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Vorlage - 2021/0739  

Betreff: Quartiersanalyse und -konzeption Baukau-West
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Schulz, 3014
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Leckscheid, Jörn
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
19.08.2021 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
25.08.2021 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Ausschuss für Digitales, Infrastruktur und Mobilität Vorberatung
26.08.2021 
des Ausschusses für Digitalisierung, Infrastruktur und Mobilität beschlossen   
Bezirksvertretung Wanne Entscheidung
31.08.2021 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

                          


Beschlussvorschlag:
 

Die Bezirksvertretung Wanne nimmt die Quartiersanalyse und -konzeption Baukau-West zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, auch in Kooperation mit privaten Beteiligten die in der Konzeption formulierten Maßnahmen weiter zu verfolgen.

                           


Sachverhalt:
 

Die Bezirksvertretung Wanne hat die Verwaltung am 29.09.2020 mit der Erarbeitung einer Quartiersanalyse und / -konzeption in Baukau-West beauftragt. Der Fokus sollte dabei auf Aspekten der Nahversorgung liegen, da das kleinräumige Monitoring für diesen Bereich eine unterdurchschnittliche Ausstattung bei verschiedenen Indikatoren ermittelt hatte.

Gemäß dem in der Stadt Herne für das Instrument der Quartiersanalysen und konzeptionen angewandten methodischen Ansatz wurde ein thematisch integrierter Ansatz verfolgt. Das Instrument der Quartiersanalyse / Quartierskonzeption zielt darauf ab, räumlich relativ eng abgegrenzte Bereiche der Stadt einer vertieften und breit angelegten Analyse zu unterziehen und hieraus Handlungsoptionen im Sinne eines integrierten strategischen Konzepts abzuleiten. Der Anwendung liegt ein Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses vom 17.12.2013 zugrunde. Bisher wurden Quartiersanalysen / -konzepte in Herne-Süd (Pilotprojekt) und Wanne-Süd (hier auch zur Vorbereitung der Beantragung von Stadterneuerungsmitteln), sowie in Bickern-West, Elpeshof und Pantrings Hof erstellt.  Baukau-West ist nunmehr der sechste Anwendungsfall.

 

Abgrenzung des Quartiers Baukau-West

Das Quartier umfasst die überwiegend durch das Wohnen geprägten Bereiche des Ortsteils Baukau-West im Stadtbezirk Wanne. In dem ca. 80 ha großen Gebiet leben rund 2.400 Menschen. Es wird überwiegend durch starke städtebauliche Barrieren abgegrenzt: Im Norden sind dies das Kraftwerksgelände der STEAG, im Osten die Bahnlinie Richtung Recklinghausen sowie im Süden die Köln-Mindener Eisenbahn. Der Emscherschnellweg (A 42) verläuft von West nach Ost durch das Quartier. Bezüge zu den umgebenden, eher gewerblich geprägten Bereichen von Baukau-West werden in der Quartiersanalyse und -konzeption hergestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass für den Bereich des Julia-Geländes über das Landesprogramm Bau.Land.Partner gegenwärtig eine Entwicklungskonzeption erarbeitet wird.

Das im Rahmen der Quartiersanalyse betrachtete Quartier liegt innerhalb der statistischen Zählbezirke 106, 110 und 109. Es wurde aufgrund der Siedlungszusammenhänge und städtebaulichen Zäsuren abgegrenzt und lässt sich nicht vollständig durch statistische Raumeinheiten abbilden. In der statistischen Analyse wurden überwiegend die Zählbezirke 106, 109 und 110 sowie für die Arbeitsmarktdaten die übergeordneten statistischen Bezirke Baukau-West und Scharpwinkelring herangezogen. 

 

Karte 1: Abgrenzung des Quartiers Baukau-West

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Quelle: Eigene Darstellung auf Grundlage der Flächennutzungskartierung des RVR (2019)

Bausteine und Erarbeitungsprozess der Quartiersanalyse / -konzeption Baukau-West

Die durchgeführte Quartiersanalyse / Quartierskonzeption für Baukau-West beinhaltet die Auswertung statistischer Informationen, das Zusammentragen des in der Gesamtverwaltung vorhandenen relevanten Raumwissens, die gebäudescharfe Kartierung von Zustand und Ausstattung der Wohngebäude, Interviews mit Schlüsselpersonen u. a. aus Zivilgesellschaft und Ortspolitik sowie eine schriftliche Bewohnerbefragung. Die Analyseergebnisse wurden mittels SWOT-Analyse zu einer kompakten Bewertung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zusammengeführt, um auf dieser Grundlage Handlungsoptionen und Maßnahmenvorschläge abzuleiten. Der Erarbeitungsprozess der Quartiersanalyse / Quartierskonzeption wurde von einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe begleitet, in der im Rahmen von zwei Sitzungen im Frühjahr und Sommer 2021 (Zwischen-) Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge abgestimmt wurden.

Wesentliche Ergebnisse der Bestandsaufnahme und -bewertung (SWOT-Matrix)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Handlungsfelder und Maßnahmenansätze

Folgende Maßnahmenansätze in verschiedenen Handlungsfeldern werden vorgeschlagen und näher beschrieben:

  • Rahmenplanung Drögenkamp

      Quinoa-Schule

      Ersatzneubau und Erweiterung der Kita

      Verlagerung u. Neubau des Spielplatzes

      Wegeverbindung (GEP-Fläche W11)

  • Neuplanung Standort Hauptfeuerwache
  • Beseitigung des städtebaulichen Missstands der verwahrlosten Immobilien
  • Energetische Sanierung und Abbau von Barrieren im Bestand
  • Umbau Schmiedesbach
  • Querung Schmiedesbach zw. Hilgenbrink und Cranger Str. (Bushaltestelle)
  • Herstellung der Ausgleichsmaßnahme zwischen Fußballplatz Wiesenstraße und Hilgenbrink
  • Fuß-/Radweg zum Kanal aufwerten und wieder in Betrieb nehmen
  • GEP-Fläche Hülsmanns Hof (W05) 
  • Radweg Hertener Straße / Rottstraße, Stadtgrenze Recklinghausen bis zur Cranger Straße
  • Städtebauliche Neugestaltung des Strenraums Cranger Straße
  • Bahnquerung Rott-/Heer-/Corneliusstraße
  • Rad-/Fußweg am Bahnweg (in Verlängerung der Schirrmannstr.)
  • Schaffung einer Begegnungsstätte im Quartier
  • Integration Zugewanderter aus Südosteuropa (SOE)
  • Nahversorgung im Quartier erhalten
  • Erhalt bzw. Ansiedlung eines Bäckers
  • Aufwertung der Kanalzone als Raum für Freizeit, Kultur und Sport

 

Die einzelnen Maßnahmenansätze weisen hierbei unterschiedliche Konkretisierungsgrade auf und verweisen in der Umsetzung auf unterschiedliche Träger. Es ist deutlich darauf hinzuweisen, dass keine spezifischen Förderzugänge zur Umsetzung der Maßnahmen der vorliegenden Quartierskonzeption bestehen. Auch die Gestaltungs- bzw. Einflussmöglichkeiten der Stadt sind je nach Maßnahme unterschiedlich ausgeprägt; z. T. ist die städtische Rolle eher darauf beschränkt, zu koordinieren und Impulse zu geben.

 

Ausblick

Ein Teil der entwickelten Maßnahmenvorschläge weist eher einen mittel- bis langfristigen Realisierungshorizont auf. Die Quartiersanalyse / -konzeption Baukau-West ist somit auf eine Weiterverfolgung der Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes durch die unterschiedlichen Beteiligten angelegt. Die Maßnahmenansätze sind insofern auch als „Themenspeicher“ und Angebot an Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verstehen, die beschriebenen Ansätze aufzugreifen und fortzuentwickeln.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

 Stadtrat

 

                            


Anlagen:
 

Quartiersanalyse und -konzeption Baukau-West

                        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich QA_QK Baukau-West_Bericht (3619 KB)