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Vorlage - 2021/0395  

Betreff: Antrag: Lesbarkeit des Gendersternchens in amtlichen Dokumenten der Stadt Herne
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag-Formular
Verfasser:AfD-Fraktion
Federführend:Bereich 10 - Büro Oberbürgermeister Bearbeiter/-in: Gresch, Norbert
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Entscheidung
27.04.2021 
des Rates der Stadt (Delegierung auf den Haupt- und Personalausschuss) abgelehnt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Herne beauftragt die Stadtverwaltung, die Übereinstimmung der Verwendung des Gendersternchens in amtlichen Dokumenten der Stadtverwaltung Herne mit der Grammatik, Rechtschreibung, Lesbarkeit und Verständlichkeit zu prüfen und hierüber in einer der nächsten Sitzungen des Rates den Mitgliedern Bericht zu erstatten.  


Sachverhalt:
Der AfD-Fraktion ist aufgefallen, dass in amtlichen Dokumenten der Stadtverwaltung Herne zunehmend das Gendersternchen verwendet wird.

Die Zeitung "Die Welt" hat am 14.08.2020 darüber berichtet, dass nach Auffassung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) dieses Gendersternchen weder konform ist mit den Regeln der deutschen Grammatik noch mit denen der Rechtschreibung. Es könnten grammatisch falsche Formen entstehen wie Ärzt*in, Bauer*in oder Kolleg*in. Zudem werde auf dem Weg zur diskriminierungsfreien Sprache sehr uneinheitlich vorgegangen: Die Stadtverwaltung Lübeck nutze etwa einen Genderdoppelpunkt, die Städte Hannover und Flensburg ein Gendersternchen. Dies führe zu einer uneinheitlichen Rechtschreibung.

Auch sei gemäß der GfdS unklar, wie Personenbezeichnungen mit einem Gendersternchen ausgesprochen werden sollen - beispielsweise mit einer kurzen Sprechpause, unter Auslassung des Sternchens als femine Form oder als Paarform. Für die Sprechenden und für die Zuhörerinnen und Zuhörer entstünden so Unsicherheiten. Daher rate die GfdS ausdrücklich davon ab, das Gendersternchen und ähnliche problematische Formen zu verwenden.

Und gemäß einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) v. 27.03.2021 wird das Gendersternchen bis auf weiteres nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Sprache aufgenommen. Der Rat r deutsche Rechtschreibung wolle sich in seiner Bewertung geschlechtergerechter Schreibweisen an der Lesbarkeit und Verständlichkeit orientieren. Ziel sei es, "einem unkontrollierten Nebeneinander unterschiedlichster Variantenschreibungen entgegenzuwirken" und "die Einheitlichkeit der Rechtschreibung in allen deutschsprachigen Ländern zu erhalten". Die Verwendung des Gendersternchens könne laut dem Rat für deutsche Rechtschreibung zu Folgeproblemen und grammatisch nicht korrekten Lösungen führen.

Seit 2004 ist der Rat für deutsche Rechtschreibung die maßgebliche Instanz in Fragen der Orthografie. Er hat rund vierzig Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.    


Anlage:
 

Original des Antrags   

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Antrag Gendersternchen_20210412_0001 (1321 KB)