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Vorlage - 2020/0320  

Betreff: Resolution „Solidarität und Absicherung für die Kultur gerade in Zeiten der Corona-Krise“
- Antrag GRÜNE-Fraktion -
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag-Formular
Verfasser:GRÜNE Fraktion
Federführend:FB 32 - Kultur Bearbeiter/-in: Leckscheid, Markus
Beratungsfolge:
Kultur- und Bildungsausschuss Entscheidung
10.06.2020 
des Kultur- und Bildungsausschusses abgelehnt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

 

   Der Kultur- und Bildungsausschuss der Stadt Herne fordert Bund und Land auf:

 

-          Einen Rettungsfonds, soweit nicht schon vorhanden, der auf die spezifischen   Arbeitsbedingungen von Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen ausgerichtet ist, die durch das Raster der Förderungen der Bundesregierung fallen. Kulturschaffende brauchen schnelle Unterstützung und unkomplizierte Hilfen, egal in welchem Bundesland sie leben und in welcher Organisationsform sie arbeiten.

 

-          Eine Anpassung des Zuwendungsrechts: Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass die Förderungen und Unterstützungen schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.

 

 

-          Kooperation der politischen Ebenen: Bundes-, Landes- und kommunale Programme müssen aufeinander abgestimmt werden zwischen jeweiligen Fachministerien bzw. Fachämtern.

 

-          Erinnerungskultur: Im Gedenkjahr 2020 und vor dem Hintergrund von erstarkendem Nationalismus darf es nicht sein, dass bundes- und europaweites Gedenken vor dem Hintergrund der Pandemie nicht stattfindet. In Zeiten von Ausgangssperren und Kontaktverboten bedarf es neuer Formate des Gedenkens

 

                          

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

Wegen der Corona-Krise sind Kultureinrichtungen bundesweit geschlossen, Kulturangebote und kulturelle Bildung finden nicht statt. Abgesehen von den großartigen kreativen Erfindungen vieler Künstler*innen im Netz, hat das Corona-Virus das gesamte kulturelle Leben in Deutschland und weit darüber hinaus zum Erliegen gebracht.

Die Kultur liegt im künstlichen Koma: keine Live-Aufführungen, keine Konzerte, keine Bibliotheken und Museen, keine Poetry-Slams und geschlossene Musikschulen und Theaterstätten.

Mit einem Schlag wurde dadurch unzähligen Kulturschaffenden, Künstler*innen, Kreativen die Existenzgrundlage entzogen. Der kulturellen Infrastruktur droht der Zusammenbruch.

Das können und wollen wir nicht einfach so hinnehmen!

Denn auf die Kultur kommt es an. Gerade in der Krise, aber auch für die Zeit danach. Die aktuellen, zur Eindämmung des Corona-Virus notwendigen Maßnahmen stellen insbesondere Kulturschaffende und Kulturbetriebe bereits jetzt vor die Existenzfrage: Für die meisten von ihnen bedeutet die COVID-19-Pandemie den faktischen Verlust von Publikum und Gästen, ihrer Aufträge, Fördergelder und Arbeitsräume. Und damit den Verlust ihrer Einkommens- und Lebensgrundlage. Dem muss aktiv begegnet werden. Nicht nur im Interesse der Betroffenen, sondern auch für ein weiterhin vielfältiges Kulturleben und die kulturelle Grundversorgung aller Menschen.

Die bundesdeutsche Kulturlandschaft ist durch eine über Jahrzehnte gewachsene Vielfalt geprägt, die sich in den verschiedensten Sparten und Genres sowie diversen Branchen, Szenen und Netzwerken immer weiter ausdifferenziert, organisiert und entwickelt hat. Ob staatliche Institutionen und private Kulturbetriebe, freischaffende Künstler*innen und öffentlich geförderte Kulturprojekte oder die unterschiedlichen Hybride der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie der kulturellen Bildung: Sie alle sind elementar für Kultur als gesellschaftliche Orientierung und Inspiration, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die individuelle Entfaltung, für den transkulturellen Austausch und die Bewahrung unseres kulturellen Erbes.

Diese Kultur ist in der gegenwärtigen Krise in höchster Gefahr, genauso wie die Kulturschaffenden in ihrer wirtschaftlichen Existenz selbst. Unserer Kulturlandschaft drohen deshalb auch für die Zeit nach der Krise ein Einbruch und Kahlschlag, wie ihn unsere Gesellschaft in den letzten 75 Jahren nicht erlebt hat.

Es ist absehbar, dass Kulturschaffende und Kulturbetriebe langfristig von den Einschränkungen betroffen sein werden, da sich bereits jetzt Ausfall von Veranstaltungen, Projekten und Festivals bis in den Herbst ankündigen. Den erwartbaren Folgen müssen wir jetzt zuvorkommen!

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:
 

Antragsoriginal                             

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 2004ResolutionCoronaKulturV2 (391 KB)