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Vorlage - 2021/0720  

Betreff: Stadtumbau Herne-Mitte
- Umgestaltung der Spielfläche Schillerstraße -
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Thomas Bichmann
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Wittig, Sonja
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung
19.08.2021 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie
26.08.2021 
des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte
02.09.2021 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 5501

Bez.: Bereitstellung von Grün- und Freiflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlagen

14.000,00

Nr.: 5501

Bez.: Bereitstellung von Grün- und Freiflächen

Nr.: 14

Bilanzielle Abschreibungen

17.500,00 (-)

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.5104.11

Bez.: Stadtumbau West

          Herne-Mitte

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen

280.000,00

Nr.: 7.5104.11

Bez.: Stadtumbau West

         Herne-Mitte

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

350.000,00 (-)

 

 

            


Beschlussvorschlag:
 

Die Bezirksvertretung Herne-Mitte beschließt die Umgestaltung der Spielfläche Schillerstraße auf der Grundlage der Planung des Fachbereichs Stadtgrün vom 17.06.2021 unter dem Vorbehalt der Mittelfreigabe im Haushalt der Stadt Herne und der Bewilligung der Fördermittel durch die Bezirksregierung Arnsberg. 

 

 

 

 

Sachverhalt:
 

  1.                Allgemeines

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 18.10.2011 das Stadtumbaugebiet „Herne-Mitte“ festgelegt und das entsprechende städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen. Das Stadtumbaugebiet umfasst das Herner Hauptzentrum und angrenzende Quartiere. Mit der Stadtumbaumaßnahme soll das Gebiet in seiner Funktion als zentraler Versorgungsbereich und als Wohnstandort gestärkt werden. Hierzu sieht das städtebauliche Entwicklungskonzept ein Paket von Maßnahmen vor, welche in einem Zeitraum von mehreren Jahren mit Mitteln der Städtebauförderung umgesetzt werden. In diesem Rahmen soll auch die Spielfläche an der Schillerstraße umgestaltet werden.

 

 

  1.                Beschreibung der vorhandenen Situation / Zielsetzung

 

Die Spielfläche Schillerstraße liegt im Osten des Stadtumbaugebiets Herne-Mitte und wird über die Schillerstraße erschlossen. Der Spielplatz hat eine lange Historie und war zu einem früheren Zeitpunkt ein Abenteuerspielplatz mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Nach vielen Veränderungen und dem teilweisen Abbau von Spielgeräten präsentiert sich die von einer Mauer und vielen Gehölzen eingefasste Fläche aktuell in einem wenig attraktiven Zustand. Die Arbeitsgruppe Kinderfreundliche Stadt hat im Rahmen der Kategorisierung von Spielflächen im Stadtgebiet entschieden, dass der Spielplatz Schillerstraße zukünftig für die Altersgruppe von Kindern bis 12 Jahren hergerichtet werden soll. Durch die Umbaumaßnahme soll ein qualitativ und quantitativ ansprechendes Angebot von attraktiven Spiel-, Erlebnis-, und Bewegungsumen für die Kinder des Quartiers und der anliegenden Einrichtungen (u. a. Kindertagesstätte und Grundschule) geschaffen werden. Der Spielplatz steht gemäß den Vorgaben des Fördermittelgebers als öffentlich zugängliche Fläche zur Verfügung.

 

 

  1.                Beteiligung der Öffentlichkeit

 

Die Beteiligung der zukünftigen Nutzer hat pandemiebedingt in Form einer Onlinebeteiligung stattgefunden und wurde vom Team des Stadtumbaus Herne-Mitte sowie der Kinderanwältin Bibi Buntstrumpf begleitet. Vom 19.04.2021 bis zum 07.05.2021 waren die Kinder aus den angrenzenden Wohnbereichen sowie die umliegenden Einrichtungen wie verschiedene Kindertageseinrichtungen und die Grundschule Schillerstraße aufgefordert, sich mit Wünschen und Ideen an der Planung des neuen Spielplatzes zu beteiligen. Hierzu wurden Flyer in die Briefkästen sowie an der Schule und den Kindergärten verteilt und auf der Homepage der Stadt Herne auf die Beteiligung aufmerksam gemacht. Über einen QR-Code oder die Homepage des Stadtumbaus wurde ein Strukturplan der Fläche mit einer kurzen Erläuterung des Vorhabens dargestellt. Die Rückmeldungen konnten per Email, Whatsapp, telefonisch oder persönlich im Stadtumbaubüro abgegeben werden.

Es haben sich eine Vielzahl von Kindern aber auch Anwohnern aus der Nachbarschaft sowie die Kinder einer Kindertagesstätte beteiligt. Neben schriftlichen Rückmeldungen haben vor allem die Kinder der Kindertagesstätte Bilder gemalt, die darstellen, wie der neue Spielplatz aussehen soll.

Der Schwerpunkt der Wünsche und Anregungen lag im Bereich Klettern, Rutschen und Schaukeln. Auch ein Trampolin wurde mehrfach von den Kindern angeregt. Weiterhin sollen Sitzgelegenheiten im Schatten sowie ausreichend Abfallbehälter vorhanden sein.

 

Der Fachbereich Stadtgrün hat anschließend versucht, die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder in einer Planung zusammenzuführen und in Form von Spiel- und Bewegungsangeboten umzusetzen.

 

 

 

  1.                Maßnahmenbeschreibung

 

Auf Grundlage der Bestandsaufnahme und den Ergebnissen des Beteiligungsverfahrens wurde eine Entwurfsplanung erstellt (s. Anlage 1).

 

Vorrangiges Ziel des Entwurfes zur Umgestaltung des Kinderspielplatzes Schillerstraße war die Schaffung von neuen, interessanten und abwechslungsreichen Kinderspielgeräten speziell für die Nutzergruppe für Kinder bis 12 Jahre und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch die Erstellung von zusätzlichen, durch „grün“ beschatteten Aufenthaltsflächen auf dem Spielplatz. Insgesamt soll sich der Spielplatz mit dem überwiegenden Wegebelag aus Rasen naturnah in die Umgebung einfügen.

 

Bei der Spielplatzplanung war die topografische- und in ihren Grundzügen zu erhaltende- Bestandssituation mit den Vorgaben einer barrierefreien Erschließung zu verknüpfen und der zum Teil schützenswerte und den Außenraum prägende Baumbestand in das Gesamtkonzept zu integrieren. Durch eine ergänzende Pflanzung auf dem Spielplatz mit Baum- und Strauchpflanzungen soll die Aufenthaltsqualität des Außenraumes und dessen ökologische Wertigkeit gesteigert werden.

 

Ein weiterer Grundgedanke des Entwurfskonzeptes besteht darin, mit einfachen Mitteln attraktive Räume für eine differenzierte Nutzung (Bewegungsflächen/Spielflächen/ Kommunikations- und Aufenthaltsbereiche) zu schaffen, diese Räume bleiben dennoch untereinander verbunden und zugänglich.

 

 

Spielmöglichkeiten

 

Grundlager die Auswahl der Spielgeräte ist die im Vorfeld durchgeführte Kinderbeteiligung. Diese Inhalte bilden nun den Rahmen für die Umgestaltung. Die geplanten Spielelemente wurden so angeordnet, dass vielltige Spielmöglichkeiten für Gruppen- und Einzelspiele geschaffen werden. Durch die Nutzung und das Erleben der abwechslungsreichen Spielmöglichkeiten soll die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gezielt gefördert werden. Auch werden die Sinne der Selbstwahrnehmung (u. a. Gleichgewicht, Motorik, Koordination) durch Möglichkeiten zum Laufen, Klettern, Rutschen, Balancieren, Schaukeln, Springen gefördert.

 

Da die meisten vorhandenen Spielgeräte (Doppelschaukel, Spielanlage mit Rutsche, Reifenschaukel, Rutsche) ihre Nutzungsdauer erreicht haben, müssen diese abgebaut und entsorgt werden. Somit entsteht im nördlichen und südlichen Teil des Spielplatzes eine große Fläche, auf der die neuen Spielgeräte aufgestellt werden können. Es wurde darauf geachtet, dass dauerhafte und witterungsbeständige Materialien verwendet werden.

 

Der Kleinkinderbereich erhält eine Aufwertung durch eine Spielanlage und eine kleine Vogelnestschaukel. Zwei gut erhaltene Sandspieltische und ein Baggerspielgerät komplettieren diesen Bereich. Im angrenzenden großen Spielbereich steht als ein zentrales Spielgerät eine große, hohe Spielanlage, die mit Ihrem Turm und den Rutschen einen hohen Anziehungspunkt bildet. Der Spielturm hat einen großen Spielwert und besticht durch seine äere Form. Er ist das zentrale Merkmal des Kinderspielplatzes.

 

Im südlichen Bereich, unmittelbar neben der vorhandenen Mauer befindet sich ein weiterer großer Spielbereich. Hier wurde ein Niedrigseilgarten eingeplant. Diese Anlage vereint den Spaß am Klettern, Springen, Balancieren, Hangeln und Toben mit der Förderung der körperlichen Entwicklung von Kindern. Auf der vielseitigen Anlage werden beispielsweise die Muskelkraft und Motorik zielgerichtet verbessert. Gleichzeitig helfen die unterschiedlichen Parcours dabei, das Selbstvertrauen zu stärken, die Körperhaltung zu verbessern und das soziale Miteinander spielerisch zu schulen. Unmittelbar neben dem Niedrigseilgarten befindet sich eine 4-sitzige Wippe.

 

Auf der rechten Seite des Eingangsbereiches des Kinderspielplatzes werden zwei unterschiedlich große Trampoline mit Fallschutz eingebaut. Das Hüpfen auf den Sprungflächen ist die im Rahmen der Beteiligung am häufigsten gewünschte Aktivität auf dem Spielplatz. Der Einbau von zwei Trampolinen bildet ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal für den Spielplatz.  

 

Aufgrund des umgebenden Belags mit Fallschutzplatten und der technischen Beschaffenheit der Trampoline sind diese auch für mobilitätseingeschränkte Personen nutzbar. Als Besonderheit können Personen mit nicht motorisierten Rollstühlen auf die Trampoline gehoben werden und ebenfalls am beliebten Hüpfspaß teilhaben. Analog hierzu ist die Nestschaukel ebenfalls von Menschen mit Bewegungs­einschränkungen mit Rollstuhl in Begleitung nutzbar, sofern diese mit Hilfestellung hineingehoben werden.

 

 

Erschließung/Bewegungsflächen

 

Die bestehende Erschließungssituation, d. h. die Anbindung des Spielplatzes an die westlich gelegene Schillerstraße bleibt mit Ihrem Zugang erhalten und. wird durch neues Pflastermaterial barrierefrei gestaltet. Weiterhin wird der Pflasterbereich an der Eingangssituation zum Spielplatz durch den Einbau von taktilen Elementen entsprechend erneuert, um eine Zugänglichkeit des Spielplatzes auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung zu ermöglichen.

 

Der Spielplatz wird durch eine zentrale Wegeführung mit einer wassergebundenen Wegedecke zugänglich gemacht und mündet in einer kreisförmigen Aufenthaltsfläche. Hier entsteht ein neuer Aufenthaltsbereich mit einer Rundbank um einen Baum. Durch diese Bank ist eine vollumfängliche Blickrichtung in alle Himmelsrichtungen gewährleistet. Die anderen Wegebereiche bestehen aus Rasenflächen, die u.a. einen naturnahen Eindruck vermitteln.

 

Die parallel zur Schillerstraße verlaufenden Platanenbäume sind ökologisch sehr wertvoll, bieten wertvollen Schatten und bleiben bestehen. Aus diesem Grunde soll der Kleinkinderbereich an dieser Stelle unmittelbar im Schutz der Platanen erhalten bleiben. Der Oberflächenbelag wird erneuert.  Unmittelbar hinter dem Kleinkinder­bereich im nördlichen Bereich schließt ein Spielbereich an, der durch quaderförmige Ruhrsandsteinfelsen eingerahmt wird. Die im südlichen Bereich befindliche Spielfläche wird von einer bandartigen Strauchpflanzung umgrenzt. Durch den Einsatz von Quadersteinen und niedrigen Sträuchern werden Aufenthaltsflächen und geschützte Spielräume r Kinder geschaffen. Diese Rahmung ist durch die niedrige Beschaffenheit nicht einengend aber dennoch raumbildend.  

 

Einzelne Rasenflächen bieten  Aufenthaltsbereicher ein Picknick mit Sitzmöglichkeit und dienen als Standort für freie Spiele, die von den Kindern spontan durchgeführt werden können.

 

 

Bepflanzung

 

Der komplette, vorhandene, rahmengebende Baumbestand auf dem Kinderspielplatz bleibt erhalten. Zusätzlich sieht die Planung vor, weitere Pflanzen auf der Spielfläche zu ergänzen, um zusätzliche Schattenbereiche auf dem sonnigen Standort zu schaffen. Entlang des Hauptweges säumen 3 kleinkronige Bäume diesen Bereich. Mittig vom kreisförmigen Sitzbereich soll an zentraler Stelle ein Hochstamm eines größeren Baumes gepflanzt werden, der mit zunehmendem Alter eine größere Schattenwirkung erzeugt und die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle entsprechend fördert. Weiterhin wird bei der Auswahl dieses Baumes darauf geachtet, dass der Baum eine schöne Herbstfärbung im September/Oktober entwickelt. Niedrige Sträucher werden als Pflanzenumrandung im südlichen Spielbereich eingeplant. Bestehende Baum- und Strauchpflanzungen im Randbereich werden durch einheimische Pflanzen bei Bedarf ergänzt.

 

 

  1.                Auflagen des Fördergebers

 

 

Die Entwurfsplanung wird dem Arbeitskreis Barrierefreies Bauen des Beirats für die Belange von Menschen mit Behinderungen am 19.08.2021 in einer Sondersitzung vorgestellt. Aspekte der Geschlechtergerechtigkeit wurden berücksichtigt. Die Maßnahme hat keinen negativen Einfluss auf klimatische Verhältnisse. Belange des Denkmalschutzes werden nicht berührt.

 

 

 

  1.                Finanzierung

 

Die Umgestaltung der Spielfläche Schillerstraße ist eine Maßnahme des Stadtumbauprojektes Herne-Mitte und kann, vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Haushalt der Stadt Herne und der Bewilligung der Fördermittel der Bezirksregierung Arnsberg, realisiert werden. Im September 2021 erfolgt eine Anmeldung zum Städtebauförderprogramm 2022. Die Kosten betragen ca. 350.000 € und sollen zu 80 % aus Mitteln der Stadterneuerung refinanziert werden.

 

 

  1.                Baubeginn/Bauzeit

 

Der Baubeginn zur Umsetzung dieser Maßnahme ist in Abhängigkeit vom Förderbescheid für voraussichtlich Winter 2022/ Frühjahr 2023 vorgesehen. Die Bauzeit für die Umgestaltung der Spielfläche Schillerstraße beträgt ca. zwei Monate.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat                    

-              


 

                


Anlagen:
Anlage 1: Entwurfskonzept Stand Juni 2020 (unmaßstäblich)

Anlage 2: Auswahl der Spielgeräte (gemäß der Kinderbeteiligung vom 15. - 17.06.2020)

         

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1_Entwurfskonzept Stand Juni 2020_Spielplatz Schillerstraße-M 1_200 (2727 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2_Auswahl der Spielgeräte (727 KB)