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Vorlage - 2021/0479  

Betreff: Antrag - Resolution Kindergrundsicherung
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:SPD-Ratsfraktion
Federführend:FB 42 - Kinder-Jugend-Familie Bearbeiter/-in: Detert, Sascha
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Vorberatung
26.05.2021 
des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie geändert beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 


Beschlussvorschlag:
 

Der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie empfiehlt dem Rat der Stadt Herne folgende Resolution zu beschließen:

Der Rat der Stadt Herne fordert die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung auf, sich für eine deutschlandweite Kindergrundsicherung einzusetzen und diese schnellstmöglich einzuführen.

 

 


Sachverhalt:
 

Die Kinderarmut in Deutschland hat in den letzten 20 Jahren kontinuierlich zugenommen, und das trotz verschiedenster Maßnahmen, diesem entgegenzuwirken. Auch die Ankündigungen aller Parteien, sich dafür einzusetzen, diesen dramatischen Trend zu stoppen, haben nichts bewirkt. Die Zahl der Familien mit hoher Verschuldung und prekärer Haushaltslage steigt. Fachkräfte in der sozialen Arbeit verzeichnen eine Zunahme an existenziellen Problemen: drohender Wohnungsverlust, Stromsperren, unzureichende oder fehlende Grundausstattung von Haushalten sowie Mangel- oder Fehlernährung. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden von ihren Eltern kaum gefördert, ihre Freizeit gestaltet sich anregungsarm - Bildungsarmut ist in immer mehr Familien generations-übergreifend. Selbst das Geld für Veranstaltungen, die von Kita und Schule organisiert werden, fehlt. Von Armut betroffene Familien leben zunehmend isoliert und ohne Generationszusammenhalt. Belastbare Beziehungsgeflechte innerhalb und außerhalb der Familie sind rückläufig.

Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen - rund 1,4 Millionen mehr als in der Öffentlichkeit bisher bekannt. Das haben Berechnungen des Kinderschutzbundes (DKSB) aufgrund vorliegender Zahlen ergeben.
 

r drei Millionen Kinder zahlt der Staat Sozialleistungen, damit ihr Existenzminimum gesichert ist. Zählt man aber auch diejenigen Familien hinzu, die Anspruch auf Hartz IV, Kinderzuschlag oder Wohngeld haben, dies aber nicht nutzen, ist die Zahl der in Armut lebenden Kinder noch deutlich höher.

Auch in unserer Stadt leben viele Kinder und Jugendliche (unter 15 Jahre) in einer SGB II-Bedarfs-gemeinschaft. Die SGB II-Quote lag im Jahr 2019 bei 31,7 %! Damit wachsen in Herne immer mehr Kinder und Jugendliche in armen Verhältnissen auf. Diese Familien mit vergleichsweise niedrigem sozioökonomischem Status, haben durchschnittlich geringere Bildungschancen.

Deshalb benötigen wir in unserer Kommune dringend Hilfe, um der anstehenden Verarmung zu begegnen. Eine Kommune wie Herne schafft dieses nicht mit eigenen finanziellen Mitteln. Wir  sind daher auf die Hilfe von Bund und Land angewiesen, die umgehend erfolgen muss!

 

r die SPD-Ratsfraktion

rg Högemeier

 

Stadtverordneter

 

    


Anlage:
 

Originalantrag der SPD-Ratsfraktion  

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anfrage_KiJuFa_Kindergrundsicherung (145 KB)