Unterhaltungsaufwand für die Fahrbahn und die

Nebenflächen vervielfacht hat. Der Bauhof hatte in den letzten Jahren mehr als 200 Einsätze sowohl auf der Straße als auch auf dem Gehweg. Dem Bauhof der Stadt Herne ist es dem-nach nicht mehr möglich, den Zustand der Straße zu erhalten.

 

Ruhender Verkehr

Die Fahrbahnbreite von ca. 9,00 m ermöglicht es, im Bereich der unterbrochenen Mittelmar-kierung am Fahrbahnrand zu parken.

Inklusive der 13 Parkstände auf Höhe des ehemaligen Sportplatzes stehen aktuell rund 50 Parkstände entlang des betrachteten Bauabschnittes zur Verfügung. Darüber hinaus befinden sich rund 50 Stellplätze, überwiegend in Form von Garagen, auf den angrenzenden privaten Grundstücken.

 

Gehwege

Die Gehwege entlang der Edmund-Weber-Straße sind in unterschiedlichen Bauweisen, teils mit Pflastersteinen, teils mit Gehwegplatten hergestellt. Der Oberbau ist in bestimmten Abschnitten unzureichend. Durch die vorhandenen Aufbrüche und Flickstellen ist der Gehweg in Teilbereichen zudem uneben. Die Gehwegbreite beträgt 3,00 bis 3,70 m und weist somit für den Begegnungsfall zweier zu Fuß Gehenden eine mehr als notwendige Breite auf.

 

Kreuzungsbereich Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße

Die Kreuzung Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße wurde in der jüngsten Vergangenheit als Unfallhäufungsstelle identifiziert, die durch eine Änderung der Signalsteuerung (Er-gänzung einer weiteren Phase zur Reduzierung bedingt verträglicher Linksabbiegervorgänge) im Jahr 2018 vorerst entschärft werden konnte.

Mit dieser Anpassung sind aber zwangsläufig höhere Wartezeiten und letztendlich eine Qual-tätsstufe D gemäß Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS 2015) verbunden, die unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit nach wie vor Verbesse-rungsbedarf besitzt.

Im süd-westlichen Quadranten des Kreuzungsbereichs Edmund-Weber-Straße/ Hordeler Straße befindet sich mit der Hausnr. 73 aktuell ein Gebäude. Das Grundstück  befindet sich im Besitz der Stadt Herne. Gegenwärtig wird eine Wohnung des Gebäudes bewohnt.

 

Straßenbeleuchtung

Die vorhandene Straßenbeleuchtungsanlage ist veraltet, abgängig und führt zu keiner ausgewogenen Ausleuchtung.

 

Grünfläche, Bäume

Bedingt durch die begrünte Böschung zum Sportplatz Volkspark, dem Friedhof Wanne-Süd und dem Volksgarten Eickel wird der Abschnitt zwischen Bauanfang und Reichsstraße von zahlreichen Bäumen begleitet. Zudem liegt im süd-östlichen Quadrant des Kreuzungsberei-ches Edmund-Weber-Straße/ Hordeler Straße eine rund 1.000 m² große Grünfläche vor. Diese verläuft weiter entlang der Edmund-Weber-Straße, parallel zu Hausnr. 71a und 71b, bis zur östlichen Ausbaugrenze und bietet Platz für Sträucher und Bäume. Nach Rücksprache mit dem Fachbereich 55 -Stadtgrün- sind die hier vorhandenen Platanen nicht mehr er-haltungswert.

 

ÖPNV

Der in Rede stehende Streckenabschnitt wird aktuell von den Linien 329 im 30-Minuten-Takt und NE34 nachts stündlich befahren und zudem über die Hordeler Straße von den Linien 390 und 391 im 15- bzw. 30-Minuten-Takt gekreuzt. Eine Haltestelle ist im betrachteten Abschnitt nicht vorhanden.

  1. Beschreibung der geplanten Maßnahme

Durch die vorliegende Umgestaltung der Edmund-Weber-Straße werden u.a. die Anforde-rungen gemäß der „Integrativen Gesamtstrategie klimafreundliche Mobilität“ und dem „Klimafolgenanpassungskonzept“ im Verkehrsbereich berücksichtigt. Sie folgt damit auch dem in der verkehrsplanerischen Fachwelt unbestrittenen „Stand der Technik“, der für eine klimafreundliche Verkehrsplanung eine Neuaufteilung der zur Verfügung stehenden Flächen zu Gunsten aller Verkehrsteilnehmergruppen fordert.

 

Radverkehr

Im Sinne der vorgenannten Gesamtstrategie soll bei der zu beschließenden Maßnahme die Nahmobilität durch die Errichtung einer Radverkehrsanlage gefördert werden. Eine Radverkehrsanlage im betrachteten Streckenabschnitt ist u. a. ein Schritt zur Schließung des NRW Netzes zwischen Herten und Bochum. Somit wird das Radwegenetz weiterentwickelt und der Radverkehr gefördert.

 

Ruhender Verkehr

Zu Gunsten einer Radverkehrsanlage wird auf das gegenwärtige Parken am Fahrbahnrand verzichtet. Um den daraus resultierenden Entfall von Parkmöglichkeiten zu kompensieren, werden in Form von Längsparkständen und einem Parkplatz im südlich-westlicher Quadran-ten des Kreuzungsbereiches Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße neue Parkmöglichkei-ten geschaffen. In der Bilanz werden die insgesamt rund 40 entfallenen Parkstände (die 10 östlich des Kreisverkehrs vorhandenen Parkstände bleiben auch in der Planung erhalten) durch 41 neue Parkmöglichkeiten vollständig kompensiert. Um zu den vorhandenen 50 privaten Stellplätzen zusätzliche schaffen zu können, wurde im Vorfeld während der Bürgerbeteiligungen angeboten, die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke bei der Planung weiterer Stellplätze auf ihren privaten Grundstück zu unterstützen und im Rahmen der Umgestaltung zusätzliche Gehwegüberfahrten vorzusehen bzw. bestehende zu erweitern.

 

Gehwege

Die Gehweg werden mit Betonsteinpflaster erneuert, um die allgemeine Nutzung zu verbessern und um mobilitätseingeschränkten Personen eine sichere Nutzung zu ermöglichen. Die Kreuzungsbereiche werden zusätzlich barrierefrei ausgebaut.

 

Kreuzungsbereich Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße

Im Rahmen der Maßnahme soll der Kreuzungsbereich Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße ebenfalls umgestaltet werden. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie zur Ver-besserung des Verkehrsflusses wird anstelle der lichtsignalgeregelten Kreuzung eine Kreis-verkehrsanlage vorgesehen. Durch den Umbau zu einem Kreisverkehr verbessert sich die Qualitätsstufe des Verkehrsablaufes an dieser Kreuzung von Stufe D auf die Stufe B.

D stellt dabei gemäß HBS 2015 eine nur ausreichende, B hingegen eine gute Qualität des Verkehrsablaufes (QSV) dar.

Außerdem stellt die QSV D die bei der Neuplanung und –bemessung von Verkehrsanlagen mindestens zu erreichende Stufe dar. Gemäß HBS ist die Note E (mangelhaft) innerhalb des von A (sehr gut) bis F (ungenügend) reichenden Notensystems zu vermeiden.

Aktuell finden Abstimmungen statt, um einen zeitnahen Auszug der Bewohner im Gebäude Hausnr. 73 zu veranlassen. Ein Abriss des Gebäudes ist notwendig, um einen ausreichend dimensionierten Kreisverkehr realisieren zu können.

 

Grünfläche, Bäume

Im Weiteren besteht im Rahmen einer Umgestaltung des betrachteten Streckenabschnitts die Chance, in Anlehnung an das „Klimafolgenanpassungskonzept“, den zukünftig zu erwar-tenden Auswirkungen des Klimawandels in ihren Wirkungen durch geeignete Maßnahmen abzumindern. Hier können beispielsweise Flächen entsiegelt werden, um den steigenden Temperaturen entgegen zu wirken und Möglichkeiten geschaffen werden, um mögliche Starkregenereignisse zu bewerkstelligen. Zur weiteren Verbesserung des Stadtklimas sollen mindestens 19 neue Bäume beitragen. Ungeachtet davon, dass die Umgestaltung die Fällung von 12 Bäumen erfordert, wird die Anzahl der Bäume um mindestens 7 Bäume erhöht.

Wie im Weiteren in Kapitel 7 erläutert wird, werden insgesamt 6 Bäume mit einer Rigole ausgeführt.

Nach Beschluss der Maßnahme wird in Abstimmung mit dem FB 55 die Grünflächengestal-tung, u.a. für die Mittelinsel der Kreisverkehrsanlage, konkretisiert.

 

Technische Gestaltung der Baumaßnahme

Die gesamte Maßnahme erstreckt sich über eine Länge von rund 440 m.

Der Querschnitt sieht für den motorisierten Verkehr grundsätzlich eine Fahrbahnbreite von 6,50 m (2 x 3,25 m Richtungsfahrstreifen) vor, die gemäß den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06, Tabelle 7) für Straßen dieser Nutzungsart und Bedeutung (größtmöglicher Begegnungsverkehr: SV-/Linienverkehr) empfohlen wird.

Der Radverkehr wird auf der gesamten Länge in beide Fahrtrichtungen auf – teils durch Längsparker getrennten - Radfahrstreifen geführt.

Längsparkstreifen werden mit einer Breite von 2,00 m vorgesehen. Die Gehwege verfügen in der Regel über die gemäß RASt 06 in Betracht kommende Mindestbreite von  2,10 m und werden nur punktuell eingeengt.

Auf Grund der örtlich variierenden Ausbaubreiten entlang der Maßnahme werden unterschiedliche Querschnitte vorgesehen. Diese können in drei Abschnitte eingeteilt werden. Der erste Abschnitt verläuft vom westlichen Ausbauanfang bis zur Reichsstraße und weist eine Breite von rund 20 m auf. Der zweite Abschnitt befindet sich zwischen der Reichsstraße und der Hordeler Straße, die Breite beträgt rund 15 m. Der dritte Abschnitt erstreckt sich von der Hordeler Straße bis zum östlichen Ausbauende und weist eine Breite von 15 bis 18 m auf.

 

Abschnitt 1: Westlicher Ausbauanfang bis Reichsstraße

Im ersten Abschnitt ist es auf Grund einer Querschnittsbreite von rund 20 m möglich, Längsparkstände vorzusehen. So werden parallel zum gegenwärtigen Sportplatz 19 Parkstände und auf Höhe des ev. Friedhofs weitere 8 Parkstände eingeplant. Die gegenwärtigen 13 Senkrechtparker im Bereich des Sportplatzes entfallen.

Die Längsparkstreifen werden mit einem Rundbord, h = 2 cm, und vorlaufender 2-reihiger Rinne von der Fahrbahn abgesetzt und gepflastert. Innerhalb des südlichen Längsparkstreifens werden neue Baumstandorte integriert. Auf der nördlichen Seite wird darauf verzichtet, da der vorhandene Baumbestand einschließlich seiner Kronen nicht ausreichend Raum dafür bietet.

Der 1,85 m breite Radfahrstreifen wird zwischen den parkenden Fahrzeugen und dem Gehweg geführt. Zwischen den Parkständen und dem Radfahrstreifen wird ein 0,75 m breiter Sicherheitsstreifen vorgesehen (s. Querschnitt RQ 1). Die Art der Radverkehrsführung wurde intensiv mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei diskutiert und einvernehmlich für geeignet gesehen.              

Die Radfahrstreifen werden einschließlich des Sicherheitsstreifens asphaltiert und mit einem Hochbord, h = 10 cm bzw. 12 cm, vom Gehweg getrennt.

Sie schließen am westlichen Ausbauanfang an die vorhandene Verkehrsanlage an.

Entlang des südlichen Gehwegs werden bei jedem Baumstandort Baumrigolen vorgesehen (s. hierzu Kapitel 7). Parallel zum südlichen Gehweg befindet sich eine Böschung in Richtung des geplanten Bebauungsgebiets „Reichsstraße“. Am Fuße der Böschung wird eine Mulde ausgebildet, um bei Regenereignissen zu verhindern, dass Boden von der Böschung auf den Gehweg gelangt und diesen verschmutzt.

Die Querungsstellen an der westlichen Ausbaugrenze und im Bereich der Reichsstraße werden barrierefrei abgesenkt und mit taktilen Elementen gemäß den mit dem „Arbeitskreis Barrierefreies Bauen des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen“ abgestimmten Regelzeichnungen ausgebaut. Zudem wird die Mittelinsel westlich der Reichsstraße auf das notwendige Maß von 2,50 m reduziert. Der gegenwärtige Fußgängerüberweg bleibt weiterhin bestehen. Für die südlich angrenzende Fläche kann eine Aufenthaltsfläche und Wegeverbindung zum Bebauungsgebiet „Reichsstraße“ entstehen. Hier werden weitere Abstimmungen im Zuge des B-planverfahrens folgen. Der nördliche Weg im Bereich der Querungsstelle, parallel zur Reichsstraße, wird ebenfalls barrierefrei hergestellt, indem die vorhandene Treppenanlage zurückgebaut wird.

Die Einmündungen zur Reichsstraße werden aus Gründen einer wirtschaftlichen Unterhaltung höhengleich zur Fahrbahn der Edmund-Weber-Straße und asphaltiert hergestellt.

 

Abschnitt 2: Zwischen Reichsstraße und Hordeler Straße

Im zweiten Abschnitt liegt eine Querschnittsbreite von rund 15 m vor. Die Breite des nördlichen Gehweges beträgt ca. 3,00 m und die des südlichen rund 2,30 m. Die Fahrbahnbreite beträgt, wie in den anderen Abschnitten, ebenfalls 6,50 m. Angrenzend zur Fahrbahn verläuft in beide Fahrtrichtungen ein 1,85 m breiter Radfahrstreifen.

Im betrachteten Abschnitt liegen 5 Gehwegüberfahrten vor.

 

Kreisverkehrsplatz Edmund-Weber-Straße/ Hordeler Straße

Wie zuvor beschrieben wird zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, der Verkehrsqualität sowie zur Reduzierung von erhöhten Geschwindigkeit und Lärmemissionen anstelle einer Signalisierung der Kreuzung eine Kreisverkehrsanlage vorgesehen.

Die Parameter des Kreisverkehrs sind gemäß dem Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren gewählt. Der geplante Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von D= 30 m erhält eine 16,50 m breite Kreisinsel. Der Innenring wird mit 1,25 m und die Kreisfahrbahn mit 6,75 m ausgeführt. Dabei soll der Innenring aus Betonfertigteilen mit integriertem Streetprint versehen werden. Gemäß Merkblatt für Anlagen von Kreisverkehren sind die Breite der Zufahrt mit 3,75 m und die Ausfahrt mit 4,00 m gewählt. Die Zu- und Ausfahrten werden durch Zwischeninseln mit einer Breite von 2,50 m voneinander getrennt. An allen vier Zwischeninseln werden 4,00 m breite Fußgängerüberwege barrierefrei und mit taktilen Elementen ausgebaut und normgerecht beleuchtet. Der nördliche und westliche Fußgängerüberweg ist jeweils um rund 9,00 m vom Kreisverkehr abgerückt. Gemäß den Schleppkurven ist für die Fahrtrichtung Ost-Nord das Abrücken des Fußgängerüberwegs notwendig, damit zu Fuß Gehende auf der Mittelinsel nicht von den abbiegenden Fahrzeugen gefährdet werden. Das Abrücken des Fußgängerüberwegs im westlichen Arm des Kreisverkehrs ist notwendig, um den Stellplatz vor Hausnr. 72 weiterhin anfahren zu können.

Für die Umsetzung der zuvor genannten Parameter wird der Mittelpunkt des Knotenpunkts (Schnittpunkt der vier hinführenden Fahrbahnachsen) um rund 6,00 m in südliche Richtung verschoben.

Die Randbereiche sowie die Zu- und Ausfahrten innerhalb des Kreisverkehres sind mittels dynamischer Schleppkurven mit den entsprechenden Bemessungsfahrzeugen (Pkw, Transporter/ Wohnmobil, Müllfahrzeug 3-achsig, Gelenkbus, Sattelzug) nachgewiesen.

Aktuell laufen Abstimmungen bzgl. des Grunderwerbs einer rund 34 m² großen Flächen im süd-östlichen Quadranten des Kreisverkehrs. Die Fläche wird benötigt, um eine Kreisverkehrsanlage mit einem Außendurchmesser von 33 m realisieren zu können. Dieses Ziel wird weiter verfolgt, da ein Kreisverkehr mit größerem Durchmesser u. a. einen besseren Fahrkomfort für den fließenden Verkehr erwarten lässt.

Erst jüngst wurde festgestellt, dass sich die 450 m² große Fläche (Flur 49, Flurstück 16), die südlich an das Grundstück Hausnr. 72 angrenzt, ebenfalls im Eigentum der Stadt Herne befindet. Zzgl. der nach dem Gebäudeabriss vorhandene Fläche von 785 m² steht insgesamt eine Fläche von rund 1.235 m² zur Verfügung. Im süd-westlichen Quadranten des Kreuzungsbereiches Edmund-Weber-Straße/Hordeler Straße wird deshalb ein sogenannter klimagerechter Parkplatz mit 14 Parkständen und einer Wegeanbindung entstehen. Entsprechend des Klimaanpassungskonzeptes wird der Parkplatz bspw. mit mindestens einem hochstämmigen Baum pro 5 Stellplätze gebaut. 4 der 14 Stellplätze sollen mit Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge vorgesehen werden.

Es ist geplant, den Parkplatz mit versickerungsfähigem Pflaster auszubauen, um die Grünfläche natürlich zu bewässern und kein zusätzliches Kanalsystem herstellen zu müssen. Die Fahrgassenbreite beträgt 6,00 m. Die Stellplätze sind 2,50 m breit und weisen eine Länge von 4,30 m zzgl. 0,70 m Überhang auf.

 

Abschnitt 4: Zwischen Hordeler Straße und östlichem Ausbauende

Durch die zuvor beschriebene Verschiebung des Kreismittelpunktes in südliche Richtung ist ein eine rund 80 m lange Strecke notwendig, um an die bestehende Edmund-Weber-Straße anzuschließen.

Im betrachteten Abschnitt beträgt die Fahrbahnbreite 10,00 m. Es wird weder ein Radfahrstreifen noch ein Schutzstreifen vorgesehen, so dass das Parken am Fahrbahnrand rechtlich gestattet ist. Nördlich und südlich der Fahrbahn befindet sich jeweils ein Gehweg mit einer Breite von 2,30 m. Durch die südliche Verschiebung des Straßenabschnittes müssen vor Hausnr. 71 a und 71 b Bäume gerodet werden. Nach Rücksprache mit dem FB 55 –Stadtgrün- sind diese Bäume zum Teil nicht mehr erhaltenswert. Ersatzpflanzungen werden auf der gegenüberliegenden rund 300 m² großen neuen Grünfläche durch 4 zusätzliche Bäume vorgesehen. Weitere Baumstandorte werden im Bereich des neuen Parkplatzes eingeplant.

 

Barrierefreiheit

Die Aspekte der Barrierefreiheit werden im gesamten Bereich der geplanten Maßnahme berücksichtigt. Die Planung der Bodenelemente erfolgt nach DIN 32984 und den Regelausbildungen, welche aus Anregungen und Vereinbarungen mit dem „Arbeitskreis Barrierefreies Bauen des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen“ entstanden sind. Der Beschluss des Gremiums zur konkreten Maßnahmenplanung wird noch eingeholt.

Fahrbahnmarkierung und Beschilderung

Die im beigefügten Lageplan dargestellte Markierung und Beschilderung resultiert aus den letzten Abstimmungen mit der Verkehrsbehörde (FB 44/3) und der Polizei. Sie stellen den Stand dar, wie er in den formal anzuordnenden Markierungs- und Beschilderungsplan übernommen wird.

In dem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass dabei dann - entgegen der Darstellung in den beiliegenden Lageplänen - der Radfahrstreifen in seiner tatsächlichen Oberfläche (Asphalt) dargestellt wird. Die Roteinfärbung im Knotenpunktbereich mit der Reichsstraße bleibt. Die besondere Kenntlichmachung des Radfahrstreifens in den beiligenden Plänen dient nur der besseren Erkennbarkeit der Radverkehrsanlage.

Zwischen der Reichsstraße und der Hordeler Straße ist im Übrigen das Halten auf dem Fahrstreifen neben dem Radfahrstreifen verboten.

Dieser Plan wird vor der Anordnung noch einmal in der Bezirksvertretung vorgestellt.

 

Straßenbeleuchtung

Die neue Beleuchtungsanlage wird längst der Gehweghinterkante und an den Fußgängerüberwegen vorgesehen. Dabei kommt als Leuchtmittel LED-Technik zum Einsatz. Die lichttechnische Bemessung erfolgt unter Beachtung der entsprechenden Normen in Abstimmung mit den Stadtwerken Herne und wird zu einer ausgewogenen Ausleuchtung und somit zu einer Verbesserung der Straßenbeleuchtung führen.

  1. Straßenoberbau nach RStO 12

Der Vollausbau der Straße wird eine frostsichere, tragfähige und auf gesamter Länge homo-gene Fahrbahnverkehrsfläche erzeugen, die für die festgelegte Lebensdauer von 50 Jahren erreicht, ausgelegt ist.

Die Fahrbahn, der Radfahrstreifen, der Längsparkstreifen und der Gehweg werden gemäß RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, Ausgabe 2012) entsprechend nachfolgender Tabellen aufgebaut. Dabei wird gemäß RStO für die Fahrbahnflächen des Kreisverkehrs zur Aufnahme der erhöhten Einwirkungen eine höhere Belastungsklasse vorgesehen:

 

Aufbau Fahrbahn (Tafel 1, Bk10, Zeile 3) 

Asphaltdeckschicht   4 cm   

Asphaltbinderschicht   8 cm   

Asphalttragschicht 10 cm   

Schottertragschicht 15 cm   

Frostschutzschicht 38 cm   

Gesamt  75 cm   

 

 

 

Aufbau Fahrbahn Kreisverkehr (Tafel 1, Bk32, Zeile 3)

Asphaltdeckschicht   4 cm   

Asphaltbinderschicht   8 cm   

Asphalttragschicht 14 cm   

Schottertragschicht 15 cm   

Frostschutzschicht 34 cm   

Gesamt  75 cm   

 

Aufbau Gehweg (Tafel 6, Zeile 1) 

Betonsteinpflaster   8 cm   

Bettung     4 cm   

Schottertragschicht 18 cm   

Gesamt  30 cm   

 

Aufbau Längsparkstreifen (Tafel 3, Bk1,0, Zeile 1)

Betonsteinpflaster   8 cm 

Bettung     4 cm 

Schottertragschicht  20 cm 

Frostschutzschicht  18 cm 

Gesamt  50 cm 

 

Aufbau asphaltierter Radfahrstreifen neben Längsparkstreifen

Asphaltdeckschicht     4 cm 

Asphalttragschicht  10 cm 

Schottertragschicht  20 cm 

Frostschutzschicht   16 cm 

Gesamt   50 cm 

 

Die Fahrbahndecke der Edmund-Weber-Straße wird mit einem photokatalytischen Splitt ab-gestreut. Dieser wandelt nicht nur die Schadstoffe der NOx-Emmission in Nitrat um, er wirkt ebenfalls lärmreduzierend und hellt die Fahrbahn auf, damit diese sich weniger aufheizt und Schadensbildungen bei steigenden Temperaturen in Folge des Klimawandels reduziert wer-den.

 

 

  1. Entwässerung

Am vorhandenen Entwässerungskanal liegt kein Erneuerungsbedarf vor.

Im Zuge der Umgestaltung werden neue Straßenabläufe mit Längsrecordaufsätzen auf beiden Fahrbahnseiten vorgesehen, die jeweils innerhalb einer zweireihigen Flussbahn liegen.

Im Bereich der Baumrigolen (s. nachfolgende Abbildung) wird das Niederschlagswasser über die Straßenabläufe in die Baumrigole geleitet, um es versickern zu lassen.

Baumrigolen sind hinsichtlich der Klimafreundlichkeit ein zusätzliches Element. Bei einer Baumrigole handelt es sich um eine Kombination von Bäumen mit Versickerungsanlagen. Durch die Zuleitung von Niederschlagswasser in die Baum-Rigole kann der Kanal entlastet werden. Hauptziel ist die Bewässerung sowie die Erhöhung der Verdunstungsrate durch einen langfristigen Wasserspeicher während warmer Trockenphasen.

 

  1. Ver- und Entsorgungsleitungen

Im Plangebiet befinden sich zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen der Stadtentwässerung Herne, der Telekom AG, der Stadtwerke Herne, der Gelsenwasser AG, der Westnetz GmbH, der Uniper Wärme GmbH sowie von der Vodafone GmbH. Detaillierte Informationen über den genauen Verlauf der Ver- und Entsorgungsleitungen wurden bereits im Vorfeld eingeholt, damit die Lage der möglichen neuen Baumstandorte, Bordsteine sowie eine teilweise Verlegung der Kappen und Schächte festgelegt werden konnte.

Die parallel durchgeführte Abfrage von Kampfmittelverdachtspunkten führte zu dem Ergebnis, dass sich im relevanten Baufeld 3 Verdachtspunkte befinden. Die entsprechenden Schritte zu deren Beseitigung wurden angestoßen.

  1. Belastete Schichten

Die im Vorfeld stattgefundenen Untersuchungen haben aufgezeigt, dass auf der gesamten Strecke in den Asphaltschichten mit teerhaltigen Bestandteilen zu rechnen ist. Die ungebun-denen Tragschichten sind versehen mit verfestigter Schlacke, Setzpacklage und Aschen. Dabei handelt es sich um belastete Materialien, die nach Deponieklassen unterschieden, abgefahren und entsorgt werden müssen.

  1.           Grunderwerb

Für die Baumaßnahme ist Grunderwerb erforderlich. Um den Kreisverkehr mit einem Au-ßendurchmesser von 30 m realisieren zu können, wird vom Flurstück 420, Flur 50, Gemar-kung Wanne-Eickel eine rund 50 m² große Fläche benötigt. Die grundsätzliche Zustimmung der Eigentümergemeinschaft für den Verkauf dieser Teilfläche liegt bereits vor.

Die für die Kreisverkehrsanlage notwendige Teilfläche aus dem Flurstück Gemarkung Wan-ne-Eickel Flur 49 Nr. 19, 785 m², befindet sich bereits im Eigentum der Stadt Herne. Auf dem Grundstück steht das Gebäude mit der Hausnr. 73.

Darüber hinaus sollen zwei bereits heute öffentlich genutzte Flurstücke erworben werden, um Nutzung und Eigentümer zusammen zu führen.

  1.           Gebäudeabriss

Für die geplante Baumaßnahme ist es notwendig, das ehemalige Wohnhaus im Bereich der Kreuzung Edmund-Weber-Straße 73 / Hordeler Straße vollständig zurückzubauen, um die Fläche für die Sanierungsmaßnahme des Bauabschnitts herzurichten.

Im Vorfeld wird zur weiteren Planung des Abbruchs die Erstellung eines Rückbau- & Abfall-wirtschaftskonzepts inkl. Gefahrenstoffanalyse benötigt.

Gleichzeitig wird die artenschutzrechtliche Prüfung vorzunehmen sein, um die Auflagen im Hinblick auf den Artenschutz abstimmen und definieren zu können.

Nach Abbruch des ehem. Wohnhauses und dem Herrichten der Geländefläche muss der Kampfmittelräumdienst zur Grundbodenuntersuchung die Grundstücksfläche sondieren.

  1.           Kosten/Finanzierung

Die Kosten wurden im Rahmen der Planung errechnet und belaufen sich brutto, einschl. Baunebenkosten, auf rund 2.387.000 €, von denen rund 150.000 € auf den Gebäudeabriss inkl. Verfüllung der Baugrube entfallen. 

Die Kosten für den anstehenden Grunderwerb belaufen sich zusätzlich auf rund 25.000 Euro, die Kosten für die Straßenbeleuchtung auf zusätzlich 160.000,00 €..

 

KAG Westlicher Ausbauanfang bis Hordeler Straße

Die Umgestaltungsmaßnahme der als Hauptverkehrsstraße eingestuften Edmund-Weber-Straße ist nach dem Kommunalabgabegesetz (KAG NRW) beitragspflichtig. Der Anteil der Beitragspflicht beträgt nach der zurzeit gültigen Ortssatzung für Fahrbahnen 20%, für Geh-wege 60 %, für Radfahrstreifen 20%, für Beleuchtung 40 % und Längsparkstände 60 % der beitragsfähigen Aufwände.

Durch eine neue Fördermöglichkeit können 50 % der umzulegenden Beiträge durch Zuwen-dungen des Landes refinanziert werden. Der auf Grund der derzeitigen Kostenschätzung ermittelte umlagefähige Beitrag beträgt nach derzeitiger Schätzung 122.000 €. Diese Summe kann um 50% auf ca. 61.000 € reduziert werden.

Die Aufstellung einer Einzelsatzung sieht die Ortssatzung gem. § 3 Abs. 8 im Übrigen lediglich für die Umwandlung der Fahrbahn nebst Gehwegen in einen verkehrsberuhigten Bereich im Sinne des § 42 Abs. 4 a StVO oder verkehrsberuhigten Geschäftsbereich im Sinne des § 45 Abs. 1 c StVO einschließlich Parkflächen und Beleuchtung vor. Beides ist vorliegend nicht gegeben, so dass eine Einzelsatzung laut der einschlägigen Ortssatzung nicht möglich ist.

(Die Mehrkosten für einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 33 Metern werden im Übrigen inkl. Grunderwerb mit 50.000 Euro abgeschätzt.)

 

KAG Kreisverkehrsplatz Hordeler Straße

Für die Herstellung des Kreisverkehres und den auszubauenden Parkplatz am Kreisverkehr werden nach den Bestimmungen des KAG keine Beiträge erhoben.

 

 

Förderung

Die hier zum Beschluss stehende Maßnahme wird zur Förderung beantragt.

Für die Baumrigolen und den klimagerechten Parkplatz werden ebenfalls Förderungen bean-tragt. Die Förderrichtlinien sind derzeit noch in Arbeit. Nach derzeitigem Kenntnisstand müs-sen bei dieser Förderung keine Beiträge vorher abgesetzt werden, es würden somit keine Beiträge nach KAG anfallen.

  1.           Bauzeit/Baubeginn

Die Bauzeit beträgt je nach Witterungsbedingungen insgesamt ca. 12 Monate. Der Baubeginn zur Umsetzung der Maßnahme ist unter dem Vorbehalt der Bewilligung aller Förderungen und des Grunderwerbs sowie der Haushaltsmittel- für Sommer 2021 und Kampfmittelfreigabe vorgesehen.

Bei der Verkehrsführung während der Bauzeit werden u. a. auch die Belange der zu Fuß Gehenden und Radfahrenden berücksichtigt.

  1.           Sonstiges

Die Maßnahme ist mit den beauftragten Verkehrsunternehmen Straßenbahn Herne - Cas-trop-Rauxel GmbH (HCR) und Bogestra, sowie der Polizei, dem Fachbereich 33 - Feuerwehr und dem Fachbereich 44 – Öffentliche Ordnung abgestimmt.

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

-                      Übersichtplan

-                      Lageplan Edmund-Weber-Straße, Blatt 1 und 2, Stand: 30.04.2020 (M 1:250)

-                      Querschnitte RQ 1 und 2, Stand: 30.04.2020 (M 1:100)

                                              

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 20200430_Übersichtsplan-Ed-W-Str (226 KB)      
Anlage 4 2 öffentlich 20200430_E_Edm.-Weber-Str_BA1-Lageplan 1_1.BA (918 KB)      
Anlage 5 3 öffentlich 20200430_E_Edm.-Weber-Str_BA1-Lageplan 2_1.BA (1152 KB)      
Anlage 2 4 öffentlich 20200430_E_Edm.-Weber-Str_BA1_Querschnitt-QS 1-geplant_vorh (285 KB)      
Anlage 3 5 öffentlich 20200430_E_Edm.-Weber-Str_BA1_Querschnitt-QS 2-geplant_vorh (217 KB)