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Vorlage - 2020/0721  

Betreff: Bericht zur Spielplatzsituation in Herne, Teil II - Bereisung der Spielflächen und Bewertung des Handlungsbedarfs
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Gentilini - 3533
Federführend:FB 42 - Kinder-Jugend-Familie Bearbeiter/-in: Backhaus, Tabea
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Vorberatung
29.10.2020 
des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Wanne Vorberatung
04.11.2020 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Eickel Vorberatung
03.12.2020 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
26.11.2020 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Sodingen Entscheidung
02.12.2020 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen zur Kenntnis genommen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

                    

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Beschlussvorschlag:
 

Der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familie nimmt den Bericht zur Spielplatzsituation in Herne, Teil II - Bereisung der Spielflächen und Bewertung des Handlungsbedarfs zur Kenntnis.

                    

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Sachverhalt:
 

Leitziel 3 des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie:

„Kindern und Jugendlichen stehen ein kostenloses niederschwelliges Freizeit- und Bildungsangebot sowie entsprechende Einrichtungen unter Beibehaltung der Trägervielfalt zur Verfügung.

Die Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“ trägt zurzeit aktuelle Daten zu allen Herner Spielflächen zusammen, die in die Zuständigkeit des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie fallen und öffentlich zugänglich sind. Diese Bestandserhebung dient zur Vorbereitung der Erstellung einer Spielleitplanung sowie einer Spielplatzbedarfsplanung, die im nächsten Jahr erfolgen soll.

 

Rückblick - Teil I

Begonnen wurde hierbei mit einer Bestandserhebung im zurückliegenden Jahr, deren Ergebnis im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie im September 2019 vorgestellt wurde (Vorlage-Nr. 2019/0721). Im Rahmen dieser Erhebung wurden die in den Fachbereichen vorhandenen Datenquellen zu den Spielflächen zusammengetragen, aktualisiert und in Form von tabellarischen Übersichten vorgestellt. Diese enthalten Angaben zur Kategorisierung der Spielflächen, der Größe sowie den Kinderzahlen im zugehörigen Spielplatzbezirk. Eine Kartierung der Spielflächen ist ebenfalls bei diesem Arbeitsschritt erfolgt. Auch wurden Versorgungsquoten in Herne und den Stadtbezirken ausgewiesen und die Unterschiede bei der Spielflächenversorgung in den Bezirken dargestellt (Teil I: Quantitative Erhebung).

 

Aktueller Sachstand - Teil II

Im Zeitraum von Januar bis Juni diesen Jahres hat eine Bereisung aller 123 Spielflächen durch die Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“ stattgefunden. Die Ergebnisse der Bereisung wurden im Anschluss in mehreren Sitzungen der Projektgruppe aufgearbeitet und gemeinsam bewertet. In Ergänzung zu den quantitativen Daten des ersten Berichtes zur Spielplatzsituation stehen bei dem aktuell vorgelegten Bericht die qualitativen Aspekte der Spielflächen im Vordergrund. So wurde eine Bewertung aller Spielflächen in puncto Handlungsbedarf/ Zustand vorgenommen. Die Darstellung erfolgt zum einen in der Gesamtschau für die Stadt Herne sowie zum anderen jeweils für jeden Stadtbezirk separat.

Neben der Bewertung der Spielflächen in Bezug auf ihren Handlungsbedarf/ Zustand erfolgte auch eine qualitative Bewertung der Spielflächen anhand von Bewertungskriterien in Anlehnung an die Veröffentlichung „Leitfaden zur Erstellung eines Spielleitplanes“ der Universität Duisburg/ Essen. Bewertet wurden hier die Aspekte: Zugänglichkeit der Spielflächen, Vielfalt der Spielgeräte, Sicherheit, Emissionen und Immissionen. Derzeit handelt es sich hierbei noch um eine „Datensammlung“. Die Veröffentlichung dieser weiteren Ergebnisse der Bereisung soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Aktuell werden in der Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“ hierzu Überlegungen angestellt, in welcher Form die Publikation erscheinen soll. Aktuell wird die Darstellung in Form einer interaktiven Karte favorisiert.

 

Bewertung des Handlungsbedarfs

Die dieser Vorlage beigefügten Anlagen stellen das „Herzstück“ des vorliegenden Berichts zur Spielplatzsituation dar. In den Anlagen finden sich zum einem Kurzbeschreibungen aller Spielflächen sowie zusammenfasende Darstellungen des Handlungsbedarfs auf Stadtbezirksebene als auch in der Gesamtstadt Herne. Für detaillierte Informationen wird auf die beigefügten Anlagen verwiesen. Im Folgenden werden kurz die zentralen Ergebnisse der Bereisungen auf gesamtstädtischer Ebene vorgestellt.

Ergebnisse der Bewertung des Handlungsbedarfs in der Stadt Herne im Überblick (Anlage 1):

  • 31 % bzw. 1/3 der Spielflächen weist keinen Handlungsbedarf auf.
  • 33 % bzw. 1/3 der Spielflächen hat perspektivischen / mittelfristigen Handlungsbedarf.
  • 14 % der Flächen zeichnen sich durch akuten/ kurzfristigen Handlungsbedarf aus.
  • 7 % der Spielflächen befinden sich im Prozess.
  • 11 % der Spielflächen sind „inaktiv“.
  • 4 % sind Spielpunkte (also einzelne Spielgeräte z.B. in der Fußgängerzone) die hinsichtlich des Handlungsbedarfs nicht bewertet worden sind.

Die Anlagen 2a bis 5a geben den Handlungsbedarf auf Ebene der Stadtbezirke wieder. Die Ergebnisse der Bereisung aller 123 Spielflächen mit einer Kurzbeschreibung jeder einzelnen Fläche kann den Anlagen 2b bis 5b entnommen werden. Eine vergleichende Übersicht des Handlungsbedarfs insgesamt sowie in den Stadtbezirken bietet die Anlage 6 „Gesamtschau Spielflächen in Herne und in den Stadtbezirken - Bewertung des Handlungsbedarfs“.

Beim differenzierten Blick auf die einzelnen Stadtbezirke zeigt sich, dass es deutliche Unterschiede hinsichtlich des Handlungsbedarfs gibt. So weisen zum Beispiel 43 % der Spielflächen im Stadtbezirk Wanne aktuell keinen Handlungsbedarf auf, in den Stadtbezirken Eickel und Sodingen liegt der Anteil in dieser Kategorie jeweils nur bei 24 %. In Sodingen weist fast die Hälfte der Flächen (48 %) einen perspektivischen Handlungsbedarf auf. Hinzu kommt ein akuter Handlungsbedarf von 24 %. Ein Erklärungsfaktor für diese deutlichen innerstädtischen Unterschiede ist, dass in im Rahmen von Stadterneuerungsprogrammen in den Stadtbezirken Wanne, Herne und Eickel auch Spielflächen komplett neugestaltet werden konnten und auch weiterhin werden (aktuell im Quartier Wanne-Süd).

 

In der Anlage 7 „Gesamtübersicht Spielflächen | Priorität „Rot“ sind die Spielflächen mit akutem Handlungsbedarf zusammenfassend aufgeführt. Innerhalb dieser Kategorie wurde keine Rangfolge gebildet, da unterschiedliche Handlungserfordernisse zugrunde liegen bzw. zunächst grundsätzliche Entscheidungen zur Perspektive erfolgen müssen. Fünf Spielplätze von dieser Liste sind bereits im Plan für dieses Jahr vorgesehen, um aufgewertet zu werden. Hier waren die Erkenntnisse der Bereisung handlungsleitend.

 

 

Allgemeine Erkenntnisse der Bereisung und erste Empfehlungen

In der Gesamtschau wurden unabhängig von den Bewertungen der einzelnen Spielflächen - und ohne dem Planungsprozess der Spielleitplanung vorgreifen zu wollen - die im Folgenden aufgeführten allgemeinen Feststellungen getroffen:

  • Beschilderung: Die Beschilderung erfolgt nicht einheitlich. Die Schilder sind teilweise veraltet und in einem sehr schlechten Zustand. Es gilt, Standards für die Beschilderung zu entwickeln und die vorhandene Beschilderung auf Aktualität hin zu überprüfen.
  • Barrierefreier Zugang: Nur wenige Spielplätze verfügen über einen barrierefreien Zugang wie einen abgesenkten Bordstein. Angebrachte Wegsperren sind zum Teil so eng beieinander stehend, dass ein Kinderwagen oder Rollstuhl kaum durch passt.
  • Sicherer Zugang: Die Spielflächen liegen oftmals direkt an Straßen, die stark befahren sind. Querungshilfen wie Zebrastreifen oder eine Fußgängerinsel und Tempolimits könnten hier den Zugang sicherer machen.
  • Fahrradständer: Die wenigsten Spielplätze verfügen über Fahrradständer. Zum Teil sind Fahrradständer auch deplatziert angebracht. Fahrradständer sollten grundsätzlich vorhanden und im Eingangsbereich aufgestellt sein.
  • Erscheinungsbild: Viele Spielplätze wirken „gestückelt“ und bieten keinen stimmigen Gesamteindruck. Es gilt, die Flächen insgesamt zu betrachten und bedarfsgemäß auszustatten.
  • Flächenangaben: Es gibt Diskrepanzen bezüglich der Flächenangaben/ Größe von Spielflächen laut Aktenlage und dem Eindruck im Zuge der Bereisungen vor Ort. Mit Blick auf die angedachte Spielplatzbedarfsplanung gilt es, valide Flächenangaben für alle Spielplätze zur Verfügung zu haben.
  • Information/ Kommunikation: Bei abgesperrten oder abgebauten Spielgeräten sollten die Anwohner*innen/ Nutzer*innen über den Grund informiert werden. Dies kann bspw. durch einen Aushang am Spielplatz erfolgen. Ebenso sollte eine Information der zuständigen Bezirksvertretung erfolgen.

 

Finanzen

Im Zuge der zurückliegenden Haushaltsberatungen hat eine Aufstockung des Budgets für Neu- und Ersatzbeschaffungen von Spielgeräten von ehemals 60.000,- Euro auf nunmehr 200.000,- Euro stattgefunden. Die Summe setzt sich zusammen aus 40.000,- Euro je Stadtbezirk sowie 40.000,- Euro Akutfonds für die Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“.

Angesichts der ungleichen Ausgangsbedingen/ Handlungserfordernisse in Bezug auf die Spielflächen in den Stadtbezirken wünscht sich die Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“ mehr Flexibilität für den Einsatz der Gelder.

Die bereitgestellten Finanzmittel sind für Neu- und Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Nicht mit einkalkuliert wurde ein Budget für die Demontage und Montage von alten bzw. neuen Spielgeräten. Hier sollte ein neuer Titel in den Haushalt eingestellt werden.

 

Die Verwendung der Gelder bzw. die Neu-und Ersatzbeschaffung im laufenden Jahr erfolgte vorrangig für die folgenden Spielflächen:

 

  • Spielplatz Thiesstr./ Emscherstr. in Wanne
  • Spielplatz Saarlandstr. in Eickel (durch eine Erbschaft)
  • Spielplatz Stadtgarten in Herne-Mitte
  • Spielplatz Zechenring in Sodingen
  • Spielplatz Werder Str. in Sodingen (Akutfonds der Projektgruppe)

In der Gesamtschau wurden alle Stadtbezirke berücksichtigt.

 

Ausblick / Weiteres Vorgehen

Für die Zukunft hat sich die Projektgruppe „Kinderfreundliche Stadt“ vorgenommen, turnusmäßig alle zwei Jahre den Zustand der Herner Spielflächen zu dokumentieren und den Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Die vorliegenden Berichte zur Spielplatzsituation Teil I und Teil II stellen die Grundlagen für die beabsichtigte Erstellung für die Spielleitplanung und die Spielflächenbedarfsplanung dar. Der Auftakt hierfür soll im Jahr 2021 - voraussichtlich mit Unterstützung durch ein externes Büro - erfolgen.

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

Dr. Klee

Stadtdirektor

 

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Anlagen:
 

  • Spielflächen in der Stadt Herne | Bewertung des Handlungsbedarfs (Anlage 1)
  • Spielflächen in den Stadtbezirken | Bewertung des Handlungsbedarfs (Anlage 2a - 5a)
  • Ergebnisse der Bereisung der Spielflächen in den Stadtbezirken (Anlage 2b - 5b)
  • Gesamtschau Spielflächen in der Stadt Herne und in den Stadtbezirken (Anlage 6)
  • Gesamtübersicht Spielflächen | Priorität „Rot“ (Anlage 7)

                    

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Spielflächen in der Stadt Herne - Bewertung des Handlungsbedarfs (Anlage 1) (188 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Spielflächen in den Stadtbezirken - Bewertung des Handlungsbedarfs (Anlage 2a - 5a) (229 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Ergebnisse der Bereisung der Spielflächen in Wanne (Anlage 2b) (240 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Ergebnisse der Bereisung der Spielflächen in Eickel (Anlage 3b) (220 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Ergebnisse der Bereisung der Spielflächen in Herne-Mitte (Anlage 4b) (267 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Ergebnisse der Bereisung der Spielflächen in Sodingen (Anlage 5b) (220 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich Gesamtschau Spielflächen in der Stadt Herne und in den Stadtbezirken (Anlage 6) (218 KB)      
Anlage 8 8 öffentlich Gesamtübersicht Spielflächen - Priorität „Rot“ (Anlage 7) (187 KB)