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Vorlage - 2020/0815  

Betreff: Erklärung Klimanotstand für die Stadt Herne
-Maßnahmenbericht Zeitraum 2019/2020-
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Krüwel, Friedrich
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Sowe, Simone
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz
24.11.2020 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Sachverhalt:
 

Mit der vorliegenden Berichtsvorlage kommt die Verwaltung dem Auftrag nach, regelmäßig über die Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen sowie Maßnahmen zur Verringerung der THG-Emissionen zu berichten.

 

 

 

Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen

Während sich Maßnahmen anhand der Energieeinsparung und der damit verbundenen CO2-Minderung beschreiben lassen, ist die Berichterstattung über Auswirkungen und Folgen auf der lokalen Ebene schwierig. In Folge der anthropogen verursachten THG-Emissionen kommt es zu einem globalen Anstieg der Temperaturen mit weitreichenden Klimaveränderungen. Im Zuge dieser Veränderungen ändert sich auch das regionale Klima.

 

Veränderungen des Klimas können durch statistische Auswertungen der meteorologischen Größen beschrieben werden, der Mindestbetrachtungszeitraum beträgt 30 Jahre. Der Berichtszeitraum von einem Jahr ist dagegen viel zu kurz um Veränderungen aufzeigen zu können. Eine Auswertung für die Regionen in NRW findet sich im LANUV Fachbericht 74 „Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen - Ergebnisse aus den Monitoringprogrammen 2016“, LANUV 2016.

 

Zur Orientierung sind in Tabelle 1 Wetterkenndaten des Berichtszeitraums zusammengefasst. Besonders auffällig sind die beiden ungewöhnlich niederschlagsarmen Sommer in unserer Region.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Temperatur

Niederschlag

Starkregenereignis

Sommer 2019

drittwärmster Sommer seit Messbeginn im Jahr 1951

weitaus zu trocken im Vergleich zum langjährigen Mittel

27.07.2019 in Bochum (Bereich Langendreer), das Herner Stadtgebiet war nicht betroffen.

Winter 2019/2020

zweitwärmster Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881

 

 

Sommer 2020

warmer Sommer, weniger heiße Tage als in 2019

zu trocken im Vergleich zum langjährigen Mittel

Am 14. Aug. 2020 in Recklinghausen, in Sodingen musste eine Schafherde aus einem schnell volllaufenden Regenrückhaltebecken gerettet werden.

Tabelle 1: Wetterkenndaten im Berichtszeitraum

 

 

Maßnahmen zur Verringerung der THG-Emissionen im Berichtszeitraum

Klimaschutzkonzept

 

Klimaschutzmanagement

Das neueingerichtete Klimamanagement wurde zum 01.04.2020 besetzt. Die Besetzung ist zwar keine unmittelbare Maßnahme zur Vermeidung von THG-Emissionen, schafft jedoch die personelle Voraussetzung für die Umsetzung der im Klimaschutzkonzept aufgeführten Maßnahmen.

 

 

Fortschreibung der THG-Bilanzierung

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Herne aus dem Jahr 2013 ist in 2019 fortgeschrieben worden (Stand Mai 2019). Die darin enthaltene THG Bilanzierung geht bis zum Jahr 2017. Eine Bilanzierung für die Jahre 2018 und 2019 ist beauftragt. Die Vorstellung der fortgeschriebene THG Bilanzierung ist für die erste Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz in 2021 vorgesehen.

 

 

Ausbauinitiative Solarmetropole Ruhr

Die Stadt Herne ist als Modellkommunen an der Solarausbau-Initiative des RVR beteiligt. Während die Förderung im Jahr 2019 noch auf das Stadtgebiet von Herne Mitte beschränkt war, wurde das Fördergebiet ab August 2020 auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Darüber hinaus wurde die finanzielle Förderung zur Installation von PV-Anlagen für zehn Haushalte von 300 auf 1.000 Euro aufgestockt. Hiervon finanzieren die Stadt Herne 700 Euro und der Regionalverband Ruhr 300 Euro. Der Ausbau der Solarenergienutzung ist ein wichtiger Baustein des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Herne.

 

Aktueller Stand

Zwischen dem 27.08.2020 und dem 28.09.2020 sind beim Fachbereich Umwelt und Stadtplanung zehn Anträge eingegangen. Dem bereitgestellten Budget von 10.000 Euro (davon 7.000 Euro städtische Mittel) stehen Investitionen im Wert von 198.493 Euro gegenüber. Die erste Anlage ist fertig gestellt, neun der zehn Anlagen sind mit einem Speicher ausgestattet.

 

 

 

 

 

Energiekommune des Monats

Die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) hat die Stadt Herne im August 2020 als Energiekommune des Monats ausgezeichnet. Die AEE leistet nach eigenen Angaben Überzeugungsarbeit für die Energiewende und stellt die stellen Chancen und Vorteile einer nachhaltigen Energieversorgung vor.

 

Den Artikel „Herne investiert in die Zukunft: Solarenergie, Sanierungen und Quartierskonzepte helfen Stadt und Klima“ finden Sie unter folgenden Link:

 

https://www.unendlich-viel-energie.de/die-agentur/projekte/energie-kommunen/energie-kommune-des-monats-herne

 

 

Fortführung ÖKOPROFIT

Im Berichtszeitraum nahmen wieder vier Unternehmen/Betriebe aus Herne an dem Beratungsprojekt zur Unterstützung von betrieblichen Umweltmanagementsystemen teil. Ziel des Projektes ist u. a. die Energieeinsparung in den teilnehmenden Unternehmen.

 

Elektro-Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark

In Tabelle 2 ist der Bestand an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben aufgeführt. Bis Ende 2020 ist die Anschaffung von weiteren PKW bzw. Nutzfahrzeugen geplant.

 

 

derzeitiger Stand

weitere geplant bis Ende 2020

13 E-Fahrzeuge PKW

6 Elektrofahrzeuge PKW

7 Hybridfahrzeuge

4 Hybridfahrzeuge

10 Elektrofahrräder

2 Brennstoffzellen Müllsammelfahrzeuge

1 Gehwegkehrmaschine (elektrisch)

2 Gehwegkehrmaschinen (elektrisch)

Tabelle 2. E-Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark

 

 

Maßnahmen im Bereich der städtischen Töchter

 

 

Stadtwerke Herne

 

  • Kaltes Nahwärmenetz für das Albert-Schweitzer-Carré in Röhlinghausen. Insgesamt werden 94 Wohneinheiten über diese Nahwärmenetz versorgt.

    Das Umweltbundesamt schreibt in einer aktuellen Veröffentlichung (Publikation Climate Change 31/2020): „Für die klimagerechte Transformation der Wärmeversorgung können Wärmenetze ein wichtiger Schlüssel sein.“
     
  • Ausbau der Fernwärme in Herne-Mitte (Hiberniastraße und Goethestraße).
     
  • Weiterer Ausbau der E-Ladesäulen im Stadtgebiet. Bis Ende 2020 sollen insgesamt 32 Ladesäulen zur Verfügung stehen. Betrieben werden die Ladesäulen mit Öko-strom.

 

 

 

 

 

 

hcr

 

Nach einer Veröffentlichung der hcr betrug das Fahrgastaufkommen (Angaben in Tausend)

 

im Jahr 2018 = 20.029 Fahrgäste

im Jahr 2019 = 19.877 Fahrgäste

 

Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor, aufgrund der Beschränkungen durch Corona wird es erwartungsgemäß zu einem Rückgang kommen.

 

In 2020 wurden 15 neue Linienbusse (Abgasnorm EURO 6) in Betrieb genommen. Die neuen Busse verbrauchen weniger Dieselkraftstoff als die ersetzten Fahrzeuge. Die hcr hat überdies in 2020 zwei Elektro-Busse erhalten.

 

Die Stadt Herne hat mit dem VRR und der hcr ein Großkundenabo abgeschlossen, das ab dem 1. Juli 2019 gilt.

 

 

Klimafolgenanpassungskonzept

 

Das Klimafolgenanpassungskonzept wurde vom Rat der Stadt am 26.11.2019 verabschiedet. Das Konzept findet unmittelbare Anwendung bei der Beurteilung der Klimaanpassung im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen und größeren Neubauvorhaben.

 

Mit dem Ratsbeschluss wurde die Verwaltung beauftragt, eine Checkliste „Klimaanpassung“ für öffentliche und private Planungs- und Bauprojekte zu erarbeiten. Ausgehend von der Handlungskarte Klimaanpassung wurde die Checkliste „Klimaanpassung“ erstellt. Die dabei entwickelte Vorgehensweise und Methode wurde verwaltungsintern anhand der laufenden Bebauungsplanverfahren getestet. In dieser Probephase hat sich mehrmals die Erfordernis der Überarbeitung gezeigt. Die Probephase ist jetzt abgeschlossen. Es ist beabsichtigt, die Checkliste „Klimaanpassung“ für öffentliche und private Planungs- und Bauprojekte in der ersten Ausschusssitzung im Jahr 2021 vorzustellen.

 

 

Waldvermehrung

 

Bäume (Wälder) sind eine der großen CO2-Senken. Stadtbäume haben darüber hinaus eine wichtige Funktion für die bioklimatische Situation (Verschattung, Verdunstungskühlung, Staubabscheidung).

 

Im Zuge der Waldumwandlung auf dem Gelände der ZDE wurden 2,5 ha Wald entfernt. Die Betreibergesellschaft wurde verpflichtet, Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:2 durchzuführen. In 2020 werden ca. 4,9 ha städtische Grundstücke in Herne aufgeforstet (aktueller Umsetzungsstand 1,0 ha).

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat  

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